Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92257
Momentan online:
394 Gäste und 19 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Humor und Satire
Bekenntnisse eines guten Menschen
Eingestellt am 02. 01. 2001 17:36


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
JCC
AutorenanwÀrter
Registriert: Dec 2000

Werke: 16
Kommentare: 65
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Bekenntnisse eines guten Menschen


Ich bin politisch korrekt, denn in einer Welt, wo unter jedem Stein eine neue unentdecke Randgruppe schlummert, deren Anwesenheit danach verlangt, ihr sofort ein paar menschenverachtende, nicht lĂ€nger hinzunehmende Benachteiligungen anzudichten, um gleich darauf mit Hilfe von Politikern, Fernsehmoderatoren und TrĂ€nendrĂŒsen eben gegen diese ins Feld zu ziehen, gibt es kaum ein Hobby, das Ă€hnlich erfĂŒllend ist.
Ein bißchen wie Krieg spielen, nur mit dem entscheidenden Vorteil, daß die Bösen einem keine blutige Nase hauen können.
Also eher wie Ringelpiez ohne Anfassen.


Dabei ist es im Prinzip egal, ob ich mich fĂŒr die Menschenrechte schwuler Exilneger oder die Gleichberechtigung schwangerer MainzelmĂ€nnchen einsetze - wer glaubt, es ginge darum, wirklich irgendwelchen verkrachten Existenzen aus der Patsche zu helfen, hat das Spiel grĂŒndlich mißverstanden.
Denn wer noch nie dieses ungewohnte GefĂŒhl der Macht verspĂŒrt hat, als er einen Blondinen-, TĂŒrken- oder Fußballtrainer-WitzeerzĂ€hler durch einen wohlgezielten „Ich weiß ganz genau, was fĂŒr ein intolerantes/Nazi-/gewissenloses (Zutreffendes unterstreichen) Schwein Du bist“-Blick außer Gefecht gesetzt hat, der hat verdammt noch mal was verpaßt, denn nichts verschafft einem einen besseren Höhenflug, als sich moralisch ĂŒberlegen zu wissen.


Ich bin tolerant, denn keiner hat das Recht, sich in anderleuts Angelegenheiten einzumischen. Man muß wirklich darauf achten, daß die Leute das fein bleiben lassen. Es ist ein echtes Problem, diesen Grundsatz zu verteidigen, aber glĂŒcklicherweise gibt es immer ein paar pflichtbewußte Menschen, die sich umhören, ob gewisse Personen sich nicht mehr in fremde GeschĂ€fte verstricken, als gut fĂŒr sie ist. Und die das dann auch bitte an die zustĂ€ndigen Behörden melden.


Weiterhin hat jeder das Recht auf eine Meinung, und darauf, sie frei auszudrĂŒcken.
NatĂŒrlich muß man die Meinungsbildung, nicht nur bei unseren jungen MitbĂŒrgern, nach KrĂ€ften fördern und um jeden Preis verhindern, daß sie in die falsche Richtung gelenkt wird.
Was die richtige Richtung ist, gibt der Chef vor, und alle sind herzlich eingeladen, sich innerhalb dieses Rahmens so frei zu Ă€ußern wie sie mögen.


Ich bin verstĂ€ndnisvoll, denn kein niemand ist perfekt, und man darf ĂŒber Menschen nicht urteilen.
Jeder Mensch trÀgt von Geburt an etwas Gutes in sich, und so richtig versaut wird er erst von seiner Umwelt, oder wurden Sie schon mal von einem Wickelkind mit dem Messer bedroht?
Eben.
Jeder Mensch strebt nur nach seinem GlĂŒck, und wenn ein junger Einwanderer, voller Elan und Idealismus, sich daran macht, eben sein persönliches GlĂŒck zu finden, und der Gute sich entscheidet, nicht einmal egoistisch zu sein, sondern das GlĂŒck in Form von weißen PĂŒlverchen auch an andere zu verteilen, kann man ihn da verurteilen?
Man kann ihn vielleicht als ein bißchen fehlgeleitet bezeichnen, da die Wahrscheinlichkeit gering ist, daß er fĂŒr sein kleines GeschĂ€ft jemals Steuern bezahlen wird, aber wĂŒrden Sie einem Staat Geld geben, der Sie gar nicht will, sondern Ihnen nur mit Ă€ußerstem Widerwillen Wohnung, Essen und Pentium II bezahlt?
Ich auch nicht.


Man sollte sich vor lauter GutmĂŒtigkeit allerdings nicht verarschen lassen. FĂŒr die glatzköpfigen, unmenschlichen Tötungsmaschinen aus dem degenerierten Osten kann und möchte ich kein VerstĂ€ndnis aufbringen, und der Typ, dessen Hund mir letzte Nacht vors Auto geschissen hat, gehört aufgehĂ€ngt.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Sansibar
Guest
Registriert: Not Yet

Guter Mensch

Hy JCC,
das hat mir sehr gut gefallen, die Verlogenheit die du da aufgespĂŒrt hast. Toll zum Schluß die Idee mit dem Hundehalter. Sind wir nicht alle "wahnsinnig" tolerant? Jedenfalls bis zu dem Punkt,an dem man an unsere persönliche Belange oder Autos geht. Meint:
Sansibar aus Sansibar

Bearbeiten/Löschen    


ZurĂŒck zu:  Humor und Satire Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!