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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Bettgeschichte
Eingestellt am 11. 03. 2004 13:15


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Renee Hawk
???
Registriert: Jan 2001

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"Edeltraut?"
"Ja, Erwin?"
"Wie lange machen wir das schon so?" fragte er, während seine Lunge den eingesogenen Rauch scheinbar nicht mehr heraus lassen wollte.
"Schon einige Zeit", gab sie schmunzelnd zur√ľck und griff nach Erwins linker Hand, um ihm das gl√ľhende Tabakst√§bchen aus den Fingern zu angeln.
"Und? Es hat dich nie gestört?"
"Was?"
"Nun ja... Du weißt schon", sagte er, und seine Augen suchten einen Fixpunkt an der unifarbenen Tapete.
"Ach so! Das!... Nein, es hat mich nie gestört", sagte Edeltraut und zog lustvoll an der Kippe.
"Komisch...", sagte Erwin, "... mich stört es."
"Aber warum?"
"Wei√ü auch nicht", gab der Mann schulterzuckend zur√ľck. "F√ľhle mich unausgesprochen."
"Ach, mit der Zeit gew√∂hnt man sich daran", erkl√§rte Edeltraut und schnipste die Asche in den daf√ľr vorgesehenen Beh√§lter, der ihren Bauch drapierte.
Erwin lehnte sich dicht an Edeltraut und atmete ihren Duft ein.
"Bist mein Kuschelbärchen?" raunte Edeltraut und legte ihren Arm unter seinen Nacken, damit er bequemer liegen konnte.
"Ja...", schmunzelte er verlegen und vergrub seinen kahlen Kopf in ihre Armbeuge.
"Ich mag dich!", gestand er.
"Ich dich auch!"

So lagen beide eine Weile schweigend nebeneinander.
Dann nahm Edeltraut den Aschenbecher, stellte ihn auf den Nachttisch und setzte sich auf.
"Ist was?", fragte Erwin, der dadurch unsanft aus seinem Dämmerzustand gerissen wurde.
"Nein, es ist alles okay. Ich muss nur mal aufs Klo."
Als Edeltraut mit ihren F√ľ√üen auf dem Teppich nach den Hausschuhen suchte, entfuhr ihr ein kleiner Aufschrei. Ruckartig setzte sich Erwin auf und rief: "Was ist?"




Edeltraut lachte und b√ľckte sich.
Als sie sich wieder aufrichtete, hatte sie ihre mit zarten Spitzenr√ľschen besetzte Korsage in der rechten und das benutze Kondom in der linken Hand.
"Wir sollten nicht immer alles herum liegen lassen", sagte sie grinsend und warf ihre Reizw√§sche achtlos auf den Stuhl und das Pr√§servativ in den Papierkorb. Bevor sie die T√ľr √∂ffnete, blickte sie noch einmal √ľber ihre nackte Schulter.
Erwin sa√ü, etwas irritiert blickend, im Adamskost√ľm vor ihr.
Sie wusste in diesem Augenblick, warum sie ihn so sehr mochte. Ja, sie liebte ihn sogar, doch sagen konnte sie es ihm nicht. Zu gro√ü war die Hemmschwelle, √ľber die sie h√§tte treten m√ľssen. Zu schmerzhaft noch die letzte Bindung. Vor einem bedingungslosen Vertrauen lagen H√ľrden, die sie noch nicht zu nehmen vermochte.
Leben wollte sie. Mit ihren Sinnen und ohne die Verantwortung einer Partnerschaft. Leben in sich sp√ľren.
Es ist gut, so wie es ist, dachte sie und schmunzelte.
Nie wieder in ihrem Leben, wollte sie diese drei magischen Worte 'Ich liebe dich' von einem Mann h√∂ren. Die Erinnerung an die letzte gro√üe Lebensl√ľge rissen immer wieder Wunden auf.
"Sp√ľren und sehen will ich es", fl√ľsterte Edeltraut. Dann verlie√ü sie den vom 'Liebe machen' geschw√§ngerten Raum.

