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Leselupe.de > Humor und Satire
Ballade vom Spießer im Fledermauskostüm
Eingestellt am 31. 05. 2001 10:20


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gladiator
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Ballade vom Spießer im Fledermauskostüm

Erich Nolte war ein Mann,
Gegen den man nicht viel sagen kann.
Prop‘rer Bürger, guter Vater,
Im Haus nen Hund‘ und einen Kater,
Der sich kaum zu wehren wußte,
Wenn die Frau Mama ihn küßte.
Der Sohn, sehr groß und schmuck und fein,
Sollt‘ künftig Papis Vize sein.
Die Tochter, Pianistin mit Allüren,
Wollte Erich mal zur Gattin küren.
Das Haus, schön groß und blendend weiß,
Erbaut mit Erichs blut‘gem Schweiß,
War das Schmuckstück in der Straße.
Die Nachbarn war‘n im hohen Maße
Zufrieden mit dem Erich Nolte,
Der mal Bürgermeister werden wollte.

Alldieweil, das Leben hat zwei Seiten,
Auch bei Erich gab es Kleinigkeiten,
Von denen man kaum reden mag,
Sie war‘n die Nägel zu seinem Sarg.
Einer stach besonders tief,
Und gab zu Erichs Bürgermief
Einen Sumpf mit viel Gestank,
In dem der Erich dann versank.
Dies Lied erzählt vom Todesstoß,
Der Erich Noltes Blut vergoß.
Es soll handeln dieses Lied,
Von des Erichs Mannesglied.
Oftmals bracht‘ es ihn in Not,
Und schließlich gar den Tod.
Also, höret die Geschicht‘, ihr Leut‘,
Und daß sich keiner zu laut freut.

Es begibt sich mal an einem Tag,
Daß Erichs Frau nicht knuddeln mag,
Obwohl das Paar am Wochenend,
Keinen andern Ablauf kennt,
Als daß des Erichs Stengelchen,
Knackt der Elsen Engelchen.
Erich versucht es erst im Guten,
Möchte Elses kalte Gluten
Mit Worten voll von Sünden
Zur brennendheißen Fackel zünden.
Doch keines zieht das große Los,
Kalt und hart bleibt Elses Schoß.

Da gibt es einen großen Streit,
Der das Ehepaar fast entzweit.
Doch es hilft kein Geschrei und kein Geweine,
Geschlossen bleiben Elsens Beine.
Schließlich fragt sich laut der Nolte,
Was seine Frau denn wohl so wollte,
Und siehe da, mit großem Schimpf.
Zeigt die Frau auf Erichs Pimpf,
Der allein genüge nicht,
Der sei ein viel zu kleines Licht.
„Oh, du bitterböses Weib,
Ich stoße dir den Unterleib,
Daß du nur noch Sterne siehst,
Und vor meiner Flinte fliehst!“
Schrie da der Erich keifend,
Seine Gattin hart ergreifend.

Doch diese spricht mit Engelszungen,
Da gebe es doch Lösungen,
zum Beispiel kostümierten Tanz,
Zu ihrer beider Stimulanz.
Was sie denn wohl meine,
Nun öffne sie doch ihre Beine.
Da holt die Else aus dem Schrank heraus
Das Kostüm von einer Fledermaus,
Sie gefesselt auf dem Bette,
Er sie dann als Held errette,
Danach es ihr gelüste,
Und es schwollen ihre Brüste.

Erich möcht‘ es gar nicht glauben,
Daß seine Frau dies wollt‘ erlauben.
Schwierig ist‘s mit dem Kostüm,
Ein dicker Bauch verdoppelt seine Mühn.
Doch schließlich steckt er in dem Kleid,
Seine Frau vor Wonne schreit.
Wie eine Birne auf zwei Beinen,
Des Erichs Anblick ist zum Weinen.
Doch beide lassen sich nicht halten,
Triebe der Lust in ihnen schalten.
Man denke sich nun dieses Bild:
Else wälzt sich ‘rum ganz wild,
Ihre Arme durch ‘ne dicke Kette,
Sicher angeschlossen an dem Bette.

Der Schrank, der war jetzt Erichs Ziel,
Von dem herab er fliegen will,
Direkt auf Elses Brust,
Und ins Zentrum seiner Lust.
Doch kaum ist er ganz oben,
Fängt seine Frau schon an zu toben.
Denn der Schrank, der knackt bedenklich,
Und für die Else ist‘s erkenntlich,
Ihr Erich in Gefährdung schwebt,
Die er vielleicht nicht überlebt.
Und das ist‘s auch schon passiert,
Der Erich vor sich hin krepiert,
In seinem Körper jeder Knochen,
In tausend Stücke klein gebrochen.
Die Else möcht‘s nicht glauben
Und traut kaum ihren Augen.
Sie schreit und weint und tobt,
Doch der Erich, der bleibt tot.
Und die Else stirbt nach Tagen
Mit völlig leerem Magen.
Die Kinder war‘n im Ferienhaus,
Drum blieb jede Rettung aus.

