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Leselupe.de > Ungereimtes
Aus tiefen Bechern
Eingestellt am 11. 04. 2006 22:38


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Walther
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Aus tiefen Bechern


Warum sich weitet ├╝ber unsern D├Ąchern
Der Himmel, einfach, grau dann wieder blau:
Wir leben drunter, wissen nichts genau
Und trinken unser Leid aus tiefen Bechern

Bis an die Neige, werden klug nicht, schlau.
Als glichen wir den Teufeln und den R├Ąchern,
So tragen wir ans Licht aus den Gem├Ąchern,
Was sich gesammelt in der N├Ąchte Stau.

In Wut und Zorn zermahlen sich die Kiefer
Und fressen gierig Neid und Missgunst auf.
Wie sehr doch gleichen wir dem Ungeziefer,

Das wir verabscheun, und der wilde Hauf,
Mit uns gemeinsam sinkt er immer tiefer;
Er rei├čt die Guten mit in seinem Lauf.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Thys
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Das macht auf mich einen sehr bem├╝hten und gek├╝nstelten Eindruck. Viel Pathos in dem ganzen Text. Teufel, R├Ącher, wilder Hauf... alles sehr schwer... puhhh.

Wieso gleichen wir dem Ungeziefer? Wobei Ungeziefer und Unkraut und so viele sch├Âne Begriffe mit Un- eigentlich bl├Âdsinnig sind. Auf der Erde hat alles seinen Sinn. Nur wir sind manchmal etwas begriffsstutzig um das zu kapieren. Alles was uns nicht in den Kram passt, bekommt gleich ein Un- angepappt.

Und wenn man schon Ungeziefer bem├╝hen will, vielleicht sind wir selber ja in Wirklichkeit das einzig wahre Ungeziefer.

Ich denke auf so etwas in der Art l├Ąuft Dein Text raus?

Gru├č

Thys

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Walther
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Hallo Thys,

danke f├╝r Deine kritische Auseinandersetzung mit diesem Text. Ich sag's mal platt: So ist Deutschland. Das ist die Botschaft.

Nun zu Deinen weiteren Hinweisen:

(1) "Pathos"

Gut, das kann man so sehen, man kann aber auch sich ein wenig mit der deutschen Lyrik und Literatur der letzten 400 Jahre besch├Ąftigt haben, dann kommen einem viele der Metaphern, die ich eingesetzt habe, ziemlich bekannt vor. Die Sprache, die ich benutze, umgreift mehr als die Sprache der Istzeit. Das mache ich bewu├čt (und lasse mich daf├╝r auch kritisieren, das ist der Preis, wenn man einen bestimmten Stil absichtsvoll einsetzt).

(2) "Bem├╝ht"

Dem kann man dann zustimmen, wenn man die Formvorgaben einer Gedichtform wie dem Sonett einfach hintanstellt. Ich habe nichts gegen moderne freirhythmische Lyrik, ich schreibe sie, wenn es gerade zu dem Thema pa├čt, auch selbst. Beispiel: "Stahlblaue Augen". Aber auch dort greife ich in die Werkzeugkiste, die die Lyrik sich in den letzten Jahrhunderten erarbeitet hat. Die sollte man allerdings kennen (und sich daran freuen wollen/k├Ânnen), wenn man mit meinen Gedichten etwas anfangen will.

(3) "Teufel, R├Ącher, wilder Hauf"

Das sind Zitate aus der Lyrik des 30j├Ąhrigen Krieges und der germanischen G├Âttersagen (Wotansaga, da spielt der "Wilde Haufe" eine Rolle, auch wieder beim "Fliegenden Holl├Ąnder"). Wie ich schon sagte: Ohne etwas ausf├╝hrlicherem Lesen ist das mit der Literatur eine schwierige Geschichte. Das ist nicht arrogant oder von oben herab gemeint, es ist der Hinweis, da├č sich hinter jedem Autor eine Lebensgeschichte und eine Literaturauffassung verbirgt. Die mu├č/kann einem liegen, oder eben auch nicht. Ich m├Âchte Dich (und andere, die mit meiner Lyrik nur eingeschr├Ąnkt etwas anfangen k├Ânnen, siehe auch das Sonett "Eitel", das nur der entziffern kann, der die Semantik und die Bedeutungsgeschichte dieses so wichtigen deutschen Wortes kennt, verstehen und die dies anderen, denen das so geht wie Dir) bewu├čt nicht herabw├╝rdigen. Eure Meinung und Euer Geschmack steht Euch zu, allerdings wird die Tatsache, da├č meine Lyrik keinen einhelligen Zuspruch findet, mich nicht von meinem gew├Ąhlten Pfad abbringen. Auch daf├╝r bitte ich um Dein Verst├Ąndnis (und das der anderen hier Angesprochenen). Hier bin und bleibe ich aus gutem Grunde, den wir gerne anderswo ausf├╝hrlich diskutieren k├Ânnen, "unbelehrbar".

Zum Letzten:

Das Sonett hat feste Formerfordernisse, und dieses hier greift auf Vorbilder wie Gryphius, Friedrich R├╝ckert, August von Platen usw. zur├╝ck. Auch das mu├č man "abk├Ânnen", sonst gef├Ąllt diese Lyrik schlicht nicht. Wie gesagt: Sprache in Lyrik ist auch Kunsthandwerk und Kunstwerkstoff zugleich, mit dem Risiko der K├╝nstlichkeit, das der, der so schreibt, eingeht (und diese sich schlie├člich auch vorhalten lassen mu├č).

Nun kann (und sollte) an einem Werkst├╝ck, einem Kunstwerk, die K├Ânnerschaft als solche beurteilt separat werden und ebenso sp├Ąter ihr Bezug zur Aussage sowie das Werk als Ganzes. Ich bewerte f├╝r eine kleine Literaturzeitschaft im Jahr ├╝ber 200 Gedichte, daher kenne ich inzwischen den Unterschied zwischen Gefallen und K├Ânnen recht gut. Aber auch dar├╝ber k├Ânnen wir an anderer Stelle einmal plaudern. Damit soll es an Verteidigungsrede nun schon genug sein.

Dir und den anderen Leselupenden sei ein sch├Ânes Osterfest geg├Ânnt und beschieden.

Liebe Gr├╝├če

W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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JoteS
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hmmmm

Lieber Walther

Wenn Du Dich schon auf Formzw├Ąnge berufst, dann halte Dich doch bitte auch an diese.

Schon in der ersten Zeile begenet einem eine zehnsilbige weibliche Kadenz, in der zweiten eine elfsilbige m├Ąnnliche. Genau verkehrt.
Es kommt noch dicker: schon in der dritten Zeile z├Ąhle ich zw├Âlf Silben. Weitere Analysen habe ich nicht vorgenommen.

Jedenfalls t├Ânt und klingt Dein Sonett nicht und ist trotz aller erkennbaren M├╝he leider wirklich nicht gelungen...tut mir leid, Dir dies schreiben zu m├╝ssen.

Gruss

J├╝rgen

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Walther
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Lieber J├╝rgen,

den Holperer im dritten Vers der ersten Strophe, er ist richtig erkannt und bereits beseitigt. Danke Dir, das ist gut so, man ├╝berliest solche Dinge gern, weil man es ja selbst geschrieben hat.

Allerdings mu├č ich dem Rest Deiner Hinweise ebenso klar und deutlich widersprechen. Denn das war's dann auch schon mit den Holperern.

Lieber Gru├č

W.
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Walther
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JoteS
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hmmmmm

Zeile acht: zw├Âlf

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