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Leselupe.de > Horror und Psycho
Begegnung der vierten Art
Eingestellt am 30. 10. 2007 23:04


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Rumpelsstilzchen
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Hannes blinzelte.
„Sorry Alter.“ lispelte sie und fiel auf den Sitz ihm gegenĂŒber, als der Bus anfuhr.
Diesmal traf ihre Stiefelspitze sein anderes Schienenbein. Hannes brummte indifferent und zog die FĂŒĂŸe zurĂŒck. Sie hob die Schultern und grinste ihn schief an, ihre Zunge spielte nervös mit dem Unterlippenpiercing.
„'s okay.“ Er schloss die Augen und demonstrierte Gelassenheit. Nach einer kleinen Weile linste er unter halb geschlossenen Lidern vorsichtig zu ihr hinĂŒber. Nicht schlecht die Braut. Bisschen ghosty fĂŒr seinen Geschmack: schwarze Haare, unter den Augen dunkle Schatten in das bleiche Gesicht geschminkt, eine schwere Silberkette um den hochgeschlossenen Kragen, an der sich ein verschnörkeltes Amulett in den Schoß ihres kleinen Schwarzen legte. Zwischen dem Kleidsaum aus schwarzen Spitzenplissees und den silberbeschlagenen SchĂ€ften ihrer Overknees schimmerte weiße Haut durch die Maschen der NetzstrĂŒmpfe.

Sie hatte ihre HĂ€nde in den Schoß gelegt und betrachtete sie eingehend. Die Innenseiten, dann die HandrĂŒcken, ballte die Linke zur Faust, öffnete sie wieder und zog schließlich die Ringe ab, die sie achtlos in die Stoffmulde zwischen ihren Schenkeln fallen ließ. Plötzlich sah sie auf. Er blieb reglos und sie widmete sich beruhigt wieder ihrer Linken, die sie mit abgespreiztem Daumen an den Mund hob. Sie öffnete die Lippen und schob ihn hinein. Hannes bot seinen ganzen Stoizismus auf, um nicht los zu prusten. Die Kleine lutschte Daumen!
Mit einem hĂ€sslichen Krachen zersplitterte der Knochen zwischen ihren ZĂ€hnen. Hannes starrte sie an. UngerĂŒhrt kaute sie auf dem abgebissenen Daumen, zwischendurch das nur mĂ€ĂŸig fließende Blut von der verstĂŒmmelten Daumenwurzel ablutschend. Ihm brach der Schweiß aus., Gebannt sah er ihren mahlenden Kiefer zu. Er wĂŒrgte. Sie lĂ€chelte aufmunternd zu ihm herĂŒber. „Ist dir nicht gut? Oops!“ Geschickt fing sie einen Blutstropfen mit der Zunge ab, der zu ihrer Handkante herab gerollt war und abzutropfen drohte.

Er wĂ€re gern aufgestanden und fort gegangen. Aber er traute seinen Beinen nicht, also blieb er sitzen und sah zu, wie sie ihre Hand verspeiste. Mit ihrem makellosen Gebiss knackte sie nacheinander die Finger vom Handteller, beim Zeigefinger beginnend, zerkaute sie genĂŒĂŸlich und schluckte mit offensichtlichem Wohlbehagen.
Zuletzt den kleinen Finger.
Als sie in den Handteller biss, schĂŒttelte es Hannes. Ächzend krallte er die schweißnassen HĂ€nde in den Jeansstoff seiner Hosenbeine. Eine steile Falte erschien auf ihrer Stirn. Mit dem Handstummel deutete sie zu ihm herĂŒber. „Ey Mann, mach' nich' so 'n Furzgesicht! Haste noch nie jemanden essen sehen? Da kann einem ja der Appetit vergehen!“ Ein Blutflöckchen sprĂŒhte zwischen ihren Lippen hervor und landete auf seinem Ärmel. „Sorry!“
Sie beugte sich herĂŒber und tupfte das BlĂ€schen mit dem rechten Zeigefinger auf. Langsam fĂŒhrte sie die Fingerspitze an die Lippen. Plötzlich neigte sie sich nĂ€her und hielt ihm den Finger unter die Nase. Hannes presste den Nacken gegen die Lehne. Krampfhaft schĂŒttelte er den Kopf. Sie hob amĂŒsiert einen Mundwinkel und sah ihm tief in die Augen, wĂ€hrend sie lustvoll den Finger ablutschte. Ihr Atem erinnerte Hannes an den Mundgeruch seines Katers. GewöhnungsbedĂŒrftig, aber nicht allzu unangenehm. Sie warf einen schnellen Blick auf den Finger, zwinkerte Hannes spitzbĂŒbisch an und biss das erste Glied ab.

