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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Ausländer/Deutsche - Vorurteile und Klischees
Eingestellt am 06. 03. 2007 12:39


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Wolfgang Bessel
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Ausländer/Deutsche – Vorurteile und Klischees

Viele Ausländer sind der Meinung – Deutsche seien humorlose Menschen, tragen Lederhosen, saufen schrecklich viel Bier, laben sich an unreinem Schweinefleisch und vertilgen Unmengen Sauerkraut (Krauts). Darüber hinaus sieht man uns noch immer gerne als großmäulige, kriegslüsterne Nazis. Die Liste unserer netten Eigenschaften ließe sich unschwer erweitern.

Klischees gegen Ausländer sind aber leider auch bei uns geläufig:

Polen werden als arbeitscheue Diebe definiert,
Russen als brutale Wodka saufende Kommunisten und Schieber,
Schwarzafrikaner als dumm, schmutzig und stinkend,
Araber als Terroristen, verschlagen und raffgierig,
Türken als Goldkettchen tragende potente Machomaulhelden,
Franzosen als Baskenmützenträger mit Baguette unter dem Arm, Gauloises im Mund und der Flasche Roten am Hals.
Italiener als korrupte Mafiosi und Spaghettifresser,
Amerikaner als Kaugummi kauende Erfinder der Fast-Food-Kultur und Weltpolizeiknüppel,
Engländer als spröde, versnobt und spleenig.

Auch diese Liste ließ sich mühelos ergänzen.

Allerdings gibt es auch aufwertende Vorurteile:

Deutsche besitzen preußische Tugenden: exakt, fleißig und pünktlich. Sie brauen das beste Bier (nach deutschem Reinheitsgebot), backen die meisten Brotsorten und bauen die besten Autos.
Italiener und Franzosen sind ungeschlagene Meister der Haut-Cousine und Haute Couture.
Engländer sind für Fairplay und Selbstdisziplin bekannt.

Vorurteile und Klischees tragen allerdings vorwiegend negative Züge und sind in der Regel Ausdruck von Bildungsmangel. Gelegentlich werden Vorurteile auch gezielt politisch oder religiös geschürt, um verschiedene Gruppen von Menschen abzuwerten.

Reisen in in die mit Vorurteilen behafteten Länder bauen fast immer die vorgefertigten Meinungen ab.
Der persönliche Kontakt mit den Menschen, Toleranz, und das Lernen gängiger Fremdsprachen sind das beste Mittel zum Abbau von Befangenheiten. Schon wenige Brocken der jeweiligen Landessprache genügen oft, um unseren unseren guten Willen zu offenbaren. Dies wird dankbar zur Kenntnis genommen und öffnet meist Türen und Herzen.

Ich gebe gerne zu, das meine Frau und ich vor unseren Auslandsreisen auch nicht ganz frei von Vorurteilen waren. Oft waren wir nach diesen Reisen sehr beschämt.
Eine ehrliche Herzlichkeit, die uns in fremden Kulturen begegnete, überraschte uns immer wieder. Niemals kam es dort zu hässlichen Auseinandersetzungen. Im Gegenteil, es haben sich durch die Reisen feste Freundschaften entwickelt und eine rege Korrespondenz.

Wer allerdings nicht Willens ist, Eigenheiten und die Kultur eines anderen Landes, aus welchen Motiven auch immer, zu akzeptieren, ist nicht weit von Rassismus und der daraus resultierenden Gewalt entfernt. Diese Zeitgenossen geben, wo immer sie agieren, die mieseste Visitenkarte ab. Großspuriges und skandalöses Auftreten führt zwangsläufig zu weiteren unschönen Klischees.

Akzeptanz, Höflichkeit, Toleranz und Integrationswillen dürfen wir von Ausländern in Deutschland ebenfalls erwarten. Auch sie sind – wie wir im Ausland, Gäste. Leider haben das einige unserer Dauergäste noch nicht richtig begriffen.
Helfen wir ihnen – indem wir uns vorbildlich verhalten, aber auch das offene Wort nicht scheuen.


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Wolfgang M. A. Bessel
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Wolfgang Bessel
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Ausländer/Deutsche – Vorurteile und Klischees

Lieber Jon,

Das Thema zu meinem veritabel-löblichen Traktat (Waldemar Hammel) wird in den Medien oft nachgebetet.

Stimmt.

Es wird gewiss einzelne Leser langweilen und sie deshalb auch nicht zum Nachdenken beflügeln.

Leider erreichen wir nie alle Lesergruppen.

