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Leselupe.de > Ungereimtes
Betörung
Eingestellt am 29. 07. 2009 19:12


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Epiklord
Festzeitungsschreiber
Registriert: May 2009

Werke: 66
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Sing, O Magenader
dein letztes Lied,
von der Badener Spätlese,
die dich umschmeichelte,
aus seichtem Seelengrund
den Trübsinn fortgespült -
inkarnierter Humor
im Puls vertaner Zeit -
aus der Wohlstandswampe
lass Abgesang erklingen,
gegen Angst domauf,
an ein braves Herz,
das müde schlägt
im Fugentod.

*


Version vom 29. 07. 2009 19:12
Version vom 29. 07. 2009 23:02

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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1537
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Lb. Epiklord,

irgendwie isch dees vroglickt, würde der humorvolle Südwest.l.er sagen. Nun mag es noch angehen, daß die Magenader (wo issn die?) sich an der Badener Spätlese delektiert (die Frage ist, weiß, rot, rosa, welche Säure etc.). Nur schmeichelt ein Badener selten. Er ist eher mit etwas Säure gesegnet und beißt, wenn man Pech hat, kräftig zu. Die Magenwand läßt schön grüßen, das Sodbrennen auch.

Ebenso ist, wenn schon denn schon - Scharlachberg Meisterbrand, der inkarnierte Humor am Puls der Zeit, drin ist er sicherlich nicht, denn die aktuellen Zeiten sind zutiefst ironiefrei und witzlos. Also kann er auch nicht inkarnieren, der Humor, wo nichts ist, kann nichts werden. Der Text zeigt warum. Weil Einbildung eben keine Bildung ist.

Ebenso schief ist der Abgesang domauf. Ja, wie denn nun, fragt der Leser, auf oder ab? Dem Freiburger Bischof ist's eins. Er wenigstens hat seine letzte Messe noch nicht gelesen.

"Ein Herz, das müde schlägt im Fugentod": Wie meinen? Tot oder lebendig: Also im Tod schlägt das Herz nicht mehr. Und die Fuge ist nicht tot, solang noch ein Bach mit seiner Kunst derselben im Dom herumpfeift bzw. gepfiffen wird. Wobei für das kunstfügliche Geblasebalgenpfeifen auch eine hundsgemeine Dorfkirche ausreichen täte. Und schön ist's, wenn gut gespielt, auch noch (wenigstens teilweise und nicht am Stück, also auf einem Haufen).

Kurz: Dieser Test ist groß im Wollen, aber weniger groß im Können. Und eigentlich gehört er komplett überarbeitet, weil die Grundidee so schlecht ja nicht ist. Nur im Puls der Worte fehlt der Impuls dichterischer Genialität. Gedrechselte Wortspiele reichen dazu nicht aus.

Der Badener als solcher ist durchaus bedichtungswürdig. Er litt lange unter Württembergern und Franzosen, nachdem ihm seine Elsässer Vettern auf der anderen Flußseite abhanden gekommen waren. Heute wohnt er friedlich zwischen ihnen, was für ihn die Sache auch nicht leichter macht.

Vielleicht ischer deshalb immer a bissel sauer.

Bester Gruß

W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Epiklord
Festzeitungsschreiber
Registriert: May 2009

Werke: 66
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Ja, die meisten hier eingestellten "Gedichte" von mir sind Ausschnitte, die aus Prosa stammen. Monologe, Ausrufe etc. Lyrik ist eigentlich auch nicht meine Welt; ich lese auch ungern Gedichte.

LG E.

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