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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Bei den bösen Mädchen
Eingestellt am 04. 12. 2001 13:46


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Antaris
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Bei den bösen Mädchen

Langsam, viel zu langsam erhebt sich die glühende Sonnenscheibe über den Horizont und läßt das lichte Gitterviereck über die blanken, ewig feuchten Mauersteine wandern. Jetzt, da das vorzeitige Ende meines Lebens besiegelt ist wäre ein schnelleres Voranschreiten der Zeit eine unschätzbare Gnade. Nachts liege ich wach auf dem fauligen Stroh und sehne mich nach dem Tag, an dem ich meinen Kerker verlassen werde, doch die Hofastrologen haben den Hinrichtungstermin noch nicht fest gesetzt. Jawohl, ich habe mich schuldig bekannt, schuldig des Hochverrates. Angesichts der Lage, in der mich die königliche Garde erwischte wäre die Verweigerung eines Geständnisses äußerst unklug gewesen. So bin ich der Streckbank und anderen der Wahrheitsfindung mehr oder minder dienlicher Gerätschaften entgangen, aber auf weitere Vergünstigungen kann ich nicht hoffen.

Im Gegenteil, wenn ich mich an der Fensteröffnung auf die Zehenspitzen stelle und den Hals recke so weit es meine Ketten zulassen sehe ich wenn ich Pech habe die Ursachen meiner verhängnisvollen Lage, und wenn ich noch mehr Pech habe quält der Anblick der verlassenen Übungsgelände meine Augen. Ich glaube nicht, dass es eine zufallsbestimmte Laune meiner Bewacher war, mich in genau dieses Verlies zu sperren und mir meine Augengläser zu lassen. Unzählige Male habe ich mich bereits an der Fensteröffnung hochgereckt um wieder und wieder flüchtige Blicke auf die Damen zu werfen. "Holt mich hier raus ihr treulosen Weibsbilder", hätte ich am liebsten auf sie herabgeschrien, "Habt ihr schon vergessen wieviel Spass ihr mit mir hattet, ihr Herzlosen?"

Natürlich konnten sie mich nicht hören. Sie waren zu weit weg, und selbst wenn sie mich bemerkten, würden sie mich vermutlich völlig ignorieren. Offiziell scheren sich die Töchter des Schwertes nämlich keinen Deut um Männer. Das Heiraten wurde ihnen schon vor vielen hundert Jahren per Dekret untersagt. Keine Kämpferin sollte sich von einem Mann davon abhalten lassen, in den Krieg zu ziehen, geschweige denn, aus Mutterschutzgründen den Dienst an der Waffe monatelang zu verweigern oder schließlich ganz aufzugeben. Während einer Schlacht soll eine Kriegerin keinen einzigen Gedanken an einem Mann verschwenden, also wurden im Laufe der Zeit die Bestimmungen im Umgang mit dem anderen Geschlecht immer weiter verschärft.

Heute muss sich unter Eid jedes junge Mädchen für immer von der Liebe lossagen ehe es sich zur Kriegerin ausbilden läßt. So soll gewiss sein, dass eine Kriegerin in der Schlacht keinen Gedanken an einen Mann verschwendet. Die Kriegerinnen bleiben stets unter sich. Männer, die sich ihnen ohne gegebenen Anlass oder ohne den gebotenen Respekt nähern werden streng bestraft. Wer nicht die Augen niederschlägt wenn er einer Kriegerin auf der Straße begegnet, den soll auf der Stelle ihr Schwert treffen, so lautet ein Gesetz, welches gerade von Kriegerinnen höherer Dienstjahre immer wieder angewendet wird. Kriegerinnen dürfen sich generell viel herausnehmen in unserem Königreich, denn jede Kriegerin ist eine potentielle Heldin, die das Reich notfalls ganz alleine retten kann. Davon künden die unzähligen Sagen, die Geschichtenerzähler an jedem Markttag erzählen.