Erwin h√∂rte das Rauschen der Sp√ľlung und wusste, dass ihm nicht mehr viel Zeit blieb.
‚ÄöVielleicht ist es gut so, wie es ist‚Äô, dachte er, w√§hrend er seine im Zimmer verstreut umher liegenden Kleidungsst√ľcke aufsammelte. Dann zog er sich an und legte einen Briefumschlag auf ihr Kopfkissen, von dem er hoffte, dass er nicht wieder ungelesenen in einer Schublade verschwand, wie all die anderen. Obwohl es ihm schwer fiel, respektierte er Edeltrauts Bitte, nach ihrer Zweisamkeit lautlos zu gehen.
Und so stahl sich Erwin ein wenig traurig aus der Wohnung. Wie gern hätte er ihr gesagt: "Ich liebe DICH!"

Edeltraut blickte auf ihr leeres Bett mit dem zerw√ľhlten Bettlaken.
Erwin hatte wie immer einen bl√ľtenwei√üen Briefumschlag hinterlassen. In blutroten Lettern und mit ausladender Handschrift geschrieben, stand ihr Name darauf.
Sie nahm das Kuvert, √∂ffnete die oberste Lade ihrer W√§schekommode und legte ihn zu den √ľbrigen Briefen, die sie vom ersten Treffen an hier aufbewahrte, aber niemals ge√∂ffnet, geschweige denn gelesen hatte.
Nein, sie wollte nicht lesen, wie tief seine Liebe zu ihr sei. Sie wollte nicht an der Verantwortung einer Bindung zerspringen.
Genießen wollte sie; Erwins Gegenwart, seine Hand auf ihrer Haut, das stille Zwiegespräch ihrer Augenpaare, ihre gemeinsame Stunden. Nur genießen - nicht nachdenken.
Wie immer, zog Edeltraut die Bettwäsche ab und warf sie in den Wäschekorb. Vorher schnupperte sie kurz an den wilden Spuren und nahm damit Erwin noch einmal ganz in sich auf.
Dann √∂ffnete sie die Fenster, leerte den Aschenbecher und zog sich einen Bademantel √ľber.

Heftig klingelte es an der Wohnungst√ľr. Noch bevor sie den Summer bet√§tigen konnte, h√∂rte sie eine ihr sehr vertraute Stimme ged√§mpft durchs Holz.
"Edeltraut, wenn Du eine Rose in der W√ľste w√§rst, so w√ľrde ich mein Leben lang weinen, damit Du nicht verdurstest."

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Duisburger
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Hallo,

eines vorweg. Die Story ist Klasse. Der Schreibstil passt hervoragend zur Handlung.

Allerdings halte ich es nicht f√ľr eine Erotik-Story. Der Sex in deiner Story, der ja nur angeschnitten wird, ist nur Beiwerk. Hier geht es doch eher um Edeltraut und ihre letzten Tage. Sie will noch mitnehmen, was mitzunehmen ist.
Sex, Nikotin. Wobei die Raucherei in deiner Storxy mehr Raum einnimmt als der Sex.

Die erotische Komponente mag ich nur sehr vage sehen.

lg

Uwe
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Unter den Kastraten ist der eineiige König (unbekannter Gas- und Wasserinstallateur).

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gareth
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Bei der Thematik bin ich nat√ľrlich,

