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Leselupe.de > Kindergeschichten
Bei Familie Storch
Eingestellt am 21. 09. 2004 18:56


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M├Ąrchentante
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Auf dem Gutshaus, am Rande des Dorfes gelegen, thronte ein m├Ąchtiges Storchennest. Es wurde bewohnt von Vater und Mutter Storch, und ihren drei Kindern. Wie seit langem schon, bezogen die beiden immer wieder ihr gleiches Zuhause, wenn sie aus Afrika zur├╝ck kamen. Sie besserten es hier und da aus, machten es sch├Ân weich und gem├╝tlich, und zogen dort jedes Jahr ihre Jungen auf. Mal waren es zwei, mal drei, wie in diesem Sommer.

"Besorgst du schon mal das Fr├╝hst├╝ck, Schatz? Ich bringe derweil das Nest in Ordnung. Unsere Kleinen scheinen wieder einen gewaltigen Appetit zu haben." fragte Mutter Storch ihren Mann, w├Ąhrend sie anfing, die langsam erwachenden Kinder zu beruhigen, die, sobald sie die Augen aufschlugen, nach Nahrung jammerten.
"Ja, ist gut, ich fliege schon meine Liebe," antwortete dieser. "Hast du einen bestimmten Wunsch? Ein paar fette M├Ąuse, oder besonders saftige Regenw├╝rmer? Vielleicht k├Ânnte ich auch ein leckeres Fischlein nur f├╝r dich aus dem Teich ergattern, bis sp├Ąter," lachte er und flog davon. L├Ąchelnd sah seine Frau ihm nach, wie er elegant durch die Luft segelte, in Richtung Wiese. Er war ja so nett, und immer gut gelaunt, obwohl die Futtersuche f├╝r sie beide gro├čen Stress bedeutete. Sie waren schon ziemlich lange ein Paar, und verstanden sich sehr gut. Nachher w├╝rde sie ihn abl├Âsen, damit er ein wenig verschnaufen konnte. Sie lie├čen die Jungen nie f├╝r l├Ąngere Zeit allein, sondern wechselten sich stets ab.

Ja, es war anstrengend Kinder aufzuziehen. Wochenlang mussten sie von morgens bis abends auf Futtersuche f├╝r die kleinen Nimmersatte gehen. Sogar auch in den ersten Tagen wenn sie fl├╝gge waren, denn erst von da an konnten sie lernen zu jagen, und sich selbst versorgen. Z├Ąrtlich sah sie ihre Jungen an, die wie gebannt auf den Rand des Nestes starrten, ungeduldig auf ihre Mahlzeit wartend. "Ihr kleinen Vielfra├če," dachte die St├Ârchin liebevoll, und betrachtete ihre wei├čen Federb├Ąllchen. "Na ja, das Gr├Âbste ist fast ├╝berstanden. Bald k├Ânnt auch ihr fliegen, und dann geht`s gemeinsam zum Essen auf Wiese und Feld."
Die Jungen wurden unruhig, denn nun landete ihr Vater mit dem Futter bei ihnen. Ausgehungert st├╝rzten sie sich auf die Leckerbissen. Zum Schluss hatte er doch tats├Ąchlich, wie versprochen, noch ein silbrig gl├Ąnzendes Fischlein f├╝r seine Gef├Ąhrtin mit dabei.
"Hier, der ist f├╝r dich," sagte er warm, und schon war er wieder weg, um Nachschub zu besorgen. Sie war ger├╝hrt, und freute sich sehr.

Wenn die kleinen Storchenkinder am sp├Ąten Abend satt und m├╝de, endlich Ruhe gaben und schliefen, schauten die ersch├Âpften Eltern aus luftiger H├Âhe ├╝ber die Umgebung. Nun konnten sie sich endlich ein wenig entspannen. Sie h├Ârten dem warmen Abendwind zu, der leise in den B├Ąumen rauschte, und beobachteten die Rehm├╝tter mit ihren Kitzen, die vorsichtig aus dem nahen Wald traten, um auf der Wiese nach Kr├Ąutern zu suchen. Ein paar kleine Fuchsjunge tollten noch ausgelassen vor ihrem Bau, als der Mond schon langsam aufging. Auf dem Dorfteich schnatterten einige Enten, sie hielten ihr Abendschw├Ątzchen. Vereinzelt zwitscherte ein Vogel in den Zweigen der alten Kastanien, und aus der Ferne vernahm man das gellende Rufen der Kraniche, die hinter einem H├╝gel ihr Nachtquartier bezogen hatten. Die Turmuhr der kleinen Kirche schlug, und ab und an bellte ein Hund. Allm├Ąhlich wurde es unter ihnen immer ruhiger, das Dorf ging schlafen.

Leise unterhielten sich die Storcheneltern.
"Unsere Kinder sind jetzt soweit, dass sie fliegen lernen m├╝ssen." ,meinte der Vater.
"Ich wei├č." ,antwortete seine Frau "Einige aus den Nachbarhorten haben schon mit dem ├ťben begonnen. Meinst du, wir k├Ânnten es morgen mal mit ihnen probieren?" Er war einverstanden.
"Warum nicht? Je eher, desto besser. Die Zeit vergeht schnell, und bis zu unserem Abflug dauert es nicht mehr lange, wie du wei├čt."
"Na, das wird wieder aufregend," lachte sie still vor sich hin, "wie in jedem Jahr."
"Ganz sicher," schmunzelte er, "doch es ist ein weiter Weg und sie m├╝ssen noch viel lernen und fit sein, wenn es soweit ist. Afrika ist fern, meine Liebe, lass uns Morgen in aller Fr├╝he mit dem Unterricht beginnen."

