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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Begegnung aneinander vorbei
Eingestellt am 06. 09. 2017 15:24


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Homosapiens
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Noah sah betr├╝bt an sich herunter, wie er da so am Bahnsteig der U-Bahn stand, immer das schwarze Schaf. Warum nur? Vermutlich, weil eben jede Familie eines brauchte. Wenn er den Kopf mal hob und sich seufzend aufrichtete, sah jeder hin zu diesem gro├čen, stattlichen Mann, dessen blaugrauer Blick wie hinter D├╝sternis gefesselt schien.

Sarah konnte die Augen nicht mehr abwenden. Da war er! Sanfte Furchen unter ungeb├Ąndigten, grauen Locken, ein kr├Ąftiger Adamsapfel im offenen, wei├čen Hemdkragen. Sie sp├╝rte ein warmes Ziehen im Bauch, als sie es wagte, mit dem Blick ├╝ber seine Brust bis zu den Lenden abw├Ąrts zu tasten.

In diesem Moment sah er sie an, voller Sehnsucht nach Erwiderung. Ein Luftzug streifte eine blonde Str├Ąhne ├╝ber ihren Mundwinkel, das Steinchen ihres Ohrrings blitzte gr├╝├čend wie ein Leuchtfeuer zu ihm her├╝ber. Sie verringerte die Entfernung mit einem Schritt, angezogen wie von einem klaren See an einem hei├čen Sommertag.
Warum konnte ihr Mann sie niemals so anschauen? Seine Wahrnehmung reichte immer nur bis zur sanften H├╝gellandschaft ihres K├Ârpers und erlosch, wenn es vor├╝ber war.
Dieser unbekannte Mann dagegen durchdrang sie wie mit einem Wissen davon, da├č in ihrer Tiefe ein unruhiges Herz klopfend sprach. Sie stand jetzt vor ihm, atmete den Schwei├čfilm auf seinem hellen, muskul├Âsen Hals.





Noah dachte kurz an seine Andrea, die er nie wirklich erreichen konnte. Zu seinem Kummer war sie selbst in seiner Umarmung weit fort, soda├č er nur ihr leeres Fleisch sp├╝ren durfte.

Sarah war es, als fiele sie diesem Mann entgegen, sie wagte den Sprung. Ebenso leise wie deutlich formten sich ihre Worte: "Ich m├Âchte mit Dir schlafen." Er war gemeint, vielleicht erstmals in seinem Leben! Die sch├╝tzende Menschenmenge hatte sich zu einem Rauschen im Hintergrund entfernt. Noah sp├╝rte den Atem der zierlichen Frau wie eine warme Welle von der Seite, w├Ąhrend sich zu seiner anderen Seite eine Woge kalter Angst auft├╝rmte, wie beim Blick in den Abgrund einer Felsspalte. Die Wasser schlugen ihm derart heftig ├╝ber dem Kopf zusammen, da├č er augenblicklich klar wurde.
"Sind Sie verr├╝ckt geworden? Haben Sie meinen Ring nicht gesehen? Ich bin gebunden."

Die Vereisung kam f├╝r Sarah so pl├Âtzlich, da├č ihr vorher noch nicht einmal Zeit zum Fr├Âsteln blieb. Das hier war gar kein Traum! Es war die nackte Wirklichkeit.
Er h├Ârte in sich den Schrei nach Vers├Âhnlichkeit und rief hinterher: "Ich w├╝nsche Ihnen aber noch einen sch├Ânen Tag!" Es klang um so vieles hilfloser und wehm├╝tiger als die Routine an der Supermarktkasse.....

Die U-Bahn lief ein und schob einen Schwall kalten Fahrtwindes vor sich her. Sie flohen voreinander heim, um jeder f├╝r sich noch vor dem nahenden Dammbruch hinter der eigenen Wohnungst├╝r anzukommen.


Version vom 06. 09. 2017 15:24
Version vom 07. 09. 2017 10:39
Version vom 07. 09. 2017 10:58
Version vom 08. 09. 2017 10:06
Version vom 11. 09. 2017 10:59

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FrankK
Autor mit eigener TV-Show
Registriert: Nov 2006

Werke: 22
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Hallo, Homosapiens
Ich werde nicht ├╝ber Erotik im allgemeinen und in diesem Fall ├╝ber Erotik im speziellen diskutieren.
Dieser Text hat eine gewisse erotische Ausstrahlung, er spielt mit erotischen W├╝nschen, Vorstellungen und Begierlichkeiten - bei beiden Protagonisten.

Fl├╝chtig war ich erst unsicher, ob es ├╝berhaupt eine vollst├Ąndige Geschichte ist. Aber es passt schon, so gerade eben.

In der ersten Szene (Einleitung) lernen wir die beiden Protagonisten kennen, erfahren etwas ├╝ber ihre Hintergr├╝nde. Vom ├Ąu├čeren her sind sich beide sympatisch, vom inneren her sind beide in einer ├Ąhnlich hoffnungslosen Partnerschaft gebunden.
Die zweite Szene f├╝hrt in die Gedanken- und Gef├╝hlswelt der Figuren, deckt ihre W├╝nsche und Vorstellungen auf. Dies ist der erotische Teil, auch wenn die Erotik hier nur sanft schlummert.
Der H├Âhepunkt der zweiten Szene gipfelt im Sex-Angebot.

