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Beunruhigende Entwarnung
Eingestellt am 20. 03. 2013 14:52


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Herbert Schmelz
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Oct 2009

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Beunruhigende Entwarnung im zypriotischen Poker fordert einen Lernprozess heraus: Überwindung autoritĂ€r gestrickter LeichtglĂ€ubigkeit des bĂŒrgerlichen Publikums

Geschichtliches im Heute
Die Entwarnungssirene klingt in den Luftschutzkellern damals trostlos und vermittelt doch ein wenig Hoffnung auf das Leben nach dem Krieg. Vereinfacht gedeutet, handelt es sich bei den BombennĂ€chten um die Bezahlung eines Teils unfassbarer Schulden, welche das Nazi-Regime unbeirrbar auf Deutschland und die Menschheit abwĂ€lzt - stets ĂŒberwiegende Zustimmung der zwiespĂ€ltigen Art im totalitĂ€r angesetzten "FĂŒhrerstaat" erwartend.

Wir dĂŒrfen nur von "einem Teil unfassbarer Schulden" sprechen. Denn die BombennĂ€chte, die TrĂŒmmerwĂŒste, die Todesfabriken, die Schlachtfelder und zuerst die Verwandlung Deutschlands in ein unmenschliches Zuchthaus sind die Erscheinungsformen, die das scheinbar nationale Interessen verfolgende Terror - Regime erzeugt, in seiner Propaganda beschwört, in seiner Politik als "Umwertung aller Werte" verherrlicht. ZĂ€hlt man spĂ€ter die zivilisatorische Befriedigung von EntschĂ€digungsansprĂŒchen dazu, so sind allmĂ€hlich die wahren Kosten zu ahnen, die sich in der Schuldenbilanz der auf kriegerischer Gewalt gegrĂŒndeten Politik verstecken. Auch Regierungen und Staaten mit zivilisatorischem Anspruch können sich im internationalen Kontext letztlich nicht aus ihrer Verantwortung stehlen, wo sie kriegerische Gewalt befeuern.

Um kein MissverstĂ€ndnis aufkommen zu lassen und dem Fehlschluss vorzubeugen, die Gesellschaften und deren Bevölkerung unter diktatorischen Regimen seien völlig unbeteiligt, ja unschuldig am politischen Geschehen, mĂŒssen wir feststellen: Es geht hier und heute nicht um eine beliebige Meinung zu einem lĂ€ngst vergangenen Thema. Wir erleben gerade den komplexen Krisensabbat in seinen wirtschaftskriegerischen SchachzĂŒgen, die denselben fruchtbaren Schoß, aus dem damals die geplanten Todesraten kriechen, auch heute notdĂŒrftig verschleiern.

Und heute wie damals macht eine scheinbare Petitesse uns alle zu Mitwirkenden wider Willen: Der Sozialcharakter der LeichtglÀubigkeit. Diese beschÀftigt uns als schwer berechenbarer Faktor des im >trial and error< Modus prozessierenden Euro - Krisenmanagements oder als UntertanenmentalitÀt. Der Anlass wird in der tÀglichen Nachrichtenlage als mittelschweres Krisensymptom, von der Regierung als Vorgang bewertet, der die Verordnung einer Beruhigungspille ratsam erscheinen lÀsst.

„Man spricht wieder deutsch in Europa!“ Diese dĂŒmmliche Arroganz scheint nur den nachgeordneten Chargen erlaubt zu sein. Denn die Kanzlerin und ihr amtierender Finanzminister betreiben das KerngeschĂ€ft mit den Schulden auf eine bemerkenswert nĂŒchterne Weise. Sie fĂŒhlen sich so gut wie der Schuldner und Sparer in der zivilen NormalitĂ€t, der in absehbarer Zeit keine neuen Schulden mehr machen muss. Diesem "GefĂŒhl" bleibt auf die Dauer natĂŒrlich nicht die Ahnung verborgen, dass der um die Billionen verschuldete Staat eines Tages mit den entsprechend großen ReichtĂŒmern der "Privaten" kollidieren muss - wobei aus heutiger Sicht nur die konkrete Form sich ausbreitender Anarchie und Gewaltexzesse unbekannt ist.

Stark fĂŒhlen sie sich noch in der GlĂ€ubigerrolle. Beide GeschĂ€ftssphĂ€ren, das konsequente Kaputtsparen und die gehemmte Kreditvergabe, behindern die aktuellen Geld- und EinkommensflĂŒsse bei uns in Deutschland noch nicht so prekĂ€r wie andernorts. Pleiten in den verschiedenen Wirtschaftssektoren scheinen sich in Grenzen zu halten und werden durch manipulierte Enteignungen reguliert. ExportĂŒberschĂŒsse fungieren als Puffer, solange global zahlungskrĂ€ftige Nachfrage vorhanden ist. So ist ein beruhigender Umgang mit dem allgemein geltenden Schuldensystem möglich. Auf ihm beruht unser aller Leben. Den einen zur Beruhigung, den anderen als tödliche Gefahr.