Es versprach, ein herrlicher Sommertag zu werden. Ideales Flugwetter k├╝ndigte sich an und so ermunterten die beiden nach dem Fr├╝hst├╝ck ihre drei Spr├Âsslinge, es mit dem Fliegen zu versuchen. Aufgeregt und ein wenig ├Ąngstlich, standen sie am Nestrand, und trauten sich einfach nicht. Sie flatterten mit ihren Fl├╝geln und meinten: "Wir w├╝rden wirklich gerne endlich fliegen k├Ânnen, nur wie sollen wir es anstellen?"
"Ja aber, das lernt ihr doch von uns. Wir bringen es euch solange bei, bis ihr ebenso gut fliegt wie wir." ,antworteten die Eltern.
Unerm├╝dlich zeigten sie ihnen Start und Landung, wie man sich in der Luft h├Ąlt, und mit dem Wind so sch├Ân segeln konnte.
"Es ist ganz einfach." ,riefen sie den kleinen Angsthasen zu. ,nur Mut!"
"Huch, ist das hoch!" sagte eines der Jungen, immer noch zaudernd.
"Aber das muss es, sonst klappt es mit dem Fliegen nicht." ,meinte die Mutter und ermunterte sie weiter: "Wie sollen wir denn nach Afrika kommen, wenn ihr es nicht lernt? Seht euch mal um. Der Nachwuchs der anderen Familien ├╝bt auch schon flei├čig. Sie sind jetzt keine kleinen Kinder mehr, sondern Jungst├Ârche, und darauf sind sie m├Ąchtig stolz."

Es stimmte. Auf den umliegenden Horsten herrschte reges Treiben. Die Jungv├Âgel waren emsig bei der Sache, und diejenigen, die es schon ein wenig konnten, bekamen gar nicht genug. Ihre Fliegerei sah noch ein wenig unbeholfen aus, und manch einer landete statt im Nest auf dem kleinen Kirchturm oder dem Feuerwehrhaus. Aber wie sagt ein altes Sprichwort? "├ťbung macht den Meister."
Der Ehrgeiz packte die Storchenkinder: "Was die k├Ânnen, k├Ânnen wir auch." ,sagten sie ├╝berzeugt. "Doch was ist Afrika?"
"Das ist ein Land, weit weg von hier." ,erkl├Ąrte der Vater. "Wir erz├Ąhlen euch sp├Ąter davon, jetzt wird erst ge├╝bt. Wer macht den Anfang?"
"Ich." ,riefen alle gleichzeitig.
Die Eltern lachten: "Na also! Erst will niemand, dann alle auf einmal. Nun los, aber bitte einer nach dem anderen, sonst gibt es ein Chaos."

Der erste fasste sich ein Herz und sprang vom Nestrand in die Tiefe.
"Meine G├╝te." ,schrie seine Mutter entsetzt auf, "├Âffne gef├Ąlligst deine Fl├╝gel, wof├╝r hast du sie denn?"
Er trudelte mit klopfendem Herzchen, hin und her schwingend, genau auf die Dorfstra├če zu. Die Eltern erstarrten. Da, endlich spannte er seine Fl├╝gel auf. Stolpernd landete der kleine Storch und dachte bei sich: "Hui, hui, das war knapp, aber irgendwie ein wirklich sch├Ânes Gef├╝hl."
Erleichtert atmeten die Eltern oben im Horst auf: "So, und jetzt wieder nach oben." ,riefen sie ihm zu.
Das war aber gar nicht so einfach, runter ging es eindeutig leichter. Nach ein paar vergeblichen Versuchen gewann er an H├Âhe. Jedoch schaffte er es nicht direkt bis ins Nest zur├╝ck, sondern landete unterwegs zuvor auf einem Stall. Von dort ging es dann weiter nach oben.
"Hab noch einen Zwischenstopp auf dem Stalldach eingelegt," kicherte er, jetzt schon ├╝berm├╝tig werdend.
"Scherzkeks." ,grinste sein Vater. "War aber gar nicht so schlecht f├╝r den Anfang."
"Fliegen ist ja so toll!" ,meinte der Kleine und bettelte: "Kann ich gleich noch mal? Bitte, bitte!"

"N├Â, wir sind dran." ,meldeten sich seine Geschwister, die es nun nicht mehr abwarten konnten. Gleichzeitig sprangen sie aus dem Nest.
"Hatten wir nicht nacheinander gesagt," fragte die Mutter. Die beiden h├Ârte es schon nicht mehr. Sie segelten nach unten, gefolgt von ihrem Bruder. Einer landete in einem T├╝mpel und der andere machte eine Bruchlandung auf einem Misthaufen. Die H├╝hner stieben erschreckt auseinander und gackerten, was das Zeug hielt: "Jedes Jahr dasselbe Drama mit dem Jungvolk. Einen so zu erschrecken, da vergeht unser einem ja das Eierlegen."
Der dritte im Bunde, st├╝rzte mitten auf eine Kuhweide. Die K├╝he waren so verdattert, dass sie das Grasen verga├čen und ihn mit ihren gro├čen Augen sprachlos anstarrten.
"Nichts f├╝r ungut, und einen sch├Ânen Tag noch." ,meinte der kleine Storch fr├Âhlich zu ihnen und rappelte sich wieder auf. "Ich lerne heute fliegen, m├╝sst ihr wissen, das ist gar nicht so einfach." Und dann rannte er, mit den Fl├╝geln schlagend davon, bis es ihm gelang, wieder aufzusteigen. Verdutzt sahen sie ihm nach.
Auf einem der H├Âfe stand ein Bauer in der T├╝r, der seiner Frau lachend zurief: "Du, ich glaube, die Storchenkinder sind fl├╝gge geworden."

