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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Backe,backe Kuchen
Eingestellt am 11. 03. 2009 11:19


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Raniero
Textablader
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Backe, backe, Kuchen

GĂ€hnend betrat Nelly das Wohnzimmer.
„Wer hat denn da vorhin angerufen, Ralf?“
„Du bist schon wieder wach, Nelly? Es war Mary, denk dir bloß, sie hat ĂŒber eine Stunde mit mir gequatscht. Eigentlich wollte sie dich sprechen, doch nachdem ich ihr sagte, dass du dich gerade eben fĂŒr eine kleine Weile hingelegt hast, sollte ich dich auf keinen Fall stören.“
„Oh, wie rĂŒcksichtsvoll von ihr. Und was sagt sie so, die gute alte Mary?“
„Ach, Gott, sie hörte gar nicht auf, zu quatschen. Sie kam von Hölzchen auf Stöckchen, sie hat mich wohl mit dir verwechselt.“
Nelly blickte ihren Mann scharf an.
„Was soll das denn heißen, bitte?“
„Nun, ihr Weiber habt euch doch soviel zu erzĂ€hlen, euch geht der GesprĂ€chsstoff nie aus.“
Nelly nahm ein Kissen und warf es nach Ralf.
„Von wegen, Weiber. Du hĂ€ttest ja auflegen können, wenn es dir zuviel wurde, du brauchtest dich ja nicht so lange mit ihr zu unterhalten.“
„Das konnte ich nun auch nicht machen, das wĂ€re zu unhöflich gewesen, außerdem, unterhalten habe ich mich gar nicht so richtig mit ihr, denn sie hat quasi allein gesprochen.“
„Und was hat sie dir in dieser langen Zeit so alles erzĂ€hlt?“
„Du wirst es mir nicht glauben, ich habe fast nichts davon behalten, ich habe innerlich abgeschaltet und dich verflucht.“
„Mich verflucht?“
„Ja, natĂŒrlich, nur weil du geschlafen hast, musste ich mir doch diesen ganzen Mist anhören.“
„Du Ärmster. Da telefonierst du ĂŒber eine Stunde mit meiner besten Freundin und weißt hinterher nicht einmal, worĂŒber ihr gesprochen habt.“
„Aber ich sage doch, Nelly, nicht wir haben gesprochen, sie hat gesprochen. Eines aber habe ich behalten. Du möchtest sie spĂ€ter zurĂŒckrufen. Sie geht jetzt erst mal in die KĂŒche, um einen Kuchen zu backen.“
Nelly schĂŒttelte sich vor Lachen.
„Das hat sie dir gesagt, die Gute, dass sie Kuchen backen will. Hat sie auch gesagt, was fĂŒr einen sie backen wollte?“
„Also bitte, Nelly, das geht jetzt zu weit. Was weiß ich, was sie fĂŒr einen Kuchen backen will. Ich habe doch davon keine Ahnung. Ruf sie doch an, dann weißt du es.“
„Ich habe eine bessere Idee, Schatz. Wir besuchen sie sie einfach, dann wissen wir, welchen Kuchen sie backt.“
„Nein, Nelly, nein, das kann doch nicht dein Erst sein!“
„Doch Ralf, mein völliger Ernst. Lass uns sie besuchen, dann sehen wir ihren Kuchen. Oh, verdammt, das reimt sich sogar.“
Ralf schĂŒttelte nur noch den Kopf.
„Weiber“, murmelte er.

Zwei Stunden spĂ€ter trafen Nelly und Ralf bei Mary in South Bend im amerikanischen Staat Indiana ein, fĂŒr den Flug hatten sie mit ihrer Privatmaschine bei gĂŒnstigen Wetterbedingungen nicht lĂ€nger gebraucht.
Der Kuchen war gerade fertig, und Mary strahlte vor Überraschung wie ein Honigkuchenpferd.
Welchen Kuchen Mary gebacken hatte, ist nicht bekannt, um einen Honigkuchen soll es sich hierbei aber nicht gehandelt haben


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suzah
Guest
Registriert: Not Yet

Backe, backe, Kuchen

hallo raniero,

ich wĂŒrde sagen "thema verfehlt", oder du musst einen anderen titel fĂŒr die geschichte wĂ€hlen.
was daran "öko" ist, sehe ich nicht, außer der tatsache, des selbst backens statt kauf eines fertigproduktes.

ein kleiner hinweis "Wir besuchen sie sie einfach,", ein "sie" ist zu viel.

grĂŒĂŸe suzah

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gareth
Fast-Bestseller-Autor
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Ich hab jetzt erst mal in Ruhe ĂŒberlegt, raniero,

ob mir vielleicht eine, subtil in den kleinen Text eingebaute, Botschaft entgangen ist. Ich wollte nicht glauben, dass die Geschichte tatsĂ€chlich nur aus der Aussage eines Mannes einer Frau gegenĂŒber besteht, er habe gerade eine Stunde lang (ungern und ohne wirklich zuzuhören) mit deren Freundin telefoniert und einem anschließenden Flug in einem privaten Flugzeug.

