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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Bezahlt und gewollt
Eingestellt am 30. 01. 2004 01:27


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Venus
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Bezahlt und gewollt



Sie muss diese Geschichte schreiben.

Seit Wochen tickt der Gedanke nun schon farblos in ihrem Kopf.
Es ist unerträglich.
Warum nur?
Sie sollte sich wirklich besser mit den anderen Damen aus dem schmucken Stadtteil zum Nachmittagskaffee treffen.
„Sollte sie? – Ja, doch!“.
Gepflegte Gespräche über die neuesten Engagements im katholischen Zirkel, die „Helfenden Hände der Frauengruppe – Innerwheel!“.
„Na wunderbar!“.
Als „Frau Professor“ Stegmann, von links gegenüber, erfuhr, dass sie, Vera und ihr Mann, schon vor unendlichen Jahren aus der Kirche ausgetreten waren, wurden beide erst einmal für eine angemessene Zeit kühl ignoriert.
Natürlich hatte Vera niemals laut erwähnt, dass es eine sehr angenehm ruhige Zeit war, währenddessen.

Allein der Gedanke, an die farbvollen Gesichter ihrer „dämlichen“ Umgebung, verursacht ihr so etwas wie Übelkeit.

Ruckartig erhebt sie sich von ihrem Arbeitsplatz, nachdem sie die ersten beiden Bildschirmseiten zum wiederholten Mal durchgelesen hat. Der bequeme Ledersessel rollt über den Läufer, gefährlich nahe auf das kühlgestylte Sideboard zu. Und wie um ihrer Wut noch etwas mehr Ausdruck zu verleihen, gibt sie ihm einen letzten, zornigen Kick.

Leder auf Holz macht leider nur ein leises „ptttsch“!

„Alles hier, in diesem verflixten Haus, macht nur leise ptttsch!!“ zornt sie stumm. „Sogar die Haushälterin, die in der darunterliegenden Etage diskret ihre Aufgaben erfüllt „ptttscht“ nur. Jede Bewegung, jeder Atemzug, jedes Lachen und selbst die Gedanken hier in dieser Umgebung haben ruhig, gedämpft und wattiert zu sein...“.
ZurĂĽckhaltende Sachlichkeit.
Stil.

„...und irgendwann bin ich selbst nur noch ein einziges ptttsch...“.

„Warum zum Kuckuck willst du schreiben??
„Mäßige deinen Ton!“
„Ich will nicht, ich muss! Es will mich!“ kämpft sie still, ohne dass ein Laut über ihre Lippen kommt und ihr Blick verliert sich in den Kelchen der Callas, die in einer Glasvase ihren Schreibtisch dekorieren.

„...dabei ist der Gedanke gar nicht so verkehrt, oder...?
Mein Wille geschieht! Also auch auf Erden!“ und sie wendet sich erneut dem Monitor zu. Sie stützt die Ellenbogen auf die Schreibtischplatte und legt ihren Kopf in ihre Hände. Den Po weit nach oben gereckt und das Rückgrat durchgebogen, fliegen ihre Augen erneut über die bereits getippten Bildschirmseiten.

„Die Idee ist nicht schlecht!!“ denkt sie trotzig, während ihre Hände - den Blick stur in den Monitor gebannt - nach dem silbernen Zigarettenetui suchen.

Eine Frau, in den besten Jahren, kultivierte Erscheinung, sicheres Auskommen, beste soziale Kontakte. Witwe. Der brave Dahingeschiedene hat ihr ein geregeltes Leben hinterlassen. Die Firma, weiter durch verlässliche Partner geführt und deshalb auch genügend Geld, um gesichert, ruhigen Zeiten entgegenzusehen. Nach ein paar sinnlosen Jahren der Trauer ist sie sich im Klaren, dass sie endlich wieder Sex will. Und sie muss feststellen, dass das gar nicht so leicht ist. In Filmen und Büchern verlustiert sich die Protagonistin vielleicht mit ihrem Zahn- oder Frauenarzt -„ordentlich schmutziger Gedanke, übrigens“ schmunzelt sie „doch im wahren Leben einer „wirklichen Dame“ ist das nun mal nicht so!“.