Die Eltern hatten das Ganze von oben besorgt mit angesehen und schlugen ihre Fl├╝gel ├╝ber dem Kopf zusammen.
"Wir haben ja gewusst, es wird aufregend." ,sagte der Vater. "Gott sei Dank, ist keinem etwas passiert."
Die Mutter aber atmete nur erleichtert auf und zog es vor, zu schweigen.
"Komm, wir fliegen runter und sammeln unsere Spr├Âsslinge wieder ein." ,meinte er jetzt l├Ąchelnd zu ihr. "Mach dir keine Sorgen, mein Herz, das Bangen ist vorbei, sie haben es geschafft. Mit jedem Tag werden sie nun besser."

Nach unz├Ąhligen Flugversuchen am Tage lagen die Jungen ersch├Âpft, aber gl├╝cklich im Nest, als pl├Âtzlich eine Gruppe von St├Ârchen ├╝ber der Familie kreiste.
"Hey Leute." ,riefen diese ihnen zu. "Wie weit sind eure Kinder denn? ├ťben sie flei├čig? Bald geht`s auf die gro├če Reise."
"Haben heute angefangen." ,riefen die Eltern zur├╝ck. "Bis zum Abflug werden sie perfekt sein."
"M├╝ssen sie auch." ,antworteten die anderen. "Ist schlie├člich ein weiter Weg nach Afrika. Wollen noch zu den n├Ąchsten Nachbarn. Also dann, wir sehen uns alle beim Start." Danach drehten sie ab und flogen weiter.
Die drei Jungen waren hellwach. Da war es schon wieder, dieses Afrika. Warum sollten sie eigentlich auf eine gro├če Reise gehen? Es war doch sch├Ân hier. Sie kannten die Umgebung, es gab genug Futter und man konnte herrlich mit den anderen Storchenkindern spielen.
Die Eltern erkl├Ąrten es ihnen nun:

"In jedem Jahr, wenn der Sommer zu Ende geht, fliegen wir Storchenfamilien zusammen in ein fernes Land, das Afrika hei├čt. Es ist sehr, sehr weit, und man muss gro├če Ausdauer haben und prima fliegen k├Ânnen, um dieses Ziel zu erreichen. Wir fliegen ├╝ber Berge und T├Ąler, ├╝ber D├Ârfer und St├Ądte, und auch ├╝ber viel Wasser, bis wir dort ankommen. Auch ist die Reise nicht gefahrlos. Manch einem von uns ist unterwegs schon ein Ungl├╝ck passiert, weil er in eine der Hochspannungsleitungen oder die riesigen Windr├Ąder geraten ist. Dann sind wir immer alle sehr traurig. Also merkt euch das, Vorsicht bei Leitungen und diesen Windr├Ądern."

"Aber wieso bleiben wir nicht einfach hier, wenn es so gef├Ąhrlich und anstrengend ist," wurden sie von ihren Jungen gefragt.
"Nun," fuhren die Eltern ernst werdend fort, "ihr Kinder kennt bisher in eurem jungen Leben nur den Sommer mit seiner W├Ąrme. Ihr habt t├Ąglich ausreichend Futter, Spiel und Spa├č. Doch in ein paar Wochen sieht es hier ganz anders aus. Es wird jetzt stets k├Ąlter werden. Die Sonne versteckt sich immer h├Ąufiger hinter dicken, grauen Wolken. Es regnet und st├╝rmt viel, und die B├Ąume verlieren ihr Laub. Etwa sp├Ąter ist es dann bitterkalt, und es gibt f├╝r uns St├Ârche kaum noch Nahrung. J├Ąmmerlich m├╝ssten wir zugrunde gehen. Winter nennen die Menschen diese Zeit, in der die Natur schl├Ąft. Bis es wieder so ist wie jetzt, gehen ein paar Monate ins Land."
"Oh, wir m├Âchten nicht hungern und frieren!" sagten die Kleinen. "Das w├Ąre ja schrecklich." Und sie klapperten aufgeregt mit den Schn├Ąbeln.

"Ja, seht ihr, aus diesem Grunde fliegen wir so weit fort in ein fernes Land und kommen erst zur├╝ck, wenn es hier wieder warm wird." ,erkl├Ąrten die Storcheneltern weiter.
"Wir sind aber nicht die einzigen, die f├╝r eine Weile fortziehen. Au├čer uns machen sich auch die Graureiher, die ihr schon oft am Teich gesehen habt, die Schwalben, der Kuckuck, die Stare und Kiebitze und viele mehr auf den weiten Weg. Doch nicht alle fliegen mit uns bis nach Afrika. Manche bleiben auch unterwegs in den s├╝dlichen L├Ąndern, die Italien und Spanien hei├čen."
Neugierig wurden sie unterbrochen: "Und wie ist es in Afrika? Ist es dort so wie hier?"

"Es ist ein sch├Ânes Land." ,lautete die Antwort. "Sehr warm und es gibt viel Futter f├╝r uns alle. Ihr werdet dort Tiere und andere gro├če V├Âgel kennen lernen, von denen ihr noch nie geh├Ârt habt."
Die Kleinen wurden immer unruhiger: "Dann lasst uns schnell hinfliegen."
Die Eltern lachten: "Langsam, langsam, erst m├╝sst ihr noch t├╝chtig ├╝ben. Ab Morgen werden wir euch au├čerdem im Jagen unterrichten, denn unterwegs ist jeder auf sich selbst gestellt. So, aber nun ist Schluss f├╝r heute. Es ist sp├Ąt geworden, und ihr braucht euren Schlaf."
"Wie spannend das doch alles ist." ,fl├╝sterten die drei, und die Augen fielen ihnen schon fast zu vor M├╝digkeit.

