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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Ausgeschieden
Eingestellt am 12. 05. 2002 09:55


Autor
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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

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Die Fu├čabdr├╝cke wurden mehr und mehr vom Sandsturm verweht, der uns gnadenlos den Sand in die Augen trieb. Ich musste mein Motorrad schieben. Das war in dieser hei├čen Sandw├╝ste recht anstrengend, doch was blieb mir anderes ├╝brig? Dieser feine Sand setzte sich in jede L├╝cke, jede Ritze der Maschine und da ich den Motor vor dieser Ralley noch gut eingefettet hatte klebte er daran wie ein Ameisenhaufen. Zum Gl├╝ck steckte auf meiner Nase diese Motorradbrille, die mich von dem Sandgest├Âber verschonte, doch immer mehr sp├╝rte ich diesen Druck in der Blase, die mich daran erinnerte, dass ich nicht einer von ihnen war.

Wir waren noch f├╝nf Leute, die von dieser Riesentruppe ├╝brig geblieben waren. Allesamt waren wir aus dem Rennen ausgeschieden. F├╝r die meisten von uns war es eine Gaudi, der erste Tripp auf diesem Gebiet und keiner ├Ąrgerte sich wirklich. Im Gegenteil, wir freuten uns, dass wir es bis hierher geschafft hatten. Eine Unterhaltung konnte nicht stattfinden, dazu h├Ątte man einen Mundschutz gebraucht und der Helm war einfach viel zu warm. Vergeblich w├╝rde man hier nach einem Kaktus oder Strauch Ausschau halten also hockte ich mich mitten in die Landschaft, um meine Blase zu entleeren. Die anderen stiefelten weiter gegen den Sturm an, denn ihrer Meinung nach, war genau das der richtige Weg, zumindest sagte uns das der Kompass von Andree.
Bis zur n├Ąchsten Oase h├Ątten wir seiner Meinung nach noch eine gute halbe Stunde zu laufen und wir freuten uns schon darauf, dort die n├Ąchste Rast einlegen zu k├Ânnen. Mich hatte diese Sache mit der Blase hinter den anderen etwas zur├╝ckgeworfen und ich beeilte mich, sie einzuholen. Neben mir lief Paul, seine Maschine funktionierte noch, er h├Ątte es einfacher ohne mich und die anderen. Doch f├╝r ihn war es undenkbar mich hier allein zur├╝ck zu lassen.

Ich sah, wie die Truppe in einiger Entfernung anhielt, wir blickten uns verwundert an. Was war der Grund? Warteten sie auf uns? Die drei hatten sich um Markus versammelt, der mit hochrotem Kopf seine Maschine fallen lie├č und ersch├Âpft unter ihr hervorkroch. Stimmt, Markus brach die Ralley ab, nicht weil seine Maschine versagte, sondern er sich selbst nicht so recht wohl f├╝hlte.

Wir sahen alle auf ihn und seinen hochroten Kopf. Ich war die erste, die seine Stirn f├╝hlte, die gl├╝hendhei├č war. Jetzt kannten wir den Grund seines Fernbleiben vom Rennen, Markus musste Fieber haben und nicht so knapp. Wir packten ihn auf seine noch g├Ąngige Gel├Ąndemaschine und Sven brauste mit ihm Richtung Oase davon. Eine halbe Stunde sp├Ąter erreichten wir sie dann auch, die Oase. Obwohl wir alle recht durstig dort ankamen, wollten wir zuerst wissen, was mit Markus los war. Es gab ein Hospital in dem Ort und die Diagnose war gestellt: Malaria. Das bedeutete f├╝r Markus, so schnell wie m├Âglich nach Hause zu kommen. In Europa w├╝rde ihm in jedem Falle besser geholfen werden k├Ânnen. Wir wollten seine Gel├Ąndemaschine verkaufen, um das Geld f├╝r seine und evtl. Svens R├╝ckreise zusammen zu bekommen. Ein Sanit├Ątswagen brachte die beiden zum Flughafen. Aus den d├╝rftigen Einnahmen f├╝r die Maschine und unserem zusammengeworfenen Restgeld finanzierten wir alle gemeinsam seinen R├╝ckflug, denn eine Linienmaschine w├╝rde einen ansteckenden Kranken sicher nicht mitnehmen. Wir bekamen das Geld zusammen, um ihm und seinen Freund die Reise mit einem Privatflieger zu finanzieren.
Es sollte ja auch so schnell wie m├Âglich heimw├Ąrts gehen, wir konnten unm├Âglich noch warten, bis wir in unserem Hotel ankamen.

Jetzt sa├čen wir also zu dritt mit einer kleinen Erfrischung beisammen und ├╝berlegten, wie es weitergehen sollte. Wir mussten sparsam sein, denn unser ganzes Geld besa├č jetzt Sven, der es f├╝r den R├╝ckflug verwaltete. Hier in der Oase schien es aussichtslos ├╝ber eine Bank an eine gr├Â├čere Summe Geldes zu kommen. Es war wirklich eine sehr kleine Oase, sie war nicht darauf eingerichtet, au├čer die Ankommenden mit Getr├Ąnken zu erh├Âhten Preisen zu versorgen und evtl. etwas zu Essen zu bekommen, noch andere Dienste anzubieten.

Uns stand noch eine kleine Durststrecke durch die W├╝ste bevor, doch wir fanden einen Kamelf├╝hrer, der mit uns den Weg nehmen wollte. Wir konnten ihm klar machen, dass die finanzielle Abwicklung in unserem Hotel stattfinden w├╝rde, wo einige unserer Leute noch etwas deponiert hatten, au├čerdem gab es dort Banken, so dass wir da nicht mehr am Hungertuch nagen mussten.



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