Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5562
Themen:   95520
Momentan online:
503 Gäste und 15 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Erotische Geschichten
Ballgeflüster
Eingestellt am 06. 11. 2016 16:03


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Elenore May
???
Registriert: Nov 2013

Werke: 13
Kommentare: 36
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Elenore May eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

„Ja! Ah, wie schön! Endlich passiert mal was Spannendes, was Neues!“ In hohem Bogen fliegt der Ball über den Platz, über den Zaun und landet auf der Straße. Er springt ein paarmal auf, da hört er schon die Kinder, wie sie kreischend über den Spielplatz laufen und sich zurufen – „der Ball ist fort!“ Doch das darf ihn jetzt nicht aufhalten, überlegt er; erst will er diese Freiheit ein Weilchen genießen, bevor er sich wieder für die Tretspiele der Kinder einspannen lässt.

Vor ihm liegt die abschüssige Straße – „toll! Da kann man so richtig Schwung holen!“ Schon rollt er im Zickzackkurs, immer schneller werdend, die Straße hinunter. Autos kommen ihm entgegen; noch weicht er geschickt aus, bis ihn eines der Autos seitlich erwischt. Der Reifen schrammt zwar seine Farbe etwas ab, aber echte Blessuren sind nicht zu verzeichnen, stellt er erleichtert fest.

Während er noch am Bordsteinrand liegt und versucht sich von dem Schreck zu erholen, hört er schon Bremsen quietschen, denen ein lauter Knall folgt. Der Fahrer war wohl unaufmerksam; mit einem Bocksprung landete er in der Rückfront eines anderen Autos, rollte etwas zurück und touchierte dazu noch den Ball. Doch dieses Mal ist der Ball darauf vorbereitet: Schnell ruckelt er etwas hin und her, bringt sich in eine günstigere Position und nutzt den Anschub; schon hebt er ab und fliegt wieder; zwar relativ flach „doch ich fliege!“, wie er beglückt feststellt.
Hinter sich hört er Autotüren knallen und wütende Menschen nach der Polizei rufen. Er aber segelt durch die Luft „keine Zeit, sich damit zu beschäftigen!“, da sieht er eine Terrassentüre erschreckend schnell auf sich zukommen. Ein Ausweichmanöver einzuläuten schafft er nicht mehr. Gott sei Dank ist die Türe nur angelehnt und gibt sofort nach, springt auf und kracht gegen die spitze Kante eines Fernsehtischs. Die Glasscheibe zerbricht mit lautem Knall und hinterlässt einen glitzernden Teppich auf dem Boden. Das tangiert den Ball nicht, er ist unbeschädigt davongekommen.

Aus seiner luftigen Höhe sieht er einen nackten Menschen in einem großen Bett verschreckt aufblicken. „Eigenartige Haltung ...“, wundert sich der Ball; die Arme sind aufgestemmt, der Rücken fällt dagegen flach ab, aber der Hintern ragte soeben noch, ruckartige Stoßbewegungen ausführend, hervor.

Der Mensch erstarrt und verfolgt den Flug des Balles mit glotzenden Augen und offenem Mund. Noch wundersamer für den Ball ist die seltsame Dreiereinheit, die der Mensch zwischen seinen Beinen trägt: Zwei in einem Sack befindliche Bälle „allerdings sehr klein; nichts gegen meine imposante Größe“, wie der Ball etwas spöttisch erkennt, dazu eine Art Stock, der straff absteht. Doch „oh Wunder!“, der Stock wird zusehends schrumpelig, knickt ab und – schrumpft! Der Ball kann sich diesen Vorgang zwar nicht erklären, trotzdem ist er ein wenig stolz auf die ihm gezollte Aufmerksamkeit.

Der Ball entdeckt unter dem Menschen noch einen zweiten, der ebenso erstarrt glotzt. Der hat zwei Bälle mit rosa Knöpfen auf seinem Oberkörper. Leider kann sich der Ball damit nicht weiter beschäftigen, denn er tatscht schon auf dem Hinterteil des oben liegenden Menschen auf. Das verschafft ihm einen nochmaligen Schwung, lässt ihn einen eleganten Bogen fliegen – da versperrt ihm eine Glasvitrine die Flugbahn.

„Sehr dünnes Glas“, registriert er noch, als sie durch den Aufprall zusammenkracht, seinen Flug beendet und ihn mit nach unten nimmt, wo er in dem entstandenen Scherbenhaufen liegen bleibt. Doch es sind keine Verletzungen festzustellen; er schaukelt zur Entspannung nach so viel Aufregung erst mal etwas hin und her.
Die zwei Nackten, fahl und blass wie Wachsfiguren, sehen ihn ohne Wimpernschlag an; er dagegen bewundert die zwei Bälle mit den Knöpfen „äußerst attraktiv“, stellt er entzückt fest.