Das Jagen war eine ziemlich m├╝hselige Angelegenheit, wenn man es selbst besorgen musste! Geduldig zeigten es ihnen die Eltern, immer und immer wieder. Noch waren sie ein wenig ungeschickt und es entkam ihnen manch ein Leckerbissen, aber sie gaben nicht auf, und ein auf`s andere Mal seufzten sie: "Es ist ganz sch├Ân anstrengend, erwachsen zu werden."
Einer von ihnen entdeckte auf der Wiese ein Kaninchen, das langsam vor ihm herhoppelte. Was war das denn f├╝r eine gro├če Delikatesse? Eilig nahm er die Verfolgung auf und schnappte mit seinem Schnabel zu.
"Autsch!" ,schrie das Kaninchen. "Wie kommst du dazu mich zu zwicken? So eine Unversch├Ąmtheit. Halte dich lieber an M├Ąuse und Fr├Âsche, f├╝r dich bin ich eine Nummer zu gro├č. Einem so einen Schrecken einzujagen!"
Emp├Ârt hoppelte es davon.
"Na so was!" ,staunte der junge Storch. "Ich muss wohl noch viel lernen."

Nun war mittlerweile t├Ąglich zu sp├╝ren, dass der Sommer zu Ende ging. Am Tage war es zwar noch mollig warm, doch morgens und abends wurde es sp├╝rbar k├╝hler. Auch stieg jetzt gelegentlich schon mal Nebel ├╝ber den Wiesen auf. Schwalben und Stare sammelten sich zwitschernd auf den Leitungen, auch ihr Abflug stand kurz bevor. Die Getreidefelder waren abgeerntet. Goldgelb lagen sie in der Sonne, unterbrochen von gr├╝nen Wiesen und Maisfeldern. Die Bl├Ątter der B├Ąume f├Ąrbten sich bunt und schwebten durch den leichten Wind raschelnd zur Erde. Die stacheligen Kastanien reiften langsam heran. An den Obstb├Ąumen in den G├Ąrten hingen rotwangige, pralle ├äpfel und Birnen an den Zweigen. Dicke, wei├če Flauschwolken t├╝rmten sich wie Sahne am tiefblauen Himmel auf. Es wurde ruhiger in der Natur. Die V├Âgel waren mit dem Br├╝ten und der Aufzucht ihrer Jungen fertig und hatten sie gr├╝ndlich auf den weiten Flug in die Ferne vorbereitet.

Im Storchennest herrschte gro├če Aufregung. Die Zeit war gekommen, Abschied vom Dorf zu nehmen.
"Also Kinder," sagten die Eltern zu ihren Jungen, "es ist soweit. Morgen in aller Fr├╝he brechen wir in w├Ąrmere Gefilde auf. Unterwegs werden wir uns mit den anderen Familien zusammen schlie├čen, und dann hei├čt es: "Auf nach Afrika!"
Sie gaben ihnen noch einige wertvolle Ratschl├Ąge und ermahnten sie zu ruhen, denn anstrengende Tage w├╝rden sie erwarten.

In dieser Nacht war es sehr klar. Wunderh├╝bsche Sternschnuppen jagten ├╝ber den n├Ąchtlichen Septemberhimmel, als die St├Ârchin leise zu ihrem Mann sagte: "Ich w├╝nsche mir sehr, dass wir die Strapazen, die diese Reise mit sich bringen wird, gut ├╝berstehen. Sieh sie dir an, unsere Drei, nun sind sie fast erwachsen. Bald schon werden sie ihre eigenen Familien gr├╝nden. Wie schnell doch die Zeit vergeht."
"Ja, du hast recht." ,antwortete er z├Ąrtlich. "Aber so ist das Leben, mein Herz, und im n├Ąchsten Jahr ziehen wir beide hier unsere n├Ąchsten Kinder auf, was meinst du?"
Liebevoll sah sie ihn an: "Nat├╝rlich machen wir das, Schatz, wie in jedem Jahr."

Als sich Familie Storch am n├Ąchsten Morgen in die L├╝fte erhob, ging die Sonne gerade glutrot am Horizont auf.
Die Dorfbewohner sahen ihnen wehm├╝tig hinterher und riefen ihnen zu: "Gute Reise, und kommt im Fr├╝hling alle gesund zur├╝ck!"

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Bei Familie Storch
Ver├Âffentlicht von M├Ąrchentante am 21. 09. 2004 18:56
Auf dem Gutshaus, am Rande des Dorfes gelegen, trohnte (thronte) ein m├Ąchtiges Storchennest. Es wurde bewohnt von Vater und Mutter Storch, und ihren drei Kindern. Wie seit langem schon, bezogen die beiden immer wieder ihr gleiches Zuhause, wenn sie aus Afrika zur├╝ck kamen. Sie besserten es hier und da aus, machten es sch├Ân weich und gem├╝tlich, und zogen dort jedes Jahr ihre Jungen auf. Mal waren es zwei, mal drei, wie in diesem Sommer.

"Besorgst du schon mal das Fr├╝hst├╝ck, Schatz? Ich bringe derweil das Nest in Ordnung. Unsere Kleinen scheinen wieder einen gewaltigen Appetit zu haben."(Komma) fragte Mutter Storch ihren Mann, w├Ąhrend sie anfing, die langsam erwachenden Kinder zu beruhigen, die, sobald sie die Augen aufschlugen, nach Nahrung jammerten.
"Ja, ist gut, ich fliege schon(Komma) meine Liebe," antwortete dieser. "Hast du einen bestimmten Wunsch? Ein paar fette M├Ąuse, oder besonders saftige Regenw├╝rmer? Vielleicht k├Ânnte ich auch ein leckeres Fischlein nur f├╝r dich aus dem Teich ergattern, bis sp├Ąter,(Punkt statt Komma)"(Komma) lachte er und flog davon. L├Ąchelnd sah seine Frau ihm nach, wie er elegant durch die Luft segelte, in Richtung Wiese. Er war ja so nett, und immer gut gelaunt, obwohl die Futtersuche f├╝r sie beide gro├čen Stress bedeutete. Sie waren schon ziemlich lange ein Paar,(kein Komma) und verstanden sich sehr gut. Nachher w├╝rde sie ihn abl├Âsen, damit er ein wenig verschnaufen konnte. Sie lie├čen die Jungen nie f├╝r l├Ąngere Zeit allein, sondern wechselten sich stets ab.