Ich war ganz bestimmt nicht zum Helden geboren. Aus einer Nebenlinie des niederen Landadels stammend hatte ich keine großartige Lufbahn bei Hofe zu erwarten und ich versagte ich kläglich in jeder Disziplin der Kriegskunst. Für meine Eltern war es ein Glücksfall, mich in den Verwaltungsdienst des Königs zu vermitteln. Ich trat in die bautechnische Abteilung ein und spezialisierte mich auf den Fachbereich 'Inoffizielle Tiefbauangelegenheiten'. Davon gibt es alleine auf dieser Festungsanlage ziemlich viele, die alle in Schuss gehalten werden müssen. Natürlich werden Geheimgänge nie kartographiert, sondern das Wissen über sie wird ausschließlich mündlich überliefert. Egal ob es sich um große Stollen, durch die sich zwei oder drei Berittene bequem nebeneinander bewegen konnten, oder klaustrophob enge Kriechröhren, verwaltungstechnisch dürfte es im ganzen Königreich kaum etwas Uninteressantes als Geheimgänge geben, es seie denn, für Feinde. Als Geheimnisträger durfte ich die Festungsanlage nur mit einer vom König unterzeichneten Sondergenehmigung verlassen, und das Reich überhaupt nicht.

Der Ausblick aus dem Fenster meines Dienstzimmers war oft viel interessanter als meine Arbeit. Wenn die Kriegerinnen draußen ihre Langbögen spannten, ihre Schwerter zogen oder Speere schleuderten, konnte ich meine Augen kaum von ihnen lassen. Sie konnten reiten als ob sie mit ihren Pferden verwachsen wären, sie kletterten an unglaublich steilen Felswänden empor, und nicht wenige konnten aus dem Stand mit einem eindrucksvollen Rückwärtssalto auf eine zwei- oder drei Mann hohe Mauerkronen springen. Nicht nur in allen bekannten Kriegstechniken übten sie sich, längst wussten auch die Feinde des Reiches, dass viele Kriegerinnen traditionell über magisches Geheimwissen verfügten. Die Kriegerinnen hier waren die besten des Landes. Nur wer sich schon anderweitig als Kämpferin hervorgetan hat, kann überhaupt am "Königlichen Meisterseminar der Töchter des Schwertes" aufgenommen werden.

Im Volksmund heißt diese Kriegerinnenschule Amazonenakademie, was schlichtweg Quatsch ist da keine der Damen je auf die Idee käme, ihre Oberweite verstümmeln zu lassen. Obwohl ich sie nur aus relativ großer Entfernung betrachten konnte gewann ich den Eindruck, dass die Kriegerinnen auf ihr Äußeres großen Wert legten.

Gerade die knappen Brustpanzer und die ledernen Waffenröcke, welche die Damen im Hochsommer zu tragen pflegen fand ich ausgesprochen kleidsam. Ich wurde kaum müde, den schlanken, sehnigen Leibern bei ihren Übungen zuzuschauen, und das wilde Muskelspiel etwa beim Parieren eines Schwerthiebes verfolgte mich bis in meine schlaflosen Nächte. Ich hätte einwilligen sollen als mein Bruder eine Hochzeit für mich arrangieren wollte, aber ich erfand ein paar fadenscheinige Ausreden weil mir die Kriegerinnen nicht mehr aus dem Sinn gingen.

Natürlich war für Männer der Aufenthalt überall auf dem Gelände der Amazonenakademie strengstens verboten, und normalerweise hätte ich mich auch vor allem nach Einbruch der Dämmerung nicht unbedingt in der Nähe der Kriegerinnenkasernen gewagt. Immer wieder wurden hinter vorgehaltener Hand Geschichten erzählt über Männer, die in der Nähe der Amazonenakademie vor allem nachts verschwanden und nie wieder auftauchten. Manche Eltern drohten ihren Kindern, die nicht artig waren, sie zu den bösen Mädchen in die Kaserne zu geben.

Von Berufs wegen ergaben sich für mich jedoch nicht unwesentliche Vorteile was die Annäherung an die Amazonenakademie anging. Da gab es einen schmalen Verbindungsweg zwischen dem königlichen Marstall und der Kantine der Kriegerinnen den so gut wie niemand kannte, von der Registratur führte ein Kriechgang in die Waffenkammer der Damen, und vom Keller des Hauptarchives konnte ich relativ bequem zu einem der Gemeinschaftsräume in einem Seitentrakt der Kriegerinnenkasernen gelangen.