„Sarah!“ Eine Altweiberstimme schrillte durch den Bus. „Sarah, was tust du hier? Ihr sollt doch zusammen bleiben!“
Sie fuhr zusammen und schluckte hastig. Der anfahrende Bus warf sie gerade noch rechtzeitig in ihren Sitz zurĂŒck, um dem gallig schmeckenden Schwall zu entgehen, der aus Hannes' Mund drĂ€ngte. Er spreizte die Beine und ließ sich nach vorne fallen, um wenigstens Hose und Schuhe sauber zu halten. Es gelang ihm nicht ganz, aber der zweite Schub landete immerhin vollstĂ€ndig auf dem Boden.
„Shit,“ flĂŒsterte sie, „die Kronweich hat mich entdeckt.“ Sie stieß mit der Stiefelspitze gegen seine Wade. „Du musst sagen, dass du das warst.“ Sie hielt ihm die angefressenen HĂ€nde hin. Er wĂŒrgte nur noch wĂ€ssrig.
„Sie kommt!“ zischte sie kaum hörbar.

Hannes spĂŒrte, wie sich eine massige PrĂ€senz an der Lehne vorbei quetschte. Er blieb vornĂŒber gebeugt, schielte mit gesenktem Kopf in den Gang. Ein Paar zierliche Pumps bewegten sich in sein Blickfeld, verharrten. Über den Knöcheln schwollen Waden zu Schenkeln, die wie helle Walleibern durch die meerblaue Gaze des Sarongs schimmerten. Weiter wagte er den Blick nicht zu heben.
„Sarah.“ Die zwei Silben trugen den gesammelten Kronweichschen Unmut in sich. „Die ganze Klasse wird wegen dir noch zu spĂ€t zur Veranstaltung kommen!“ Warm und weich legte sich der Busen auf Hannes' RĂŒcken, als sich die Kronweich herab beugte. Sie zog Sarahs HĂ€nde hinter deren RĂŒcken hervor. „Sarah! Kind! Wie siehst du aus!“
Hannes rang nach Luft.
„Der war's!“ Ihr Absatz hinterließ eine schleimige Spur auf seinem Hosenbein. Vergeblich stemmte er sich gegen die Last auf seinem RĂŒcken.
„LĂŒg mich nicht an, Sarah!“ Die Kronweich senkte die Stimme. „Die hiesige Spezies beherrscht den vollkommenen Erhaltungssatz nicht einmal ansatzweise.“ Ihr tiefer Atemzug presste seine Lungen leer. „Selbstverspeisung ist hier ein Tabu!“
Seine Ohren klingelten. Endlich hob sich das Gewicht und er richtete sich auf.
SchweinsĂ€uglein fixierten ihn ĂŒber prallrote Bulldoggenbacken hinweg. Die Hutnadel, mit der die geblĂŒmte Melone auf den ungeheuren grauen Dutt gespießt war, wies bedrohlich in seine Richtung. „Geschweige, dass diese armseligen Geschöpfe auch nur eine Ahnung von paritĂ€tischem Kannibalismus hĂ€tten. Oder hat er dir vielleicht seinen Arm geboten?“
Sie stieß ihren Stockschirm in seine Wade. Schuldbewußt zog er das Bein unter den Sitz. Noch lieber wĂ€re er vollstĂ€ndig darunter verschwunden.
Mit bebendem Busen wandte sie sich wieder Sarah zu. „Das ist jetzt meine einhundertundsiebte Klassenfahrt! Noch nie hatte ich solchen Ärger, wie mit dir! Habe ich euch nicht hundert Mal eingeschĂ€rft, dass wir uns an die örtlichen Regeln halten, wenn wir unter Menschen sind? Wie sollen wir dich so zu der Halloweenparty mitnehmen?“ Sie rang nach Luft.
„Rekonstruieren?“ fragte Sarah mit schĂŒchterner KleinmĂ€dchenstimme.
„Ha! Als wenn das hier so einfach wĂ€re!“ Die Kronweich zog aus irgendeiner Falte eine Papierserviette und tupfte sich die Schweißperlen aus dem Gesicht. „Wir sind nicht zuhause.“ Ihre Backen arbeiteten, als kaute sie an einem Gedanken. „Der Erhaltungssatz gilt in diesem Universum nur eingeschrĂ€nkt,“ murmelte sie. „Infotonen werden bei jeder Transformation vernichtet, nur die unstrukturierte Energie bleibt erhalten. Zudem auch noch fast immer auf niedrigerem entropischem Niveau.“ Sie warf einen mitleidigen Blick auf Hannes. „Die Strukturen hier sind einfach noch nicht genug vernetzt.“ Sie stieß einen Seufzer aus und sah auf die blauen Wogen ihrer BĂŒste hinab. Sie zog die Nase kraus. „Also gut. ich leihe dir etwas von mir.“ Ihr Kopf ruckte hoch. „Aber ich warne dich, Sarah Wolpereit! Noch EIN klitzekleiner Vorfall und der Ausflug ist fĂŒr dich zu Ende.“
Sarah lĂ€chelte artig zu ihr auf. Halbwegs besĂ€nftigt fasste ihre Lehrerin nach der Schulterspange ihres Gewandes. Sie wollte eben den Stoff fallen lassen, als ihr Blick auf Hannes fiel. Sie sah ihn mit wortloser Strenge an. Er rĂ€usperte sich verlegen und wandte sich zum Fenster um. Im Spiegel der Nacht erschien ihm die vollendete FĂŒlle Kronweichscher BrĂŒste.

