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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Begegnung
Eingestellt am 01. 02. 2003 18:35


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zeitzi
Hobbydichter
Registriert: Dec 2002

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Begegnung

Es war Sonntagmorgen. Herrlicher Sonnenschein und ideales Fotowetter.
Ich packte die Kamera ein. Ein Fotomotiv hatte ich mir schon ausgesucht. Ich wollte ein bizarres Felsengebirge fotografieren. Der beste Standpunkt hierf├╝r war auf dem offenen Wohngel├Ąnde einer Anstalt f├╝r geistig Behinderte. Hier stellte ich gleich vorn auf dem Parkplatz mein Auto ab. Beim Durchschreiten der Anlage bemerkte ich einen Mann vor einem der schmucken H├Ąuser. Er sa├č in der warmen Sonne auf einem Stuhl und hielt ein gro├čes Kofferradio, aus dem laute Schlagermusik erklang, in seinen H├Ąnden. Obwohl er nur auf sein Radio schaute und die Musik ziemlich laut war, bemerkte er mich. Freundlich gr├╝├čte dieser mir v├Âllig unbekannte Mann mich sogleich und winkte mir dabei kurz zu, wie einem alten Bekannten. Nachdem ich meine Fotos gemacht hatte, kam mir ein junger Pfleger mit geistig und k├Ârperlich stark Behinderten entgegen. W├Ąhrend eines kurzen Gespr├Ąchs mit dem Pfleger merkte ich die unbek├╝mmerte und ausdrucksstarke Freude dieser drei Pflegef├Ąlle mir gegen├╝ber. Wir, die sogenannten Normalb├╝rger, zeigen Fremden gegen├╝ber stets eine gewisse Vorsicht und Distanz. Ich ging weiter. Kurz vor meinem Auto traf ich auf zwei weibliche Personen. Der einen sah man ihre Behinderung sofort an. Sie mu├čte von der anderen gef├╝hrt werden. Diese andere sprach mich sogleich freundlich an. Sie sagte „wie geht es dir“, vor zwei Wochen war schon einmal ein Mann mit Fotoapparat hier. Dann erkl├Ąrte sie mir, da├č das M├Ądchen neben ihr blind sei. Sie bat mich, doch bitte ein Foto zu machen. Ich wu├čte nicht so recht, wie ich mich verhalten sollte und erkl├Ąrte ihr, der Film sei leider schon voll. Auf die Frage, warum sie hier sei, meinte sie traurig „Ich habe doch niemanden mehr“ und weiter „ich bin schon ein Jahr hier, aber ich habe gro├če Sehnsucht nach Hause. Wir verabschiedeten uns. Ich fuhr nach Hause. Hier mu├čte ich noch eine ganze Zeit an dieses Erlebnis denken.

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Abendsternchen
???
Registriert: Nov 2002

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Hallo Zeitzi,

Du beschreibst hier ein Erlebnis, das zwar individuell pr├Ągt, aber das f├╝r den Leser nicht viel birgt, als eben eine Situationsbeschreibung. Dein Stil ist gut,nur der Inhalt ist hier ein wenig "langweilig", sorry, wenn ich das so offen schreibe. Du k├Ânntest durchaus aber mehr herausholen. Zu allererst: Das Ende sollte etwas Interessantes, ├ťberraschendes, Weises oder einfach nur Nachdenkliches bieten. Doch, das muss die Geschichte selbst hergeben, und nicht auf die Weise, dass Du es selbst schreibst. Sage nicht, Du denkst nach, sondern animiere den Leser dazu, selbst nachzudenken. Dann hast Du etwas bewirkt.

Du beschreibst z.B. ziemlich ausf├╝hrlich, wie der alte Mann gr├╝├čt, winkt etc. Das k├Ânnte man straffen, auch wenn es in Wirklichkeit so war. Warum l├Ąsst Du den Fotografen nicht einfach zu dem alten Mann hingehen? Lass ihn ein paar Worte ├╝ber das Radio, die Musik sprechen, vielleicht hat er ja ein paar sch├Âne Worte auf Lager.
Dabei k├Ânntest Du auch die Ber├╝hrungs├Ąngste einflie├čen lassen, die "Normalb├╝rger" mit Behinderten oftmals zeigen. Aber, schreib nicht das Wort hin, sondern lass den Fotografen z.B. z├Âgern, als der Mann ihn auffordert, sich neben ihn zu setzen, am Radio zu lauschen etc. Vielleicht bieten ja auch die Behinderten mit den Pflegern ihm etwas an, das er nicht nehmen m├Âchte, mit einem unguten Gef├╝hl im Bauch.
Warum sieht man einer Blinden denn die Behinderung an? Nur, weil sie gef├╝hrt wird?... Vielleicht wundert er sich ja zuerst, was sie wohl habe, da sie ganz "normal" aussieht, erst sp├Ąter bemerkt er, dass sie blind ist, weil sie die Rinde der B├Ąume abtastet etc.

Lass etwas mehr Salz in Deine Geschichte, etwas mehr Phantasie, beschreib nicht alles, sondern deute vielleicht ├Âfter nur an.
Bin sicher, dass Du dann mehr herausholen kannst.

Nimm meine Anmkerkung nur als Vorschlag, selbstverst├Ąndlich liegt es bei Dir, wie und was Du umsetzt. Es sollte Dir nur als Tipp, Hinweis dienen.
W├╝nsche Dir einen guten Start in diese Woche

viele Gr├╝├če

Abendsternchen

p.s. die Bewertung stammt ├╝brigens nicht von mir...

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