„Pling“ der unverwechselbare Laut des Dupont Feuerzeuges und sie inhaliert tief an der Zigarette, die nachlässig zwischen ihren Mundwinkeln klebt.

„Okay, Lady...“ murmelt sie leise in den Monitor und bläst eine dicke Rauchwolke in das Zimmer „...das kann doch nicht so schwer sein, nun lassen wir dich ficken -“ und tastet mit nach hinten ausgestrecktem Arm nach ihrem Ledersessel.

„...sie überfliegt noch einmal die Anzeigen in der vor ihr liegenden Tageszeitung und...“
„So ein dummer Schwachsinn!“ spuckt sie laut aus und schleudert ihre Lesebrille über den Schreibtisch.
„Manchmal bin ich so einfältig, dass es zum Heulen ist!
Diese fĂĽrchterlichen Anzeigen!
Nie im Leben wĂĽrde eine Dame eine dieser Telefonnummern... oh Gott!!
Aber eine Dame schreibt auch nicht solche Sachen!
Sie denkt nicht einmal über so etwas nach, hörst du!!
Himmel!
„Allein diese Texte ...triebhafte Lustweiber suchen sexgeile... Callboy, diskret... – Schande!!“.


Zornig stopft sie die nur kurz angerauchte Zigarette in den bereits ĂĽbervollen Aschenbecher und knallt den dahinter stehenden Fotorahmen mit der Bildseite nach unten.
„Und du! Schau nicht so!“ schimpft sie wütend nach ihrem nun nicht mehr sichtbaren Ehemann.

Sie dreht sich um, hangelt nach dem auĂźer Reichweite gerollten Sessel und zerrt ihn zurĂĽck an ihren Schreibtisch.
Wieder nur dieses dezente „ptttsch“ als sie mutlos darin versinkt. „Dummes Weib!“.

„So geht das nicht!
Herrgott, Vera, so geht das nicht!!
Aber wie denn dann, Herrgottnochmal!??“ ruft sie jetzt wirklich laut!

„Rien ne va plus!“ zornig stampft sie mit den Füßen und merkt nicht einmal, wie der feine Läufer auf dem Parkett jede unkontrollierte Bewegung schluckt. Ihr Kopf sinkt wieder in ihre aufgestützten Hände. Sie öffnet die schlichte Klammer und fährt sich zerstreut durch die offenen Haare.

Abrupt steht sie wieder auf und verlässt den Raum.
Noch auf dem Weg zur Treppe ruft sie „Frau Reuter?!“ und der gute Hausgeist taucht auch schon wie aus dem Nichts an der untersten Stufe auf.
„Bitte, wären Sie so freundlich? Mein Arbeitszimmer kann gelüftet werden, ach, Sie wissen schon... der Aschenbecher und die Blumen...“ – sie lächelt ihr routiniertes Lächeln - „...herzlichen Dank!“

Gezielt bewegt sie sich durch das großzügige Haus in das unterste Stockwerk. Sie öffnet die schwere Tür zum Saunabereich, drückt auf den außen angebrachten, roten Knopf und geht weiter in den angrenzenden Fitnessraum. Sie zieht sich aus, nimmt die ordentlich gefaltete Sportbekleidung aus dem Regal, schlüpft in bequeme Hose und Shirt und setzt sich auf das Trainingsrad.

„Ja!
So ist es gut!
Schluss jetzt, benimm dich!“ und sie hämmert in die Pedale bis sie merkt, dass ihr Körper feucht wird und der Schweiß aus ihrem Gesicht auf die ausgestreckten Arme tropft. Nach einer Stunde fühlt sie sich besser. Weitere gute 45 Minuten an professionellen Geräten und sie fühlt nur noch Körper.
Ihr Hirn ist frei!
Es existieren nur noch Zahlensätze.
Kolonnen von 1-15.
Je 8 mal.

