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Leselupe.de > Gereimtes
Aus meines Lebens mag’rer Milch
Eingestellt am 22. 08. 2007 12:46


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Penelopeia
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Aus meines Lebens mag’rer Milch
gewinn’ ich, schreibend, Käse.
Ich schlag’ ihn ein in eine Form,
die mir scheint die gemäße.

Ich hüll’ ihn ein in manchen Reim,
der gülden-edel blinket.
Doch ist die Hülle selten dicht:
Weithin mein Käse stinket.

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ENachtigall
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???

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Penelopeias Meierei

quote:
Aus meines Lebens mag’rer Milch
gewinn’ ich, schreibend, Käse.
Ich schlag’ ihn ein in eine Form,
die mir scheint die gemäße.

Ich hüll’ ihn ein in manchen Reim,
der gülden-edel blinket.
Doch ist die Hülle selten dicht:
Weithin mein Käse stinket.

Cool gedichtet, Penelopiea! Ein paar Anmerkungen hab ich aber doch.

Metrisch käme bei Zeile 4 die Betonung auf "scheint" klanglich einfach besser rüber. Z.B. so:

Ich schlag ihn ein in eine Form;
sie scheint mir die gemäße.


Weiterhin korrespondiert das Einschlagen m.E. nicht so recht mit der Form. Einschlagen kann man in Tuch oder Papier; beide haben aber an sich noch keine stabile Form. Sie ergibt sich erst mitsamt dem Käse.
Wird er nicht eher in Form gebracht oder hinein gekleidet?

Der Schluss ist einfach nur geniale Pointe!

Grüße von Elke

__________________
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Penelopeia
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Hallo Elke,

danke für den Kommentar. Dein Vorschlag

Ich schlag ihn ein in eine Form;
sie scheint mir die gemäße


ist sicher bedenkenswert. Aber: würde dabei nicht die mögliche Vielzahl der Formen aus dem Blickfeld kommen? Es gibt doch für die Verpackung der "Käseprodukte" nicht nur ein "Einheitspapier", oder?

Das Einschlagen durch das sicher zivilisiertere "Einkleiden" zu ersetzen, wäre wohl möglich, klänge m.E. aber weniger flapsig. Ich habe ein Bild vor Augen: Eine kleine, kräftige Frau steht hinter dem Ladentisch, schneidet ein Stück von einem großen Käse ab. Sie macht nicht viele Worte dabei, die Ware riecht stark. Mit kurzen, aber bestimmten Bewegungen schlägt sie das Stück in rohes Packpapier und reicht es, verhalten lächelnd, einem vielleicht zehnjährigen Jungen über den Tresen. Der nimmt das Päckchen, steckt es in seinen Einkaufsbeutel. Es riecht selbst aus dem Beutel und durch das Packpapier hindurch. Nachdenklich macht sich der Junge auf den Heimweg...

LG

P.

Ps.: Das Gedichtchen wurde vor einiger Zeit schon mal im Anonymenforum durch den Kakao gezogen. Wer Lust hat, kann dort die damals höchst unterschiedlichen Reaktionen nachlesen.

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ENachtigall
Foren-Redakteur
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Verallgemeinerung

quote:
Aber: würde dabei nicht die mögliche Vielzahl der Formen aus dem Blickfeld kommen?

Hallo Penelopeia,

unter diesem Gesichtspunkt der Verallgemeinerung hast Du natürlich völlig recht.

Die kleine bildhafte Geschichte dazu überzeugt mich zudem von der Angemessenheit deiner gewählten Worte; Lass es also wie es ist.

Ich hatte es seinerzeit im Anonymen auch schon ulkig gefunden. Mal lesen, ob ich was dazu geschrieben habe ....


Grüße von Elke


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Penelopeia
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Hallo Günter,

von Dir habe ich ja bis jetzt noch gar nichts gehört bzw. gelesen. Nichtsdestotrotz: Dein Kommentar riecht bedenklich, möglicherweise stinkt er sogar stark. Was haben wir denn hier für einen Käse?

Hut ab vor der Idee, einen Achtzeiler zu veröffentlichen, der gerade mal eineinhalb Reime enthält.

Ein halber Reim? Welcher bitte? Ich lerne gern, wie man 1,5 Reime produziert.

Dir ist ein geradezu philosophisches Beispiel für den Bezug auf sich selbst gelungen: Ein (scheinbar) formal schlechtes Gedicht über ein formal schlechtes Gedicht.

Was ist ein "philosophisches Beispiel"? Meintest Du möglicherweise ein Gleichnis, eine Allegorie oder gar eine Aporie?
Einen Bezug hat das Gedicht sicher. Das dürfte doch aber ungefähr so klar sein wie eine Fensterscheibe, vollgeschmiert mit Weichkäse!
Was ist ein "Gedicht" über ein "Gedicht"? Ist "Käse über Käse" gemeint?

Aus dem mageren Grundthema "Gedichte schreiben" hast du einen netten Vers gezaubert, was mindestens ebenso schwierig ist, wie aus Magermilch Käse zu produzieren.

Ich stimme Dir zu: Gedichte zu schreiben hat oft viel mit diätischem (magerem, beherrschtem) Denken zu tun. Die Völlerei passiert im opulenten Roman, im "Schinken".

Die (absichtlich?) belassenen Form- und sonstigen Fehler lassen genug Gestank entweichen, um darauf neugierig zu machen.

Von Form- und sonstigen Fehlern zu reden, ist immer leicht. Man sollte sie bitte nennen, sonst wird man seinen Käse schon ganz und gar nicht los. Er bleibt dann einfach liegen und stinkt zum Himmel. (Ein Tipp: im A.-Forum gibts "Neues aus der Molkerei" zu lesen. Da findest du ausführliche Verhaltensanweisungen.)

P.

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