Sarah streckte den Nacken und presste die violett geschminkten Lippen auf den Warzenhof der linken Mamma. Ihre Wange höhlte sich nach innen und ihr Kehlkopf ging rhythmisch auf und nieder.
„Halt! Jetzt die andere Seite.“ Die Brust schmatzte von ihren Lippen. Deutlich erschlafft, schlappte sie herab. Sarah schnappte nach der anderen Warze. Als auch diese Brust auf das Volumen ihrer Nachbarin geschrumpft war, richtete die Spenderin sich mit einem Ruck auf.
„Das genĂŒgt.“ Mit einem kleinen Stoßseufzer verstaute sie die schlaffen Überbleibsel ihrer Pracht in den Stoffweiten ihres Sarongs. Argwöhnisch sah sie auf Sarah herab. „Bekommst du die Restruktion alleine hin? Finger sind ziemlich komplizierte Körperteile...“
„Oh, bestimmt, Frau Kronweich!“ Sarah nickte eifrig. „Dann kann ich mir auch gleich andere NĂ€gel stylen. Frenchlook. Sehen sie!“ Triumphierend streckte sie die linke Hand aus. Hannes traute dem Spiegelbild plötzlich nicht mehr. Er wandte sich um. Silberner Glimmer funkelte auf den zentimeterlangen NĂ€geln, als sie die weit gespreizten Finger leicht bewegt.
Die Kronweich nickte anerkennend. „Hast also doch etwas gelernt bei mir.“ Nach einem kontrollierenden Griff zu Dutt und Melone nahm sie ihren Schirm von der Haltestange. „Auf, Sarah Wolpereit! Wenn wir uns beeilen, holen wir die anderen noch vor der Festhalle ein.“ Sie schob sich durch den Gang zum Ausstieg und Sarah beeilte sich, ihr zu folgen. „Soooo sorry!“ flötete sie mit zuckersĂŒĂŸem LĂ€cheln. Dann waren sie fort.