Sie steht in dem groĂźen, verspiegelten Raum und sieht sich zufrieden dabei zu, wie sie die Turnhose ĂĽber ihre HĂĽften nach unten und das Shirt ĂĽber die Arme nach oben ĂĽber den Kopf zieht.




Kleine Schweißperlen glänzen auf nackter Haut.
Nach einer ausgiebigen Dusche streckt sie sich auf dem weiĂźen Handtuch in der inzwischen aufgeheizten Sauna aus.
Sie liebt den Moment.
Wenn Hitze austritt.
Alles an und in ihr feucht und heiĂź.
Ein flüchtiger Blick zur Sanduhr – noch 4 Minuten.

Ihr Höhepunkt ist kurz und still.

Nach einer eiskalten Dusche, eingewickelt in einen flauschigen Bademantel, legt sie sich auf die bequeme Liege. Sie streckt die Hand aus und betätigt den Knopf der Stereoanlage auf dem schmalen Glastischchen neben ihr. Leise Musik, gedämpftes Licht und ein zarter Teebaumölduft. Perfekt!

„Alles ist nur eine Sache der Recherche, meine Gute“ denkt sie und gibt sich relaxt ihren Gedanken hin...

...und sitzt wieder in ihrem schwarzen Ledersessel vor ihrem Bildschirm.
Sie öffnet die Seite der Suchmaschine und tippt die Buchstaben ein:

C a l l b o y

Sie ist wirklich ĂĽberrascht!
Unendlich viele Seiten!

„Die Jungs haben Setcards!?!“

„Setcard Jochen“ liest sie und sieht in ein angenehmes Gesicht.

Körpergröße: 1.85
Körpergewicht: 82 kg
Körperstatur: schlank/sportlich
Körperbehaarung: Brustbehaarung, Intimbereich rasiert
„oha!“
Veranlagung: hetero
Geburtsjahr: 1967

„Mein Gott, Mädchen, wirst du wohl!?“
Sprachen: deutsch, englisch, italienisch „Soso…“

Aussehen (usw)
Haare: sehr kurz, schwarz (etwas graumeliert)
Bart: nein
Brille: nein


Persönliche Vorlieben
Essen: Veganer
Getränke: je nach Anlass, vorzugsweise Wasser, Wein
Sport: Wassersport, Tennis, Fitness
“Brav!”
Hobbys: Freeclimbing, Skilaufen
Motorisierung: Limousine und Motorrad
Urlaub: die Staaten und der SĂĽden

Interessen und Gebiete
Als Gäste bevorzugt: Frauen
„Wie? Plural?“
Als Begleitung zu buchen ja
Hausbesuche: ja (GroĂźraum HH)
Hotelbesuche: ja (GroĂźraum HH)
Als Urlaubsbegleitung: ja
Eigenes Apartment: ja
Erotische Massage: ja

Praktiken: oral, vaginal, anal, leichter S/M und BD
kein NS, KV oder unter 18 Jahren,
nur mit Schutz
In eigener Sache: Bei mir bist du in diskreten Händen und
kannst dich 100 %ig gehen lassen.
Ich liebe es Frauen zu verwöhnen und ihre
geheimsten WĂĽnsche zu erfĂĽllen.
„blablablaba...“

Preisliste
Erotische Massage mit Ă–l
60 Minuten 75.--

Erotische Massage mit Ă–l und
Französisch pur, beidseitig oder ww.
mit Toys – 60 Minuten 95,--

Erotische Massage mit Anus und
vaginaler Stimulation – 60 Minuten 95,--

Anfänglich erotische Massage und
dann alles worauf du Lust hast
60 Minuten 125,--
90 Minuten 160,--
120 Minuten 200,--

Möchtest du jedoch, dass ich über Nacht bleibe
„Gott! Behüte!“
oder Dir den ganzen Tag zur VerfĂĽgung stehe, frag nach, wir beide
werden uns sicherlich einig.
„Da bin ich sicher!“
ich bin sehr flexibel, verständnis- und auch humorvoll
und kann ebenfalls ein guter Gesprächspartner sein,
Lass es darauf ankommen...