Ja, es war anstrengend(Komma) Kinder aufzuziehen. Wochenlang mussten sie von morgens bis abends auf Futtersuche f├╝r die kleinen Nimmersatte gehen. Sogar auch in den ersten Tagen(Komma) wenn sie fl├╝gge waren, denn erst von da an konnten sie lernen zu jagen,(kein Komma) und sich selbst versorgen. Z├Ąrtlich sah sie ihre Jungen an, die wie gebannt auf den Rand des Nestes starrten, ungeduldig auf ihre Mahlzeit wartend. "Ihr kleinen Vielfra├če," dachte die St├Ârchin liebevoll, und betrachtete ihre wei├čen Federb├Ąllchen. "Na ja, das Gr├Âbste ist fast ├╝berstanden. Bald k├Ânnt auch ihr fliegen, und dann geht`s gemeinsam zum Essen auf Wiese und Feld."
Die Jungen wurden unruhig, denn nun landete ihr Vater mit dem Futter bei ihnen. Ausgehungert st├╝rzten sie sich auf die Leckerbissen. Zum Schluss hatte er doch tats├Ąchlich, wie versprochen, noch ein silbrig gl├Ąnzendes Fischlein f├╝r seine Gef├Ąhrtin mit dabei.
"Hier, der ist f├╝r dich," sagte er warm, und schon war er wieder weg, um Nachschub zu besorgen. Sie war ger├╝hrt, und freute sich sehr dar├╝ber (├╝berfl├╝ssig, sonst freut sie sich ├╝ber ihre R├╝hrung).

Wenn die kleinen Storchenkinder am sp├Ąten Abend satt und m├╝de,(kein Komma) endlich Ruhe gaben und schliefen, schauten die ersch├Âpften Eltern aus luftiger H├Âhe ├╝ber die Umgebung. Nun konnten sie sich endlich ein wenig entspannen. Sie h├Ârten dem warmen Abendwind zu, der leise in den B├Ąumen rauschte, und beobachteten die Rehm├╝tter mit ihren Kitzen, die vorsichtig aus dem nahen Wald traten, um auf der Wiese nach Kr├Ąutern zu suchen. Ein paar kleine Fuchsjunge tollten noch ausgelassen vor ihrem Bau, als der Mond schon langsam aufging. Auf dem Dorfteich schnatterten einige Enten, sie hielten ihr Abendschw├Ątzchen. Vereinzelt zwitscherte ein Vogel in den Zweigen der alten Kastanien, und aus der Ferne vernahm man das gellende Rufen der Kraniche, die hinter einem H├╝gel ihr Nachtquartier bezogen hatten. Die Turmuhr der kleinen Kirche schlug, und ab und an bellte ein Hund. Allm├Ąhlich wurde es unter ihnen immer ruhiger, das Dorf ging schlafen.

Leise unterhielten sich die Storcheneltern.
"Unsere Kinder sind jetzt soweit, dass sie fliegen lernen m├╝ssen,(Punkt statt Komma)"(Komma) meinte der Vater.
"Ich wei├č,(Punkt statt Komma)"(Komma) antwortete seine Frau,(Punkt statt Komma) " einige (Einige) aus den Nachbarhorten haben schon mit dem ├ťben begonnen. Meinst du, wir k├Ânnten es morgen mal mit ihnen probieren?" Er war einverstanden.
"Warum nicht? Je eher, desto besser. Die Zeit vergeht schnell, und bis zu unserem Abflug dauert es nicht mehr lange, wie du wei├čt."
"Na, das wird wieder aufregend," lachte sie still vor sich hin, "wie in jedem Jahr."
"Ganz sicher," schmunzelte er, "doch es ist ein weiter Weg,(kein Komma) und sie m├╝ssen noch viel lernen und fit sein, wenn es soweit ist. Afrika ist fern, meine Liebe, lass uns Morgen in aller Fr├╝he mit dem Unterricht beginnen."

Es versprach(Komma) ein herrlicher Sommertag zu werden. Ideales Flugwetter k├╝ndigte sich an,(kein Komma) und so ermunterten die beiden nach dem Fr├╝hst├╝ck ihre drei Spr├Âsslinge, es mit dem Fliegen zu versuchen. Aufgeregt und ein wenig ├Ąngstlich,(kein Komma) standen sie am Nestrand, und trauten sich einfach nicht. Sie flatterten mit ihren Fl├╝geln und meinten: "Wir w├╝rden wirklich gerne endlich fliegen k├Ânnen, nur wie sollen wir es anstellen?"
"Ja aber, das lernt ihr doch von uns. Wir bringen es euch solange bei bei (doppelt), bis ihr ebenso gut fliegt wie wir,(Punkt statt Komma)"(Komma) antworteten die Eltern.
Unerm├╝dlich zeigten sie ihnen Start und Landung, wie man sich in der Luft h├Ąlt, und mit dem Wind so sch├Ân segeln konnte.
"Es ist ganz einfach,(Punkt statt Komma)"(Komma) riefen sie den kleinen Angsthasen zu,(Punkt statt Komma Anf├╝hrungszeichen) nur Mut!"
"Huch, ist das hoch,(Punkt statt Komma)"(Komma) sagte eines der Jungen, immer noch zaudernd.
"Aber das muss es, sonst klappt es mit dem Fliegen nicht,(Punkt statt Komma)"(Komma) meinte die Mutter,(kein Komma) und ermunterte sie weiter: "Wie sollen wir denn nach Afrika kommen, wenn ihr es nicht lernt? Seht euch mal um. Der Nachwuchs der anderen Familien ├╝bt auch schon flei├čig. Sie sind jetzt keine kleinen Kinder mehr, sondern Jungst├Ârche, und darauf sind sie m├Ąchtig stolz."

