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Leselupe.de > Gereimtes
Bergspaziergang
Eingestellt am 23. 12. 2008 20:20


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Walther
Routinierter Autor
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Bergspaziergang

Auf eines Berges Spitze stehend:
Der Blick streift in die Weite.
Ich lege meinen Plan zur Seite.
Nur oben, weiß ich, ist man sehend.

Ich spĂŒre freudig, wie ich gleite,
Um warme Steigungswinde flehend,
Im Höhenrausch beinah vergehend,
Dass mich der Berggott gĂŒtig leite.

Nein, bleiben hab ich nicht gekonnt.
ZurĂŒck ins Dunkel, grĂŒne Matten:
Hier ist der Tag nur kurz besonnt.

Da drunten, in der TĂ€ler Schatten,
Dort ahnt man kaum den Horizont.
Was wir fĂŒr Enge uns gestatten!


__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Version vom 23. 12. 2008 20:20
Version vom 31. 12. 2008 16:59

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Tigerauge
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Da drunten, in der TĂ€ler Schatten
Was wir fĂŒr Enge uns gestatten

Du hast hier zwei SĂ€tze mit jeweils 9 Silben. Der Erste hat jedoch drei Worte mit jeweils zwei, und der Zweite einen mit zwei und einen mit drei. Diese UnregelmĂ€ĂŸigkeit kannst Du ausgleichen, indem Du eine Silbe vorne wegnimmst. Da gibt’s keine Regel, da muss man ein GefĂŒhl fĂŒr bekommen.

Drunten, in der TĂ€ler Schatten
Was wir fĂŒr Enge uns gestatten

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Walther
Routinierter Autor
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Hallo Tigerauge!

Wie Du nachstehend siehst, haben wir hier einen klassischen vierhebigen Jambus, dieser ist auch als Knittelvers bekannt:

quote:
Zu bleiben hab ich nicht gekonnt.
xXxXxXxX
ZurĂŒck ins Dunkel, grĂŒne Matten:
xXxXxXxXx
Hier ist der Tag nur kurz besonnt.
xXxXxXxX

Da drunten, in der TĂ€ler Schatten,
xXxXxXxXx
Dort ahnt man kaum den Horizont.
xXxXxXxX
Was wir fĂŒr Enge uns gestatten!
xXxXxXxXx
Was Weglassen der Silben wĂŒrde einen Übergang fĂŒr diese beiden Verse in den TrochĂ€us bedeuten. Dies wĂŒrde "holpern".

Ich hoffe, das erlÀutert Dir meinen Standpunkt.

Weihnachtsgruß W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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ENachtigall
Foren-Redakteur
???

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Hallo Walther,

mit dem Lesen dieses Gedichtes betrete ich Walther-Terrain im besten Sinne; ein wohlgeordnetes Sprachwerk, das mich Kraft sich öffnender Perspektiven teilhaben lĂ€ĂŸt an Wundern, die so oft in SelbstverstĂ€ndlichkeiten verschwinden.

Letzte GrĂŒĂŸe aus diesem Jahr,

Elke

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Walther
Routinierter Autor
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Liebe Elke,

und doch hatte ich zwei Silben vergessen, die man mir gĂŒtig nachsah. Wohl geordnet? Naja. Was ist schon "in Ordnung" in der Enge.

Es sind die GegensĂ€tze und die WidersprĂŒche, die mich magisch anziehen. Sie erzwingen die Perspektivenwechsel, die zur Selbsterkenntnis, zur Erkenntnis selbst, so nötig sind. Was will das LyrIch sagen?

Die Höhen sind mit MĂŒhe zu erklimmen. Aber nur dort ist der Blick weit, der Überblick nahe. Die Enge tĂ€uscht Ordnung vor, weil im Schatten alles nur kurz besonnt ist. Kein Blick dahinter bleibt ĂŒbrig, der Überblick verdunkelt.

Ich danke fĂŒr Deinen Eintrag. Er tut wohl, wissend, daß er begĂŒtigen soll, am Ende eines Jahrs, dem es zu wohl geworden ist. Komm(t) gut rĂŒber.

Lieber Gruß W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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gareth
Fast-Bestseller-Autor
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Hallo Walther,

zuallererst einmal Dir ein Gutes Neues Jahr und weiterhin UnterstĂŒtzung durch alle erforderlichen Musen :o)

Dann Gratulation zu der kunstfertigen, offensichtlich arbeitsreichen Reimkonstruktion Deines Bergspaziergangs, in dem ein wohlbekanntes Thema auf eigene Weise interpretiert ist.

Einen einzigen kleinen Einwand habe ich allerdings vorzubringen, der die folgende Zeile betrifft:

Zu bleiben hab ich nicht gekonnt

Grammatikalisch ist der Satz m. E. so nicht haltbar. Möglich und korrekt wÀre z.B.:

zu bleiben hab ich nicht vermocht

Da Du aber aus ReimgrĂŒnden das gekonnt benötigst, lĂ€ge eine Möglichkeit im Durchbrechen des Rhythmus' durch Verzicht auf das einleitende Zu:

Bleiben hab ich nicht gekonnt

Das wĂ€re aus meiner Sicht keinerlei Nachteil fĂŒr das Werk.

GrĂŒĂŸe
gareth




__________________
Wie hÀsslich ist ein schrÀges Treiben,
da lob ich mir mein trÀges Schreiben.

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