Kapital ernÀhrt sich von Arbeit, Kredit speist die Hoffnung, der "Sparer" ist passiver WahlkÀmpfer

Der Kredit verlĂ€ngert das ungezĂ€hmte Leben des Kapitalsystems, das auf der realen Einheit von bezahlter und nicht bezahlter menschlicher Arbeit beruht. Es ist richtig, dass im Zuge der Entwicklung die romantisch verklĂ€rte und schillernde Figur des "Sparers" als von den Banken umworbener Inhaber von "Kapitalwerten" einen schwerwiegenden Gewichtsverlust hat hinnehmen mĂŒssen. Deswegen und trotzdem hĂ€lt die Politik an diesem mit Illusionen befrachteten gesellschaftlichen Rollenspieler fest, nicht ohne ihm zu misstrauen und zu schmeicheln. Dieses depressive Wesen ist nĂ€mlich zugleich WĂ€hler, will, wie wir seit dem Ausbau der Demoskopie wissen, in seinen Ansichten ernst genommen und bestĂ€tigt werden. Die bewusst wahrheitswidrigen Versprechen in den WahlkĂ€mpfen, die methodische IrrefĂŒhrung und die zynische Verantwortungslosigkeit sind zugeschnitten auf den WĂ€hler und seine LeichtglĂ€ubigkeit.

Facetten einer Pokerpartie

Irgendwie scheint das Vertrauen als gehobene Form der LeichtglĂ€ubigkeit, in zuverlĂ€ssigen HandlungszusammenhĂ€ngen unbedingt erforderlich, immer mehr verloren zu gehen. Stattdessen ĂŒberwiegt das GefĂŒhl, dass man jederzeit Opfer undurchschaubarer Pokerpartien werden kann. Daher das teils aufgeregte BemĂŒhen der Politik, "verlorenes Vetrauen" wiederherstellen zu wollen.

Unmittelbar nach dem Zypern-Beschluss der Euro Krisenmanager, den "Sparer" der griechisch-tĂŒrkisch geteilten Mittelmeer-Insel, soweit er unter EU - europĂ€ischem Zugriff lebt und arbeitet, gegen gegebene Garantie um einen einmaligen Betrag zu enteignen, beobachten wir am Bildschirm die empörten Reaktionen der betroffenen Zyprioten. Der Run auf die Geldautomaten der geschlossenen Banken, deren international organisierte EigentumsverhĂ€ltnisse (Rolle der russischen Oligarchen im BĂŒndnis mit dem Kreml?) zumindest undurchsichtig sind, werden von Protesten und Gegenbewegungen vor und hinter dem zypriotischen Horizont begleitet.

Und man wird sagen können, dass die aus gegebenem Anlass versuchte, engstirnige AbwĂ€lzung der Staatsschulden zur "Rettung" der StaatstĂ€tigkeit, die so von den verantwortlichen Politikern Zyperns nach brutalen nĂ€chtlichen Erpressungsmanövern in BrĂŒssel akzeptiert wird, nicht einmal ein Wochenende lang hĂ€lt. Dann kommt die strukturierte "russische Lösung" und die prompte Reaktion des Kreml gegen die deutschen Parteistiftungen. Das ist nur ein untergeordneter Schlenker im internationalen wirtschaftskriegerischen GeschĂ€ftsgebaren. Das KontrollbedĂŒrfnis aller Staaten bezĂŒglich der Frage, wer ĂŒber die als Eigentum frei bewegten Kapitalien verfĂŒgt, nimmt gleichzeitig mit der VerschĂ€rfung der internationalen Konkurrenz zu.

Das zypriotische "GeschĂ€ftsmodell" sei gescheitert und keineswegs "ĂŒbertragbar" heißt, dass das kleine Zypern sich ungerechtfertigt Vorteile verschaffe und "auf Kosten" anderer lebe. Das ist ein wirklich schönes Argument, das in ihrem Arbeitsumfeld die Supermarkt - Kassiererin, in der Hektik des AlltagsgeschĂ€fts das Flaschenpfand vernachlĂ€ssigend, bereits kennt und mit ihrer Entlassung aus dem Job bezahlt.