Viele Menschen mussten sich auch schon auf verschiedenen Ebenen mit diesem Thema auseinandersetzen. Das Thema nervt dann, klar. Ich denke z. B. an (no-name) – mit den aufgestellten Nackenhärchen.

Ich frage mich beim Schreiben: Wie erreichst du die gesellschaftlichen Schicht, die das Thema am meisten angeht?
Zum Beispiel die Gruppe, die am Stammtisch ihre untragbaren Vorbehalte lauthals vertritt?

Kann ich sie zur Kopfarbeit anregen, wenn ich ihm seitenweise konkretisierte Gegen-Beispiele aufliste, analysiere und mit akademischem differenziertem Widerlegen seine Vorurteile dozierend beeinflussen möchte?

Wohl eher nicht.

Ein Drittel unserer Bevölkerung versteht dann nur noch Bahnhof. Sie schließen bereits nach dem ersten Satz die Schotten. So grenzen wir sie aus.

Die meisten Menschen wollen beim Lesen unterhalten werden und das Gelesene verstehen können.

Sie haben ein Recht auf eine allgemeinverständliche Sprache. Nur so wird ihnen der Kern der Aussage deutlich.

Der Leser sollte über die Freiheit verfügen, das aufgeworfene Thema im eigenen Gehirnkämmerchen zu verarbeiten.

Niemand sollte den Leser unterfordern – aber auch nicht überfordern.

Setzt er sich selbst mit den Abneigungen und Klischees auseinander, wirkt es nachhaltiger. Selbsterkenntnisse spenden bekanntlich die heilsamsten Impulse.
Er wird dann die bisher für wahr gehaltenen Vorurteile viel besser reflektieren.

NewDawnK schreibt u. a. zu einem Textteil: „Ein Text, der nachdenklich macht“.

Das Thema beschäftigt offensichtlich doch einige Mitglieder des Forums – auch wenn viele (noch) keinen Kommentar dazu abgeben haben. (seit dem 16.3. 07 – 140 Aufrufe)

Fürchten sie etwa, von kritischen Worten der Kommentatoren erschlagen zu werden? Hoffentlich nicht!

Zugestanden, es ist und bleibt ein heikles Thema. Man sollte jedoch die unerwünschten Nebenwirkungen seiner eigenen Meinung kennen und Kritik gelassen annehmen.

Für die gut gemeinten, konstruktiven Tipps bin ich allen Kommentatoren dankbar.

Euer
Wolfgang M. A. Bessel





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jon
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quote:
Ich frage mich beim Schreiben: Wie erreichst du die gesellschaftlichen Schicht, die das Thema am meisten angeht?


Das ist eine gute Frage, man sollte sie sich so oft wie möglich stellen. Aber …


quote:
Zum Beispiel die Gruppe, die am Stammtisch ihre untragbaren Vorbehalte lauthals vertritt?

… genau die bewegst du mit diesem Text nicht.
z.B. Wenn du solchen Leuten sagst.: „Vorurteile und Klischees tragen allerdings vorwiegend negative Züge und sind in der Regel Ausdruck von Bildungsmangel. " kannst du dir alles weitere schenken. Denn entweder die Bildung fehlt wirklich, dann fühlen sie sich "von oben herab" behandelt, oder die Typen sind (oder fühlen sich) gebildet, dann lachen die sich bei diesem Argument lauhals aus.
GENAU diese Leute muss man mit einfach zu erkennenden, aber unwiderlegbaren Argumenten kommen und nicht damit, nur zu sagen "Das ist aber nicht Ordnung". Man muss ihnen klar machen, warum es nicht in Ordnung ist. Am besten noch auf die spaßige Tour, so dass sie lachen, bevor sie begeifen, dass man grade ihr Weltbild angreift. Das heißt nicht, dass man da dozieren muss … „Dozieren“ ist dann ein mögliches Mittel, wenn man einen sich wissenschaftlich gebenden Vortrag (oder Text) widerlegen will. Auch das gibt es ja …


Noch eine Bemerkung:

quote:
Das Thema beschäftigt offensichtlich doch einige Mitglieder des Forums – auch wenn viele (noch) keinen Kommentar dazu abgeben haben. (seit dem 16.3. 07 – 140 Aufrufe)
Fürchten sie etwa, von kritischen Worten der Kommentatoren erschlagen zu werden? Hoffentlich nicht!


Dass es diese inzwischen über 160 Aufrufe gibt magh in der Tat heißen, dass das Thema interessant ist, nicht, dass dein Text es gut behandelt. Über 160 Aufrufe und nur eine Handvoll Kommentare kann auch heißen, dass die anderen angesichts dessen, was sie geboten bekamen, nur müde abwinken …

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Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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