Email Jochen@TomMail.com
Fon 017.....


Sie hat sich wohl unbewusst eine Zigarette angesteckt und registriert mit Stirnrunzeln, dass bereits der Filter unangenehm riecht und vorsichhinkokelt. Vorsichtig erstickt sie den qualmenden Rest in dem gesäuberten Aschenbecher.

„Hm... 125,- Euro – das nimmt mein Frisör auch!“ kichert sie leise, wie ein junger Teenager. „Lieber Gott, und was soll schon in einer Stunde geschehen...?“

Sie wundert sich nicht einmal, dass ihr plötzlich alles so spielend gelingen will. Sie hat jede Menge Zeit.
„Mein Wille geschieht. Auch heimlich!.
Und überhaupt - alles nur Recherche –“
Sie nimmt das schmale Telefon aus der Station und tippt die vorgegebene Mobilnummer ein.
Eine angenehm dunkle Stimme meldet sich.
„Hallo, du sprichst mit Jochen -“
„Hallo Jochen, hier ist Vera -“
und dann bleibt ihr die Stimme weg.

„Vera, entspann dich, es ist alles vollkommen ok“ sagt die Stimme in ihr Ohr und sie kann beinahe sehen, wie der Mann am anderen Ende ein wenig lächelt.

Himmel! Und es war wirklich ok!
Sehr routiniert und ohne das geringste peinliche Gefühl wurden die Modalitäten geklärt.

Sie überlegt noch einmal kurz, ob es nun gut oder schlecht sein mag, dass ihre „Recherche“ sofort verfügbar ist. Dass er ein paar gute Jahre jünger ist, als sie selbst, macht ihr nicht wirklich Kummer. Sie nimmt den Zettel mit der Adresse, öffnet die kleine Kassette in ihrer Schreibtischschublade, greift nach einigen Geldscheinen und verlässt ihr Zimmer erneut.

„Ich bin außer Haus, Frau Reuter!“ ruft sie aus dem Flur in die offenen Zimmer, nimmt ihre Handtasche, den Mantel und die Wagenschlüssel und geht durch die angrenzende Türe in die Garage. Sie startet den Motor und während sich das Garagentor vollständig öffnet, tippt sie die Adresse in das Navigationssystem.

Sie fährt eine knappe Stunde und fragt sich, wann sie endlich nervös wird. „Bleib so, Liebes, wenn es nicht in Ordnung ist, wirst du einfach wieder gehen...“.

„...Sie haben ihr Ziel erreicht“ hört sie die Stimme aus dem Lautsprecher und registriert im gleichen Moment die gepflegte Umgebung. Ein mehrstöckiges Gebäude und unterschiedliche Firmenlogos weisen auf diverse Unternehmungen hin. Ausreichend Parkplätze direkt vor dem Haus. Sie öffnet den Gurt, greift nach ihrer Handtasche und verlässt ihr Fahrzeug.
Sie kennt die Gegend nicht. „Oh, Gegend, dann kenn’ du mich gefälligst auch nicht!“

Jochen steht auf dem Klingelschild, neben dem Knopf, den sie jetzt drückt. „Ja, bitte?“ hört sie die Stimme aus der Sprechanlage, die nun ein klein wenig anders klingt, als kurz zuvor am Telefon.
„Vera“ sagt sie nur.
„Nimm den Fahrstuhl in die vierte Etage, Vera, ich erwarte dich“ und ein gleichmäßiges Summen zeigt ihr an, dass der Türöffner gedrückt wird.

„Schön, dass du da bist!“. Ihr brustbehaarter Hetero reicht ihr die Hand in den Aufzug „das werden wir sehen...“ denkt sie, während sie den Lift verlässt und den Größenunterschied des Mannes dicht neben ihr registriert.

