Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92245
Momentan online:
300 Gäste und 15 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Gereimtes
Bertine für Ruth-Marion
Eingestellt am 24. 04. 2001 11:59


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

Werke: 2266
Kommentare: 11049
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Bernd eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Also Berndine - nicht Bertine

Ruth-Marion, ich drückte gerade die Tasten,
da schrie mein verschrumpelter Bildschirm ganz laut:
"Was hast du gemacht? Sag, hast du mich heute versaut?
Oder hieb vielleicht irgend ein anderer hier auf die Tasten?
Du hältst mich wohl immer noch für einen seelenlosen Kasten?

Dabei bin ich kein Seelenloser, dumm gelaufen,
ich habe nämlich Seele und besitze inneren Geist.
Zumindest besitze ich diesen zumeist,
wenn Strom nicht fehlt. Bist du deshalb hierher gelaufen?
Oder wolltest du mir eine Seele kaufen?

Das aber wäre ein verfehltes Unterfangen,
denn ich bin einfach kaputt, deshalb bin ich,
wär ich sonst kaputt? Sicherlich nich.
Und es wäre trotzdem ein vergebliches Unterfangen.
Und jetzt hilf mir doch endlich mal, heim zu gelangen."

Und dann sah ich ihn an und geriet ein wenig ins Grübeln,
vielleicht sollte ich mal die Festplatte tauschen,
oder noch weiter mit dem kaputten Computer plauschen?
Ich weiß es nicht und gerate ins Grübeln,
das wirst du mir doch sicher nicht verübeln.

__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Ruth-Marion Flemming
Nennt-sich-Schriftsteller
Registriert: Apr 2001

Werke: 5
Kommentare: 116
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Hallo Bernd,
reizend, reizend, danke, danke – jetzt hat man mir schon ein Gedicht gewidmet! Ich meine, es könnte eine Art weiße/weise Taube mit einem Zweig im Schnabel als Zeichen einer anscheinend wieder friedlich gewordenen Welt verkörpern. Du, alle anderen und ich sollten sie immer vor Augen haben und darauf achten, daß ihr kein Leid geschieht. Dann und nur dann wird sie über uns bleiben.
Ich weiß, ich weiß, reichlich pathetisch! Macht sich nix, meanthing that det woas huift (der letzte Satz steht stellvertretend für die Globalisierung im Großen wie im Kleinen). Ach so, das Gedicht! Da muß ich Dich leider etwas enttäuschen: es ist nämlich keine „Bertine“, sondern eine „Berndine“. Aber so groß ist der Unterschied ja nun auch wieder nicht! Mit Gruß
Ruth

Bearbeiten/Löschen    


Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

Werke: 2266
Kommentare: 11049
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Bernd eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Na gut, also dann eine Berndine.
Aber das sind alle meine Gedichte ...

Wo liegt der globale Unterschied?
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

Bearbeiten/Löschen    


Ruth-Marion Flemming
Nennt-sich-Schriftsteller
Registriert: Apr 2001

Werke: 5
Kommentare: 116
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Hallo Bernd,
ja, wo liegt der (globale) Unterschied? Eine auf den ersten Blick fast zu einfach erscheinende, auf den zweiten jedoch interessante Frage, über die man direkt ins Philosophieren kommen kann. Zunächst behaupte ich mal, „der Unterschied liegt immer da, wo man ihn sehen will bzw. wo ihn jemand festgelegt hat. Es gibt ihn, und es gibt ihn wieder nicht“!

Nähmen wir den Begriff „Wort“ als Hauptebene und gliederten ihn stammbaumartig (alles nur Beispiele und vereinfachte Darstellungen), so bildeten das „geschriebene Wort“, das „gesprochene Wort“ usw. die zweite Ebene. Die dritte Ebene unterhalb des „geschriebenen Worts“ könnten dann „Brief“, „Notiz“, „Literatur“ usw. darstellen. Diese wiederum ließe sich in vierter Ebene in „Fachliteratur“, „Schöngeistige Literatur“ usw. gliedern. So weitergeführt kommt man schließlich irgendwann zu den „Gedichten“ bzw. „Gedichtformen“, ihren verschiedenen „Versen“, „Reimen“ und „Strophen“. Das bedeutet, je nachdem welche Ebene man betrachtet, gibt es einen Unterschied oder nicht. Auf die nächsthöhere Ebene (das gilt auch für alle noch darüber liegenden) bezogen, sind „Brief“ und „Notiz“ (usw.) gleich, es handelt sich hier wie dort um „geschriebene Worte“. Legt man indes ihre eigene Ebene zu Grunde, so besteht zwischen beiden ein großer Unterschied.