Lange habe ich gezögert bis ich mich eines Abends von der Spätwache im Hauptarchiv einschließen ließ. Ich wartete, bis der letzte Lärm in dem Gebäude verklungen war, dann öffnete ich den alten Aktenschrank am Ende des Zehntabgabenverzeichniskellers. Offensichtlich war der doppelte Schrankboden schon lange nicht mehr benutzt worden, denn der Schließmechanismus klemmte zunächst.





Eine Fackel mitzuführen erschien mir zu riskant und ich weiss nicht, wie lange es dauerte bis ich mich durch die stockfinstere Nacht bis an die schlichte Holztür vorgetastet hatte. Wider Erwarten war sie nicht verschlossen, und ich betrat den ehemaligen Wehrgang oberhalb der Pferdeställe, der mich geradewegs zu den Gemeinschaftsräumen der Damen führen sollte. Schon vernahmen meine Ohren ausgelassenes Gelächter. Nanu, die Heldinnen werden sich doch nicht gerade miteinander vergnügen? Andererseits, sollten sie ihr Verlangen beim Exerzieren ausschwitzen? Mir wurde ganz schwindlig bei den verwegenen Gedanken. Ich lehnte mich über die altersschwache Holzbrüstung und hatte Glück, dass der müde Wachposten mich nicht bemerkte.

Nicht einal die Tür zum Wohngebäude der Kriegerinnen war verschlossen. Wie von Zauberkräften gezogen schritt ich durch die Flure, dem lauter werdenden Gelächter entgegen, bis ich von einer Galerie hinab in den Saal blickte. Da saßen die wilden Kriegerinnen an der Tafel vertieft in ein gewöhnliches Würfelspiel. Ich war feilich hingerissen von dem Ausblick auf die in üppigen Dekoltees verpackten makellosen Rundungen, welche bei jedem Lacher ihrer Herrinen wogten und bebten. Wie hätte ich mich je an diesen Bildern sattsehen können!

Plötzlich umschlossen fremde Hände meinen Brustkorb mit eisenhartem Griff und drückten mich über die Ballustade. Ich spürte einen kräftigen Fußtritt an meinem verlängerten Rücken als die Hände losließen, dann stürzte ich und schlug unsanft auf der Tischplatte auf. Trinkbecher schepperten und kippten um, ein stechender Schmerz zog durch einen meiner Fußknöchel, und gespenstische Stille erfüllte den Raum. Angestrengt blickte ich um mich, konnte meine Umgebung aber nur verschwommen wahrnehmen. „W-wo sind meine Augengläser?“

Verlegenes Gekicher drang an meine Ohren und jemand setzte mir das Augengläsergestell auf die Nase. Der aus einem Kuhhorn geschnitzte Rahmen war leicht verbogen und ein Glas hatte einen Sprung. Das erste Bild, welches meine Augen wieder klar wahrnamen, war der Augenblick, in dem sich eine hochgewachsene Brünette über die Galerieballustade schwang und katzengleich in den Saal sprang.

„Sei nächstes Mal vorsichtiger, Chizuka,“ mahnte eine drahtige Schwarzgelockte mit gespielter Strenge. „Das ist ein Gelehrter, der hält nicht viel aus.“

„Ich wollte eigentlich nicht grob sein“, antwortete die Brünette leicht verlegen, und das Gekicher im Saal schwoll zu schallendem Gelächter an. Ich blickte mich um. Abgesehen von ein paar Schlagringen, Wurfsternen, Dolchen und anderen Kleinigkeiten waren die Damen so gut wie unbewaffnet, aber das sollte nicht viel bedeuten, denn gute Kriegerinnen konnten Bären und andere wilde Tiere mit bloßen Händen bezwingen. Vermutlich wäre der geheime Seziertisch eines Alchimisten ein ungefährlicherer Auftentaltsort gewesen, aber noch waren die Damen bei bester Laune.

„Ein Gelehrter, ein Gelehrter“, prustete eine Blondine schließlich. „So schlimm kann es nicht stehen um ihn. Schaut mal die Beule in der Mitte...“Das Ende ihrer Rede verlor sich unter den lautstarken Beifallsbekundungen, und ehe mir die Schamesröte ins Gesicht steigen konnte war ich meinen Talar los.