Die folgende, zunĂ€chst unwirklich anmutende Stelle, könnte nun aber ein SchlĂŒssel sein zu dem, was da transportiert werden soll:

Hat sie auch gesagt, was fĂŒr einen sie backen wollte?“
„Also bitte, Nelly, das geht jetzt zu weit.


Man darf sicher sein, dass eine Frau innerhalb eines einstĂŒndigen GesprĂ€chs auf jeden Fall den von ihr geplanten Kuchen bei seinem Namen nennt. Davon ist Nelly vermutlich ausgegangen, bei ihrer Frage. Und warum sollte es einem Mann zu weit gehen, dass er Namen eines geplanten Kuchens nenne soll? Da aber von Ralf keine Antwort kommt, sondern nur eine seltsame, eher hilflos und wirr klingende Bemerkung, habe ich (aus schierer Lebenserfahrung heraus) gefolgert, dass es sich um die Beschreibung einer Eifersuchtsszene handelt. Eine Eifersuchtszene, die sich zwischen zwei Partnern der oberen Mittelklasse abspielt, mit eigenem Flugzeug, wo sich die Frau zumindest nicht darum schert, mal eben zur ÜberprĂŒfung eines Telefonats 70-80 Liter Benzin zu verfliegen.

Als aber Mary dann bei Ralfs und Nellys Eintreffen wie ein Honigkuchenpferd strahlte, hab ich diese Überlegungen sofort wieder verworfen, weil Mary ja ggf. eher zumindest ein bisschen erschrocken wĂ€re im richtigen Leben, unter den von mir vermuteten UmstĂ€nden, außer natĂŒrlich, sie ist eine gute Schauspielerin und noch viel, viel abgebrĂŒhter, als wir alle uns das vorstellen können. Aber eine Frau, die Kuchen backt und das offenbar ehrlich am Telefon erzĂ€hlt, kann nicht wirklich schlecht sein! und das wiederum bedeutet mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass ich die Geschichte eben doch nicht verstanden hab.


GrĂŒĂŸe
gareth
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Wie hÀsslich ist ein schrÀges Treiben,
da lob ich mir mein trÀges Schreiben.

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bluefin
Guest
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wahrscheinlich haben wir erschĂŒttert zu sein, weil jemand ein privatflugzeug besitzt und damit eine freundin besucht. und ihren kuchen isst.

gut, dass bluefin nicht nur sozialneidische ökofreunde hat, sondern auch solche, die ihm vorrechnen, dass ein sportflugzeug (die x-tra erwĂ€hnten "guten wetterbedingungen" lassen auf ein solches schließen, nicht auf einen blind fliegenden dĂŒsenjet) nicht mehr sprit fĂŒr eine solche strecke braucht als ein mittelklassewagen. ein motorboot braucht fĂŒr den gleichen weg mindestens drei- bis zehnmal soviel saft und fĂ€hrt nicht mal halb so schnell.

tipp, @raniero: dicker auftragen! dass die amis mit ihren cessnas kaffeebesuche machen, lĂ€sst die welt nicht untergehen und einen leselupler nicht vom sofa kippen. das aufwĂ€ndige beim privatfliegen ist nicht das bisschen sprit, das der niedrigtourer verbrĂ€t, sondern sind die kiste selbst, die stand-, start- und landegebĂŒhren, die wartung und die flugstunden fĂŒr den schein. aber saugeil isses trotzdem!

liebe grĂŒĂŸe aus mĂŒnchen

bluefin

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Raniero
Textablader
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Hallo alle miteinander,

nur kurz:

Davon geht die Welt nicht unter?

Davon geht sie garantiert einmal unter, nicht heute und nicht morgen, sondern scheibchenweise. Wir kriegen sie schon kaputt, mit dieser MentalitÀt, aber was soll's, nach uns die Sintflut.

Gruß Raniero

Satire soll
herausfordern, anregen und auf humorvolle Weise nachdenklich machen

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gareth
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Hallo raniero,

nur der VollstÀndigkeit halber und um MissverstÀndnisse zu vermeiden, kurz eine Bemerkung zu Deinem Motto (oder ist es eher ein Anspruch oder ein Fernziel?):

Satire soll
herausfordern, anregen und auf humorvolle Weise nachdenklich machen


Also, auf Satire bin ich in Deinem Text nicht gestoßen. Falls von Dir beabsichtigt war, so etwas zu schreiben, gibt®s noch viel zu tun.

Deinen Kommentar habe ich auch nicht verstanden.
Den Weltuntergang nicht und die scheibchenweise MentalitĂ€t nicht. Muss vielleicht aber auch nicht sein. Ich bin halt jetzt nicht mehr sicher, ob es ĂŒberhaupt sinnvoll war, einen Kommentar zu schreiben.
Dass ich das Flugzeug angesprochen habe, bedauere ich aber auf jeden Fall :o) Man könnte jetzt nĂ€mlich meinen, wie bluefin das tut, es hĂ€tte irgend eine Bedeutung. Das aber glaube ich nicht. DafĂŒr schließe ich mich seinem letzten Kommentar vollinhaltlich an (was nicht hĂ€ufig vorkommt). :o)

GrĂŒĂŸe
gareth


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