Danach leuchtet ein, wenn an den dramatischen Wochenenden hinter dem RĂŒcken des zypriotischen Publikums bei geschlossenen Bankschaltern das frei flottierende Kapital neue HĂ€fen ansteuert. Auch leuchtet ein, wenn die Pensionskassen fĂŒr brandenburgische Beamte durch weitsichtige Entscheidungen einer "linken" Landesregierung, Anlage in zyprischen Schuldverschreibungen suchend, ebenso entwertet werden wie die Geldvermögen der Pennerfraktion aus dem russischen Haus der Oligarchen. Wer zu spĂ€t kommt, den bestraft das Leben! Ganz zu schweigen von den inneren ZusammenhĂ€ngen der zyprischen und griechischen Schuldensituation.

Die FĂŒhrungselite Zyperns ist vor den Eurofightern in Moskau. Wer da sonst noch spekuliert -in Deutschland sind ja die FĂ€lle bekannt-, auf die Gehaltslisten der russischen Musterdemokratie zu gelangen, lĂ€sst sich momentan schwer einschĂ€tzen. Der Widerschein der deutschen Sprache auf Zypern heißt jedenfalls eindeutig NEIN, wenn es um die AbwĂ€lzung der Staatsschulden zum Leidwesen der schwĂ€cheren und zum Vorteil risikobereiter Gruppen der Gesellschaft geht. Die eingschĂŒchterten reagieren, wie in Griechenland, demonstrativ mit der historischen Symbolfigur des deutschen Terrorismus.
Man wird noch sehen, welche Wellen der kleine Stolperstein im Meer der internationalen Schuldenmalaise schlĂ€gt. Es könnte in einer höchst brisanten politischen Pokerpartie mĂŒnden. Spekulationen auf den ĂŒppigen Reichtum, den das Erdgasfeld Aphrodite verströmen soll, kontrastieren mit dem Pleitegeier der Kreml Oligarchen, die auf Zypern ihr Paradies suchen. Ihr Chef aber hat die nahen syrischen HĂ€fen als wichtiges Kapital im Auge, weswegen er das Terrorregime Assads bedenkenlos ernĂ€hrt. Nicht zu vergessen ist die von der Troika beabsichtigte Verarmung der Zyprioten selbst, denen offensichtlich noch nicht ganz klar ist, wer sie warum kontrollieren und beherrschen möchte.

Schuldenmalaise erfordert Alternative zu den nur notdĂŒrftig verkleisterten Gewalttaten des Kapitals

Und wie spiegelt sich der Poker um die zypriotischen Angelegenheiten in der politischen Öffentlichkeit Deutschlands? Vorsorglich haben gutglĂ€ubige Journalisten, und die Regierung natĂŒrlich selbst, fĂŒr den „deutschen Sparer“ Entwarnung signalisiert. So beruhigend das auch empfunden wird, Tatsache ist die offen geĂ€ußerte „Besorgnis“, dass es zu „VertrauenseinbrĂŒchen“ im Bankensektor und bei den BĂŒrgern kommt.

Als 2008 die Kanzlerin mit ihrem damaligen Finanzminister vor laufenden Kameras ein Garantieversprechen fĂŒr den „deutschen Sparer“ abgab, war nicht abzusehen, dass dieses Versprechen gerade heute ablĂ€uft, obwohl es schon damals nur Wert als IrrefĂŒhrung hatte. Pikant mag sein, dass beide im Wahljahr 2013 um die GlaubwĂŒrdigkeit und die Richtlinienkompetenz gegeneinander (?) konkurrieren. Die amtierende Regierung lĂ€sst, kurz angebunden, durch ihren Sprecher eine erneuerte Garantie mit diesem merkwĂŒrdigen Satz verkĂŒnden: „Es ist das Merkmal einer Garantie, dass sie gilt.“ Wir können da nur die Regel des Kleingedruckten hinzufĂŒgen: Eine Garantie gilt nicht, wenn die Bedingungen ihrer Geltung entfallen – andere Notbehelfe an ihre Stelle treten.

Risikoreicher werdende Notbehelfe (Schutzschirmpolitik, die auf immer umfassendere Haftung ausgedehnt wird) beunruhigen inzwischen nicht nur die SĂŒdeuropĂ€er. Man darf gespannt sein als Beobachter der politischen LernfĂ€higkeit des deutschen WĂ€hlers, ob aus den noch eher gefĂŒhlsmĂ€ĂŸigen Zweifeln an den vorherrschenden Stilelementen der Politik der SouverĂ€n unsrer erstarrenden Demokratie die parlamentarischen VerhĂ€ltnisse auflockern kann. Hoffentlich nicht auf der rechten Überholspur. Ein eindeutiger Impuls zur Abschaffung des Fraktionszwangs bei der Bildung der Regierung wĂ€re bereits eine hoffnungsvolle Tat - Ă€hnlich vielleicht wie in NRW.