Es gefällt ihr, wie er die Appartementtür nach innen in den Raum drückt und ihr mit einer entsprechenden Handbewegung den Weg überlässt. Sie spürt seine Hände unaufdringlich in Kragennähe und lässt zu, dass er ihr routiniert aus dem Mantel hilft.
„Bitte, Vera -“ und eine weitere Geste deutet ihr an, das angrenzende Zimmer zu betreten.
Helle Farben, dezenter Luxus und leise Musik im Hintergrund empfangen sie.
„Was darf ich dir zu trinken anbieten, Vera? Kaffee, Wasser, Wein Champagner...?“.
„Also doch beinahe wie beim Frisör“ denkt sie und lässt ihn wissen, dass Wasser völlig in Ordnung sei.

Als er ihr das Glas Perrier reicht, streicht seine andere Hand ganz sanft eine Haarsträhne aus ihrem Gesicht.
„Wir haben so viel Zeit, wie du willst. Es ist gut, dass du da bist -“.
„...Ihre Spitzen haben es dringend nötig“ denkt sie und weiß nun endgültig nicht mehr, ob sie lachen oder heulen soll.

„Lieber Gott, mach doch was Mädchen!“ kämpft es in ihrem Kopf und im gleichen Augenblick nimmt er ihr Gesicht in beide Hände und presst seinen Körper ganz dicht an ihren. Sie kann sein Geschlecht spüren.
„Kann ich das wirklich?
Bestimmt der Trick mit dem Schlüssel!“.
Das Wasserglas baumelt gefährlich in ihren herabsinkenden Händen.

„Intimbereich rasiert!“ alarmieren die Kopfsensoren „lieber Gott, ich glaub’, das mag ich nicht!“ und sie spürt, wie ihr Körper auf seine weichen Lippen „Gütiger! Warum hat er so weiche Lippen??“ an ihrem Hals reagiert. „Es ist nur normal, Mädchen, dass deine Beine zittern! Zitter ruhig!“
„Vera, sag mir bitte, wenn irgendetwas, das ich tue, für dich nicht in Frage kommt“ flüstert der samtlippige Mund in ihr Ohr.
„Ich möchte dich gerne küssen, Vera, deinen Mund spüren, mit meiner Zunge deine Zunge.... deine Lippen verwöhnen.... deine Zähne lecken, deine Augen sehen dabei, ich will dich atmen hören... stöhn für mich, komm! Hörst mich? Vera? Du bist eine wundervolle Frau...“

„Wo hat der Kerl das Pendel???“ denkt sie beinahe hypnotisch „kein Wort werd’ ich räuspern!“.

Sie spürt seine Hände an ihren Schultern entlangzärteln und merkt, wie er ihr geschickt das Glas aus der Hand nimmt „Angst ums Parkett? Junge, Junge! Du Kluger! Hätte ich auch! Mein Gott, auch die Hände sind weich!! Wie alt war der nochmal? Rechnen! Ja! Rechnen ist gut! Oder, zu kleinen Beulen auf links gedrehte Socken... Dein Wille geschehe!!“

Und sie befiehlt ihren Augen geschlossen zu bleiben. Sie weiß nicht einmal mehr, wie er aussieht. Es interessiert nicht mehr. Jede Berührung ist millionenmal intensiver, wenn das Dunkel dominiert. Jeder Raum verliert an Bedeutung und jedes Geschehen ist, als ob heiße Gedankenstürme über Häute toben „Au revoir, Contenance!“.

Sie fühlt, wie seine Hände ihre Bluse öffnen und wie er sie sanft über ihre Schultern, von ihrem Körper streichelt. Sie tut nichts außer Dastehen. Und vielleicht noch ein wenig Atmen. Ja, das hat sie wohl vergessen, für eine gute Weile, denn sie merkt, dass das sonst so nebensächliche Luftholen nun deutlich lauter wird. Und unregelmäßiger.