Es stimmte. Auf den umliegenden Horten,(kein Komma) herrschte reges Treiben. Die Jungv├Âgel waren emsig bei der Sache, und diejenigen, die es schon ein wenig konnten, bekamen gar nicht genug. Ihre Fliegerei sah noch ein wenig unbeholfen aus, und manch einer landete statt zur├╝ck (├╝berfl├╝ssig) im Nest,(kein Komma) auf dem kleinen Kirchturm oder dem Feuerwehrhaus. Aber wie sagt ein altes Sprichwort? "├ťbung macht den Meister."
Der Ehrgeiz packte die Storchenkinder: "Was die k├Ânnen, k├Ânnen wir auch,(Punkt statt Komma)"(Komma) sagten sie ├╝berzeugt,(Punkt statt Komma) " doch (Doch) was ist Afrika?"
"Das ist ein Land, weit weg von hier,(Punkt statt Komma)"(Komma) erkl├Ąrte der Vater,(Punkt statt Komma) " wir (Wir) erz├Ąhlen euch sp├Ąter davon, jetzt wird erst ge├╝bt. Wer macht den Anfang?"
"Ich,(Punkt statt Komma)"(Komma) riefen alle gleichzeitig.
Die Eltern lachten: "Na also! Erst will niemand, dann alle auf einmal. Nun los, aber bitte einer nach dem anderen, sonst gibt es ein Chaos."

Der erste fasste sich ein Herz,(kein Komma) und sprang vom Nestrand in die Tiefe.
"Meine G├╝te,(Punkt statt Komma)"(Komma) schrie seine Mutter entsetzt auf, "├Âffne gef├Ąlligst deine F├╝gel (Fl├╝gel), wof├╝r hast du sie denn?"
Er trudelte mit klopfendem Herzchen, hin und her schwingend, genau auf die Dorfstra├če zu. Die Eltern erstarrten. Da, endlich spannte er seine Fl├╝gel auf. Stolpernd landete der kleine Storch und dachte bei sich: "Hui, hui, das war knapp, aber irgendwie ein wirklich sch├Ânes Gef├╝hl."
Erleichtert atmeten die Eltern oben im Horst auf: "So, und jetzt wieder nach oben,(Punkt statt Komma)"(Komma) riefen sie ihm zu.
Das war aber gar nicht so einfach, runter ging es eindeutig leichter. Nach ein paar vergeblichen Vesuchen (Versuchen),(kein Komma) gewann er an H├Âhe. Jedoch schaffte er es nicht direkt bis ins Nest zur├╝ck, sondern landete unterwegs zuvor auf einem Stall. Von dort ging es dann weiter nach oben.
"Hab noch einen Zwischenstop (Zwischenstopp) auf dem Stalldach eingelegt," kicherte er, jetzt schon ├╝berm├╝tig werdend.
"Scherzkeks,(Punkt statt Komma)"(Komma) grinste sein Vater,(Punkt statt Komma) " war (War) aber gar nicht so schlecht f├╝r den Anfang."
"Fliegen ist ja so toll,(Ausrufezeichen statt Komma)"(Komma) meinte der Kleine und bettelte: "Kann ich gleich noch mal? Bitte, bitte(Punkt oder Ausrufezeichen)"

"N├Â, wir sind dran,(Punkt)"(Komma) meldeten sich seine Geschwister, die es nun nicht mehr abwarten konnten. Gleichzeitig sprangen sie aus dem Nest.
"Hatten wir nicht nacheinander gesagt?"(Komma) fragte die Mutter. Die beiden h├Ârte es schon nicht mehr. Sie segelten nach unten, gefolgt von ihrem Bruder. Einer landete in einem T├╝mpel,(kein Komma) und der andere machte eine Bruchlandung auf einem Misthaufen. Die H├╝hner stieben erschreckt auseinander und gackerten, was das Zeug hielt: "Jedes Jahr dasselbe Drama mit dem Jungvolk. Einen so zu erschrecken, da vergeht unser einem ja das Eierlegen."
Der dritte im Bunde, st├╝rzte mitten auf eine Kuhweide. Die K├╝he waren so verdattert, dass sie das Grasen verga├čen,(kein Komma) und ihn mit ihren gro├čen Augen sprachlos anstarrten.
"Nichts f├╝r ungut, und einen sch├Ânen Tag noch,(Punkt)"(Komma) meinte der kleine Storch fr├Âhlich zu ihnen,(kein Komma) und rappelte sich wieder auf. "Ich lerne heute fliegen(Komma) m├╝sst ihr wissen, das ist gar nicht so einfach." Und dann rannte er, mit den Fl├╝geln schlagend davon, bis es ihm gelang, wieder aufzusteigen. Verdutzt sahen sie ihm nach.
Auf einem der H├Âfe stand ein Bauer in der T├╝r, der seiner Frau lachend zurief: "Du, ich glaube(Komma) die Storchenkinder sind fl├╝gge geworden."

Die Eltern hatten das Ganze von oben besorgt mit angesehen,(kein Komma) und schlugen ihre Fl├╝gel ├╝ber dem Kopf zusammen.
"Wir haben ja gewusst, es wird aufregend,(Punkt)"(Komma) sagte der Vater. "Gott sei Dank, ist keinem etwas passiert."
Die Mutter aber atmete nur erleichtert auf,(kein Komma) und zog es vor, zu schweigen.
"Komm, wir fliegen runter und sammeln unsere Spr├Âsslinge wieder ein,(Punkt)"(Komma) meinte er jetzt l├Ąchelnd zu ihr. (Anf├╝hrungszeichen)Mach dir keine Sorgen(Komma) mein Herz, das Bangen ist vorbei, sie haben es geschafft. Mit jedem Tag werden sie nun besser."

