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Leselupe.de > Ungereimtes
Bahnsteig 7
Eingestellt am 19. 11. 2004 09:02


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Vera-Lena
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Bahnsteig 7

An einem Fleckchen Deiner Wange
habe ich dich erkannt
hinter den hastenden Menschen verborgen.
Gleich werde ich sie wiedersehen,
deinen zerknitterten Mantel,
die abgeschabte Aktentasche
und eintauchen in
deine Wortkargheit.

Abrupt stehe ich vor dir.

Du schaust mich an,
als hÀttest du mich
niemals in deinem Leben
zuvor gesehen.

Das Neonlicht bleibt nĂŒchtern.

Du Seele meiner Seele,
du Lieblingsseite aus einem
der Drei-Groschen-Heftchen
von Balzac,
das man eigentlich
nicht lesen mĂŒsste.

Mich zu umarmen, getraust du dich nicht,
aus Angst, ich könnte
mich in Staub auflösen.

Das werde ich auch eines Tages,
aber ohne dein Verschulden,
auch du wirst dich in Staub auflösen
und dann gehen wir dorthin,

wo das Licht blinzelt,
wenn es sich amĂŒsiert
ĂŒber uns beide.








__________________
Der Mensch ist sich selbst das grĂ¶ĂŸte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Montgelas
???
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".... Drei-Groschen-Heftchen
von Balzac,
das man eigentlich
nicht lesen mĂŒsste."

liebe vera-lena

montgelas hĂŒstelt vorsichtig,
angesichts der absoluten aussage
ĂŒber balzac.
er ist eher bereit balzac
als leseempfehlung weiter zu geben.

spielt balzac doch virtuos auf der
klaviatur der bĂŒrgerlichen gesellschaft
und zeigt, ohne es zu wollen, kritisch
deren schwÀchen auf.

ansonsten sind deine verse gut,
fĂŒr dich durchschnittlich,
meine ich.


alles liebe

herzlich verbunden

montgelas

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Vera-Lena
Routinierter Autor
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Lieber Montgelas,

natĂŒrlich kann nicht jeder die Biografie von Balzac kennen. Ich hatte schon einmal kĂŒrzlich an anderer Stelle in der LL ĂŒber seine Not erzĂ€hlt.

Erstens dass er sich zu Tode geschrieben hat wegen der GlĂ€ubiger, die stĂ€ndig vor seiner TĂŒr standen. Er schrieb immer nachts bei Unmengen von schwarzem Kaffee und sein Herz hat das nicht mehr mitgemacht irgendwann.

Zweitens hat er unter einem Pseudonym Drei-Groschen-Hefte geschrieben. Zu gerne wĂŒrde ich da einmal einen Blick in eines von denen hineinwerfen. Leider sind sie komplett verschollen. Mein heißgeliebter Balzac! Ihm wĂŒrde ich doch nicht Derartiges unterstellen! Außerdem ergĂ€be mein Text doch gar keinen Sinn, wenn es diese Hefte nicht wirklich gegeben hĂ€tte.

Ich hatte schon ĂŒberlegt, eine Anmerkung unter meinen Text zu setzen. Aber dann dachte ich wieder, es wĂ€re vielleicht doch allgemein bekannt, und dann wĂ€re ich mir wieder so ungeschickt vorgekommen. Ich hĂ€tte es wohl doch tun sollen!

Danke fĂŒr Deine Antwort!
Gerade bricht die Sonne durch den leise rieselnden Schnee.
Und dieses lebendige LĂ€cheln schicke ich Dir auch, jenseits aller Neongelassenheit.

Mit ganz lieben GrĂŒĂŸen Vera-Lena

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Montgelas
???
Registriert: May 2004

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madame !

ich habe zwar gewußt, dass balzac materielle probleme hatte, das lag auch an seinem lebensstil.
dass er sich fĂŒr dreigroschenhefte hergab, ist mir neu !

insofern war mein einwand der unkenntnis geschuldet.


vergebung, gnÀdigste,
vergebung !

ihr
irrender

montgelas

p.s. "leselupe rockt" - man lernt nie aus !



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Vera-Lena
Routinierter Autor
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Herr Graf,

es ist wie immer, ich muss mich entschuldigen.Eine Anmerkung war eben doch notwendig!
Ja, er fuhr mit der Kutsche, obgleich er sich das nicht leisten konnte, hatte im Allgemeinen einen Lebensstil, der weit ĂŒber seinen finanziellen VerhĂ€ltnissen lag.

Seine nahe bevorstehende Eheschließung mit der GrĂ€fin Hanska löste sich dann auch noch in Luft auf, weil die Dame kurz vor diesem Termin verstorben ist. Es war wirklich tragisch.

"Dass er sich fĂŒr Dreigroschen-Hefte hergab",

Ich wĂŒrde das milder formulieren. Ich will Dich fĂŒr diese Formulierung jetzt nicht kritisieren, lieber Montgelas, so ist das nicht gemeint,

aber wenn jemand in Not ist... Dieses "hergab" hast Du sicher nicht so gemeint, wie es sich fĂŒr mich anhört,ich finde, das klingt so hurenmĂ€ĂŸig.

Na, Du merkst es schon, ich liebe ihn.
Ich ertrage es nicht, wenn er kritisiert wird, selbst wenn er das verdient hÀtte.

Lieber Graf, reichen wir wir einnander die Hand in gutem Einvernehmen, ich bitte Sie!

Sie sind mir lieb und wert.

Vera-Lena
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Lotte Werther
Guest
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An Montgelas

Mit deinem Einwand, Balzac betreffend, hast du natĂŒrlich Recht. Die Groschen Romane Balzac zuzuordnen möge zwar historischen Tatsachen entsprechen, keineswegs aber allgemein literarischem VerstĂ€ndnis.

Erstens muss nicht jeder die detaillierte Biografie Balzacs kennen, und zweitens ist der Name Balzac mit einem umfangreichen literarisch wertvollen Werk verbunden.

Zu der Zeit, als er aber die Kolportageromane schrieb, war er noch nicht "der Balzac", sondern ein Student, der sein Jurastudium abgebrochen hatte und unter dem bevorzugten Pseudonym "Lord R'hoone", eine Verballhornung von HonorĂ©, veröffentlichte. Finanzielle Not war diesem frĂŒhen Schreiber allerdings genaus so Triebfeder wie dem spĂ€teren Balzac, den man aus der Weltliteratur kennt.

Die Zeile im Gedicht finde ich auch unglĂŒcklich gewĂ€hlt.

Lotte Werther

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