Dies war die kurze Geschichte,
Die erzählt vom jüngsten Gerichte,
Das Noltes Leben sehr, sehr würzte,
Aber desto stärker auch verkürzte.
Und die Moral von der Geschicht‘:
Steig auf hohe Schränke nicht!

Gladiator

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Bruno Bansen
Guest
Registriert: Not Yet

...weiß ich nicht mehr!

Und die Moral von der Geschicht:
Schreib' nie zu lange Verse nicht,
denn beispielsweise Deine eben,
wird mancher wohl nicht überleben,
denn wenn er just um vierzig wäre,
flott lesen könnend auch so schwere
und große Brocken wie erwähnte,
von dir gedichtet und gedehnte,
so würde mancher in den Händen
genanntes Werk nicht mehr beenden
weil er nun neunzig und vor'm Schluß,
ereilte ihn der Exitus.

Himmel, wie fing das Ding noch an?

mit satirischem Gruß!

Bruno Bansen

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gladiator
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Von der Moral und der Länge

Von der Moral und der Länge

Und die Moral von der Geschicht:
Lies ohne langen Atem nicht.
Es gibt Balladen, die erschlagen,
mit ihrer Länge jeden Magen.

Wenn einem Dichter ohne Wert,
Die Feder durchgeht wie ein Pferd,
Was soll er da noch sagen,
als leise vor sich hin zu klagen:

„Ach, ich merk es! Wehe! wehe!
Hab ich doch das Wort vergessen!
Ach, das Wort, worauf am Ende
Er das wird, was er gewesen!“

Denn so ist das mit den Worten,
sie fließen allerorten,
sie kennen keine Grenzen,
in den dichterischen Lenzen.

Am Ende zieh ich meine Lehre,
sie ist von dichterischer Schwere:
Bevor ich komm erneut in Nöte,
Les’ ich erst mal meinen Goethe.

Gladiator

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gladiator
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Hups....

...jetzt hab ich den Text hier wieder hochgepostet, und das nicht mal mit einem anderen Nick! *selbstohrfeig*

Aber weil ich inzwischen einige kenne hier und mich deren Meinung interessiert, habe ich das Ding mal aus der Versenkung geholt.

Danke für Kritik!

Gruß
Gladiator
__________________
Die Raben fliegen in Scharen, der Adler fliegt allein.

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ElsaLaska
Guest
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hallo mein seegürkchen,

die else stirbt am leeren magen oder wie war das?

das hast du ganz toll und äusserst realistisch geschildert

ansonsten war ich zunächst entzückt über deine fähigkeiten, balladen zu verfassen, beim weiterlesen aber dann doch wieder ein wenig auf dem boden:
Die Tochter, Pianistin mit Allüren,
Wollte Erich mal zur Gattin küren.

du biegst an manchen stellen zugunsten des reims einfach den inhalt zurecht (*jadupöser!*). das hört sich natürlich an, als ob erich selbst seine tochter ehelichen wollte (*pfuideibel*) und so geht es auch noch weiter, mit der verbiegerei....
und dann holperts trotzdem, tsts...

"Kalt und hart bleibt Elses Schoß. "
zumindest bei diesem werk
dein bettgespräch ist da um KLASSEN besser, hab ich mich köstlich drüber amüsiert (ging vielleicht in meiner kritik unter, weil ich mich nur auf den text konzentriert habe...)

is aber auch schwer, so ne ballade zu schreiben... kriegst ein fleissbildchen*hinstreck*
bussi
elsa
"Doch diese spricht mit Engelszungen,
Da gebe es doch Lösungen,"(also das ist das schlimmstewollt ich dir nur noch mit auf den weg geben )

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gladiator
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hihi...

wie gut, daß ich mich umentschieden habe. Diese Ballade ist schon rund 5 Jahre halt und ich weiß schon, warum ich auf der Schiene nicht weiter gemacht habe...

Trotzdem:

Die Tochter, Pianistin mit Allüren,
Wollte Erich mal zur Gattin küren.

Die Tochter ist zickig und will Pianistenkarriere machen, der Papi will sie lieber unter Dach und Fach bringen...ist ja einfach sicherer, lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach .

Der Name "Else" ist auch schon fünf Jahre alt... *malerwähn*...Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Nicks sind rein zufällig .

*fleisskärtchennehm*
*knicksmach*
*artigdankesag*

Bussi
Gladiator

P.S.: Und was ist mit "Von der Moral und der Länger"? *nörgel*


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ElsaLaska
Guest
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liebes honig-chili-parfait mit mangosauce

"Diese Ballade ist schon rund 5 Jahre halt und ich weiß schon, warum ich auf der Schiene nicht weiter gemacht habe... "
jo, ausreden haste ja ....

im übrigen bin ich auch froh, dass du nicht weiter gemacht hast

P.S.: Und was ist mit "Von der Moral und der Länger"? *nörgel*
tja, da sag ich erst was zu, wenn dus als eigenen thread postest
bussi
elsa
ps: ist echt einfach mit dem fettschreiben, wieso kapiert socke das denn nicht...?

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