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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Bekenntnis der Marlene O.
Eingestellt am 02. 07. 2003 12:42


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Kilian
Hobbydichter
Registriert: Jun 2003

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Bekenntnis der Marlene O.


Als er in dieser Nacht zu mir kam, sah ich, er hatte getrunken. Er war leise hereingekommen, hatte nicht den gleichen L√§rm gemacht wie sonst. Dabei waren heute die Nachbarn gar nicht da. Wo er sonst hereingepoltert war, schlich er nun durch die T√ľr und sein rechter Mundwinkel hing schief herab, wie nach einem Schlaganfall. Doch es war nur der Alkohol, wie jede Nacht.

Er kam auf mich zu. Ich war bereits zu Bett gegangen und sein Blick war verloren hinter den wässrigen Trinkeraugen.

Ich zog den Tr√§ger meines Nachthemdes hoch, der mir √ľber die rechte Schulter geglitten war. Diese rechte Schulter, die noch die Spuren der letzten Nacht und der Nacht davor zeigten.

Auch diesmal holte er aus und ich schloss die Augen. F√ľr einen Moment sah ich meine Tochter, sah, wie sie immer geweint hatte als kleines Kind, wenn der Vater sie und mich schlug. Sie war lange tot nun, beinahe zwei Jahre. Sie hatte es selbst getan mit einem Dolch. Mitten ins Herz hatte sie sich getroffen. Die Kinderseele war verwundet worden und die Seele der Erwachsenen, die sie hatte werden wollen, war nicht stark genug, das Alte zu vergessen.

Der Schlag kam nicht.

Ich öffnete die Augen und sah, wie er blicklos an mir vorbeiglotzte. Wo war er nur? Woran dachte er? An sie?

Ich wagte nicht, mich zu regen. Ich hielt den Atem an. Was w√ľrde heute geschehen?

Ein wenig wankte er, wie er da stand. Der Alkohol nahm ihm das Gleichgewicht und ich bemerkte den scharfen Geruch, der von ihm ausging. Mich ekelte und gleichzeitig war ich voller Mitleid.

Unendlich langsam drehte er den Kopf zu mir.
„Warum sie und nicht Du?“ fl√ľsterte er.

Ich wagte nicht, zu antworten. Was auch hätte ich sagen sollen?
H√§tte ich sagen sollen: „Du hast sie dahin getrieben? Du bist schuld!“

Sein wässriger Blick war traurig und als ich ihn erwiderte hielt er einige Zeit stand. Dann verzerrte sich sein Gesicht und der schiefe Mundwinkel zog sich unter Spannung gerade.

Jetzt w√ľrde er es wieder tun. Wahrscheinlich h√§rter als je zuvor und noch ehe er ausholen konnte, griff ich nach dem Dolch, mit dem meine Tochter sich das Leben genommen hatte und der immer an meiner Seite war. Ich hielt ihn in der Hand, am Griff mit der ganzen Faust umklammert.

Er holte aus und verlor das Gleichgewicht. Weinen sch√ľttelte ihn und er lag auf mir, als w√§re er mein Liebhaber. So lag er lange und ich fragte mich, ob mir nicht auch Tr√§nen kommen wollten. Doch sie waren versiegt.

Endlich raffte er sich auf, trat dabei grob mit seiner Handfl√§che in meine Magengrube. Er kniete √ľber mir und wieder verzerrte sich sein Gesicht. Es war darin all die Qual der letzten Jahre zu sehen und auch der Hass. Der Hass auf mich, die f√ľr ihn nur noch einen Zweck hatte. Opfer seiner Wut zu sein - seiner Wut auf sich selbst und sein Versagen.

Dann holte er aus und schlug mich ins Gesicht. Ich schrie nicht. Ich hob nur den Dolch und stieß zu.

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Rainer
???
Registriert: Jul 2002

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hallo kilian,

du hast zwar mit bekenntnis getitelt, und deine art der umsetzung klang auch wie ein bekenntnis, aber ich konnte nicht anders, und bin mal mit dem stift dr√ľbergegangen.


Als er in dieser Nacht zu mir kam, sah ich, dass er hatte getrunken hatte. Er war leise hereingekommen, hatte nicht den gleichen L√§rm gemacht wie sonst. Dabei waren heute die Nachbarn gar nicht da. Wo er sonst hereingepoltert war, Er schlich er nun durch die T√ľr und sein rechter Mundwinkel hing schief herab, wie nach einem Schlaganfall. Doch es war nur der Alkohol, wie jede Nacht.

