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Leselupe.de > Gereimtes
Begegnung mit dem Weihnachtsmann
Eingestellt am 11. 12. 2001 00:24


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Intonia
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jun 2001

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Begegnung mit dem Weihnachtsmann

"Willkommen, lieber Weihnachtsmann, wie geht's?
Trotz klirrender KĂ€lte pĂŒnktlich, wie stets!"

"FĂŒrwahr, vereist bin ich von Kopf bis Fuss,
und dennoch pĂŒnktlich kommt mein Festtagsgruss.
Durch dunkle WĂ€lder fĂŒhrte mich der Pfad,
da knackt und knirscht der Frost bei 30 Grad."

"Ja, lieber Weihnachtsmann, dein Los ist schwer ,
leg deinen Mantel ab und setz dich zu mir her.
Die Ofenbank ist wohlig warm und breit,
du hast doch sicher noch ein bisschen Zeit."

"Gewiss ist Zeit fĂŒr einen kleinen Schnack,
ich hab auch was fĂŒr dich in meinem Sack."

"O, lieber Weihnachtsmann, du bist famos,
ich setz mich einfach frech auf deinen Schoss."

"Ach, du bist lieb und wÀrmst mich ohne Scheu,
du weisst, wie ich mich immer auf dich freu.
Leg deine warme Hand an meine kalte Brust,
mein Herz, es pocht, dass du es spĂŒren musst."

"O ja, ich fĂŒhle es, wie es mit schnellem Schlag
den kalten Hauch vertreibt, der auf ihm lag.
Doch lieber Weihnachtsmann, leg deine kalte Hand
doch auch an meine Brust - unter das Miederband."

" Mein Kind, wie ist dein Busen warm und weich,
erlaube mir, dass ich auch deine Schenkel streich'."

"Nur zu, mein Schoss ist wie ein Ofenrohr,
das deine Hand verbrennt, drum sieh dich vor."

"Recht hast du, und wie Seide ist die zarte Haut,
nun sind die HĂ€nde bald schon wieder aufgetaut.
Ach, wÀren alle Glieder doch schon frei vom Eis,
leg du auch deine Hand in meinen Schoss ganz leis'."

"Mein Gabenbringer, gern folg' ich dem Wunsch,
doch stossen wir erst an mit einem heissen Punsch,
er wÀrmt von innen, löst die Zunge, ist gesund,
aah, das tut gut, jetzt lös' ich deinen Hosenbund."

"Wie gut sich deine Hand an meinem Beutel fĂŒhlt,
er war bestimmt noch nie so schrecklich unterkĂŒhlt."

"Was hast du, Weihnachtsmann, in deinem SĂ€ckchen, sprich!
Sind das die NĂŒsse fĂŒr den bunten Gabentisch?"

"Oh, liebes Kind, es sind die Mandeln meiner MĂ€nnlichkeit,
dein zarter Griff verschafft mir unendliche Lustbarkeit.
Nimm auch den kleinen Michel fest in deine Hand,
er ist so kalt, dass ich beim Pullern ihn erst gar nicht fand."

"O ja, er ist so unscheinbar und wie mit Eis belegt,
ich will ihn streicheln, dass er sich bald krÀftig wieder regt.
O, sieh das Wunder, wonach mein Schoss schon lechzt,
sieh nur den Eiszapfen, der beim Schmelzen wÀchst."

"Wo gute Pflege ist, gedeiht das unscheinbarste Ding,
wÀchst schnell zum Zapfen, wo vorher nur ein ZÀpfchen hing."

"Wie krÀftig schwillt in seinen Adern schon das Blut,
Ich glaube, meiner HĂ€nde WĂ€rme tut ihm sichtlich gut."

"Ooh, mehr als gut tut deiner HĂ€nde ZĂ€rtlichkeit,
ich fĂŒhl mich wieder jung und wie von einer Last befreit,
so ungestĂŒm drĂ€ngt meine Manneskraft empor.
Ach, öffne schnell des Garten Eden goldnes Tor."

"Stoss du es auf mit deiner Liebe festem Schwert,
ich hab schon lange nicht so stark die Leidenschaft begehrt.
O, sĂŒsses Ziehen! Drin im Herzen steckt Freund Amors Pfeil,
stoss zu, mein lieber Weihnachtsmann, ich bin ja richtig geil!"

"Mein Kind, des Erdendaseins höchste Freude ist die Lust,
drum gib dich ihr mit ganzem Herzen hin und voller Brust."

"Das will ich tun und öffne ohne falsche Scham mein Herz,
vereint mit dir geniesse ich den sĂŒssen Liebesschmerz."

"Oooo, herrlich drĂ€ngt das LustgefĂŒhl in mir empor.
Ich höre SphÀrenklÀnge, als wÀr in mir ein Engelchor.
Ach, wĂŒrde doch das Wort von Liebe ĂŒberall zu Fleisch,
die Menschen machte es auch ohne materielle Dinge reich."

