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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Ausgerechnet du
Eingestellt am 27. 09. 2005 23:33


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HansenFlensburg
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jun 2005

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Ich war in die Stadt zur├╝ckgekehrt, in der ich fr├╝her mal gelebt hatte. An einem Novemberabend traf ich auf einen Menschen, den ich mir vor Jahren zum Feind gemacht hatte.
Als ich Thomas auf einer Party kennenlernte, war er mit Ina befreundet. Ina war eine attraktive junge Frau Anfang zwanzig, Thomas war dreiundzwanzig und ich selbst war vierundzwanzig. Zu dem Zeitpunkt, als wir zusammentrafen, war ich gerade solo. Einerseits war es eine gute ├ťbung, eine Zeitlang allein zu leben, andererseits vermisste ich aber auch etwas in meinem Leben. Ina gefiel mir auf Anhieb. Wir drei kamen ins Gespr├Ąch, Ina, Thomas und ich. Ich hatte gerade meine Zwischenpr├╝fung hinter mir, f├╝hlte mich frei, war locker, v├Âllig aufgedreht, ja ├╝berdreht. Thomas war als Gespr├Ąchspartner eher langweilig. Um so gespr├Ąchiger war Ina. Wir fanden immer wieder neue Themen, die uns beide interessierten. Es war ein sehr unterhaltsamer Abend, es machte uns allen viel Spa├č. Wir tauschten unsere Adressen und versprachen, in Kontakt zu bleiben.
Drei Tage sp├Ąter traf ich Ina in der Seminarbibliothek. Sie studierte ebenfalls Germanistik, und nachdem wir einige Stunden lang B├╝cher gew├Ąlzt hatten, gingen wir in die Cafeteria und kamen wieder lebhaft ins Gespr├Ąch. Ina deutete an, dass sie sich in ihrer Beziehung mit Thomas schon seit l├Ąngerem nicht mehr wohl f├╝hlte, und ich horchte auf. Einige Wochen sp├Ąter kam es dann genau so, wie ich es mir erhofft hatte: Ina trennte sich von Thomas und tat sich mit mir zusammen. Wir zogen in eine kleine gem├╝tliche Studentenwohnung.

Aber Thomas wollte die neue Situation nicht akzeptieren. Von Dietmar, dem Gastgeber jener Party, hatte Thomas unsere Adresse erfahren, und eines Abends klingelte es bei uns. Ina ├Âffnete die T├╝r. Drau├čen im Flur stand Thomas, wohl nicht mehr ganz n├╝chtern, und sagte mit Bestimmtheit: "Du kommst sofort mit." Ina lachte nur. Doch Thomas verstand keinen Spa├č. "Sofort, ist das klar!" schrie er, und ├╝berall im Haus h├Ârte man T├╝ren aufgehen, Nachbarn lauschten.
Erschrocken kam ich aus dem Arbeitszimmer gelaufen und bat ihn, zu gehen. Doch das machte alles noch schlimmer, wie ein Berserker br├╝llend st├╝rzte Thomas sich auf mich. Ina schrie entsetzt auf, wir beiden M├Ąnner pr├╝gelten uns auf dem Treppenabsatz, und dann geschah es: nach einer heftigen Bewegung trat Thomas ins Leere, verlor den Halt, st├╝rzte kopf├╝ber die Treppe hinab und blieb unten regungslos liegen. Er blutete stark am Kopf.
Ina und ich rannten die Treppe hinunter, knieten uns neben ihn, f├╝hlten ihm den Puls, da begann er sich wieder zu regen. "Mensch, Thomas!" rief Ina entgeistert. Thomas st├Âhnte laut auf vor Schmerzen.
"Ich rufe sofort den Rettungswagen!" stie├č ich atemlos hervor. Zehn Minuten sp├Ąter war der Notarzt da. Thomas wurde auf eine Bahre gelegt, Ina begleitete ihn ins Krankenhaus. Dort stellte sich heraus, dass er Gl├╝ck im Ungl├╝ck gehabt hatte: einige Rippen und der rechte Unterarm waren gebrochen, au├čerdem hatte er viele blaue Flecken.
Ina besuchte ihn fast t├Ąglich, und eines Tages gestand sie mir, dass sie wieder mit Thomas zusammenleben wollte.

Als ich das erfuhr, war ich ma├člos schockiert, ich war w├╝tend, verzweifelt, v├Âllig am Boden zerst├Ârt.
An der Universit├Ąt h├Ârte ich mich nach einer anderen Wohnm├Âglichkeit um, kam gl├╝cklich in einer WG unter, machte mein Examen mit Ach und Krach, aber es reichte, und zog in eine andere Stadt.
Dann hatte ich eines Tages beruflich wieder in der Stadt zu tun, in der ich studiert hatte. Ich blieb dort ├╝ber Nacht, und an jenem Abend im November traf ich mit Thomas zusammen. Fast h├Ątte ich ihn ├╝bersehen, er ging auf der gegen├╝berliegenden Stra├čenseite, dunkel gekleidet. Er jedoch hatte mich bemerkt und kam zu mir her├╝ber:
"Hallo Basti! Kaum zu glauben, dass wir uns hier treffen. Wie geht's? Bist du immer noch sauer wegen damals?"
"Naja, war nicht gerade einfach. Aber inzwischen geht's mir wieder ganz gut. Und wie geht's dir und Ina?"
"Frag lieber nicht. Wir sind schon seit langem nicht mehr zusammen."
"Und wo steckt Ina jetzt?"
"Tja, genau wei├č ich das auch nicht. Vielleicht ist sie noch beim N├Ąchsten oder schon beim ├ťbern├Ąchsten oder..."

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NewDawnK
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Registriert: Sep 2005

Werke: 156
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Hallo HansenFlensburg,

Dein Text liest sich in meinen Augen wie eine Gegenstandsbeschreibung. Detailverliebt und ein bisschen zu emotionslos f├╝r meinen Geschmack. Zum Gl├╝ck sind die Geschm├Ącker verschieden. Vielleicht findet sich ja noch ein echter Liebhaber...

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht Dir
NDK

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