Überall diese weichen Hände!
Ihr Rock raschelt leise zu Boden, das zippende Geräusch des Reißverschlusses hat wohl ihr Atem verschluckt. Sie weiß, wie sie nun vor ihm steht. Unschuldig weiße Wäsche, edle Spitze und halterlose Strümpfe. Aber all diese Gedanken sind in Richtung „völlig Unwichtig“ gedriftet.
Nichts mehr ist wichtig, nur noch diese Hände.
Und der Mund.
Irgendetwas flüstert er ständig.
Sogar, während seine Zunge mit ihrer spielt, während ihre Lippen nass werden, von seinem und ihrem Speichel, während ihre Zunge jetzt seine Zähne sucht, während ihr Kopf sich zusammen mit dem Gehirn von ihrem Hals trennt, während die Welt sich dreht und es draußen Geldscheine regnen mag, während Zeit und Raum keine Rolle mehr spielen...

„Vera, Vera, du wunderbares Geschöpf!“ hört sie seine Stimme, von weit oben an der Decke, da, wo wohl ihr Kopf mit den Ohren gelandet sein muss, als er sich freilöste und nun in Watte gewickelt vor sich hinwabert.

Als er sie ein Stückchen bewegt, öffnet sie nun doch die Augen und versteht, dass er sie zum Bett zieht.
„Ich hab’ Angst!!“.
Sie kann den scharfen Knick frisch eingebĂĽgelter Zusammenlegfalten an den Kopfkissen erkennen und das macht ihr irgendwie wieder Mut. Sie schubst ihren Augenkopf wieder zurĂĽck an die Zimmerdecke, taucht zurĂĽck und spĂĽrt die kalte Seide auf ihrer Haut.

Hände! Hände! Überall diese Hände!
Warm sind sie und dennoch kĂĽhl und irgendwie sogar kalt.
Weich, ja weich! Aber so bestimmt!
Sie liegt einfach nur da und die Haut an ihren Beinen signalisiert durch Prickeln, dass diese bestimmtweichkühlen Hände ihre Strümpfe nach unten schieben.
Und auch den Slip.
Und auch den BH.
Wie er das gemacht hat, während sie völlig aus sich herausgespült auf ihrem Rücken liegt, ist unklar.
Es darf so bleiben.

Es ist ihr ein Rätsel, wie sie spüren kann, dass sich seine Hände in ihrem Haar verlieren, während sie doch gleichzeitig jedes noch so kleine Fleckchen ihres Körpers verbrennen. Sie fühlt, wie sich ihre Kopfhaut zusammenzieht, ja, als ob sie sich aus den Wurzeln löst und sich über ihren ganzen Körper stülpt.
„Der Kopf an der Decke hat Macht!
Bleib hübsch da oben, du mächtiger Kopf!
Bleib, du Rätsel!“.

Wann er den Ölflakon geöffnet und den duftenden Film in seinen Händen verrieben, wann er begann ihren Körper damit zu bedecken, wann er ihre Beine spreizte und seine Finger den Punkt fanden und alles, alles, wie es schien, nie mehr aufhören wollte zu fließen, wann seine Zunge wieder im ihrem Mund versank, wann sie zum ersten Mal wirklich laut stöhnte, wann die gleiche Zunge jede ihrer Öffnungen fand, wann er sie umdrehte und mit tausend Händen über ihren Rücken in der zarten Kuhle ihres Po’s versank, wann auch ihr Körper abhob aus den unendlichen Decken und Kissen, wann ihr Schreien das Zimmer erstickte als er endlich wieder und wieder in sie eindrang, wann es war, dass zwei schweißnasse Körper einer wurden –

All das, spielte keine Rolle mehr.


...denn, als Sie wieder aufwacht und ihre Hände feucht zwischen ihren nassen Schenkeln zittern, weiß sie, dass sie die Geschichte nie schreiben wird.



