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Leselupe.de > Gereimtes
Bekenntnis
Eingestellt am 28. 07. 2016 16:04


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Ralf Langer
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Bekenntnis

Du weißt: nur wenig Worte
kommen dem Geheimnis nah:
Jedes Wort ist eine Pforte
und GefĂ€ĂŸ;- aus Golem und Avatar

formst du deine Strophen
suchen eine höhere Instanz
steht nur zwischen den Zeilen
offenbart sie sich ganz

im Gedicht hörst du Gebete,
doch sie rufen sich selber an,
nicht Thor, nicht Ra, nicht Lethe:
du glaubst nur an den Gott
der im Wort existieren kann.
__________________
RL

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Mondnein
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Hymnen des Logos

Guter Grundgedanke. Höchst erwÀgenswert.

quote:
Du weißt: nur wenig Worte
kommen dem Geheimnis nah:
Jedes Wort ist eine Pforte
und GefĂ€ĂŸ;- aus Golem und Avatar
Wenn der Gott fĂ€hig ist, nur "in dem Wort" zu existieren, wie das Fazit lauten soll, sind die Worte Pforten in sich selbst hinein, in ihre InhaltsfĂŒlle, also eher die Pforte und der Sinnraum, der durch die Pforte betreten werden kann, zugleich. Das wĂ€re das "GefĂ€ĂŸ". Ich ĂŒberlege, ob "Golem und Avatar" nicht eine ganz andere Dimension ansprechen, wo die Sprecher statt der Worte die InhaltsfĂŒlle haben und sind. Denn (zumindest die Avatare) sind Rollen, nicht Worte. Angenommen, Worte können Personen bzw. Rollen sein, was wĂ€re das fĂŒr eine IdentitĂ€t? Ich denke das wĂ€ren "Namen".

quote:
formst du deine Strophen
suchen eine höhere Instanz
steht nur zwischen den Zeilen
offenbart sie sich ganz

im zweiten Vers finde ich das Subjekt nicht; vielleicht "sie", nÀmlich "deine Strophen"?
Was zwischen den Zeilen steht, mĂŒĂŸte eigentlich in den GefĂ€ĂŸen zu finden sein, also nicht zwischen, sondern in den Worten.
quote:
im Gedicht hörst du Gebete,
doch sie rufen sich selber an,
nicht Thor, nicht Ra, nicht Lethe:
du glaubst nur an den Gott
der im Wort existieren kann.

Avatare, Personen, also "Rollen" - können mit "Worten" identisch sein, nĂ€mlich als Namen. "Thor, Ra und Lethe" sind solche Namen, wo Wort und Rolle identisch sind. Die Verneinung im "nicht" vor jedem einzelnen dieser drei Namen steht im Widerspruch zur Fazitzeile, denn diese drei Götter existieren in diesen Namen, sind mit ihren "Worten" identisch. "Thor" z.B. ist nicht einfach das Gewitter, sondern der poetische Begriff, in dem das Gewitter lebt. "Ra" ist der Name der poetisch verstandenen Sonne, Gott als Sonne, der Logos der Sonne, die Sonne als Alles. "Lethe" ist das abgrĂŒndige Vergessen, das die Worte voneinander scheidet, das Bewußtsein des absoluten Unterschieds. Ein Hegel-Gott.



__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

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Ralf Langer
Routinierter Autor
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Hallo Mondnein,

herzlichen dank fĂŒr diese tiefsinnigen Gedanken die du hier gelassen hast.
da muß ich erst einmal in Ruhe drĂŒber nachdenken.

Der Avatar ist meines eissens nach ein Begriff aus dem Sanskrit und bedeute "Abstieg", gemeint ist wohl der Abstieg einer Gottheit in eine idrische Form. die entsprĂ€che dann dem GefĂ€ĂŸ.

Und natĂŒrlich ist der Avatar ein Platzhalter fĂŒr eine nicht erkannt(bzw. benannt) werden wollende Person.

der Avatar ist also eine HĂŒlle oder wie ich schrieb ein GefĂ€ĂŸ. hier sehe ich auch die NĂ€he zum Golem, einem aus der Buchstabenmystik(Kabbala) herausgetretene Erscheinung.
der Golem ist aus Lehm geformt und ertrÀgt eine geschrieben Botschaft in sich die ihn "existieren " lÀsst.
Soweit mein VerstÀndnis.


wie gesagt ich muß nachdenken.

Lg
Ralf

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RL

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Trainee
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quote:
Bekenntnis

Du weißt: nur wenig Worte
kommen dem Geheimnis nah:
Jedes Wort ist eine Pforte
und GefĂ€ĂŸ;- aus Golem und Avatar

formst du deine Strophen
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im Gedicht hörst du Gebete,
doch sie rufen sich selber an,
nicht Thor, nicht Ra, nicht Lethe:
du glaubst nur an den Gott
der im Wort existieren kann.