Die dritte Szene (der Ausklang) l├Ąsst den H├Âhepunkt wie eine Seifenblase platzen, duckt sich (schutzsuchend) in alte Gewohnheiten. Das abschlie├čende Res├╝mee ist geringf├╝gig zu weit ausgewalzt.

Story:
Als Basisplot w├╝rde ich den "Kampf" sehen, jeder der beiden "k├Ąmpft" gegen seinen inneren Widerstand, aus den alten Mustern auszubrechen.

Charaktere:
Wir erfahren ausreichend genug ├╝ber die beiden, um ihr Verhalten einigerma├čen nachvollziehen zu k├Ânnen. Die Protagonistin erf├Ąhrt sogar eine Wandlung (Sie kommt aus sich heraus, ├╝berwindet sich).

Details:

quote:
In diesem Moment sah er sie an, voller Sehnsucht wahrgenommen zu werden.
├ťber diese merkw├╝rdige Formulierung stolpere ich jedesmal, sie wirkt irgendwie unvollst├Ąndig. Worauf bezieht sich das "voller Sehnsucht"? Doch nicht auf den Blick, den er ihr zuwirft?
Ist nicht eher "sein Herz voller Sehnsucht, endlich einmal beachtet zu werden"?
Wahrgenommen wurde er ja schon immer, wie zu Anfang erw├Ąhnt allerdings als "schwarzes Schaf".

quote:
In diesem Moment sah er sie an, voller Sehnsucht wahrgenommen zu werden ...
...
Seine Wahrnehmung reichte immer nur bis zur sanften H├╝gellandschaft ...
Unsch├Âne Dopplung relativ dicht aufeinander.

quote:
Seine Wahrnehmung reichte immer nur bis zur sanften H├╝gellandschaft ihrer Hautoberfl├Ąche und erlosch, wenn es vor├╝ber war.
"Hautoberfl├Ąche" klingt etwas zu technisch, zu medizinisch. Wie w├Ąre es schlicht mit "K├Ârper"?
Ihre unerf├╝llten W├╝nsche k├Ânnten st├Ąrker verdeutlicht werden, wen nicht "es" im allgemeinen vor├╝ber, sondern ganz konkret "er fertig" war.

quote:
Ach, einen Tag lang mal nur die Wahrheit sagen zu k├Ânnen - was f├╝r ein beredtes Schweigen w├Ąre das, was f├╝r eine Erfrischung!
Du nutzt sehr viele Metaphern in Deinem kurzen Text. Diese hier w├Ąre (in meinen Augen) der erste Kandidat f├╝r eine Streichung. Passt irgendwie nicht so wirklich zum Thema.

quote:
"Ich m├Âchte mit Ihnen schlafen."
Zu formell und damit zu distanziert. Bei einem derart pers├Ânlichen Angebot - warum dann nicht ein vertrauteres "Dir"?

quote:
Die sch├╝tzende Menschenmenge hatte sich in ein fernes Raunen verfl├╝chtigt.
Verstehe ich nicht wirklich.
Passender w├Ąre "... erschien wie weit entfernt."
Du musst aufpassen, dass Deine Metaphern das ausdr├╝cken, was zu der Situation passt.

quote:
Die Wasser schlugen ihm derart heftig ├╝ber dem Kopf zusammen, da├č er augenblicklich klar wurde.
...
Die Vereisung kam f├╝r Sarah so pl├Âtzlich, da├č ihr vorher noch nicht einmal Zeit zum Fr├Âsteln blieb.
Fehlerteufelchen.

quote:
"Sind Sie verr├╝ckt geworden? Haben Sie meinen Ring nicht gesehen? Ich bin gebunden."
Klingt zu f├Ârmlich, zu distanziert. Ist er Beamter? Ich h├Ątte eher gesagt "verheiratet", gebunden w├Ąre mir im Traum nicht eingefallen.
Nebenbei: Aus der Beschreibung zu Anfang machte ich mir ein Bild von ihm, mit h├Ąngendem Kopf und h├Ąngenden Schultern. In meiner Vorstellung hat er seine H├Ąnde tief in den Hosentaschen vergraben ... ich h├Ątte keinen Ring bei ihm gesehen. Tr├Ągt "sie" keinen Ring, den er (verwundert / ├╝berrascht) bemerken k├Ânnte?

quote:
Er h├Ârte in sich den Schrei nach Vers├Âhnlichkeit und rief hinterher: "Ich w├╝nsche Ihnen aber noch einen sch├Ânen Tag!"
Auf jeden Fall streichen! Dies klingt zu sarkastisch, fast schon sardonisch. Ein s├╝ffisantes "Vielleicht haben Sie ja beim n├Ąchsten Typen mehr Gl├╝ck!" klingt darin mit.
Vielleicht sucht er nach vers├Âhnlichen Worten, findet aber keine?

