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Leselupe.de > Kindergeschichten
Balis neue Heimat
Eingestellt am 02. 09. 2017 09:51


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nescobar
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jan 2015

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Die nachfolgende Geschichte ist Teil eines von mir erstellten Bilderbuches fĂŒr Kinder ab 6 Jahren. Im Text findet sich eine mit einem * markierte Stelle, die ich am Ende des Textes erklĂ€ren werde, da diese im Buch durch das Bild erklĂ€rt wird. Aufgrund meiner erzieherischen TĂ€tigkeit, habe ich diese Geschichte bereits mit Kindern ab 5 Jahren gelesen, die zwar Fragen hatten, diese aber beantwortet wurden und sich dadurch ein schönes Projekt entwickelt hat.

Viel Spaß beim Lesen

Balis neue Heimat

Die wĂ€rmenden Strahlen der aufgehenden Sonne, bahnen sich an diesem wunderschönen Morgen ihren Weg, durch das dichte BlĂ€tterdach des Dschungels. Die ganze Nacht hat es geregnet und noch immer kullern dicke Tropfen von den großen BlĂ€ttern herab. Ein paar tierische Bewohner des Waldes, nutzen diese Gelegenheit fĂŒr eine kalte Dusche. Denn das ist die beste Möglichkeit, gut gelaunt in den Tag zu starten.

Nur einer ist heute gar nicht gut gelaunt. Es ist der kleine Orang Utan Junge Bali. Denn an diesem besonderen Tag, beginnt fĂŒr Bali ein neues Kapitel, in seiner noch so jungen Lebensgeschichte, welches aufregende Abenteuer, große Herausforderungen und neue Freundschaften fĂŒr ihn bereit hĂ€lt.

Bali steht heute der Umzug zu den vielen anderen Orang Utans bevor, die ebenfalls in diesem behĂŒteten Bereich des Dschungels leben. Eigentlich ist dies ein Grund zur Freude, doch Bali kann sich noch gar nicht darĂŒber freuen. Er hat Angst und weiß nicht, was ihn hier erwartet. Er glaubt, dass ihn die anderen gar nicht mögen könnten, oder keine Lust haben mit ihm zu spielen. Er ist sehr verunsichert und traut sich nicht, auf die anderen Orang Utans zu zu gehen.

Die Tierpflegerin Laura, hat sich bisher immer liebevoll um Bali gekĂŒmmert. Sie steht auch an diesem besonderen Tag an seiner Seite, um fĂŒr ihn da zu sein und seine Hand zu halten. Dennoch fĂŒhlt sich Bali in dieser fĂŒr ihn ungewohnten Umgebung sehr unwohl. Am liebsten wĂŒrde er sofort wieder umdrehen und gemeinsam mit Laura die Flucht ergreifen. Ihr sanftmĂŒtiger Blick und der feste Griff ihrer Hand, motivieren Bali jedoch zum weitergehen. Merin, ein kleines Orang Utan MĂ€dchen beobachtet die beiden schĂŒchtern, aus behutsamer Entfernung. Sie wohnt schon seit mehr als einem Jahr in diesem Bereich des Dschungels und weiß genau, was Bali gerade durchmacht.

Merin möchte Bali dabei helfen, sich in dieser fĂŒr ihn unbekannten Umgebung zurecht zu finden und erhofft sich insgeheim selbst, in ihm einen neuen Freund zu finden. Bali hingegen ist den ganzen Tag nicht von Lauras Seite gewichen. Laura beschloss deshalb, auch ĂŒber Nacht im eigens fĂŒr Bali eingerichteten Baumhaus zu bleiben und an dessen Seite zu wachen.

Am nĂ€chsten Morgen wird Bali von einer vertrauten Stimme geweckt. Es ist Lauras Stimme, die leise seinen Namen flĂŒstert: "Bali, Bali, wach auf." Noch ganz verschlafen öffnet er langsam die Augen und richtet sich vorsichtig auf. Die Sonne steht bereits hoch oben am Himmel und Bali spĂŒrt die wohltuende WĂ€rme auf seinem Gesicht. Gemeinsam mit Laura tastet er sich gemĂ€chlich bis zum Rand des Baumhauses vor, umklammert sanft die letzte Holzplanke und wagt einen verstohlenen Blick nach unten.

Auf einer tieferliegenden Plattform, bestehend aus schweren Ästen und großen BlĂ€ttern entdeckt Bali, ein paar der anderen Orang Utans bei einem ausgiebigen FrĂŒhstĂŒck. Mittendrin in dem Durcheinander von NĂŒssen, Bananen und diversen anderen FrĂŒchten, lĂ€chelt ihn ein kleines Orang Utan MĂ€dchen an. "Das ist Merin", flĂŒstert Laura und winkt sie mit einer gezielten Handbewegung herbei. Merin greift nach einer zweiten Banane, klettert gekonnt zu ihnen herauf und hĂ€lt sie ihm hin. Überrascht und erfreut zugleich, bringt Bali lediglich ein verlegenes "Danke" ĂŒber die Lippen.

