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Leselupe.de > Kurzprosa
Beunruhigend
Eingestellt am 02. 11. 2008 14:06


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kite
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2008

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Die Arie, das t├Ągliche ├ťben
oder Wo waren wir Stehen geblieben.

Alles wendet sich gegen einen, regt man sich auf, scheint als h├Ątte man nichts Wichtigeres zu tun. Ich tue meinen Teil daran, lehne mich zur├╝ck, lasse die Dinge uninteressiert laufen. Gibt es Wirkungsvolleres.

Ich dusche jetzt h├Ąufiger als in der Zeit, wo ich kaum einen Menschen sah. Ich wollte mich nicht mit Duschen ├╝ber meine tats├Ąchliche Beschaffenheit hinwegt├Ąuschen. Jetzt, wo ich im B├╝ro sitze, die Post hole, sie verteile, dusche ich h├Ąufiger. Mir scheint manchmal, mein ganzes Gehalt geht f├╝r Duschen drauf. Stundenlang denke ich auch dar├╝ber nach, wie ich mich kleiden m├╝sste, damit es aussieht, als d├Ąchte ich ├╝berhaupt nicht daran. Das allein bringt mich ins Schwitzen. Ich frage andere, finden Sie es nicht auch so entsetzlich schw├╝l, damit sie wissen sollen, dass ich der Schw├╝le wegen schwitze. Ich halte das f├╝r Unproblematischer. Ich sage dann, finden Sie es nicht auch entsetzlich hei├č. Eigentlich sage ich hei├č und schw├╝l nur so dazu, damit das entsetzlich nicht so allein steht, nicht so auf der Oberfl├Ąche erscheint. Es soll schon gesagt werden, aber ich will keine Verantwortung auf mich laden. Erw├Ąhne ich die Hitze, erinnern sie sich an Tage, an denen es noch hei├čer, noch entschieden hei├čer war. Ich sage dann. Ja, da habe ich geschwitzt, und f├╝hle mich mit ihnen verbunden.

Beim Essen ist es besonders schlimm, ich schlinge. Ich schreibe das auf. Das muss ich nicht. Es schadet aber auch nichts. Ich schreibe auf, dass ich schlinge. Warum nicht? Ich kenne Leute, die schreiben, wenn es ihnen besonders schlecht geht. Dann geht es ihnen wieder besser, und sie haben nichts mehr zu schreiben, bis es ihnen wieder schlechter geht. Manche schreiben, wenn es ihnen besonders gut geht. Dann geht es ihnen schlechter und sie m├╝ssen warten, bis es ihnen wieder besser geht. Sie schreiben dann dar├╝ber, wie es ihnen so schlecht ging, dass sie nicht mehr schreiben konnten, manch mal auch dar├╝ber, warum. Und, dass sie auch schon daran gedacht haben, das Schreiben ganz zu lassen. Andere schreiben dar├╝ber, wie es ihnen so gut ging, dass sie nichts zu schreiben hatten. Und wie sie das dann schlie├člich traurig machte. Dann konnten sie wieder schreiben, und das machte sie gl├╝cklich und dann bricht der Text ab.

Ich sage zu einem Bekannten. Es ist beunruhigend, dass das Ende soo nah ist. Wei├č ich, antwortet er. Dass er das sagte, beruhigte mich. Beunruhigend fand ich die Art, wie er es sagte, dass er das ÔÇ×Wei├č ichÔÇť aussprach wie einen Vorwurf, bel├Ąstigt und ver├Ąrgert, dass ich h├Ątte glauben k├Ânnen, er wisse das nicht. Tats├Ąchlich ist er immer tadellos gekleidet und wirkt wie man so sagt, wie aus dem Ei gepellt. Ich verstehe dann nicht, dass ihn so was nicht ins Schwitzen bringt. Aber vielleicht friert er ja eher, oder aber beides gleichzeitig. Dann kann man so etwas gar nicht bemerken. Dennoch freut es mich, dass die allgemeine Lage offensichtlich meinem Tr├╝bsinn entspricht. So kann ich meinen Tr├╝bsinn doch mit der allgemeinen Lage begr├╝nden. Das geht aber nur indirekt. Wenn man direkt klagt, reizt es andere jeden Grund zu leugnen. Ach wirklich? fragen sie dann ungl├Ąubig. Wenn man direkt klagt, leugnet der andere den Grund. Best├Ątigt der andere jedoch, leugnet er nicht, klagt man gemeinsam. Gemeinsam klagen, ist aber nur noch halb Klagen, ist schon halbe Zufriedenheit, ├╝ber der man dann den Grund vergisst.

__________________
kite

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bluefin
Guest
Registriert: Not Yet

lieber @kite,

wenn man sich durch dieses selbstgespr├Ąch, seine widerspr├╝che und seine z. t. seltsame syntax durchgek├Ąmpft hat, wei├č man, dass der protagonist ein langweiler ist, der sich rasch f├╝rchtet, leicht in schwei├č ausbricht, keine tischmanieren hat und mutma├čt, dass es leute gibt, die schreiben.

so weit, so banal, eigentlich. als besonders empfinde ich die lakonie, mit der der prot vor sich hinsummt: vorstufe der agonie? die spr├╝nge, die augenblicke genauester beobachtung: es klingt ein bisschen nach schizophrenie, was du uns schreibst.

wirklich anfangen kann man mit so einem text wohl nichts; vor allem deshalb nicht, weil er zu kraus ist. das

quote:
Dennoch freut es mich, dass die allgemeine Lage offensichtlich meinem Tr├╝bsinn entspricht
ist unsinn - entweder man freut sich oder man bl├Ąst tr├╝bsinn, und
quote:
Wenn man direkt klagt, reizt es andere jeden Grund zu leugnen. Ach wirklich? fragen sie dann ungl├Ąubig. Wenn man direkt klagt, leugnet der andere den Grund. Best├Ątigt der andere jedoch, leugnet er nicht, klagt man gemeinsam. Gemeinsam klagen, ist aber nur noch halb Klagen, ist schon halbe Zufriedenheit, ├╝ber der man dann den Grund vergisst.
ist nichts als geschwurbel - wer klagt, bekommt entweder mitleid oder keins. wahrscheinlich hast du, lieber @kite, beim schreiben ├╝ber das klagen auch den grund aus den augen verloren.

tipp: bring ein bisschen struktur in den verhau und f├╝hr irgendeine gr├Â├če ein, die interessanter ist als die dr├╝sensekrete eines narzisschens. schreibtechnisch h├Ąttest du's bestimmt drauf.

liebe gr├╝├če aus m├╝chen

bluefin

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