Eine Türe wird aufgerissen und ein angezogener Mensch stürmt herein. Erst sieht er sich überrascht um, dann fuchtelt er mit den Armen herum und schreit wütend, sein Kopf wird puterrot „hab ich’s doch gewusst! Du fickst mit diesem Schleimbeutel von Nachbarn!“

Hektik entsteht. Die zwei vom Bett grapschen nach Dingen, die neben der demolierten Vitrine auf dem Boden liegen und schreien gegen den von der Türe an – der Mensch mit den Knopfbällen lauter als der andere. Dann kreischt er hell auf, als der Türmensch ihn an seinen langen Haaren aus dem Bett zu zerren versucht und dabei unflätige Sätze von sich gibt.
Der Ball sieht verwundert zu und fragt sich „was haben die da für ein Problem?“, doch da geht die Aktion schon weiter – offenbar will der zuvor noch oben liegende Nackte eingreifen. Er rappelt sich auf „viel zu schnell“, wie der Ball findet, tritt mit einem Fuß aus dem Bett – aber da ist er, der Ball. Der Mensch rutscht an seiner „immer noch sehr schönen und glatten Oberfläche“, wie der Ball mit Genugtuung feststellt, ab und schlägt der Länge nach hin.
„Scheiß Ball!“, plärrt der Mensch, und kickt den Ball mit Schwung durch die Öffnung der ehemaligen Terrassentüre. Der Ball sieht gerade noch, wie der Türmensch und der Anhängselmensch mit verzerrten Gesichtern, Flüche ausstoßend, aufeinander zustürzen - als er schon im Vorgarten landet, kurz aufspringt und mit einem gekonnten Salto zurück auf die Straße fliegt.

Endlich, er ist wieder draußen. Er landet unbemerkt zwischen der Menschenansammlung, die sich noch um das Unfallgeschehen der Autos von vorhin schart. „Aber da wird auch nur herumgeschrien ...“, stellt der Ball fest. Zwei Menschen stehen sich dicht gegenüber und rücken mit der Brust gegeneinander vor - das kennt er bereits, das hat er zuvor schon in ähnlicher Weise gesehen.
Er will wieder weg, das ist ihm hier alles zu stressig. Er rollt ein bisschen an, schaukelt hin und her, aber es fehlt der richtige Schwung.
Aus dem Haus kommt der nackte Mensch mit den rosafarbenen Knopfbällen gerannt. Er reckt die Arme nach oben, fuchtelt herum und schreit hysterisch dummes Zeug. Der Ball stellt fest, die Bälle können nicht gut verankert sein: sie hüpfen rauf und runter, so, als wollten sie sich lösen, doch irgend woran scheinen sie noch zu hängen. Und, leider, leider - jetzt werden sie auch noch eingequetscht und festgehalten.
„Ihre Bemühungen, endlich frei zu sein, waren umsonst“, stellt der Ball enttäuscht fest, denn er hätte sich über so hübsche Gesellschaft sehr gefreut.

Dieser rücksichtslose Mensch, dem die Freiheitsgedanken der Bälle offenbar egal sind, bleibt kurz verdutzt stehen. Dann sieht er sich wie verfolgt um und läuft schnurstracks auf das Menschengewusel zu. Das hat sich jedoch noch nicht beruhigt und droht lautstark mit Schlägen, jetzt jeder gegen jeden.
Erst als der Knopfbälle-Mensch laut schreit, die schrillen Rufe deutlich zu hören sind „Hilfe, Hilfe! Er will mich umbringen!“, hält die Ansammlung inne und schaut verblüfft auf den schreienden Menschen, der mit gesenktem Kopf, x-förmig verdrehten Beinen und die Arme vor dem Beinanfang gekreuzt, hinter einen der Brustrücker flüchtet. Dann drückt er sich fest gegen dessen Muskelwand; die zwei zarten Bälle verformen sich grässlich, den Ball beschleicht etwas Mitleid mit ihnen.

„Trotzdem, immer noch langweilig das Ganze ...“ Der Ball sieht die Straße hinunter, da kommt ein Menschen mit zwei Hunden. Die mag er nicht; sie versuchen ihn immer zu zerbeißen, wenn sie auf ihn treffen. Das musste er schon leidvoll erfahren, nur die helfende Hand seines kleinen Menschen konnte ihn da gerade noch so retten.
Er rollt geschickt vor die Füße des Knopfbälle-Menschen. Der kreischt von der Berührung erschreckt auf, reckt die Arme in die Luft und trampelt, sirrende Töne ausstoßend, auf der Stelle. Die Füße treffen ihn, das gibt ihm Schwung und schon rollt er wieder auf die Straße.