„Na, was haben wir denn da“, bemerkte die Schwarzgelockte als sie auch meinen Schurz entfernt hatte. „Ein Wurm, der sich anschickt, zum Drachen heranzuwachsen.“

Den Schmerz in meinem Knöchel ignorierend setze ich mich auf und sprang so schwungvoll wie ich es ertragen konnte vom Tisch. „Soll euch jetzt den Drachen machen, oder was?“ folgerte ich. Ausgelassen jubelend klatschten die Kriegerinnen Beifall und ein mulmiges Gefühl nistete sich in meiner Magengrube ein.

„Mach mal“ forderte die Schwarzgelockte frohgemut, „Mach mal!“

„W-wie bitte?“ stammelte ich.

Energisch packte sie meine Hände und legte sie an mein bestes Stück. „Na los“, rief die Schwarzhaarige ungeduldig.

Halbherzig setzten meine Finger an zu jenen Bewegungen von denen ich nie vermutet hätte dass sie je zur Attraktion eines fröhlichen Damenabends werden sollten, und die Zuschauerinnen kicherten.

„So wird das nichts, Nouri“, bemerkte die Blondine. „Das könnte sogar Auryana besser hinkriegen. Wo ist Auryana?“

„Da steht sie doch!“ Nouri, die Schwarzgelockte, zeigte mit ausgestrecktem Arm auf ein zierliches Mädchen mit üppigen roten Locken, die sich bis über die knospenden Rundungen unter ihrem Brustpanzer legten. Zwei strahlend grüne Augen blickten mich an, zarte Lippen öffneten sich zu einem verlegenen Lächeln und gaben den Blick auf die makellosen Zähne frei. Sie war noch sehr jung und sie war wunderschön, sie musste die Schönste aller Kriegerinnen sein, dachte ich, und begann mich von diesem Augenblick an, nach ihren Liebkosungen zu sehnen. Dabei kam ich nicht umhin, das Siegel auf ihrem Brustpanzer zu bemerken, welches auf einen kleinen, berüchtigten Hexenorden hinwies.

„Auryana, Auryana,“ skandierten die Kriegerinnen und zögerlichen Schrittes kam Auryana immer näher bis ich jede einzelne Sommersprosse auf ihrer Stupsnase erkennen konnte. So viel Glück konnte ich kaum fassen, ich schloss die Augen und fühlte ihre Hände genau dort, wo ich sie am meisten gewünscht habe!Allzu viel Erfahrung mit Männer schien sie nicht zu haben und ich überlegte schon, ob ich ihr mit dem einen oder anderen Hinweis Hilfestellungen geben sollte, da riss mich die Blondine aus meinen Träumen. „Lass mich mal“, kommandierte sie, schubste Auryana zur Seite und unter ihren kundigen Händen wuchs mein bestes Stück schnell. Ohne viel Federlesen stieß sie mich auf einen Stuhl, setzte sich auf meinen Schoß und ich sah das Paradies eher als ich je vermutet hatte! „Rinka, Rinka“, feuerten die anderen Kriegerinnen die Blondine an.

Plötzlich zerriß ein Peitschenschlag die fröhliche Stimmung. Im Torbogen stand eine weitere Blondine und wippte lässig mit ihrer Ochsenpeitsche. Oh,oh, die Dame hat wenig Humor, kam mir spontan in den Sinn, denn sie blickte arg grimmig in die Runde. „Eine Party ohne mich?“, bemerkte sie mit einem süßsaueren Lächeln. „Na wenn der Spass vorbei ist soll er jetzt arbeiten,“ entschied sie und zeigt mit dem Peitschenstil auf einen Weinkrug.

So kam es dass ich bis in die frühen Morgenstunden kellnerte. Während die Kriegerinnen auswürfelten, wann welche von ihnen über mich verfügen sollte, schleppte ich Weinkrüge, Speisen, schenkte ein, bediente, und schleppte schmutziges Geschirr weg. Jun-Jun Ma, eine kraushaarige, dunkelhäutige Schönheit aus dem Barbarenland hielt die erwürfelten Ergebnisse mit Kreide auf einer Schiefertafel fest, was wahrscheinlich nicht viel Nutzen erbrachte, da sie die einzige Schriftkundige unter diesen Kriegerinnen war. Schließlich verzog sich eine Kriegerin nach der anderen in ihr Lager, aber ich hatte noch einen beachtlichen Berg Geschirr zu waschen, und schließlich Küche und Gemeinschaftssaal zu putzen. Zum Dank dafür banden sie mich im Morgengrauen in der Speisekammer an!

