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Leselupe.de > Horror und Psycho
Beute
Eingestellt am 08. 11. 2004 20:44


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Isa
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Aug 2004

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Beute

D√ľnne Beine k√§mpfen sich durch das Gestr√ľpp. Sie sind zerkratzt und mit blauen Flecken √ľbers√§ht, die von etlichen St√ľrzen zeugen. Sie bewegten sich schnell und stolpern jedoch immer wieder √ľber aus dem Boden ragende Wurzeln.
Ein Rascheln l√§sst den Kopf des M√§dchens umfahren, so dass sie erneut √ľber eine Wurzel f√§llt und hart auf den Boden aufschl√§gt. Ihr Gesicht ist rot und Schwei√ü steht auf ihrer Stirn. Verzweifelt rappelt sie sich aus und leistet sich einige Sekunden, um zu verschnaufen. Sie wendet den Kopf einige Male hin und her. Das Rascheln von gerade eben ist verschwunden. Vielleicht schafft sie es doch noch rechtzeitig zum Dorf. Die d√ľnnen Beine machen sich wieder auf den Weg und dann h√∂rt sie wieder ein Ger√§usch.
Sie f√§ngt an zu rennen, sieht ihren Atem in einer wei√üen Wolke vor sich hertreiben. Ihre Lungen schmerzen und scheinen zerbersten zu wollen. Das Herz klopft ihr bis zum Hals und in wilder Panik l√§uft sie immer weiter ohne auf ihre Umgebung zu achten. Den Weg entlang, stolpert √ľber Wurzeln, Zweige und Dornen peitschen ihr ins Gesicht und auf die nackten Beine. Diese werden immer schwerer. Verzweiflung √ľberkommt sie. Sie kann nicht mehr, m√∂chte einfach nur stehen bleiben und ausschnaufen.
Ihre Schritte werden langsamer. Ihr Atem geht stoßweise und sie jappst nach Luft. Ein Feuer lodert in ihren gequälten Lungen auf, steigt den Hals hinauf und lässt keine Zeit mehr um zu atmen. Die Beine werden weich und sie sinkt auf den feuchten Waldboden. In ihr ist immer noch die Angst, die Panik, die sie eigentlich vorantreiben sollte, doch sie ist am Ende ihrer Kräfte.
Langsam beruhigt sich ihre Atmung und sie beginnt wieder zu lauschen. Es ist nicht mehr in der N√§he. Der Wald ist totenstill und nicht einmal ein Wind regt die Bl√§tter der B√§ume. Mit neu gewonnener Hoffnung schafft sie es, sich wieder aufzurichten. H√§tte sie doch nur auf ihre Eltern geh√∂rt. Deren Erz√§hlungen nicht als dummes Geschw√§tz abgetan. Sie hatten sie gewarnt. Vor dem Wald. Vor der Bestie. Es w√ľrde jeden jagen und erst vor einigen Wochen ist ein Junge ihres Alters im Wald umgekommen. Das M√§dchen hatte ihn gekannt. Oft hatte sie mit ihm √ľber die Alten gelacht, nat√ľrlich nur heimlich, auf Grund der √ľbertriebenen Geschichten, die diese erz√§hlten. Von der Bestie hatten sie immer wieder erz√§hlt. Der Junge und sie hatten gelacht. Nun l√§chelt sie wieder. Sie ist sich sicher, dass alles nur ihrer √ľberspannten Fantasie zuzuschreiben war. Es gab keine Bestie. Ihre Eltern waren wirklich die Trottel, f√ľr die sie sie hielt.
Mit einem energischen Schwung wirft sie ihre Z√∂pfe zur√ľck und beginnt weiterzugehen. Langsam, um auf den Laub bedeckten Boden vor sich achten zu k√∂nnen. Er kann t√ľckisch sein, wenn die Bl√§tter sich mit Wasser voll gesogen haben und somit einen glitschigen Untergrund bilden.
Nach einigen Schritten hört sie ein Atmen hinter sich. Ihr schießt das Blut durch die Adern und treibt den Adrenalinspiegel hoch. Ihre Schritte werden schneller, doch das Atmen hört nicht auf, entfernt sich nicht, kommt eher noch näher an sie heran. Sie beginnt wieder zu rennen. Sie stolpert nun öfter, als bei ihrer ersten Flucht. Sie hat keine Zeit mehr auf den glitschigen Untergrund zu achten.
Die Panik, die ihr zuvor noch Kr√§fte verliehen hat, zehrt nun an ihren letzten Reserven. Der Atem ist nun ganz nah, so dass sie ihn hei√ü in ihrem Nacken sp√ľren konnte. Vor sich sieht sie ein Schild, es weist in die Richtung in die sie rennt. Sie hat es schon oft gesehen. Es beschreibt den Weg in ihr Dorf. Hoffnung keimt in ihr auf, wird dann aber durch einen Schlag auf ihren Hinterkopf zunichte gemacht. Um sie herum versinkt alles in Schw√§rze.
Als sie ihre Augen wieder aufschl√§gt, sieht sie die Bestie vor sich. Entsetzt schreit sie auf, als sie die Pranken und das riesige Maul sieht. Sie schreit, bis ihr die Stimme versagt. Dann beginnt sie zu wimmern und hei√üe Tr√§nen flie√üen √ľber ihr Gesicht. Die Bestie kommt n√§her, doch sie hat bereits aufgegeben.
Der faulige Atem der Bestie schl√§gt ihr ins Gesicht. Dann sp√ľrt sie ein entsetzliches Feuer, dass ihr den Hals hinauf schie√üt. Ihr letztes Bild ist die verschwommene, blutige Schnauze, die sich triumphierend √ľber ihr erhebt. Nach einem letzten Wimmern, str√∂mt die letzte W√§rme aus ihrem K√∂rper und alles um sie herum wird dunkel.

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