Auf unseren Fall übertragen heißt das: „Bertine“ und „Berndine“ sind beides fünfversige, (sicherlich meist humorige – das muß aber nicht sein) „unreine“ Gedichte unterschiedlicher Strophenzahl (nehme ich mal an) mit gleichem Reimschema. Bis dahin besteht zwischen beiden, bezogen auf den genannten Stammbaum, kein Unterschied. Dann aber wird es im Gegensatz zu Dir bei mir anders:
1. Verse 1 und 5 der einzelnen Strophen bilden hintereinander gelesen das eigentliche Gedicht, die Verse 2 bis 4 könnten also hinsichtlich der Thematik gut und gern auch entfallen.
2. Verse 2 und 3 der einzelnen Strophen sind thematisch nicht unmittelbar in das eigentliche Gedicht eingebundene „Gesprächsfetzen“.
3. Verse 2 der einzelnen Strophen des Gedichts beginnen jeweils mit den gleichen Worten.
4. Vers 4 entspricht im Wortlaut dem Vers 1 einer Strophe, erweitert nur durch das Wort „also“.

Siehst Du, das sind dann die Unterschiede. Aufgrund weniger und einfacher mir selbst gesetzter Regeln (ich sagte Dir ja schon, daß es mir bei der „Bertine“ um etwas Ausgefalleneres ging). Davon abgesehen freilich, sind sich „Bertine“ und „Berndine“ ziemlich ähnlich. Mit Gruß
Ruth

Bearbeiten/Löschen    


Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

Werke: 2266
Kommentare: 11049
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Bernd eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Liebe Ruth, da die Regeln so streng sind, werde ich wohl keine mehr schreiben, denn es gelänge mir ja doch nicht.

Es ist wohl wie mit den Haiku, deutsche Haiku sind eine durchaus andere Form, als Japanische, obwohl sie sie nachahmen.

Insofern ist die Berndine eine Übersetzung der Bertine. Übersetzungen ähneln dem Original, haben einen eigenen Reiz, aber bestimmte Kodierungen gehen verloren.

__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

Bearbeiten/Löschen    


Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

Werke: 2266
Kommentare: 11049
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Bernd eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Ruth-Marion, ich drückte gerade die Tasten,

da schrie mein verschrumpelter Bildschirm ganz laut:

"Was hast du gemacht? Sag, hast du mich heute versaut?

Also Ruth-Marion, ich drückte gerade die Tasten,

Du hältst mich wohl immer noch für einen seelenlosen Kasten?


Dabei bin ich kein Seelenloser, dumm gelaufen,

da schrie nämlich die Seele, sie besitze inneren Geist.

Zumindest besitze sie diesen zumeist,

Also, dabei bin ich kein Seelenloser, dumm gelaufen,

Oder wolltest du mir eine Seele kaufen?


Das aber wäre ein verfehltes Unterfangen,

da schrie ich, ich bin einfach kaputt, deshalb bin ich,

wär ich sonst kaputt? Sicherlich nich.

Also, das aber wäre ein verfehltes Unterfangen,

Und jetzt hilf mir doch endlich mal, heim zu gelangen."


Dann sah ich ihn an und geriet ein wenig ins Grübeln,

da schrie ich, vielleicht sollte ich mal die Festplatte tauschen,

oder noch weiter mit dem kaputten Computer plauschen?

Also, dann sah ich ihn an und geriet ein wenig ins Grübeln,
das wirst du mir doch sicher nicht verübeln.

__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

Bearbeiten/Löschen    


Zurück zu:  Gereimtes Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!