Den Blick in der PfĂŒtze zu seinen FĂŒĂŸen versunken, rieb Hannes ĂŒber die neue Prellung an seiner Wade. Leder streifte an seinem Gesicht entlang und plumpste in den frei gewordenen Sitz.
„Tach Alter.“
„Tach Kurt.“ Er blieb in seiner Haltung.
„Hannes?“
Die Lederhose knarrte protestierend, als Kurt sich zu ihm herab beugte.
„Mensch Kerle, du siehst aus, als hĂ€tte dich ein Alien gefressen und wieder ausgekotzt.“
Reglos, nur seine HandflĂ€che strich in kleinen Kreisen ĂŒber die verschmierte Hose, stierte Hannes auf sein halbverdautes Abendessen. Schließlich richtete Kurt sich wieder auf.
„Jo.“ Hannes lehnte sich zurĂŒck und ließ den Kopf gegen die Scheibe sinken. Er schloss die Augen. „So Ă€hnlich.“
__________________
Ich glaube
an das Gesetz
der kritischen Masse

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Orangekagebo
Guest
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Hallo rumpel,

natĂŒrlich gut wie erwartet
Trotzdem kommt mir der Plot um Sarah und die Kronweich zu lang vor. So viel mĂŒsste die Kronweich nicht erklĂ€ren.

Was mir noch auffiel:

quote:
Er spreizte die Beine und ließ sich nach vorne fallen, um wenigstens Hose und Schuhe sauber zu halten.

Mit dem nach vorne fallen, da wĂŒrde ich deutlicher schreiben, dass er sich vorbeugt, um zu k... Ich hatte erst gedacht, er ist tatsĂ€chlich auf den Boden gestĂŒrzt.

quote:
Deutlich erschlafft, schlappte sie herab. Sarah schnappte nach der anderen Warze. Als auch diese Brust auf das Volumen ihrer Nachbarin geschrumpft war

Hieraus: Deutlich erschlafft, schlappte sie ...
Vielleicht besser: Sie sackte schlaff runter (oder so Ă€hnlich) erschlafft sagt fĂŒr mich dasselbe aus wie schlapp

Ist ein guter Genremix aus Horror, Humor und Science Fiction.

Gruß, Karsten

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petrasmiles
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Registriert: Aug 2005

Werke: 31
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Nein, nein, ich wĂŒrde nicht nach dem 'Damenbesuch' aufhören, weil so ja seine Reaktion nicht erzĂ€hlt werden könnte. Dann bliebe er nur zurĂŒck, aber nicht so zurĂŒck wie in der geschilderten stasis in der Begegnung mit dem Kumpel.
Wie es jetzt ist, sitzt nur seine HĂŒlle da, der geringste Rest des Innenlebens ist mit Klammern an die Vor-RealitĂ€t beschĂ€ftigt, das Meiste in ihm leugnet, was er gerade erlebt hat.
Ich möchte jetzt schreiben, dass die Szene mit der 'Aufseherin' unrealistisch ist, weil ich mir vorstellen wĂŒrde, dass 'man' um mehr Diskretion bemĂŒht wĂ€re und Hannes das PhĂ€nomen verbal nicht mitbekommt - aber was ist hier schon real?
Aber wenn Du nur beschreiben wĂŒrdest, was zwischen den beiden Frauen passiert, ohne Dialoge? Ich denke daran, nachdem der FlĂŒchtling aufgespĂŒrt wurde, schauen sie sich nur in intensiven Schattierungen an und handeln ....?

Du hast hier eine sehr sinnliche Sprache, die mir gut gefÀllt. Bei aller Unappetitlichkeit ein sexy Text.

Liebe GrĂŒĂŸe
Petra
__________________
Nein, meine Punkte kriegt Ihr nicht ... ! Gegen Bevormundung durch Punktabzug fĂŒr Gutwerter!

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