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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Bienvenuti a Venezia
Eingestellt am 18. 08. 2002 01:37


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kio
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Oct 2000

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Arrivati alla stazione Santa Lucia.
Die D├Ąmmerung ist inzwischen hereingebrochen und das Licht ist im Begriff, von hei├čer, glei├čender Sonne in die Finsternis ├╝berzugehen. Es streichelt unsere Pupillen, als wir aussteigen. Die Erregtheit klingt in unseren K├Ârpern
nach, hat zur sanften Entspannung gef├╝hrt und die Sensibilit├Ąt f├╝r das, was noch kommen wird, in erheblichem Ma├če gesteigert.
Karneval in Venzia und wir wollen fernab des Touristenstroms ein wenig von ihm genie├čen. Das vaporetto bringt uns jedoch zun├Ąchst mitten in das Get├╝mmel.
Als wir auf der Piazza San Marco wieder festen Boden unter den F├╝├čen haben, finden wir uns in einer Menschenmenge aus Touristen und maskierten Gestalten.

Du nimmst meine Hand, ziehst mich durch die Menschenmenge, an den
aufgebauten Wurst- Wein- und Gesangbuden vorbei. Die Arkaden, unter denen man im November nahezu ungest├Ârt seinen Cappucino genie├čen kann, sind verstopft.
Doch du f├╝hrst mich auch dort vorbei. So langsam, von Gasse zu Gasse, Br├╝cke zu Br├╝cke wird es ruhiger. Der Trubel klingt nur noch als immer weiter entfernter Hall zu uns vor.
Auf einer einsamen Br├╝cke, unter der man ein paar verwaiste Gondeln sehen kann, bleibst du stehen. Es ist stockfinster, nur das schwache Licht der n├Ąchsten Gasse l├Ąsst noch die Umrisse des anderen erahnen. Ich sp├╝re deinen
hei├čen Atem an meinem rechten Ohr-m├Âchte ihn trinken-deine Z├Ąhne, die sich sanft in mir verbei├čen, deine Zunge ├╝ber den Hals gleiten. Der Abstand zwischen uns wird immer geringer, ich merke, wie sich dein Unterk├Ârper immer dichter an mich dr├Ąngt. Wir lassen voneinander ab, fangen wieder an. Ein Spiel zwischen Erregung und Sehnsucht. Doch du f├╝hrst mich weiter in die immer enger




werdenden Gassen. "Der Tanz der Stunden" dringt pl├Âtzlich sanft durch die Finsternis, die Musik wird etwas lauter und wir stehen vor einem alten pallazzo, in dessen Erdgescho├č sich ein Cafe befindet. Kein Gewimmel, kein grelles
Licht. Wir betreten einen Raum, der nur von den an der Wand h├Ąngenden Kerzenleuchtern erhellt wird. Maskierte Gestalten in alten, venetianischen Gew├Ąndern sitzen dichtgedr├Ąngt, die Unterhaltung ist ged├Ąmpft, sanfte
Klaviermusik durchdringt das leise Gemurmel. Frauen in
ausschweifenden, tiefausgeschnittenen Gew├Ąndern, halten ihre buntgefiderten Masken genau dort, wo ihre wei├čen Per├╝cken enden. M├Ąnnergesichter (oder auch die von Frauen,
wer wei├č) sind von hellen, porzellanen Masken verdeckt.
Du f├╝hrst mich an einen Ecktisch, der nur vom matten Schein des Kerzenlichts erhellt ist. Rasch wird der Tisch mit einer Kristallkaraffe, deren Inhalt so rot, wie jegliche S├╝nde nur sein kann, best├╝ckt. 2 Gl├Ąser, pane und antipasti, deren Oberfl├Ąche im Schein des Kerzenlichts das selbstgepresste Oliven├Âl aus der Toskana widerspigelt. Bei diesem Anblick sp├╝ren wir beide das Rattern des Zuges, der an den toskanischen H├╝geln vorbei uns soviel
Lust gebracht hat. W├Ąhrend deine Lippen genu├čvoll eine schwarze Olive umspielen wandern deine Gedanken zur├╝ck zu unserer ersten Begegnung. Noch einmal ziehen die malerischen D├Ârfer in den sanften H├╝geln der Toskana an dir vorbei. Genau dort hatten wir uns zum ersten Mal geliebt. In einem hei├čen, stickigen Zugabteil. Fast unbekannt, doch in solcher Hemmungslosigkeit, dass uns fast die Sinne schwanden. Mit deinen Z├Ąhnen versetzt du der Olive nahezu brutal den Gnadensto├č, schmeckst das Gemisch
aus ├ľl und Knoblauch. Du beobachtest, wie ich eine rote, abgeh├Ąutete, in ├ľl getr├Ąnkte Paprika gen├╝├člich ├╝ber meine Lippen gleiten lasse. Ihr Geschmack verleitet mich, ein wenig von dem vino rosso ├╝ber meine Zunge laufen zu lassen.
Sanfte Klaviermusik, fast traumhaften Gestalten um uns herum - beides erreicht uns, doch erreicht uns auch nicht. Langsam verwischt die illusioni mit der Realit├Ąt. Du erz├Ąhlst mir ├╝ber die Entstehung des Decamerone. Als du bei Boccacio angelangt bist, h├Âre ich dich kaum noch, du verursachst zahllose Luftvibrationen, die zwischen uns einen immer heftiger werdenden Strudel entstehen lassen. Eine geballte Ladung Elektronen und Protonen reiben sich, ziehen sich magnetisch an. Nach deiner letzten schwarzen Olive, deren Kern du fast sch├╝chtern auf den Tellerrand
legst, wandern deine sanften Finger unter dem Tisch ganz langsam ├╝ber meine Oberschenkel. Du sp├╝rst, wie weich die Haut wird, je h├Âher du kommst. Abrupt brechen wir auf. Anscheinend kennst du den Wirt, der dir mit einem verwegenen L├Ącheln einen Schl├╝ssel reicht. 2 Stockwerke m├╝ssen wir ├╝ber die alten, h├Âlzernen Stufen steigen. Ein Gemisch aus alten Mauern und Mahagoniholz steigt in unsere Nasen. Du schlie├čt die T├╝r auf. Das mit wei├čen,unschuldigen Laken ├╝berzogene Mahagonibett liegt vor uns. Die erste Nacht in der Lagunenstadt.


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so einfach, wie m├Âglich, aber nicht einfacher. A. Einstein

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gertraud
???
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ich habe die Geschichte zweimal gelesen, irgend was hat mich gest├Ârt: Kann es sein, dass du nur ├╝ber "sseine" GEf├╝hle berichtest und nicht ├╝ber deine? ist irgendwie falsch. Du schreibst in der Ich-Form, was ein anderer empfindet und nicht, was Du selber empfindest.
dabei ist die Situation doch recht prickelnd...
gru├č gertraud
__________________
gru├č gertraud---------Wer die Geometrie begreift, vermag in dieser Welt alles zu verstehen. Galileo Galilei

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kio
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Registriert: Oct 2000

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Das war genau so beabsichtigt.
Danke f├╝r deine Antwort. Hast ├╝brigens einen super Slogan, sehr treffend ausgedr├╝ckt. gru├č, kio
__________________
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