Lieber Ralf,

es geht aus meiner Sicht um einen schreibenden Philosophen. Dem ist nicht Wort nur Wort, sondern Beginn und Pforte zugleich. Es gilt ihm als eine Art Mischfigur aus jĂŒdischer Mystik [Golem] und dem Avatar, der hier fĂŒr die Jetztzeit, den tĂ€glichen Internetauftritt, steht.

Im geschriebenen Wort sucht der Dichtende einen höheren Sinn, der sich ihm stÀndig entzieht. Nur zwischen den Zeilen lÀsst der sich finden und offenbart sein Schattenwesen.

In den Leerzeilen hört er es raunen. Den Disput der Götter, an die er nicht mehr zu glauben vermag. Das Wort aber ist.
Und das Wort steht am Anfang aller Schöpfung. Auch der seinen. Und es steht allein.

Von der Zeichensetzung sprachlichen Gestaltung her, finde ich das Gedicht nicht immer optimal ausformuliert.
Ich habe ein wenig dran geschraubt, ohne (hoffentlich!) allzu viel zu verÀndern.

quote:
Bekenntnis

Du weißt: Nur manche Worte
kommen dem Geheimnis nah.
Jedes Eine ist die Pforte,
ein GefĂ€ĂŸ. - Aus Golem und dem Avatar

formst du deine Strophen,
suchst die höhere Instanz.
Zwischen deinen Zeilen wartend,
offenbart sie sich dir ganz.

Im Gedicht hörst du Gebete,
doch sie rufen sich nur selber an:

nicht Thor, nicht Ra, nicht Lethe.
Du glaubst nur an den einen Gott,
der, wortgebunden, existieren kann.

Wenn du nichts verÀndern möchtest, isses mir auch recht.

Das ist ein sehr anregendes Gedicht! Besonders gefĂ€llt mir natĂŒrlich der Golemvergleich. Die ErwĂ€hnung dieses Kunstwesens, das starke Kraft enfalten, aber niemals Gott(- Mensch) sein kann. Ebenso wie der Dichter Herrliches erschaffen kann, aber die Liebe nur in die Herzen weniger trĂ€gt.

Und ebenso wie es Ra nicht immer gelingt, strahlender Sonnengott zu sein ... die FlĂŒsse der unteren Welt sind tief und trĂŒbe.

Herzliche GrĂŒĂŸe
Heidrun


__________________
Mein Maul ist ein Löwe / mein Herz ein Kaninchen / Von fern bin ich Zora, von Nahem: Sabinchen (Simone Borowiak)

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Label
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Hallo Ralf Langer

Schön dass dieses Gedicht aus den Tiefen hervorgeholt wurde, denn das gefĂ€llt mir inhaltlich recht gut. Das muss ich damals wohl ĂŒbersehen haben.
Allerdings kann ich keinen Rhythmus, jedenfalls keinen in einem Muster entdecken. Auch die Silbenzahl der einzelnen Verse ergibt keinerlei GleichmĂ€ĂŸigkeit.

Strophe 1 hat 7,7,8,10 Silben und der Versfuß ist Jambus, TrochĂ€us, TrochĂ€us, und ? , wĂ€hrend die Reime abac sind

Strophe 2 hat dagegen 6,9,7,6 Silben, der Versfuß ist TrochĂ€us, TrochĂ€us, AnapĂ€st und ?, die Reime aber abcb

Und Strophe 3 hat 8,8,7,6,8 Silben, die VersfĂŒĂŸe wieder bunt, wie auch das Reimschema.

Vielleicht magst du daran noch ein wenig feilen, - anderseits haben die ansonsten gestrengen Rhythmus- und MetrumswÀchter hier bei dir ja nichts angemahnt.

Freundlicher Gruß
Label

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sie lasen soeben die buchstabenfolge, zensiert nur von eigener meinung

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Ralf Langer
Routinierter Autor
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Hallo miteinander,
ja was soll ich sagen. Ich kenne die unmusikalischen Stellen in diesem StĂŒck. Gleichwohl ist es nach Massgabe meiner Möglichkeiten in einem Zustand den ich nicht besser machen konnte.
Strophe eins und zwei mĂŒssten besser sein.
Die dritte Stophe - bei ein wenig Eitelkeit - da bin ich mit mir im reinen.
Da sind einige VorschlÀge von euch die bedenkenswert sind.
Ich werde dem nachgehen

Es ist spÀt ich gehe schlafen
Danke
Ralf

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RL

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