Daneben hĂ€ngt von den unberechenbaren Wendungen der globalen Schuldenkrise und der Verschleierungskunst der gescheiterten Politik der Kanzlerin bei geschwĂ€chter Opposition ab, ob im Regierungslager Ă€hnliche Verluste auftreten wie bei den Landtagswahlen 2011 in Baden-WĂŒrttemberg. Die manipulierte Öffentlichkeit hat inzwischen den atomaren Super-Gau von Fukushima planmĂ€ĂŸig verdrĂ€ngt und die Rute der "Energiewende" in der Hand der ehemals Atom begeisterten Angela Merkel unkritisch angenommen. Sieht es also in den Wochen vor dem 22. September 2013 so aus, als bliebe es bei den freundlichen Gesichtern der autoritĂ€ren Gesellschafts- und Staatsideologen, die nichts dabei finden, unsre heute farbig schillernde UntertanenmentalitĂ€t schamlos auszunutzen?

__________________
Ernst H.Stiebeling,EHS

Version vom 20. 03. 2013 14:52
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Beunruhigende Entwarnung

Lieber Sigurt Funk,

danke fĂŒr die hilfreichen Hinweise und Fragen zu: Beunruhigende Entwarnung im zypriotischen Poker

GrundsÀtzliche, historische, aktuelle ErwÀgungen motivierten mich zu diesem Kommentar.
Zypern hat ja eine ziemlich heikle Verbindung zu den nahöstlichen Kriegsaussichten. Was die Rolle Deutschlands und der EU in diesem noch friedlichen Pokerspiel betrifft, kommt man m.E. um ein Wort zum stÀndig gesteigerten Risiko in unsrem Kapital geleiteten Schuldensystem nicht drum herum. Trotzdem verbietet uns die differenzierte Analyse der globalen VerhÀltnisse, das gegenwÀrtige Euro-Krisenmanagement umstandslos mit der amoralischen Blutzollpolitik der Nazis, die trotzdem meist unsichtbar im Boot sitzen, zu identifizieren. Die politische Seite des Schuldenproblems ist komplex.

Deine Frage zu den deutschen BOMBENNÄCHTEN - als „Bezahlung der Schuld“ fĂŒr die deutschen Angriffe. Sicher, aber das ist nur ein Teil der Wahrheit. Bezieht man den Krieg und seinen Raubzugcharakter, sein Kredit finanziertes Vorspiel (AufrĂŒstung und ‚Friedenspolitik‘) ein, dann muss man auch die Verwandlung Deutschlands in ein GefĂ€ngnis, einen totalitĂ€ren Überwachungsstaat, seinen brutalen Eingriff in Spanien, der Tschechoslowakei, Österreich etc. bis zum Beginn des eigentlichen Schlachtens, das die Verhinderung der deutschen Staatspleite zum Ziel hatte, berĂŒcksichtigen. Die faschistische Form der SchuldenabwĂ€lzung hat sich im Unterschied zum sogenannten ersten Weltkrieg nach meiner Kenntnis in einer nur mĂ€ĂŸigen „Kriegsbegeisterung“ und viel schlechtem „Gewissen“ niedergeschlagen. Trotz des unverschĂ€mt hohen Preises, den die Nazis einforderten, kam es in Deutschland nicht zu breitem Widerstand und nur zu wenigen Attentaten. Befreiung war nur von außen möglich.

„Wieso hat das Naziregime ĂŒberwiegend Zustimmung der zwiespĂ€ltigen Art e r w a r t e t?“
Weil sie die humanitĂ€r begrĂŒndete Moral fĂŒr einen lĂ€cherlichen Treppenwitz hielten, Technikverehrung und ZweckrationalitĂ€t, von der AufklĂ€rung vererbt, zum Maßstab allen Handelns machten. Sie wussten vom Seelenleben der Menschen nicht wenig. Die aus den Raub- und MordzĂŒgen resultierende Beute, welche die Nazis als Erlösung aus den elenden VerhĂ€ltnissen anboten, traf auf geteilte Zustimmung. Das wusste und erwartete die Nazi-Partei. Auf dem Gebiet der >Euthanasie< gestattete die FĂŒhrung „rĂŒckstĂ€ndigen“ Gruppen sogar eine Rettung des „lebensunwerten Lebens“, das bereits auf dem Weg in die Gaskammern war.



__________________
Ernst H.Stiebeling,EHS

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