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Leselupe.de > Kindergeschichten
Biene Molly
Eingestellt am 01. 05. 2017 18:50


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annali
???
Registriert: Oct 2010

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Die Biene Molly

An einem warmen Sommertag surrte Biene Molly am fr├╝hen Morgen fr├Âhlich ├╝ber eine wundersch├Âne bl├╝hende Wiese. Eine Trompetenblume hatte es ihr besonders angetan.Voller Erwartung auf leckeren s├╝├čen Bl├╝tennektar steuerte sie diese an und verschwand eilig in der Bl├╝te. Doch dort wurde sie gar nicht mit Begeisterung empfangen, sondern stie├č unsanft gegen einen harten Gegenstand, der auch sofort anfing rebellisch zu sto├čen und zu schubsen. Bevor Molly richtig ├╝berlegen konnte, was mit ihr geschah, landete sie unsanft auf der noch feuchten Wiese. " He du dumme, blinde Hummel, kannst du nicht aufpassen? Siehst du nicht, dass diese wundersch├Âne Blume schon einen Bewohner hat?" H├Ârt Molly von oben eine schrille Stimme ert├Ânen. Wild geb├Ąrdend sah sie eine h├Ąssliche Hornisse aus der Trompetenblume fliegen. Biene Molly rappelte sich hoch, richtete sich in voller Gr├Â├če auf und erwiderte:" 1. bin ich keine blinde, dumme Hummel und 2. k├Ânntest du ja ein Schild mit der Aufschrift >Betreten verboten, da schon bewohnt< an die Blume heften. Denn die Kunst durch Blumen hindurchzusehen, ist ja nun mal nicht jedermanns Sache.Also reg dich nicht so auf. Du hast ja deinen Teil Bl├╝tenstaub bereits gut auf deinem R├╝cken verteilt, wie man sieht."
Die Hornisse sah Molly ganz verbl├╝fft an. So eine Reaktion hatte sie nicht erwartet. Eher hatte sie sich vorgestellt, Molly w├╝rde ├Ąngstlich im Gras kauern oder sich schnellstens aus dem Staub machen. Da aber heute so ein ausgesprochen sch├Âner Sommertag war, flog die Hornisse ohne einen weiteren Kommentar abzugeben davon und widmete sich den anderen verlockend duftenden Blumen.

Biene Molly sah ihr noch eine Weile nach, doch da sie noch immer einen riesigen Hunger versp├╝rte, suchte sie sich eine neue Bl├╝te, von denen ja zurzeit sehr viele und zudem auch besonders sch├Âne und extrem gut riechende vorhanden waren. Diesmal war sie allerdings etwas vorsichtiger und flog erst einmal bis an den Rand der Bl├╝te, um das Innere zu erforschen. Gottlob war diese noch nicht besetzt, und es sah auch so aus, als ob noch niemand diesen wunderbaren Bl├╝tenstaub hatte haben wollen. Sodann lie├č sie sich geschickt in die Bl├╝te gleiten und wollte sich gerade gen├╝sslich an dem leckeren Bl├╝tenstaub erg├Âtzen, als ein dunkler bedrohlicher Schatten ├╝ber sie hinwegzog und die Sonne verdunkelte. Erschrocken hielt Molly in ihrem Saugeifer inne und sp├Ąhte nach oben, konnte jedoch nichts entdecken. Lautlos setzte sie ihre Fl├╝gel in Bewegung und lugte vorsichtig ├╝ber den Rand der Bl├╝te in die H├Âhe. Der bedrohliche Schatten kam wieder n├Ąher, huschte jedoch hinter einen hohen Strauch, der sich vor der Blume befand. Molly bekam t├╝chtiges Herzklopfen und wusste nicht, was sie tun sollte. Es gingen ihr so viele Gedanken in dieser kurzen Zeit durch den Kopf, dass sie immer unruhiger wurde. "Wer war das nur? War das wieder diese gef├Ąhrlich aussehende Hornisse von vorhin? Oder eine dicke Hummel, die genauso gerne wie sie selbst Bl├╝tenstaub wollte? Was mach ich nur?" dachte Molly. "Soll ich mich stark stellen und diese Bl├╝te verteidigen, oder soll ich lieber versuchen so schnell wie m├Âglich weg zu fliegen? Stark, im Sinne von mutig, war ich eben ja schon.ÔÇť Sie entschloss sich f├╝rs Letztere, denn Molly war keine streits├╝chtige Biene. " Soll derjenige sich ruhig an dieser Bl├╝te erquicken. Die Wiese ist ja voll von so vielen K├Âstlichkeiten, dass es eine Schande w├Ąre, sich wegen einer einzelnen Bl├╝te zu streiten, wenn nicht sogar handgreiflich zu werden.ÔÇť So setzte sie ihren Flug fort und lie├č sich auf einer anderen wohlriechenden, mit Bl├╝tenstaub getr├Ąnkten Bl├╝te nieder. Doch bevor sie in diese reinschl├╝pfte, schaute sie noch mal zu der anderen Bl├╝te hin. Neugierig war sie ja doch, und sie wollte gerne wissen, wer denn nun dieser bedrohliche Schatten gewesen ist.

Als sie sah, wer sich dahinter verbarg, musste sie jedoch ├╝ber sich selber lachen. Ein wundersch├Âner Schmetterling sa├č dort und lie├č freudig erregt seine in der Sonne leuchtenden, zitronengelben Fl├╝gel schwingen. Man sollte wirklich nicht immer direkt an etwas B├Âses denken, dachte Molly. Jedoch, Vorsicht ist besser als Nachsicht. Beruhigt und beschwingt rutschte sie nun den Bl├╝tenkelch hinunter und lie├č sich endlich den ersehnten Bl├╝tenstaub schmecken. Zwischendurch trillerte und summte sie ein fr├Âhliches Sommerlied und viele andere Insekten und V├Âgel stimmten mit ein. Ein wirklich sch├Âner und friedvoller Sommertag erwachte auf dieser bl├╝henden Wiese.

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