Er kam auf mich zu. Ich war bereits zu Bett gegangen und sein Blick verlor sich in den war verloren hinter den wässrigen Trinkeraugen.
Ich zog den Tr√§ger meines Nachthemdes hoch, der mir √ľber die rechte Schulter geglitten war. Diese rechte Schulter, die noch die Spuren der letzten Nacht und der Nacht davor zeigten. Sie zeigte noch die Spuren der vergangenen N√§chte

Auch diesmal holte er aus und ich schloss die Augen. F√ľr einen Moment sah ich meine Tochter , punkt sah, wie sie immer geweint hatte als kleines Kind, wenn der Vater sie und mich schlug. Sie war lange tot nun, beinahe zwei Jahre. Sie hatte es selbst getan mit einem Dolch. Mitten ins Herz hatte sie sich getroffen. das geht als bild, aber nicht in der realit√§t Die Kinderseele war verwundet worden und die Seele der Erwachsenen, die sie hatte werden wollen, war nicht stark genug, gewesen. das Alte zu vergessen.


Der Schlag kam nicht. Ich √∂ffnete die Augen und sah, wie er blicklos an mir vorbeiglotzte. Wo war er nur? Woran dachte er? An sie? Ich wagte nicht, mich zu regen. Ich hielt den Atem an. Was w√ľrde heute geschehen?

Ein wenig wankte er, wie er da stand. Der Alkohol nahm ihm das Gleichgewicht und ich bemerkte den scharfen Geruch , der von ihm ausging. Mich ekelte und gleichzeitig war ich voller Mitleid. sehr schön diese ambivalenz, erspart eine menge erklärungen

Unendlich langsam drehte er den Kopf zu mir. "Warum sie und nicht Du?" fl√ľsterte er. das kommt aber verdammt schnell, auch schon als sie sich fragte, ob er an die tochter denkt, da fehlt ein hinweis weiter vorn
Ich wagte nicht, zu antworten. Was auch hätte ich sagen sollen ? Hätte ich sagen sollen: : "Du hast sie dahin getrieben ? ! Du bist schuld!" ?

Sein wässriger Blick war traurig und als ich ihn erwiderte hielt er einige Zeit stand. Dann verzerrte sich sein Gesicht und der schiefe Mundwinkel zog sich unter Anspannung gerade.

Jetzt w√ľrde er es wieder tun. Wahrscheinlich h√§rter als je zuvor und noch ehe er ausholen konnte, griff ich nach dem Dolch, mit dem meine Tochter sich das Leben genommen hatte punkt und der immer an meiner Seite war. Den ich heute fr√ľh aus ihren Sachen herausgekramt hatte. Ich hielt den ihn in der Hand, am Griff mit der ganzen Faust umklammert.

Er holte aus und verlor das Gleichgewicht. Weinen sch√ľttelte ihn und er lag auf mir, als w√§re er mein Liebhaber. So lag er lange und ich fragte mich, ob mir nicht auch Tr√§nen kommen wollten. Doch sie waren versiegt blo√ü nicht, damit nimmst du intensit√§t

Endlich raffte er sich auf, trat und stie√ü dabei grob mit seiner Handfl√§che in meine n Magen grube. Er kniete √ľber mir und wieder verzerrte sich sein Gesicht wurde erneut zur Fratze.
Es war en darin all die Qual der letzten Jahre zu sehen und auch der Hass zu sehen.
Der Hass auf mich, die f√ľr ihn nur noch einen Zweck hatte. Opfer seiner Wut zu sein - seiner Wut auf sich selbst und sein Versagen.

Dann holte er aus und schlug mich ins Gesicht. Ich schrie nicht. komma Ich hob nur den Dolch und stieß zu.


kommata- und rechtschreibmäßig habe ich nichts verändert, da ich mir dabei immer sehr unsicher bin. in den ersten beiden abschnitten taucht das wort "er" sehr oft auf, aber eine gute lösung ist mir auf die schnelle auch nicht eingefallen. vielleicht stört es ja auch nur mich.

ansonsten gefällt mir dein text gut (sonst hätte ich auch nicht darin herumgeschmiert).


gr√ľ√üe

rainer

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Kilian
Hobbydichter
Registriert: Jun 2003

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Hallo Rainer,

da sag ich mal Dankeschön. Ich bin nicht mit allen Veränderungen und Vorschlägen Deinerseits einverstanden. Aber im Grossen und Ganzen habe ich davon profitiert.
Vielen Dank und viele Gr√ľsse
Kilian

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Rainer
???
Registriert: Jul 2002

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hallo kilian,

sonst schreibe ich das immer, aber hier habe ich es vergessen:

bitte sieh alles nur als vorschläge an. was du davon wie umsetzt ist deine sache, es ist ja dein text.


also, alles ist in ordnung.

viele gr√ľ√üe

rainer (muß gleich weg, schaue morgen nochmal rein)
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