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Leselupe.de > Kurzprosa
Bammel
Eingestellt am 16. 07. 2008 12:57


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arle
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Ach, ich w├Ąre so gerne wundersch├Ân. So wie Christine Meyer. Die ihre langen blonden Haare nach hinten warf. Die ihre neongrell verpackten Acrylbr├╝ste vor sich her schob wie eine Troph├Ąe, wenn sie sich auf Plateausohlen nach vorne zur Tafel wiegte. In einem Rock, der diese Bezeichnung nicht ann├Ąhernd verdiente. Den besseren Namen hatte ich. Aber das n├╝tzt dir wenig, wenn du kurz geschoren bist und nicht nur deshalb immer den Jungen spielen musst. Ich war die auf den zweiten Blick.

Was willst du werden? Gro├čes Gel├Ąchter. Ich sah in den Spiegel, verstand und lernte etwas anst├Ąndiges. Doch eines Tages erschien Bette Davis in Gro├čaufnahme auf der Leinwand. Das war ein guter Tag. Ich pumpte mich auf, ich pr├Ąsentierte mich, sezierte mich, riss mir die Haut in Fetzen vom Leib. Und keiner lief schreiend davon. Und gelacht wurde nur, wenn ich das wollte. Gelernt, die Nase zu heben, das R├╝ckgrat zu straffen, Applaus zu ertragen, mich anmutig zu verbeugen. Doch immer bereit, sofort den Platz zu r├Ąumen, wenn Christine Meyer die Szene betrat.

Die Jahre vergehen. Man kann sich gew├Âhnen an Linien, Zeichen, Kl├╝fte und Unebenheiten - sogar am fr├╝hen Morgen. Wer mich liebt, liebt mich trotzdem. Bisweilen gerade deshalb. Gelassen und weitestgehend unsichtbar. Nur manchmal g├Ânnt mir jemand einen zweiten Blick.

Doch nun soll ich mich dir pr├Ąsentieren. Und ich w├Ąre so gerne wundersch├Ân. M├Âchtest du dich nicht doch lieber mit Christine Meyer treffen?
__________________
Am j├╝ngsten Tag, wenn die Posaunen schallen und alles aus ist mit dem Erdeleben, sind wir verpflichtet, Rechenschaft zu geben von jedem Wort, das unn├╝tz uns entfallen. - J.W. Goethe -

Version vom 16. 07. 2008 12:57
Version vom 16. 07. 2008 13:20
Version vom 21. 07. 2008 17:33

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mitis

Autorenanw├Ąrter

Registriert: May 2008

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gut nachvollziehbarer text - ich w├╝rde nur den titel auf "der zweite blick" ├Ąndern, das w├╝rde mich pers├Ânlich mehr ansprechen als "bammel".
weil ich finde, dass du in deinem text den "zweiten blick" viel mehr herausgearbeitet hast als den "bammel".
lg
von "leidensgenossin" mitis

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arle
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2004

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War nicht ganz so ernst gemeint, mitis.

Aber vielleicht doch noch ein bisschen was ernsteres zu Titeln im allgemeinen (die nat├╝rlich, wie alles im Leben, letzten Endes Geschmackssache sind):

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein Titel - gleich ob im Theater, in der Literatur oder sonst einem Gebiet - vor allem eins sein muss: knackig. Und ein bisschen neugierig soll er machen. H├Ątte ich hierf├╝r zum Beispiel wirklich die ├ťberschrift "auf den zweiten Blick" gew├Ąhlt, so h├Ątte ich von vornherein einiges an Pulver verschossen. Unter "Bammel" kann man sich wohl nicht so viel vorstellen; drum guckt man mal drauf.

Hofft:

Silvia


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gareth
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Der Titel ist schon sehr gut gew├Ąhlt, liebe arle,

denke ich.

Wir sind im Stande, jedenfalls von Zeit zu Zeit, unsere Rollen zu spielen und unsere Anspr├╝che und Befindlichkeiten in angemessenen Worten darzustellen. Die tiefen Unsicherheiten aber ├Ąu├čern sich auf einer anderen Ebene. Wir schweigen, err├Âten, verweigern uns, sehnen uns wortlos und sind beleidigt. Bammel gef├Ąllt mir.

Der zweite Abschnitt ist schon ein kleines Meisterwerk. Ein ganzes Leben in acht Zeilen. Alles Wesentliche enthalten.

Und ich lerne Begriffe, an denen ich was zu ├╝berlegen habe. z.B. Acrylbr├╝ste. Keine Ahnung :o)

Was den zweiten Blick angeht, so verstehe ich Sinn und Funktion, finde aber, dass wiederkehrende Motive eine besonders anspruchsvolle Sache sind und eben dieser sch├Âne zweite Abschnitt geschlossener und st├Ąrker w├Ąre, wenn er mit der Bereitschaft, f├╝r Christine Meyer den Platz zu r├Ąumen enden w├╝rde.

Das soll aber nicht kritisiert sein.
Wirklich.

Liebe Gr├╝├če
gareth

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arle
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Kritik, mein lieber Gareth, ist eine gute Sache. Besonders, wenn sie so fundiert daherkommt wie die deine, ├╝ber die ich mich jedesmal ganz besonders freue.

Danke sch├Ân f├╝r die Best├Ątigung, den Titel richtig gew├Ąhlt zu haben; genau das war meine Intention.

├ťber diese Wiederholungen habe ich noch gar nicht nachgedacht. Aber du hast da was angesto├čen, und nun werde ich dar├╝ber nachdenken. Ich glaube n├Ąmlich, du hast v├Âllig Recht... Hier m├╝ssen drei P├╝nktchen hin, um das angestrengte Nachdenken zu verbildlichen (c;

Vor allem w├Ąre es, glaube ich, nicht viel Arbeit, weil es nicht mehr als einen k├╝hnen Strich erfordern w├╝rde. Oder?

Danke dir und gr├╝├če sehr freundlich

Silvia




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