Oh, diese Weiber! Ich war entsetzlich müde, aber auf dem blanken Steinboden und an der viel zu kurzen Kette fand ich kaum Schlaf. Die Verpflegegung der Kriegerinnen fand ich allerdings sehr schmackhaft, womit ich mir prompt den Unmut der peitschenschwingenden Blondine zuzog. „Der frißt uns die besten Sachen weg und wird mit der Zeit schneckenfett“, moserte sie, und verfügte, mich künftig nachts in der Putzkammer einzusperren. Dass ich schon bald die leidenschaftliche Rinka intimer kennenlernte war nur ein schwacher Trost, außerdem hatte ich wieder zu kellnern. Eher peinlich fand ich die Marotte der Damen, mich jeden Abend zunächst zu einem Zuber lauwarmer Seifanlauge zu zerren und mich dann von Kopf bis Fuß einzuseifen und abzuschrubben als sei ich selbst ein Sück gebrauchtes Geschirr. In unserem Königreich beschränken echte Männer den Kontakt mit Waschwasser auf jährlich ein oder zwei Abende vor hohen Feiertagen.

Zunächst dachte ich intensiv und leider vergeblich über Fluchtmöglickeiten nach, aber bald fügte ich mich in mein Schicksal. Zudem sind die meisten Kriegerinnen privat ziemlich nett, und von innen fühlen sie sich sowieso klasse an. Rinka kann sehr schmusig sein, Nouri hat einen richtig drolligen Humor, auch wenn ich für meinen Geschmack zu oft als Zielscheibe für ihre Späße herhalten musste, Jun-Jun Mas Intellekt ist ohnehin ein Ereignis für einen kultivierten Mann, Chikazu dagegen mag eher dämlich als damenhaft wirken, aber sie erwies sich wenigstens als gnadenlos ehrlich.

Die kahlgeschorene und tätoviete Milian fand ich freilich nicht besonders attraktiv, aber die Kriegerinnen wußten Rat Zu fünft packten sie mich, hielten mich fest, während eine sechste mir einen ungesund blauschimmernden Trank einflößte. Er schmeckte unbeschreiblich scheußlich, aber nach einigen Magenkrämpfen fühlte ich mich stark wie ein junger Hengst. Auch Milian war mir in Grunde genommen freundlich gesonnen. „Hoffentlich macht es dir nichts aus dass der Wundertrank noch in der Erprobungsphase ist“, sprach sie im kehligen Dialekt der Bergvölker und puffte mir ihre Ellebogen jovial in die Rippen. „Wenn wir erst die Nebenwirkungen in Griff bekommen, destilieren wir das Zeugs, pressen es zu Pillen und machen einen Riesenreibach auf den Märkten im gesamten Königreich.“

Tatsächlich mochte ich alle Damen mehr oder weniger, außer vielleicht die peitschenschwingende Kazai, aber die schien ohnehin nicht sonderlich beliebt bei den Kriegerinnen zu sein. In meinen schlaflosen Stunden tagsüber träumte ich freilich von der schönen Auryana, wenn ich nicht über Fluchtmöglichkeiten nachsann. Tatsächlich hatte ich mir das Verhalten der Kriegerinnen mir gegenüber nicht ganz so respektlos vorgestellt. Auryana! „Ich mache mir nicht viel aus Zauberei“, erzählte sie mir als ich sie einmal auf das Siegel des Hexenordens ansprach. „Hexerei ist bei uns zwar Familientradition, aber Verwandlungen, Unsichtbar machen, Flüche und Zauberformeln interessieren mich wenig. Ich bin lieber Kriegerin.“ Dann lächelte sie so hinreißend, dass mich ihr eigener Zauber entgültig für sie einnahm! Wann werde ich endlich bei ihr an der Reihe sein wenn ich schon nicht von diesem im Grunde genommen unwürdigen Ort abhauen konnte!

