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Leselupe.de > Gereimtes
Belgischer Trauerzug
Eingestellt am 05. 11. 2009 23:34


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viktor
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2007

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Belgischer Trauerzug

Im herbstlichen Westen von Flandern
versanken die Wolken im Rot.
Wir st√ľtzten uns, einer den andern,
auf trauriger Fährte beim Wandern
und vor uns ritt langsam der Tod.

Wir trugen die Kinder zu Grabe,
auf unserem Weg nach Brabant.
Den Nachtgesang krächzte ein Rabe
und Pluto, der teuflische Knabe,
hat Dörfer und Städte verbrannt.

Ein Haus stand in einsamer Schneise,
es war nicht mehr weit bis Namur.
Dort ruhten wir auf unsrer Reise,
kein Wirt reichte stärkende Speise,
kein Namensschild hing an der T√ľr.

Der Friedhof lag in den Ardennen,
längst waren die Gräber bereit.
Nun mussten wir uns wieder trennen,
wir w√ľrden uns nicht mehr erkennen,
vor uns lag die grausame Zeit.

Version vom 05. 11. 2009 23:35
Version vom 06. 11. 2009 13:10

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HerbertH
???
Registriert: May 2007

Werke: 860
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Lieber Viktor,

ein sehr schönes Gedicht, dessen Rhythmus mich an Moritaten erinnerte, die man gleich mitsingen kann.

Einzig

quote:
und Charon, der uralte Knabe,

hat mich etwas gestört, weil es zum restlichen Inhalt nicht so gut zu passen scheint. Vielleicht gibt es da noch eine Verbesserungsmöglichkeit?

Mir fiele hier

quote:
und Charon, im alten Gehabe,

ein, ohne dass ich das schon optimal fände.

Liebe Gr√ľ√üe

Herbert

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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

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Hallo Viktor,

das ist wieder eines Deiner Werke, die so ganz lakonisch beschreibend daherkommen, als sei nichts Besonderes mit ihnen gesagt. Dem ist, sonst w√§re es ja nicht extra angemerkt, nat√ľrlich nicht so.

Nun wissen viele nicht, in welcher Zusammenhang Dein Werk eingebunden ist. Wir schreiben das Jahr 1944. Am 16.12.1944, vor nahezu 65 Jahren, begann die Ardennenoffensive. Sie war das letzte Aufb√§umen, was das Deutsche Reich aufzubieten hatte, und der Anfang vom Ende, wenn auch anfangs riesige Gel√§ndegewinne erzielt wurden, aber um welchen Preis. Der Feldzug, wenn auch milit√§risch √ľberzeugend begonnen, brachte nichts au√üer weitere Opfer und eine weitere Hinausz√∂gerung der unvermeidbaren Niederlage.

Der historisierende Inhalt t√§uscht nur verhohlen √ľber den Zweck und die Zielrichtung des Texts hinweg. Es ist die Deutung des Kriegs als unverzeihlichen Fehlers und das Heraufbeschw√∂ren der Sinnlosigkeit des Opfers der Tapferen, die sich f√ľr ein falsches Ziel mit falschen Mitteln an den Tod und den Kampf hingaben.

Gruß W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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viktor
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2007

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...es ist ein text, der sich aus unterschiedlichen assoziationen nährt, nicht nur der ardennenoffensive.
zun√§chst: ich wohne in der n√§he belgiens und fahre oft dorthin, um preiswert zu tanken bzw. kaffee zu kaufen. manchmal durchquere ich dann auch den s√ľdosten und bin nach etwa 35km an der luxemburgischen nordgrenze, wo der sprit nochmal deutlich billiger ist, auch der tabak.
sobald man die grenze hinter sich hat, f√§llt der schlechte zustand der belgischen stra√üen auf. die gegend (ardennen) ist d√ľnn besiedelt, viele h√§user in den d√∂rfern und st√§dtchen sind ungepflegt bzw. scheinen verlassen zu sein und zerfallend. das kommt mir jedes mal ziemlich morbide vor. man munkelt, dass viele hier von kinderpornographie leben.
zum "kriegerischen":
eine anregung stammt von dem landsknechtlied
"Flandern in Not!
In Flandern reitet der Tod!"
die zweite anregung ist NICHT der deutsche √ľberfall im ersten weltkrieg.
wenn ich nach belgien fahre, stehen entlang der grenze noch große restbestände des westwalls (panzersperre aus betonpyramiden, "siegfriedlinie"), den hitler hat bauen lassen. während der ardennenoffensive wurde hier gekämpft und es gab zahlreiche tote auf der deutschen (eifel) und der belgischen (ardennen) seite...
liebe gr√ľ√üe
viktor

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