Nach unz├Ąhligen Flugversuchen am Tage,(kein Komma) lagen die Jungen ersch├Âpft, aber gl├╝cklich im Nest, als pl├Âtzlich eine Gruppe von St├Ârchen ├╝ber der Familie kreiste.
"Hey Leute,(Punkt)"(Komma) riefen diese ihnen zu,(Punkt) " wie (Wie) weit sind eure Kinder denn? ├ťben sie flei├čig? Bald geht`s auf die gro├če Reise."
"Haben heute angefangen,(Punkt)"(Komma) riefen die Eltern zur├╝ck,(Punkt) " bis (Bis) zum Abflug werden sie perfekt sein."
"M├╝ssen sie auch,(Punkt)"(Komma) antworteten die anderen,(Punkt) " ist (Ist) schlie├člich ein weiter Weg nach Afrika. Wollen noch zu den n├Ąchsten Nachbarn. Also dann, wir sehen uns alle beim Start." Danach drehten sie ab,(kein Komma) und flogen weiter.
Die drei Jungen waren jetzt hellwach. Da war es schon wieder, dieses Afrika. Warum sollten sie eigentlich auf eine gro├če Reise gehen? Es war doch sch├Ân hier. Sie kannten die Umgebung, es gab genug Futter,(kein Komma) und man konnte herrlich mit den anderen Storchenkindern spielen.
Die Eltern erkl├Ąrten es ihnen nun:

"In jedem Jahr, wenn der Sommer zu Ende geht, fliegen wir Storchenfamilien zusammen in ein fernes Land, das Afrika hei├čt. Es ist sehr, sehr weit, und man muss gro├če Ausdauer haben,(kein Komma) und prima fliegen k├Ânnen, um dieses Ziel zu erreichen. Wir fliegen ├╝ber Berge und T├Ąler, ├╝ber D├Ârfer und St├Ądte, und auch ├╝ber viel Wasser, bis wir dort ankommen. Auch ist die Reise nicht gefahrlos. Manch einem von uns ist unterwegs schon ein Ungl├╝ck passiert, weil er in eine der Hochspannungsleitungen,(kein Komma) oder den (die) riesigen Windr├Ądern (Windr├Ąder) geraten ist. Dann sind wir immer alle sehr traurig. Also merkt euch das, Vorsicht bei Leitungen und diesen Windr├Ądern."

"Aber wieso bleiben wir nicht einfach hier, wenn es so gef├Ąhrlich und anstrengend ist?ÔÇť(Komma) wurden sie von ihren Jungen gefragt.
"Nun," fuhren die Eltern erst (ernst) werdend fort, "ihr Kinder kennt bisher in eurem jungen Leben nur den Sommer mit seiner W├Ąrme. Ihr habt t├Ąglich ausreichend Futter, Spiel und Spa├č. Doch in ein paar Wochen sieht es hier ganz anders aus. Es wird jetzt stets k├Ąlter werden. Die Sonne versteckt sich immer h├Ąufiger hinter dicken, grauen Wolken. Es regnet und st├╝rmt viel, und die B├Ąume verlieren ihr Laub. Etwa sp├Ąter ist es dann bitterkalt, und es gibt f├╝r uns St├Ârche kaum noch Nahrung.(Leerfeld)J├Ąmmerlich m├╝ssten wir zugrunde gehen. Winter nennen die Menschen diese Zeit, in der die Natur schl├Ąft. Bis es wieder so ist wie jetzt, gehen ein paar Monate ins Land."
"Oh, wir m├Âchten nicht hungern und frieren,(Punkt oder Ausrufezeichen)"(Komma) sagte (sagten) die Kleinen,(Punkt) " das (Das) w├Ąre ja schrecklich,(Punkt)" und (Und) sie klapperten aufgeregt mit den Schn├Ąbeln.

"Ja, seht ihr, aus diesem Grunde fliegen wir so weit fort in ein fernes Land,(kein Komma) und kommen erst zur├╝ck, wenn es hier wieder warm wird,(Punkt)"(Komma) erkl├Ąrten die Storcheneltern weiter.
"Wir sind aber nicht die einzigen, die f├╝r eine Weile fortziehen. Au├čer uns,(kein Komma) machen sich auch die Graureiher, die ihr schon oft am Teich gesehen habt, die Schwalben, der Kuckuck, die Stare und Kiebitze und viele mehr,(kein Komma) auf den weiten Weg. Doch nicht alle fliegen mit uns bis nach Afrika. Manche bleiben auch unterwegs in den s├╝dlichen L├Ąndern, die Italien und Spanien hei├čen."
Neugierig wurden sie unterbrochen: "Und wie ist es in Afrika? Ist es dort so wie hier?"

"Es ist ein sch├Ânes Land,(Punkt)"(Komma) lautete die Antwort,(Punkt) " sehr (Sehr) warm und es gibt viel Futter f├╝r uns alle. Ihr werdet dort Tiere und andere gro├če V├Âgel kennen lernen, von denen ihr noch nie geh├Ârt habt."
Die Kleinen wurden immer unruhiger: "Dann lasst uns schnell hinfliegen."
Die Eltern lachten: "Langsam, langsam, erst m├╝sst ihr noch t├╝chtig ├╝ben. Ab Morgen werden wir euch au├čerdem im Jagen unterrichten, denn unterwegs ist jeder auf sich selbst gestellt. So, aber nun ist Schluss f├╝r heute. Es ist sp├Ąt geworden, und ihr braucht euren Schlaf."
"Wie spannend das doch alles ist,(Punkt)"(Komma) fl├╝sterten die drei, und die Augen fielen ihnen schon fast zu vor M├╝digkeit.