quote:
Es klang um so vieles hilfloser und wehm├╝tiger als die Routine an der Supermarktkasse.....
Auch dies passt nicht wirklich zur Situation.
Wieso die vielen Punkte? Der Satz ist vollst├Ąndig, dort erscheint mir nichts weggelassen. Als gedankliche Weiterf├╝hrung sollten es dann lediglich drei Punkte sein, mit einem Leerzeichen davor ...

quote:
Sie flohen voreinander heim, um jeder f├╝r sich noch vor dem nahenden Dammbruch hinter der eigenen Wohnungst├╝r anzukommen.
F├╝r beide von ihnen hatte das hastige Mahl dann den Geschmack tiefer Einsamkeit. Es wurde ja von keinerlei Gemeinschaft getragen.
Dieser Abschlu├č ist zu ausgewalzt, zumal schon vorher erkl├Ąrt wurde, dass ihre Beziehungen nicht erf├╝llend sind.


Allgemein:
Nicht alle Metaphern erscheinen mir gelungen, zu viele von ihnen lenken vom eigentlichen Thema ab.
Ein weiteres Beispiel:
quote:
Sie verringerte die Entfernung mit einem Schritt, angezogen wie von einem klaren See an einem hei├čen Sommertag.
Erhofft sie sich von ihm nun Abk├╝hlung? Oder eher Erregung?


Tja, so kanns gehen. Mehr Kommentar als Text. Ich hoffe, ich konnte Dir zumindest Anregungen geben.


Herzliche Gr├╝├če aus Westfalen
Frank
__________________
Leben und leben lassen.

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aligaga
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Die Nummer, dass man sich im ├Âffentlichen Nahverkehr nicht begegnen kann, ist so abgegriffen wie die T├╝rklinke einer versifften Bahnhofstoilette. Wer aus dieser Vorgabe noch etwas "Erotisches" herausquetschen m├Âchte, braucht entweder den knallharten Realismus eines Ronaldos, der die hier vorgelegte, unbeholfene Holzschnitzerey in ein einziges Fragwort zusammenzufassen wusste: "Ficken?"

Oder er sollte die Fantasie von James Blunt, Sacha Skarbek und Amanda Ghost haben. Dann k├Ânnte sowas wie das hier herauskommen.

TTip: Den Clip in Ruhe anh├Âren und angucken und dar├╝ber nachdenken, was es denn sein k├Ânnte, dass man wegen eines einzigen Augenblicks bereit ist, sich aller Habseligkeiten zu ent├Ąu├čern und von der Klippe zu st├╝rzen.

Und dann entweder auf den Trichter kommen oder das Genre wechseln und Katzengeschichten schreiben.

Sehr heiter

aligaga



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aligaga
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Dass es "Facetten der Erotik" g├Ąbe, ist eine Binsenweisheit, die schon die ollen Griechen kannten (Sappho and so on).

Die Kunst der Schriftstellerey best├╝nde darin, sie sichtbar zu machen. In deinem Epis├Âdchen kommen zwar Adams├Ąpfel, ein Ohrring und eine Haarstr├Ąhne vor, aber warum ausgerechnet die in einer vollbesetzten U-Bahn ein M├Ądel zur abgedroschenen "Voulezvouscouchezavecmoi"-Phrase animieren sollten und nicht die tausend anderen Ohrringerln, Adams├Ąpfel, Haarteile und Schwarzen Schafe, die gleichzeitig mitfahren, bleibt den Lesern verborgen.

Das nichtssagende St├╝ckerl liest sich wie der Versuch eines schreibungewandten, sch├╝chternen Obersch├╝lers, sich auszudenken, wie sch├Ân's doch w├Ąre, wenn einmal ein M├Ąderl bei ihm ank├Ąme und "Ficken?" fragte. Das mag banal klingen, k├Ânnte aber das Ergebnis eines vorgeschalteten, ebenso klugen wie erotischen Vorspiels sein. Eine Pointe, gewisserma├čen.

Im Bayerischen gab's mal ein G'schichterl, da ist ein Bauernbub mit einem h├╝bschen M├Ąderl im Wald spazierengegangen. Die beiden haben ├╝ber alles m├Âgliche geredet, geredet und geredet und haben sich immer wieder angeguckt dabei, sich aber nicht ber├╝hrt. Schlie├člich sind sie auf einer Bank am Waldrand gelandet und es war klar, dass das M├Ąderl erwartete, der Junge ├╝bern├Ąhme die Initiative, H├Ąndchen fassen, Busserl geben und so weiter. Stattdessen fragt der Ungl├╝cksrabe: "Soll i'n ausse doa?" und langt sich ans Hosent├╝rl. Damit endete die Geschichte.

Deine hat kein solches Vorspiel, also auch keine Pointe. Daf├╝r geht sie danach weiter mit einem v├Âllig aus der Zeit gephallenen, wie mit der Kettens├Ąge aus dem Holzblock geschnittenen

quote:
"Sind Sie verr├╝ckt geworden? Haben Sie meinen Ring nicht gesehen? Ich bin gebunden."

TTip: Den Vorgeschlagenen Clip gucken und dann entweder neu anfangen oder, wie schon gesagt, das Genre wechseln.

Am├╝siert

aligaga

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