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Leselupe.de > Gereimtes
Begegnung
Eingestellt am 23. 12. 2006 22:46


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gareth
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Dec 2003

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Da steht sie plötzlich neben mir,
ein Schatten fällt ganz leicht, ich blicke auf,
„Das ist ja wirklich schön, Sie hier“,
das sagt sie fröhlich lachend, duftig, frisch,

Verzichtet auf den Platz an meinem Tisch,
das ginge nicht, ihr Mann sei längst besorgt
und das mit Recht, nachdem sie sich vertrödelt;
flink ordnen schlanke Finger braunes Haar.

"Nur rasch vielleicht das Neueste vom Leben,
beziehungsweise dem, was sich so nennt".
Sie schaudert leicht und sagt: „Es wird schon kühl“.

Die Arbeit sei erträglich, wenn auch viel,
kaum Sorgen mit den Kindern und der Schule
und sonst, ja sonst, soweit wär alles gut;
fast unbewusst schlieĂźt ihre Hand den Kragen.

Dann spricht sie rasch von Dankbarkeit dafĂĽr,
dass sie mir alles hätte sagen können,
von Mensch zu Mensch und nicht von Frau zu Mann,

Das sei so selten, und sie sieht mich an,
erhellt mir mit dem Blick den dunklen Sinn
und lächelt mit den Augen und dem Mund.

Schon geht das kleine Zwischenspiel zu Ende
als sie die schmalen Schultern seufzend hebt;
lang schaut sie auf die Uhr, ihr Blick ist weich

Und ich mit meinen Schultern tu´s ihr gleich
und sag, wie sie mich kennt, nur knapp: „Alsdann“.
Warm gleitet die vertraute Hand in meine,
ein Mädchenlächeln noch und ein: „Bis bald“.

Dann folgt mein Blick der fraulichen Gestalt
und saugt sich hilflos fest an ihrem Hintern,
der, lockend, weich, von dĂĽnnem Stoff umspannt,
sich reizvoll regt mit jedem ihrer Schritte.

Tief dringt die schöne Form in meine Seele,
falls das der Ort ist, wo dergleichen ruht
und weckt in mir ein kurzes, fernes Sehnen
mit ihrer sinnlich sanften Symmetrie.

‚Da wäre schon ein Weg, dich zu bedanken’,
regt eine alte Wahrheit sich in mir.
Doch ohne Nutzen bleibt des Menschen Wissen,
wenn es zu äußern fehlt am rechten Mann.

‚Ob´s noch was sein darf’, fragt der Ober an.
Ich nicke und wir kommen ins Geschäft.
Ein Kaffee und ein Keks in zäher Folie
Schon kehrt der Alltag friedvoll wieder ein.

__________________
Wie hässlich ist ein schräges Treiben,
da lob ich mir mein träges Schreiben.

Version vom 23. 12. 2006 22:46

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Venus
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Eine Begegnung der besonderen Art,

lieber gareth,

so will es mir scheinen. Kennst du den wunderbaren Gedanken von Karl Forster:
„Man geht nie zweimal in denselben Garten.“

Beinahe so ist es auch mit den Augenblicken. Sie sind immer abhängig. Von unwiderruflichen Innerlich- und Äußerlichkeiten. Der eine Bestandteil kriecht in den anderen und verlebt sich dort –

Zur äußeren Form deines großartigen Werkes bleibt mir (aufgrund persönlich mangelnder Kenntnis der Reimform) wenig Lobhudelei. Ich gehe davon aus, dass alles im unbedingt Rechten ist. So ist das immer, bei dir. Ein MUSS, ein gewollt zweifelfreies, und schwer erarbeitetes.

Es ist dein ureigener Takt (der niemals!nicht! prĂĽgelt) und deine schier unverkennbar, unnachahmliche Weise, welche den Leser mitnehmen. Locken, in deine Zeilen ziehen, hineinhinunter in die Tiefe deiner Gedanken.
Die subtile Sexualität, welche Buchstaben prickeln lässt, beim Eintritt in den Kopf und beim Weiterschwingen, im Bauch.
Eine Reimform. Man merkt es kaum! Ein (wohlgekonnter) Hauch. Eine, die nichts schwermacht, nicht stört. Letztendlich fast nur flüstert. Das ist Kunst!

Es bleibt bis zum (bitteren? – eben auch das bleibt ungesagt!) Ende alles offen. War da nun…? Oder wollte er nur…? Oder sie…? Oder beide…? Ist da…?

quote:
"Nur rasch vielleicht das Neueste vom Leben,
beziehungsweise dem, was sich so nennt".
Sie schaudert leicht und sagt: „Es wird schon kühl“.

Hier hat mich auch gefroren!
Ach, armes Weib –

quote:
Die Arbeit sei erträglich, wenn auch viel,
kaum Sorgen mit den Kindern und der Schule
und sonst, ja sonst, soweit wär alles gut;
fast unbewusst schlieĂźt ihre Hand den Kragen.

Und da blieb (auch) mir, der geneigten Leserin, die Luft im Halse stecken… Das ist gekonnt gewerkelt, geschätzter Kollege!

quote:
Dann spricht sie rasch von Dankbarkeit dafĂĽr,
dass sie mir alles hätte sagen können,
von Mensch zu Mensch und nicht von Frau zu Mann

So mag das wirken, wenn augenscheinlich sich bloß Dankbarkeit verformt. Die Worte dünn verlaufen, oder eben Vergangenes; welches sich dann dünnhäutig erklärt.

Der Schluss tat gut! Das Lyrich erinnert wohl (jedoch ohne nähere Hinweise zur Klärung o.a. Fragen! Denk was du willst! Jawohl, das Inhaltliche möchte nicht restlos in der Form aufgehen; sagt die Lyrik.). Hier mag ein weises Augenzwinkern willkommen gelesen sein.
Oder doch eher kapitulierendes Nicken?
Von mir allemal ein wohlwollendes Beides!

Ich tät mich einspielen möchten, in die Geschichte, den Verlauf der lyrischen Erzählung. Bestimmt!

Allein, mein Haar ist gau…

herzlich,
Gabriele


__________________
den wind im rĂĽcken, sterb ich mich ein
in den groĂźpassat -
und lebe erst recht

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gareth
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Ja, Herrschaftszeiten...

da schlummert und dämmert, um nicht zu sagen: kümmert das Gedichtlein ein 3/4 Jahr fast unbemerkt und unkritisiert vor sich hin, wenn man von den wenigen, durchaus unterschiedlichen Bewertungen absieht und dann so ein umfangreicher, zustimmender Kommentar.

Liebe Venus, das freut mich jetzt ganz besonders, weil ich ab und zu schon fast einmal ein bisschen Bedauern gespürt hätte, ob der dafür aufgewendeten langen Zeit und vielen Arbeit (ich hoffe das geht granmmatikalisch grad noch so durch).

Aber jetzt ist es, wie es erfreulicher Weise des öfteren ist, wenn Du den Weg zu einem meiner Texte gefunden hast. Du siehst, wie es gedacht ist, bemerkst die Stellen, die mir am meisten am Herzen liegen und dementsprechend Arbeit abverlangt haben, erspürst die eigentliche Geschichte dahinter und bist bereit, den Schreiber zu ermutigen.

Da soll niemand sagen, das Leben hielte (wenn auch, zugegeben, sehr, sehr selten) nicht doch auch manchmal eine unerwartete, erfreuliche Wendung fĂĽr einen armen alten Schreiber bereit, liebe Kollegin.

Dankbar
gareth
__________________
Wie hässlich ist ein schräges Treiben,
da lob ich mir mein träges Schreiben.

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