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Leselupe.de > Ungereimtes
Bengalisches Feuer
Eingestellt am 02. 03. 2006 14:44


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Zarathustra
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Bengalisches Feuer


Sanft wogte das taunasse Schilf im Wind
Im Dorf balgten sich Hunde
um Fetzen von blutigem Fleisch

SpÀt kehrten die JÀger heim in ihr Dorf
sie wÀrmten sich am Feuer.
Speer und Lanze
Pfeil und Bogen
legten sie beiseite
Heiße Funken sprĂŒhten blau und gelb -
KupfergrĂŒn schwĂ€rmten sie zum Himmel

Über der sinkenden Sonne
die im Abendrot glĂŒhte
ruderte ein FĂ€hrmann zur Nacht hinĂŒber.

SchwÀne zogen den rot brennenden Wolken entgegen
Lichter flammten am Himmel auf
blinkten im dunklen Blau
so weiß, so hell
dass du dachtest,
es seien die Sterne
die neu geboren sind.

Vergeblich hebst du dein Kleid
deine SchĂŒrze aus Bast
um damit das leuchtende Gold zu fangen
dass der Himmel regnen wird
in dieser Nacht.

TrÀume nicht!
schau nicht hoch zum Mond.
Keine Sterne leuchten so hell
Ich sage dir,
das Leuchten, das Schimmern und Glitzern
dort ĂŒber dem Horizont
es sind nur die Augen eines wilden Tiers
das durch die Nacht streicht
um ein MĂ€dchen zu suchen,
dass er zu Boden zwingen kann
um es zu besitzen.

Bleib in der HĂŒtte
mein Kind,
bleib in meinen Armen
bleib bei mir.
und stirb!

© Hans Feil, 27. Februar 2006

Ich danke insbesondere Andrea, die Inspiration und eine ganz liebe Ratgeberin war. Sie wird mir vielleicht nicht böse sein, wenn ich ihr dieses Gedicht widme.



__________________
Was sind das fĂŒr Zeiten, wo ein GesprĂ€ch ĂŒber BĂ€ume fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen ĂŒber so viele Untaten einschließt! (Bertold Brecht)

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ENachtigall
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???

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Hallo Hans,

wieder eines der besonderen Gedichte im Klang Deiner Bilder. Ich lese, dass Du es sorgsam ausgearbeitet hast. Sehr gut durchgesponnen finde ich das Licht- und Feuermotiv in seiner betörenden und verzehrenden StĂ€rke. Archaisch. Auch wenn sich mir der Sinn des letzten Verses nicht gleich erschließt, schadet er nicht der lautmalerischen Magie - diesem visuellen Ansturm der Worte auf mein Vorstellungsvermögen.
Besonders gefÀllt mir

quote:
Über der sinkenden Sonne
die im Abendrot glĂŒhte
ruderte ein FĂ€hrmann zur Nacht hinĂŒber

Liebe GrĂŒĂŸe
Elke
__________________
Wer Spuren sucht, wird Wege finden.

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Zarathustra
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querliegene Worte

Liebe Elke,

ganz herzlichen Dank fĂŒr deinen Kommentar. Dieses Gedicht ist erstmal ganz spontan entstanden, als ich auf einer GeschĂ€ftsreise in Hannover aus dem Hotelfenster sah.
Manches Mal sind die "Inspriationen" eigenartig und fremd..
_______________________________
Über der sinkenden Sonne
die im Abendrot glĂŒhte
ruderte ein FĂ€hrmann zur Nacht hinĂŒber

________________________________

"Ich gebe zu, dass gerade diese 3 Zeilen sehr sperrig und querliegend wirken können"

Der FĂ€hrmann sollte eigendlich in diesem Gedicht nicht wie ein Fremder erscheinen. Er hat mehrere Funktionen:
1) er ist der Beobachter der ganzen Scenerie
2) er weiss um die Angst der Menschen
3) er kennt das gefÀhrliche Tier
4) er ist es, der dem MĂ€dchen die Sehnsucht gibt hinauszugehen
5) er ist es, der den Vater dazu bringt, das MĂ€dchen in seinen Armen sterben zu lassen.


Ich glaube, wir sehen auch oft abends diesen FĂ€hrmann...

Schönen Tag noch

Lieben Gruß
Hans
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ENachtigall
Foren-Redakteur
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deshalb....

gefĂ€llt es mir so gut, das Bild des FĂ€hrmannes, weil er diese vermittelnde Rolle spielt, zwischen zwei Seiten hin und her fĂ€hrt/rudert ĂŒber eine Grenze. Das, und was es bedeutet im Text, kommt sehr gut rĂŒber. Trotzdem danke, dass Du es noch einmal so beleuchtest in Deiner Antwort auf den Kommentar.

Schönes Wochenende.
Elke
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