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Leselupe.de > Kurzgeschichten
BIZARR
Eingestellt am 11. 12. 2001 21:55


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Manfred Ach
HĂ€ufig gelesener Autor
Registriert: Sep 2001

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Last und Leid nach Lust und Laune, sie vom Scheitel bis zur Sohle in Samt und Seide, er nackt und bloß in Sack und Asche oder toll und voll mit Kappe und Schelle oder hinter Schloss und Riegel mit Spott und Hohn, wund und weh mit Wissen und Willen in Gedanken, Worten und Werken, ein Zurren und Zerren, ein Zippeln und Zappeln, ein Zittern und Zagen Zug um Zug.
Sie hĂ€lt ihn streng und nimmt ihn ins Gebet, so kriecht er zu Kreuze. Er ist geliefert, sie sitzt ihm im Nacken und tritt ihn mit FĂŒĂŸen. In Drang und Zwang, auf Hauen und Stechen, wird er geprĂŒft auf Herz und Nieren, gemaßregelt nach Strich und Faden, nach allen Regeln der Kunst. Er fĂŒhlt sich wie gerĂ€dert, er kommt vom Regen in die Traufe, krummgeschlossen, kurzgehalten, herangenommen, drangekriegt.
Sie kauft ihn sich und legt die Hand auf ihn, fasst ihn hart an, von langer Hand und kurzerhand, macht kurzen Prozess. Sie möchte nicht in seiner Haut stecken, sie leuchtet ihm heim, er muss dafĂŒr herhalten, sie hĂ€lt ihn hin. Er kommt nicht zu kurz, da kann er Gift drauf nehmen. Sie nimmt ihn aufs Korn, er ist in der Klemme. Sie kĂŒhlt ihren Mut, das ist die Feuerprobe. Sie drĂŒckt ihn an die Wand, putzt ihn herunter, stellt ihn an den Pranger und zur Rede, nimmt ihn beim Schlafittchen und steckt ihn in den Sack. Geschurigelt mit allen Schikanen und stĂ€ndig in Schach gehalten, kommt er mit HĂ€ngen und WĂŒrgen davon., Er bringt sie in Harnisch, ihr schwillt der Kamm, sie zieht vom Leder, zieht ihm die Hosen stramm. Sie lĂ€sst ihn zappeln, stĂ¶ĂŸt ihm Bescheid. Sie kauft ihm die Courage ab, gestiefelt und gespornt, versetzt ihm Nadelstiche, schlĂ€gt ihn grĂŒn und blau und krumm und lahm, haut ihm die Jacke voll, vermöbelt ihn, brandmarkt ihn vogelfrei.
Nach dem Spießrutenlauf zwĂ€ngt sie ihn zwischen Hammer und Amboss und heizt ihm tĂŒchtig ein. Sie fĂŒhrt ihn am GĂ€ngelband, bis er richtig spurt. Sie hĂ€lt ihn im Zaum und bringt ihn auf Trab. Sie geht scharf ins Zeug und hilft ihm auf die SprĂŒnge. Sie zĂŒgelt ihn schĂ€rfer und gibt ihm die Sporen. Nach der Rosskur kommt er an die Kandare. Sie packt den Stier bei den Hörnern und beugt ihn unters Joch. Sie wirft ihm KnĂŒppel zwischen die Beine und traktiert ihn mit Rohr und Stange. Sie hat das Heft in der Hand und gibt ihm den Gnadenstoß.
Er muss Haare lassen und seine Haut zu Markte tragen, mit heiler Haut kommt er diesmal nicht davon, mit Haut und Haar muss er dran glauben. Sie zieht ihm die ZĂ€hne, legt ihm einen Maulkorb an. Er wird rasiert, er bleibt nicht ungeschoren, es geht ihm an den Kragen. Sie fĂŒhrt ihn an der Nase herum und spuckt ihm auf den Kopf. Sie hĂ€lt sich den Bauch vor Lachen, als er das Gesicht verliert.
Sie klopft ihm auf die Finger, setzt ihm die Daumenschrauben an. Sie reibt’s ihm unter die Nase und schreibt’s ihm hinter die Ohren, sie spitzt ihn an und steckt es ihm. Sie rĂŒckt ihm den Kopf zurecht, rĂŒckt ihm zu Leibe, setzt ihm das Messer an den Hals und den Fuß in den Nacken. Er schwitzt Blut. Sie macht nicht viel Federlesens. Sie zeigt ihm die ZĂ€hne und macht ihm Beine. Er kriegt was hinter die Löffel und auf die Nuss. Sie trampelt ihm auf dem Kopf herum und sticht ihm den Star, das geht durch Mark und Bein. Sie macht ihn fix und fertig von Kopf bis Fuß. Sie nimmt ihn auseinander.
Er weiß, was die Glocke geschlagen hat. Sie hĂ€lt ihm eine Standpauke und blĂ€st ihm den Marsch. Sie zieht alle Register, bis ihm Hören und Sehen vergeht. Auf seiner Nase tanzt sie ihm herum und spielt ihm ĂŒbel mit.
Jetzt zieht sie andere Saiten auf, bringt ihm die Flötentöne bei. Er tanzt nach ihrer Geige, pfeift aus dem letzten Loch. Schließlich stopft sie ihm das Maul und geigt ihm die Wahrheit, bis die Garaus-Glocke lĂ€utet.
Er frisst ihr aus der Hand und kann den Hals nicht voll kriegen. Sie hat mit ihm ein HĂŒhnchen zu rupfen und gibt ihm eine Nuss zu knacken. Er bekommt den Brotkorb höher gehĂ€ngt und hat eine bittere Pille zu schlucken. Da mit ihr nicht gut Kirschen zu essen ist, muss er in den sauren Apfel beißen. Sie genießt es in vollen ZĂŒgen, wenn ihm der Bissen im Hals stecken bleibt. Sie treibt ihm die Rosinen aus und gibt ihm Saures. Sie nimmt ihn zur Brust und macht ihn mĂŒrbe, verpasst ihm eine Zigarre und dreht ihm die Luft ab. Kalt wie ein Fisch, macht sie ihm die Hölle heiß. Sie quetscht ihn aus wie eine Zitrone, knackt ihm die NĂŒsse und dreht ihn durch den Wolf.
Die Haut muss er dafĂŒr geben. Sie zieht ihn an den Haaren herbei, hĂ€lt ihn unter der Fuchtel, steigt ihm aufs Dach. Sie hat den Finger am DrĂŒcker, sie hat die Hosen an. Sie gibt ihm Zunder, sie liest ihm die Leviten, erteilt die Lektion. Sie setzt ihm eine Laus in den Pelz, spielt ihm einen Schabernack, berĂŒhrt den wunden Punkt. Er sitzt auf dem PrĂ€sentierteller, er spielt den PrĂŒgelknaben, ihm wird der Strich durch die Rechnung gemacht. Sie verpasst ihm einen Denkzettel, sie kanzelt ihn ab, sie kehrt mit eisernem Besen. Er macht MĂ€nnchen, sie macht ihn zur Minna.
Sie ergreift drakonische Maßnahmen, nimmt ihn in die Zange, fĂ€hrt grobes GeschĂŒtz auf und zeigt ihm, was eine Harke ist. Sie zieht ihm die Hammelbeine lang, treibt Schindluder mit ihm, nimmt ihn an den Kanthaken und macht ihn zur Sau. Sie wird ihn noch zur Strecke bringen, das dicke Ende kommt zuletzt.

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flammarion
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aua aua!

eine stattliche sammlung. ein wenig fehlt mir die pointe. ganz lieb grĂŒĂŸt
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Old Icke

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