"Oh, lieber Weihnachtsmann, die Weisheit deiner Jahre spricht!
Wir Menschenkinder sind nur taub und hör'n sie nicht.
Begrenzt ist unser Potential fĂŒr Liebe und GefĂŒhl,
Wir zieh'n den Eigennutz zu oft mit ins KalkĂŒl."

"Ja, du hast recht, mein Kind, so denkt der Mensch zu oft,
und tut nur das, wovon er selbst sich Vorteil gleich erhofft."

"Ganz einfach jedoch ist die Formel fĂŒr das GlĂŒck:
Das, was du gibst, bekommst du tausendfach zurĂŒck!"

"Ich stimm dir zu, das was du tust, es kommt zu dir zurĂŒck,
denn tust du etwas Böses, so ist davon in dir ein StĂŒck,
vergiftet nach und nach dir Herz und auch Verstand,
zerreisst zum Schluss der Freundschaft und der Liebe Band."

"So werden Einsamkeit und Leiden dir zum Lohn
und du versinkst am End' in tiefe Depression.
Komm, Weihnachtsmann, die Philosophen lass jetzt ruhn,
Ich möchte noch so gern dir etwas Gutes tun."

"Mein liebster Schatz, es ist an mir, dir Gutes zu bescher'n,
ich pack den Sack jetzt aus, um deine Freude zu vermehr'n."

"Gross ist die Freude wie auch meine Dankbarkeit,
doch was mich quÀlt, ist Sehnsucht nach mehr ZÀrtlichkeit."

"Mit meinen Gaben, liebes Kind, will ich dich heut erfreun,
und auch der Liebe Glut soll tief in deinem Herzen sein.
Denn weisst du was? Besiegelt sei's mit diesem Kuss:
Ich bleibe hier - als Weihnachtsmann mach ich jetzt Schluss!"
__________________
"Liebe kostet nichts und ist doch das Teuerste auf der Welt."

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Kadra
Guest
Registriert: Not Yet

Lieber Intonia,

die Idee und auch die Umsetzung ist ja recht witzig, doch hatte ich beim Lesen stĂ€ndig das Bild eines alten weißbĂ€rtigen Mannes mit einem KIND auf dem Schoss im Kopf. Und ehrlich gesagt ist mir dabei das Lachen im Hals stecken geblieben. Beabsichtigt?

Lieben Gruß von
Kadra

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Intonia
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jun 2001

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Kein Kinderporno!

Liebe Kadra,

da sind Dir offensichtlich unbeabsichtigte Assoziationen durch den Kopf gegangen, die ich bisher bei diesem Gedicht nicht beobachten konnte. Ich hatte es erst unter Winterimpressionen veröffentlicht und dort reichten die Reaktionen von "schallendes GelÀchter" bis "dankbare Heiterkeit". Schade, dass Du nicht lachen konntest.

Liebe GrĂŒsse

Intonia
__________________
"Liebe kostet nichts und ist doch das Teuerste auf der Welt."

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Willi Corsten
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Apr 2001

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Lieber Intonia,
die Meinungen gehen hier auseinander. Bei so einem - wie soll ich sagen - erinnerungsfrohen Thema wie Nikolaus, Weihnachten usw. reagiert manch einer empfindlich. Ich kann Kadra gut verstehen, weil auch mir nie in den Sinn kĂ€me, "abfĂ€llig" darĂŒber zu schreiben.
Das schmÀlert aber nicht Deine handwerkliche Leistung. Sie ist (unabhÀngig vom Thema) echt gut.
Liebe GrĂŒĂŸe
Willi

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Kadra
Guest
Registriert: Not Yet

Lieber Intonia,

ich wollte dir ganz sicher keinen absichtlichen Kinderporno unterjubeln. Dazu schÀtze ich dich viel zu sehr.

FĂŒr mich ist der Weihnachtsmann aber nun mal eine Person aus der Kindheit. Er besucht Kinder und bringt ihnen Geschenke mit. Die Kinder glauben an ihn, vertrauen ihm und setzen sich durchaus bei ihm auf den Schoss. Wenn nun dieses Bild mit Erotik und SexualitĂ€t verknĂŒpft wird, dann wird es eben fĂŒr mich kritisch. Zumal der begehrliche Santa in deinem Text seine Beschenkte auch immer mit "mein Kind" anspricht...

Lieben Gruss von
Kadra

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Rote Socke
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Intonia,

ich stimme gleich zu: Handwerklich wirklich prima! Dass der Protagonist dann aber der Weihnachtsmann sein muss, klar, da scheiden sich die Geister und ich stelle mich da auf die Seite derjenigen, die dann nicht mehr herzerfrischend das Gedicht ein zweites Mal lesen mögen. Das ist halt eine persönliche Ansichtssache, wie man mit diesen mehr oder weniger religiösen Dingen umgeht. Ich gehe halt etwas mehr damit um. FĂŒr Kinder sehe ich da weniger Gefahr, so lange sie es denn nicht lesen können, bzw. vorgelesen bekommen.
Es soll ja genĂŒgend erwachsene Menschen geben, die nicht so viel am Hut haben mit der ReligiösitĂ€t. Na denen will ich den Spass daran dann nicht vergönnen.

Gruss
Volkmar

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