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Leselupe.de > Kindergeschichten
Balu aus dem Tierheim
Eingestellt am 04. 12. 2016 20:03


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Annette Paul
Festzeitungsschreiber
Registriert: Dec 2015

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Balu war ein junger Hund. Er besa├č ein geflecktes Fell, gro├če Pfoten und seine Ohren waren f├╝r diesen kleinen Kerl riesig. In den letzten Tagen und Wochen waren seine Freunde aus dem Tierheim abgeholt worden, nur er allein war ├╝brig geblieben.
ÔÇ×Das wird sp├Ąter ein Riesenhund, nein, den wollen wir nicht habenÔÇť, hatten die Leute gesagt, wenn sie ihn sahen.
Einsam lag er in der hinteresten Ecke des Zwingers auf einer Decke und schaute in den Regen hinaus. Er war so traurig. W├╝rde er denn nie eine Familie finden, die ihn mitnahm und lieb zu ihm war? Er w├╝nschte sich Kinder, die mit ihm spielten. Denn er liebte Kinder und die Kinder liebten ihn. Doch keines von ihnen hatte die Eltern ├╝berreden k├Ânnen, Balu zu nehmen.
Die Tierpflegerin Gerda erschien, ├Âffnete die T├╝r und sagte: ÔÇ×Balu, wir machen es uns gem├╝tlich.ÔÇť Sie gab ihm ein paar Leckerlis, die er schwanzwedelnd entgegennahm und sofort auffra├č.
Gerda holte die Leine und f├╝hrte ihn aus. Balu freute sich. Er liebte es, Gassi zu gehen. Noch lieber allerdings tobte er ohne Leine ├╝ber die Wiese. Leider war die Runde mit Gerda viel zu schnell beendet und er musste wieder in den Zwinger zur├╝ck.
ÔÇ×Ich muss noch Besorgungen machen, meine Kinder und Enkel kommen heute AbendÔÇť, murmelte Gerda, als sie die Pforte des Tierheims erreichten. Gleich am Eingang stand seit Wochen ein Tannenbaum mit einer brennenden Lichterkette. Gerda kramte umst├Ąndlich den Schl├╝ssel aus ihrer Tasche.
ÔÇ×Guten Tag, sch├Ân, dass wir noch jemanden erreichenÔÇť, sagte eine tiefe M├Ąnnerstimme.
Balu wedelte hoffnungsvoll mit seinem Schwanz. Der Mann war nicht alleine, hinter ihm stiegen eine Frau und zwei Kinder aus dem Van.
ÔÇ×Wir haben geschlossenÔÇť, erwiderte Gerda.
ÔÇ×Oh, wir w├╝nschen uns doch zu Weihnachten einen HundÔÇť, sagte der kleine Junge.
ÔÇ×Tiere sind kein gutes Weihnachtsgeschenk. Ich gebe deshalb kein Tier so kurzfristig abÔÇť, entgegnete Gerda energisch.
Die Kinder h├Ârten gar nicht zu, sondern st├╝rzten sich auf Balu und streichelten ihn. Balu wedelte mit den Schwanz und leckte die H├Ąnde der Kinder. Er freute sich, endlich spielte wieder jemand mit ihm.
Leider beendeten die Erwachsenen das Gespr├Ąch, riefen die Kinder und stiegen in das Auto.
Balu blieb einsam und traurig zur├╝ck. Winselnd hockte er in einer Ecke des Zwingers. Nichts konnte ihn tr├Âsten. Die Leckerlis, die Gerda ihm reichte, beachtete er nicht.
Selbst als nach einer Weile Gerda zur├╝ckkehrte und die T├╝r aufschloss, schaute er nicht auf. Im Gegenteil. Beleidigt kehrte er Gerda sein Hinterteil zu.
ÔÇ×Balu, willst du zu uns kommen? Wir haben einen Hof mit einem gro├čen Garten, einem alten, lieben Hund, Katzen, Pferden, Schweine und G├ĄnseÔÇť, sagte eine tiefe M├Ąnnerstimme.
Balu stellte die Ohren auf. Die Stimme hatte er doch schon einmal geh├Ârt. Der Mann von vorhin stand vor ihm, b├╝ckte sich und streichelte ihn. ÔÇ×Komm, du musst Weihnachten nicht allein bleiben. Wir w├╝nschen uns einen gro├čen Hund. Brego ist sonst so allein.ÔÇť Der Mann legte ihm die Leine an und Balu ging mit ihm. Brav lie├č er sich in einen Transportk├Ąfig setzen. Auch die Autofahrt ertrug er geduldig. Dann durfte er aussteigen und einmal ├╝ber den Hof laufen. Es roch aufregend nach vielen verschiedenen Tieren. Anschlie├čend ging es in das Haus.
In der Stube stand ein Weihnachtsbaum mit brennenden Lichtern. Die beiden Kinder st├╝rzten sich gleich auf Balu und streichelten ihn.
Und Balu? Balu wedelte mit dem Schwanz und pinkelte vor Freude auf den Teppich. Das Missgeschick war ihm peinlich. Mit h├Ąngendem Kopf und eingekniffenen Schwanz stand sie er da. Doch niemand schimpfte. Das M├Ądchen wischte den Schaden gleich weg und danach spielten die Kinder mit Balu.
Als sie zum Essen gerufen wurden, hatte Balu Zeit, sich umzuschauen. Hinter dem Baum lag ein gro├čer Hund in einem Korb und beobachtete Balu. Er lief zu ihm und beschnupperte ihn.
Brego schnupperte auch und dann leckte er ihn gr├╝ndlich ab. M├╝de kuschelte Balu sich an Brego und schlief gl├╝cklich ein.

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molly
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Registriert: Mar 2013

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Liebe Annette,

Eine interessante Geschichte, haups├Ąchlich aus der Sicht des Hundes geschrieben.
"ÔÇ×Tiere sind kein gutes Weihnachtsgeschenk. Ich gebe deshalb kein Tier so kurzfristig abÔÇť, entgegnete Gerda energisch.""

Das finde ich sehr gut. Tiere als Geschenk f├╝r kleine Kinder, landen oftmals ausgesetzt an fremden Orten. Jeder verantwortungsbewusste Mensch wird wie Gerda reagieren. Da kann man nun mit den Kindern ├╝berlegen, warum Gerda den Hund dennoch so kurzfristig abgab.

""Leider beendeten die Erwachsenen das Gespr├Ąch, riefen die Kinder und stiegen in das Auto.""

Hier dachte ich, dass die Famlie gleich wegfuhr, das war aber wahrscheinlich nicht der Fall.

und stiegen in das Auto, vielleicht so?
und verlie├čen das Tierheim.

Ich m├Âchte zum Schluss noch einmal Deinen Satz wiederholen:
"Tiere sind kein gutes Weihnachtsgeschenk." Nicht nur Hunde, auch Meerschweinchen, Hamster, Katzen...

Ich w├╝nsche Dir ein frohes Weihnachtsfest

Liebe Gr├╝├če

molly

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