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Leselupe.de > Humor und Satire
Besinnliches zum 60sten!
Eingestellt am 02. 05. 2005 02:51


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dennis petsch
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Unsere Blicke kreuzten sich. Fieberwahn floss durch meine Adern und das Blut dahin, wo es um diese Uhrzeit nichts zu suchen hatte. Versch├Ąmt be├Ąugte ich die Jugendschutzverordnung, die halb rechts neben einer B├╝ste von Wolfgang Amadeus Mozart an der in zart-rosa gestrichenen Rauputzfasertapetenwand hing. Die altdeutsche Schrift, in der sie geschrieben stand, war ausgebleicht. Sie war wundersch├Ân! Beide waren wundersch├Ân - die B├╝ste und - SIE! Nat├╝rlich auch die liebevoll per Hand von tschechischen Anthropologen in stundenlanger Fronarbeit verzierte Standuhr, die gegen├╝ber dem Kanapee lag und wohl aus diesem Grund ununterbrochen von einem westf├Ąlischen Wandergesellen umarmt wurde... aber vor allem - SIE!

Emsig wie K├╝chenschaben schossen Amors Pfeile durch die vom Pfeifenrauch vernebelte Sph├Ąre des kleinen, gem├╝tlichen Wiener Kaffeeh├Ąuschens und trafen die leicht untersetzte, aus einem vertr├Ąumten Bergdorf in der Steyrmark stammende 53-j├Ąhrige Bauerntochter Gisela H., die hier ihr sp├Ąrliches Einkommen als Nacktputzerin an der Staatsoper mit Kellnern aufbesserte, unverhofft, daf├╝r direkt und volle Breiteseite in ihr ebenso untersetztes, sprich fettes Ges├Ą├č.

Mist, daneben! Voller Hohn und Schadenfreude hallte das Lachen der Mei├čner Porzellantassen in meinen Ohren und ich stellte mir die Frage, wie der Truthahn wohl aufs Klavier kam. Den b├Ąrtigen Pianisten, der eine dezente ├ähnlichkeit mit Andr├ę Heller aufwies, schien dies g├Ąnzlich kalt zu lassen. An jeder seiner drei H├Ąnde hatte er sich mit seinem Schweizer Taschenmesser genau zweieinhalb Finger abgetrennt, wahrscheinlich seine eigene pers├Ânliche Interpretation der Unvollendeten.

Ich war noch nie in Wien gewesen, auch jetzt nicht, aber das war nun egal, denn ich war hier und sie war es auch! Ihr lockiges, g├╝ldenes Haar bedeckte engelsgleich ihre lieblichen Aprikosenbr├╝ste. Meine zittrigen H├Ąnde strichen sanft ├╝ber ihre weichen Knospen und glitten hinab in die Wiege ihrer Leidenschaft, den Scho├č ihrer Lust. Sehns├╝chtig tauchte ich ein, in ihren m├Ąrchenhaften Teich und rhythmisch verschmolzen wir und wurden keuchend uns liebend eins unter Lunas leuchtendem L├Ącheln und ... Moment: Falscher Traum! Der andere...

Aus eiterverklebten Augenwinkeln heraus (ich hatte mir erst k├╝rzlich ein Gerstenkorn eingefangen) erkannte ich Gisela H. immer noch liebesbepfeilt auf den ungarischen Koch zu wanken. Seine Sch├╝rze war befleckt von den S├Ąften toten Getiers, seine M├╝tze hatte er mit Tesafilm an seine Kotletten geklebt. Mein nickelbebrillter Tischnachbar hob br├╝skiert die linke Augenbraue. Er war eckiger Geheimrat und kannte die Kanten des Lebens.
Der Dichter denkt nur n├╝chtern und berauscht von seiner selbst versinkt er in seinem eingewachsenen Zehennagel. Um sich selbst zu verwirklichen, hatte er begonnen Jungfrauen zu h├Ąuten, au├čerdem war er ein begnadeter Sch├Ângeist und liebte das Wortspiel.

Sie sa├č noch immer da in voller Pracht, mein weibliches Pendant ungeb├Ąndigten Liebestaumels. Wie Murmeln kullerten ihre Augen ├╝ber das frisch gewichste Parkett an meinen Platz. Ich wurde rot. Schlie├člich hatte ich soeben das Wort wichsen in meine Gedanken genommen. Verlegen kaute ich auf einer Serviette, w├Ąhrend sie sch├╝chtern in den bronzenen Kerzenst├Ąnder biss, das duftende Bienenwachs benetzte ihre Wangen. "Geschmackssache sprach der Affe und a├č die Seife"... Ich war verliebt!

Pl├Âtzlich ein Schrei: Aufruhr! Panik! Revolution?
Nein...! Seines erb├Ąrmlichen Daseins und den 265 Pfund Brutto-Balz-Gewicht von Gisela H. ├╝berdr├╝ssig, st├╝rzte der Ungar hinaus. (" ...aus dem Hintergrund m├╝sste Rahn schie├čen. Rahn schie├čt. Tooor!!!") und erh├Ąngte sich an einem Pissoir. "Schei├če!" rief der greise Rabbi und pinkelte ins Waschbecken, beides kein sch├Âner Anblick!

Drau├čen zog im diesigen, braunen Flackern der alten ├ľllaterne der Trauerzug vorbei und sang die alte Volksweise "Wenn Axel Springer Stiefel tr├╝ge". Es war sp├Ąt geworden. Ein letzter Wimpernschlag von ihr, dann schwebte sie empor, setzte sich auf einen wei├čen Schimmel und ritt nackt in die Wiener Nacht hinaus. "Gott beh├╝te Franz den Kaiser!", murmelte ich, "und auch dich, du unbekannte Sch├Ânheit!" Ich seufzte: Zapfenstreich! Lakonisch l├Âffelte ich meine Gulaschsuppe zu ende, prellte die Zeche und stieg erst in Pferdekacke und dann in die Stra├čenbahn... Muss wahre Liebe sch├Ân sein!



dennis petsch 30.April 2004 "besinnliches zum 59sten!"

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flammarion
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also,

mit dem text komme ich nicht klar. was bezweckst du damit?
fragend guckt
__________________
Old Icke

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dennis petsch
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Re: also,

hallo marion,
lass das ganze einfach mal unter surrealismus, oder - wenn dir dieser begriff zu unp├Ą├člich erscheint - unter nonsense laufen, dann brauchst du dir lediglich um sinn- & unsinn, nicht jedoch um den zweck den kopf zu zerbrechen.
in tiefer demut ob des ersten kommentares, welcher mir zu teil wurde, verbeugt sich antwortend schelmend,
-dennis-

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flammarion
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ach so.

alles klar. da konnte ich mich lange bem├╝hen, einen sinn zu finden . . .
lg
__________________
Old Icke

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