"Banana Bongo!" brĂŒllt Hamlet, einer der Ă€lteren Orang Utans von unten. Bali zuckt vor Schreck zusammen, lĂ€sst seine Banane fallen und verteilt das halbzerkaute Mus auf dem mit BlĂ€ttern bedeckten Holzboden des Baumhauses. Merin fĂ€ngt lautstark an zu lachen." Du hĂ€ttest mal dein Gesicht sehen sollen", kichert sie gellend. Verdutzt schaut Bali sie an. "Was bedeutet Banana Bongo?", möchte er wissen. "Banana Bongo ist ein Spiel", antwortet sie. "Die Pfleger lassen sich immer wieder neue RĂ€tsel einfallen, bei denen wir am Ende mit leckerem Honig, oder anderen Köstlichkeiten belohnt werden. Hast du nicht Lust mitzukommen? Das wird bestimmt lustig." ergĂ€nzt sie ihren Vortrag und lĂ€chelt Bali dabei erwartungsvoll an.

Bali zögert. Doch Merins unermĂŒdliches zupfen an seinen langen, rot- braunen Zotteln, gibt ihm zu verstehen, dass sie nicht locker lassen wird. Ohne weiter darĂŒber nachzudenken, lĂ€sst Bali sich von Merins Hand in die Richtung fĂŒhren, in die auch die anderen Orang Utans verschwunden sind. An der nĂ€chsten Lichtung, von den Ästen hĂ€ngend gut einsehbar, entdecken die beiden Hamlet, als dieser ohne große Vorwarnung eine Kokosnuss in ihre Richtung wirft. "Die ist fĂŒr dich, kleiner!" hallen seine Worte hinterher. Mit einer geschickten Handbewegung fĂ€ngt Merin das Wurfgeschoss ab und hĂ€lt Bali die Kokosnuss hin, die außer einem kleinen Loch, unbeschĂ€digt zu sein scheint. Dieses Mal bringt Bali ein achtungsvoll gemeinte "Danke" ĂŒber seine Lippen. Merin greift zugleich nach einem dĂŒnnen Stock, entfernt mit einer einzigen Handbewegung die Rinde und steckt ihn in das Loch der Kokosnuss, wo er gerade so hinein passt. "Jetzt bist du dran", lĂ€chelt sie ihn an. Bali zieht den Stock wieder heraus und hĂ€lt ihn sich vor sein verdattertes Gesicht. Der unverkennbare Duft von sĂŒĂŸem Honig steigt ihm in die Nase und zaubert ihm ein hoffnungsvolles Strahlen in die Augen, welches Merin, so noch nicht bei ihm gesehen hat.

Am nĂ€chsten Morgen wird Merin von einer aufgeregten Stimme geweckt. Es ist Balis Stimme, die hastig ihren Namen ruft: "Merin, Merin, wach auf!" Noch ganz verschlafen öffnet sie unglĂ€ubig ihre Augen und richtet sich gĂ€hnend auf. "Was ist denn mit dir los? Dir ist der Honig wohl nicht gut bekommen", antwortet sie mit mĂŒder Stimme. "Nein, das ist es nicht", entgegnet Bali. "Aber wir wollen doch nicht das FrĂŒhstĂŒck verpassen", fĂŒgt er freudig hinzu.

GestĂ€rkt von einer reichhaltigen Mahlzeit, verbringen sie den restlichen Tag damit, in den Baumkronen nach den besten AussichtsplĂ€tzen zu suchen, um sich gemeinsam den heutigen Sonnenuntergang anzusehen. Nach anstrengender, aber erfolgreicher Suche, lehnen sich beide erschöpft zurĂŒck an einen dicken Stamm. Nach kurzer Verschnaufpause, schaut Merin zu Bali rĂŒber. "Bali, magst du mir nicht erzĂ€hlen, warum du hier bist?" fragt sie mit einfĂŒhlsamer Stimme.

Traurig wendet er seinen Blick ab, denn nur ungern erinnert er sich an den Moment zurĂŒck, der sein Leben von jetzt auf gleich Ă€nderte. "Es war ein riesiges gelbes Monster*", beginnt er mit zittriger Stimme, "ich war noch ein Baby, als meine Heimat und alles was ich bisher kannte, plötzlich verschwand. Das nĂ€chste woran ich mich erinnern kann ist, dass Laura mich in ihre Arme nahm."

Bali seufzt und als er zu Merin aufschaut, bemerkt er, dass ihr eine TrĂ€ne ĂŒber die Wange lĂ€uft und in diesem Moment wird ihm klar, dass auch Merin Ă€hnliches durchgemacht haben muss.
"Aber jetzt haben wir ja uns und können fĂŒr immer Freunde bleiben", muntert er sie auf und wischt ihr die TrĂ€ne aus dem Gesicht.

Von ihren GefĂŒhlen ĂŒberwĂ€ltigt, doch vor allem glĂŒcklich ĂŒber Balis abschließenden Satz, nimmt sie ihn ohne weitere Worte in den Arm. Stillschweigend sitzen sie da, beobachten wie rot schimmernde Wolken ĂŒber ihnen hinweg ziehen, als seien es flauschige Wellen in einem riesigen Ozean, was durch das leise Rascheln der BlĂ€tter im Wind, klangvoll unterstrichen wird. Nur das Aufblitzen einzelner Sterne durchbricht diese sich stĂ€ndig Ă€ndernde Farbenpracht. Ein hallendes "Banana Bongo! ", reißt Bali und Merin aus ihren Gedanken und beim Anblick des schreckerfĂŒllten Gesichts, des jeweils anderen, haben beide große MĂŒhe, das Gleichgewicht vor Lachen zu halten.

*Im Buch ist hier ein großer gelber Bagger zu sehen, der gerade ein paar BaumstĂ€mme greift.


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