Auf Jun-Jun Mas Schiefertafel stand Auryanas Name freilich ziemlich weit unten, und irgendwann bemerkte ich, dass der Schriftzug der peitschenschwingenden Kazai durch Jun-Jun Mas Namen ersetzt worden war. Nach einiger Zeit wurde Kazai ungeduldig, sie tigerte noch grimmiger als je zuvor um mich herum, und beklagte sich darüber, dass sie nicht an die Reihe kam. „Kannst du nicht lesen?“ herrscht Jun-Jun Ma sie an. „Da steht mein Name, und dann zuerst noch zehn andere, und ganz zuletzt bist du an der Reihe.“

Schmollend verzog sich Kazai, die natürlich keinen Buchstaben lesen konntem aber ein bösartiges Funkeln in ihren eisblauen Augen ließ ahnen dass sie den Schwindel durchschaute.

Mich plagten derweil andere Probleme. Kharosa, eine glutäugige Schönheit von den Vulkaninseln hatte mich ausgelost, aber meinerseits ließ die Lust auf sich warten, und die Aussicht auf eine weitere Kostprobe des blauschimmenden Trankes hob meine Simmung nicht gerade. „Na, was ist, du Drückeberger“, drängelte Kharosa. „Der Abend hat noch nicht richtig angefangen und du bist schon müde.“

„Du musst netter zu ihm sein“, warf Nouri ein.

„E-entschuldigung, Mädels,“ begann ich, „wenn ich auch was sagen darf möchte ich bemerken, dass mich eure Anteilnahme an meinen Körperfunktionen eher stört. Ich würde viel lieber unter vier Augen mit...“

„Holt das Fass mit dem Wundertrank sonst passiert heute nichts mehr“, forderte Chikazu.

„Nein, ich habe eine bessere Idee.“ Jun-Jun Mas Augen glänzten unternehmungslustig. „Wo ist Auryana?“

„Hier“, meldete sich die rotgelockte Schöne erwartungsfroh.

„Wenn du etwas grundlegend wichtiges über Männer lernen willst, dann musst du ihn dort küssen wo er am empfindlichsten ist“, erklärte Jun-Jun Ma.

„Ähm...“Unsicher blickte Auryana um sich.

„Ja, genau dort, wo jetzt der Drache schläft haben Küsse eine geradezu magische Wirkung“, bestätigte Jun-Jun Ma.

„Ihr wollt mich vergackeiern“, vermutete Auryana und zeigte ihr unbeschreiblich anziehendes Lächeln.

„Aber nein“, riefen die Kriegerinnen und kicherten. „Küssen! Küssen!“ skandierten sie immer lauter. Was blieb Auryana anderes übrig, als sich zu meinem besten Stück hinabzubeugen! Ich konnte mein Glück kaum fassen. Mein Herz hätte zerspringen können und mein Blut pochte immer unbändiger in meinen Adern, dorthin, wo Auryana gerade ihre Lippen schürzte. „Oh, Auryana ...“ seufzte ich.

Mit Getöse flog die Haupttür zum Saal auf. „Dort ist der Eindringling“, schrie Kazai. „Ergreift ihn!“ Die königliche Garde eilte auf mich zu, riss mich jäh aus meinem Traum und schleifte mich in mein Verließ.

Schon bald wurde ich dem Obersten Richter vorgeführt. „Angeklagter! Ihnen wird vorgeworfen in die Räume des Königlichen Meisterseminars vorgedrungen zu sein und sich den Töchtern des Schwertes in unzulässiger Weise genähert zu haben,“ begann er und seine Worte brannten sich wie todbringende Flammen in mein Herz. Ich mochte nicht zuhören. „Ruft die erste Zeugin herein“, forderete er schließlich.

„Was soll ich mit einem Mann? Den da kenne ich sowieso nicht“, sagte Nouri leicht empört als sie mir gegenüberstand. „Was soll das? Männer interessieren mich nicht und den habe ich noch nie gesehen“, sprach Jun-Jun Ma. Chikazu, Kharosa, Rinka, Milian und alle anderen reagierten ähnlich. „Ich kann mich an den gar nicht erinnern“, behauptete sogar Auryana. Nur Kazai erzählte eine andere Geschichte, und die stimmte ungefähr mit den Aussagen der königlichen Gardisten überein, und ich bekannte mich schuldig. Schließlich entschloss sich der Richter, Auryana eine Disziplinarstrafe aufzulegen. Sie wird das bronzene Xenadenkmal im Kasernenhof in ihrer Freizeit auf Hochglanz polieren.