Das Jagen war eine ziemlich m├╝hselige Angelegenheit, wenn man es selbst besorgen musste! Geduldig zeigten es ihnen die Eltern, immer,(kein Komma) und immer wieder. Noch waren sie ein wenig ungeschickt,(kein Komma) und es entkam ihnen manch ein Leckerbissen, aber sie gaben nicht auf, und ein auf`s andere Mal seufzten sie: "Es ist ganz sch├Ân anstrengend, erwachsen zu werden."
Einer von ihnen,(kein Komma) entdeckte auf der Wiese ein Kaninchen, das langsam vor ihm herhoppelte. Was war das denn f├╝r eine gro├če Delikatesse? Eilig nahm er die Verfolgung auf,(kein Komma) und schnappte mit seinem Schnabel zu.
"Autsch,(Ausrufezeichen)"(Komma) schrie das Kaninchen,(Punkt) " wie (Wie) kommst du dazu(Komma) mich zu zwicken? So eine Unversch├Ąmtheit. Halte dich lieber an M├Ąuse und Fr├Âsche, f├╝r dich bin ich eine Nummer zu gro├č. Einem so einen Schrecken einzujagen!"
Emp├Ârt hoppelte es davon.
"Na so was,(Ausrufezeichen oder Punkt)"(Komma) staunte der junge Storch,(Punkt) " ich (Ich) muss wohl noch viel lernen."

Nun war mittlerweile t├Ąglich zu sp├╝ren, dass der Sommer zu Ende ging. Am Tage war es zwar noch mollig warm, doch morgens und abends wurde es sp├╝rbar k├╝hler. Auch stieg jetzt gelegentlich schon mal Nebel ├╝ber den Wiesen auf. Schwalben und Stare sammelten sich zwitschernd auf den Leitungen, auch ihr Abflug stand kurz bevor. Die Getreidefelder waren abgeerntet. Goldgelb lagen sie in der Sonne, unterbrochen von gr├╝nen Wiesen und Maisfeldern. Die Bl├Ątter der B├Ąume f├Ąrbten sich bunt,(kein Komma) und schwebten durch den leichten Wind raschelnd zur Erde. Die stacheligen Kastanien reiften langsam heran. An den Obstb├Ąumen in den G├Ąrten,(kein Komma) hingen rotwangige, pralle ├äpfel und Birnen an den Zweigen. Dicke, wei├če Flauschwolken t├╝rmten sich wie Sahne am tiefblauen Himmel auf. Es wurde ruhiger in der Natur. Die V├Âgel waren mit dem Br├╝ten und der Aufzucht ihrer Jungen fertig,(kein Komma) und hatten sie gr├╝ndlich auf den weiten Flug in die Ferne vorbereitet.

Im Storchennest herrschte gro├če Aufregung. Die Zeit war gekommen, Abschied vom Dorf zu nehmen.
"Also Kinder,"(Komma) sagten die Eltern zu ihren Jungen, "es ist soweit. Morgen in aller Fr├╝he brechen wir in w├Ąrmere Gefilde auf. Unterwegs werden wir uns mit den anderen Familien zusammen schlie├čen, und dann hei├čt es: "Auf nach Afrika!"
Sie gaben ihnen noch einige wertvolle Ratschl├Ąge,(kein Komma) und ermahnten sie zu ruhen, denn anstrengende Tage w├╝rden sie erwarten.

In dieser Nacht war es sehr klar. Wunderh├╝bsche Sternschnuppen jagten ├╝ber den n├Ąchtlichen Septemberhimmel, als die St├Ârchin leise zu ihrem Mann sagte: "Ich w├╝nsche mir sehr, dass wir die Strapazen, die diese Reise mit sich bringen wird, gut ├╝berstehen. Sieh sie dir an, unsere Drei, nun sind sie fast erwachsen. Bald schon werden sie ihre eigenen Familien gr├╝nden. Wie schnell doch die Zeit vergeht."
"Du hast recht,(Punkt)"(Komma) antwortete er z├Ąrtlich,(Punkt) " aber(Aber) so ist das Leben(Komma) mein Herz, und im n├Ąchsten Jahr ziehen wir beide hier unsere n├Ąchsten Kinder auf, was meinst du?"
Liebevoll sah sie ihn an: "Nat├╝rlich machen wir das(Komma) Schatz, wie in jedem Jahr."

Als sich Familie Storch am n├Ąchsten Morgen in die L├╝fte erhob, ging die Sonne gerade glutrot am Horizont auf.
Die Dorfbewohner sahen ihnen wehm├╝tig hinterher,(kein Komma) und riefen ihnen zu: "Gute Reise, und kommt im Fr├╝hling alle gesund zur├╝ck!"
Eine sehr anr├╝hrende Geschichte. Habe ich mit Vergn├╝gen gelesen. Kommt in meine Sammlung!
Ganz lieb gr├╝├čt

__________________
Old Icke

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Hallo Flammarion,
ich freue mich sehr, dass Dir diese Geschichte gef├Ąllt. Als unsere St├Ârche im Dorf sich anschickten in w├Ąrmere Gefilde aufzubrechen, hatte ich ganz spontan die Idee dazu. Es wird einem immer ein wenig weh ums Herz, wenn es wieder soweit ist und sie uns f├╝r lange Zeit verlassen, und man hofft sehr, dass sie im n├Ąchsten Jahr wieder kommen.
Herzlichen Dank auch f├╝r Deine M├╝he, meine Fehler zu verbessern.
Ich w├╝nsche Dir noch einen sch├Ânen Abend und eine tolle und gesunde Woche.
Ich gr├╝├če Dich lieb
M├Ąrchentante

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