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Leselupe.de > Kurzprosa
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Eingestellt am 27. 10. 2006 17:47


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Franka
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Bereits am frühen Nachmittag beginnt es zu dämmern. Sie schaut aus dem Fenster, sieht den vorbeieilenden Menschen zu.
Hier und da gehen hinter den Fenstern die Lichter an und sie kann in die Wohnungen schauen. Sie sieht Geschäftigkeit und lauscht in die Stille ihrer Wohnung, fühlt sich einsam. Jetzt braucht sie jemanden zum Reden, oder wenigstens zum Zuhören. Sie weiß, wer ihr zuhören wird.
Rasch zieht sie eine warme Jacke an und geht.

Noch immer besucht sie ihn einmal im Monat. Dabei hatte er sie verlassen. Diesen einundzwanzigsten Januar wird sie nie vergessen.

Sie beschleunigt ihre Schritte. Die ersten Laternen gehen an. Auf dem Weg zu ihm kommt sie immer an einem Blumenladen vorbei. Wie immer kauft sie ihm eine Rose. Früher brachte er sie ihr mit.
Während sie weitergeht, überlegt sie, was sie ihm alles erzählen möchte. Sie denkt: "Ich muss aufpassen, ihm nicht wieder so viele Vorwürfe machen".
Doch als sie dann dort ist, schweigt sie. Es sind zu viele Menschen da. Sie brauchen keine Zuhörer.
Sie setzt sich und wartet.

Es wird heute schnell dunkel und die Anderen haben es jetzt eilig.
Schön, denn nun ist sie mit ihm allein.
Sie legt ihm die Blume hin und erzählt von all den Nichtigkeiten der letzten Zeit. Dabei würde sie so gern sagen: "Bitte, komm zurück."

Die Kirchturmuhr schlägt.
Sie haucht ihm noch einen Kuss zu. Er erfriert in der Kälte zwischen ihnen.

Sie muss sich beeilen,
um neunzehn Uhr wird der Friedhof geschlossen.

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Beba
Guest
Registriert: Not Yet

Der Text macht mich traurig und nachdenklich zugleich. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut, und ich habe von ersten Wort bis zum letzten interessiert gelesen.

Berni

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Franka
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Hallo Beba,

es gibt Texte die "liegen" lange, bevor ich sie der "Öffentlichkeit" vorstelle. Ich habe immer das Gefühl, dass sie noch nicht „ausgereift“ genug sind. Dieser ist einer davon. Da freut mich dann ein positives Feedback besonders.

LG Franka

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