Ich dagegen wurde des Hochverrates schuldig gesprochen, und damit ist mein Tod besiegelt. Weil die Regierung die Tatsache dass die Mauern um die Amazonenakademie keine undurchdringliche Abgrenzung darstellen nicht in der Bevölkerung publik machen will wird meine Hinrichtung in aller Stille im Morgengrauen eines Tages stattfinden, den die Hofastrologen wohl in Kürze festlegen werden. Bis dahin hoffe und träume ich, dass Auryana oder eine andere Kriegerin sich ihrer magischen Fähigkeiten besinnt, sich vielleicht in einen Vogel verwandelt, und mich aus meinem Verließ befreit oder wenigstens hier besucht. Oder haben sie mich wirklich vergessen?

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Charima
???
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Hallo, Antaris!

Deine Geschichte gefällt mir. Leider werde ich keine große Hilfe sein, wenn ich genau erklären soll, warum das so ist - ich kann lediglich mitteilen, daß es so ist. Oder vielleicht einige Dinge aufzählen, die mir aufgefallen sind, wobei das, was mir bei Deinem Text gut gefällt, eigentlich die Gesamtheit ist und nicht einzelne Punkte.

Stellenweise ist der Text sehr amüsant und immer interessant zu lesen. Ich konnte einfach nicht mit dem Lesen aufhören... Vor allem Deine spitzfindigen Anspielungen und die Rollenverteilung finde ich sehr gelungen! Das einzige, was für mich schlimm ist, ist das Ende; ich denke, daß Du ja weißt, welche Qual offene Enden in mir auslösen...

Aber noch was Anderes: Bitte melde Dich mal bei mir bezüglich der Anthologie von AK!

Liebe Grüße,

Charima
__________________

Show your shining!

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ingridmaus
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Hi Antaris,
mal wieder eine schoen geschriebene Geschichte von Dir! Tja, der arme, arme Mann, vom Himmel all seiner Fantasien auf den Richtblock geholt... Wo kommt nur das schadenfrohe Grinsen auf meinem Gesicht her?
__________________
Never wake a sleeping dragon!

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Antaris
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Hallo,

danke für Eure Kommentare. Auch ich hatte beim Schreiben vor allem gegen Schluss der Geschichte so einen berauschend fiesen Anfall von Schadenfreude...das liegt vielleicht daran, dass mir nicht einmal in meiner Phantasie Männer begegnen, die einen Blowjob wert sind. Liebe Charima, wie stellst Du Dir denn das Ende vor? Inzwischen sind mir sprachlich ein paar Kleinigkeiten aufgefallen, die ich ändern sollte. Freut mich, dass Euch die Geschichte gefällt, aber bis jetzt hat sich noch kein Mann zu Wort gemeldet.

Mit feurigen Grüßen

Antaris

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ingridmaus
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wundert mich nicht... :
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McFire
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Böse Mädchen

Ach, Antaris, herrlich naive Frau......

Doch ja, ein bissel stolz darfst Du schon sein: Ein plot, der mal ein wenig anders ist und mit einer recht sorgfältig gearbeiteten Story umgeben wurde. Die ausbaufähig ist!

Und dann der Rausch von Schadenfreude - ach, Felicitas solltest Du heißen - die Glückliche. Mit so wenig zufrieden.

Was meinst Du, wieviel Stories ich schon las, wo Männer ihre Fantasien auslebten und Frauen ihnen genau das vehement an den Kopf warfen. Hier nun - eine andere (?) Story. Und nun sollte ich als Mann wütend........

Bah...

Ich bin leise - da höre ich besser, wie sich die Nadelstreifenanzüge über uns Männlein und Weiblein buntblasig lachen. Herrlich! Wir sind so schön mit uns selbst beschäftigt, wunderbar regierungsfähig ! Deutsche Frauen - ein Lacherfolg. Mit dem Benehmen der Männer zu den Erfolgen der Männer!

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Ja doch, Antaris, natürlich geht das hier nicht gegen Dich!
Aber das hast Du sicher gemerkt.
Nimms als Gleichnis.

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