© Venus


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den wind im rĂĽcken, sterb ich mich ein
in den groĂźpassat -
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Inu
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Liebe Venus

Das ist alles sehr interessant und aufschlussreich und realistisch geschildert. Psychologisch gut kommt die anfängliche Skepsis und Überlegenheit dieser Vera zum Ausdruck und wie sie sich dann am Ende doch mit wachsender Lust der technisch versierten Verführungskunst des professionellen Liebhabers hingibt.
Raffiniert auch der Schluss... alles bleibt unverbindlich, niemand vergibt sich etwas, es waren lediglich wilde, erotische Träumereien, die sie, die Schriftstellerin, an ihrem Computer erfunden hat.
Auch dieser Schluss, der die ganze Geschichte nur als Spiel der Fantasie und der Wünsche entlarvt, schmälert meinen Lesegenuss nicht.

Nur am Anfang die Callboy-Preisliste! Mussten da alle Leistungen und ihre entsprechenden Kosten so detailgenau aufgefĂĽhrt werden... Obwohl auch sie ( die Liste) fĂĽr mich ein neuer, spannender Einblick in eine Materie ist, die ich bisher wenig kannte...

Also, ich habe das Ganze gern gelesen. Die Geschichte ist Dir sehr gut geglĂĽckt.

einen schönen Tag noch wünscht Dir
Inu

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strolch
???
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lächelt

ach gabi, ist einfach sehr schön und irgendwie mußte ich
öfter lächel und sah sie vor mir.

du, sehr schönes we
brigitte
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"Ich will nicht, daß Frauen Macht über die Männer, sondern über sich selbst erlangen."(Mary Wollstonecraft)

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Venus
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Jubel! ;o)

Liebe, liebe Inu,

dein ausfĂĽhrlicher Kommentar hat mir eine Riiesenfreude gemacht!
Herzlichen Dank!

All das nämlich, was mich beim Schreiben und zigmaligem Hin- und Herlesen so sehr beschäftigt hat, hast du entdecken können und mögen -

Jetzt bin ich wirklich ein bisschen aufgeregt ;o)

Ich war mir so unsicher, ob die (sog.) Ăśberlegenheit der Vera auch wirklich getroffen beschrieben wurde.
Stolz wollte ich sie haben, klug, stilvoll und trotzdem Weib...

Ja, du hast völlig Recht!
Ich bin immer noch ein klein wenig unsicher, ob die Setcard nicht ein bisschen zu ausfĂĽhrlich ist...
Es ist nur so, Inu, ich hab sie wirklich aus dem Netz!
Und ich war, sagen wir mal - erstaunt dass es so etwas gibt!
*flĂĽster*...ehrlich gesagt, ich fand es ziemlich interessant... deshalb hab ich sie auch so reingepackt.

Nun hast du mir meinen eigenen Gedanken dahinter ein bisschen bestätigt und es tut mir einfach in der Seele gut, dass es so ist, wie es ist...
Ich werde es wohl so belassen -

Noch einmal ein dickes Danke an dich, Inu, fürs Lesen und für deine wunderbare Kritik! Ich wünschte, du könntest meine Gänsehaut sehen...

Herzliche GrĂĽĂźe,
Gabi





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Venus
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Liebes Brigittchen ;o)

Ganz lieben Dank auch dir, fĂĽr deinen Kommentar und die Zeit, die du dir genommen hast fĂĽr mich -

Es freut mich, dass du lächeln konntest!
Ich wollte hier wirklich ein wenig Schmunzeln verursachen...

Üblicherweise ist es doch gerade hier in diesem Forum so, dass man hauptsächlich über die "verflixten" Kommentare von Ralph das Gesicht nach oben verzieht...

Hilfosigkeit zeigt sich gerne in Dummheit -
Dumm erscheinen lassen wollte ich die Protagonistin aber nicht. Also hab ich versucht, sie einfach ein bisschen "menscheln" zu lassen.

Dein Lächeln hat mir meinen Versuch ein wenig bestätigt.
Danke!!

Ganz liebe GrĂĽĂźe in ein Wochenende nach Eurem Sinne,

Gabi


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strolch
???
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ja, es ist dir gelingen gabi, sagt anita auch *gg*.
ganz lieben gruĂź
brigitte
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