wie wohl die meisten von uns, erst einmal geneigt, positiv zu denken. Die Geschichte hat einen dramatischen Hintergrund, es geht immerhin um eine krebskranke Frau, die damit rechnet, nicht mehr sehr lange zu leben und in der Klinik mit einem Mann schläft, und danach raucht und das alles nicht zum ersten Mal.
Aber mit der Geschichte habe ich erhebliche Probleme, weil ich einfach vieles nicht verstehe. Ich habe zun√§chst einmal nicht begriffen, um was es in den Fragen "Wie lange machen wir das schon?"; "Und es hat dich nie gest√∂rt?" eigentlich geht. Ich kann erahnen, an was da gedacht ist, aber das vermittelt sich mir nicht im Text. Ich vermute wegen des Rauchens, dass es um Lungenkrebs geht und ich vermute, dass die erste Erw√§hnung des Korsetts diese Fragen erkl√§ren soll. M√∂glicherweise habe ich zu wenig medizinische Kenntnisse, aber wenn das Korsett eine lebenserhaltende Funtion f√ľr sie hat, kann sie es dann einfach ausziehen? Auch Edeltrauds Bemerkung, nachdem sie an seinen Spermaflecken schnupperte, dass sie sich nie an seiner Behaarung gest√∂rt habe, versteh ich nicht. Ich verstehe, dass sie auf Grund der Strahlentherapie selbst zur Zeit keine Haare hat, aber ich kann den Bezug zu dieser Bemerkung nicht herstellen. Ich versteh auch nicht, warum sie ihre Briefe nicht liest.
Mir vermittelt sich ein Gef√ľhl von K√ľnstlichkeit und Konstruktion auf den Schluss mit der klopfenden Nachtschwester hin. Ich kann auch nicht glauben, dass das heimliche Rauchen die Strahlentherapie tats√§chlich in irgend einer Weise beeintr√§chtigt.

Mindestens 1 bedenklicher Rechtschreibfehler (entfläuschte) und einige ungewollte und eigentlich nicht so gedachte Ausdrucksweisen, wie " tief den eingezogenen Nikotin (Nikotin, das), der Zigarette danach, einzog" und "und schlich, versucht keine unnötigen Geräusche zu machen" , lassen mich insgesamt die Frage stellen, ob man das einfach so loben sollte.

gareth

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Renee Hawk
???
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Hallo Uwe,
hallo Garith,

vielen Dank f√ľr eure Kommentare, haben sie mich dazu veranlasst, die Geschichte umzuschreiben.
Weniger Dramatisches, etwas mehr Gef√ľhl und Uwes angemerkter Konzentrationspunkt kommt noch... dazu brauche ich noch ein wenig Zeit...

Nochmals Danke f√ľr eure Gedanken, sie waren sehr hilfreich.

liebe Gr√ľ√üe

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jon
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Die Kommentare zeigen, dass die Geschichte offenbar SEHR umgearbeit wurde ‚Äď meine 9 gilt f√ľr die Fassung vom 30.6., die ich wundersch√∂n finde. Dieser Duft nach W√§rme ‚Äď ihn in Aussicht zu haben ist vielleicht eines der lockendesten, mit Sicherheit aber eines der unvisersellsten Elemente am Begehren‚Ķ Deshalb finde ich, diese Geschichte geh√∂rt unbedingt in die Anthologie
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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Duisburger
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Ich noch mal.

Nun habe ich die geänderte Fasung gelesen, die durch die Ergänzungen viel gewonnen hat.
Hier spielt sich die Erotik nun mehr auf der verbalen Ebene ab, nicht mit deutlichen Worten, sondern eher in einem feinensinnigen Dialog der beiden Protagonisten.
Es knistert, ohne zu deutlich zu werden.
Ausserdem hat die Story eine besondere Atmosphäre bekommen, was sicherlich an dem geschickten Schreibstil des Autors liegt.
Dadurch gewinnt die erotische Komponente des "danach" ungemein. Fast schon ein "Nachspiel" auf fast ausschlieslich verbalerer Ebene.
Wohltuend anders, diese Story. So, wie sie jetzt ist.

Uwe
__________________
Unter den Kastraten ist der eineiige König (unbekannter Gas- und Wasserinstallateur).

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Renee Hawk
???
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vielen Dank, hat mich sehr gefreut das zu hören und zu lesen.
Eure Kommentaren haben mir sehr geholfen, das die Geschichte zu der wurde, wie ihr sie jetzt gelesen habt.

Nochmals Danke und liebe Gr√ľ√üe

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