Das Gefälle beschleunigt ihn. Acht Hundebeine hat er im Visier, plus die zwei des dazugehörigen Menschen. „Jetzt nur ja die Richtung nicht verlieren!“, ein Radfahrer kommt entlang; dieser richtet jedoch seinen neugierigen Blick auf die Menschenansammlung und sieht ihn deshalb nicht.
Der Ball rollt direkt vor den Vorderreifen. Das Fahrrad schlingert, der Fahrer stürzt fluchend auf die Straße und das Fahrrad, endlich von seiner Last befreit, schlittert mit drehenden Reifen quer über den Asphalt. Es gewinnt an Tempo, schlittert über die Straße und stoppt mit sirrenden Pedalen an der Bordsteinkante, direkt vor den Hunden.
Die reißen sich erschreckt los, legen ihren Besitzer flach, und rennen die Straße entlang, direkt auf die Menschenansammlung zu. Doch die Hunde haben ihre Rechnung ohne den Ball gemacht: Er hat dank des Fahrrads wieder ordentlichen Schwung bekommen, kreuzt ihren Weg und rollt ihnen zwischen die Beine.

Wie eine kleine Furie stupst und stößt er sie. Er macht sich ein Vergnügen daraus, wie ein launiger Kobold zwischen ihnen herum zu wuseln – die Hunde quietschen, jaulen, und verheddern sich in ihren Leinen. Sie sind mal hier, mal dort und lassen, dank ihres ungehörigen Benehmens, noch einen Fußgänger, der sich soeben mit zu schnellem Schritt der angesammelten Menschenmenge nähert, auf seinem Hintern landen.
Erst scheint er sich noch zu fragen, was da soeben passiert ist. Dann macht er den Schuldigen aus, ballt die Faust in der Luft und brüllt dem Hundebesitzer zu „verdammt! Kannst du auf deine blöden Köter nicht besser aufpassen?“
Dieser sitzt mit hängendem Kopf, die Beine in der Grätsche von sich gestreckt, auf dem Gehsteig und begutachtet seine geschundenen Knie unter den aufgerissenen Hosenbeinen.
Dann steht er mit einem tiefen Seufzer auf, lahmt rufend seinen Hunden hinterher und bedenkt den Fußgänger mit der Mittelfingergeste. Der Fußgänger schnaubt, sieht sich entrüstet um, verbündet sich mit dem Fahrradbesitzer und gemeinsam drohen sie dem Hundebesitzer lautstark mit Ordnungsstrafen. Der hingegen ruft genervt, das eine Bein hinter sich herziehend, den beiden zu „ach! Leckt mich doch! Alle zwei!“

Für den Ball wird es eng: Die Hunde haben die Situation jetzt im Griff und zugleich ihn in der Zwickmühle. Er verschafft sich ein bisschen Freiraum, indem er einige Meter weiter rollt, doch die Hunde sind ihm dicht auf den Fersen. Die Rettung kommt in letzter Minute, indem der Hundebesitzer schreit „Anka, Moritz! Aus jetzt! Sofort! Es reicht! Hier, hierher! Wird's bald?!“

Die Hunde kennen anscheinend diesen herrischen Ton nur zu gut. Plötzlich stehen sie stocksteif da, klemmen die Ruten zwischen die Hinterbeine und senken die Köpfe. Dann schielen sie mit zusammengekniffenen Augen auf ihren Herrn und Meister, die Vorderbeine sind bereits devot eingeknickt.
Diesen Moment nutzt der Ball, verlässt die Gefahrenzone und drückt sich eng gegen die Bordsteinkante.

Da wird er schon vorsichtig hochgehoben und sein kleiner Mensch flüstert, während er sanft über ihn streicht und die entstandenen Dellen wieder auszugleichen versucht „da bist du ja endlich! Ich hab dich schon überall gesucht ...“
© Elenore May
__________________
Elenore May

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Susi M. Paul
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Oct 2013

Werke: 23
Kommentare: 154
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Susi M. Paul eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Die Geschichte ist nicht übel, so an sich. Nur hat sie sich meiner Ansicht nach in der Kategorie verirrt. Zwei nackte Menschen machen noch keine Erotik aus, finde ich jedenfalls.

Bearbeiten/Löschen    


4 ausgeblendete Kommentare sind nur für Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zurück zu:  Erotische Geschichten Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Werbung