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Leselupe.de > Humor und Satire
Bier or not to Bier
Eingestellt am 08. 10. 2005 15:54


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Beluga
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Irgendwann verkĂŒndete Manfred: „Wir gehen jetzt ein Bier trinken.“

Sie gingen zu hause nur selten in ein Lokal, in Frankreich so gut wie gar nicht. Aber jetzt saßen sie vor einer Kneipe, auf Plastik-StĂŒhlen an der Straße. Ohne Unterlass preschten Autos den sanften HĂŒgel hoch, machten neben ihnen eine Vollbremsung, schlenkerten das Heck in die Kurve oder verschwanden ĂŒber die BrĂŒcke. Junge Leute mit irre lĂ€rmenden Mofas ohne Auspuff grinsten sie frech an. Die Bedienung, eine freundliche graue Maus, wieselte zwischen Bar und Straße. Sie saßen unter Platanen, die der feste Wohnsitz eines Taubenschwarms war. Da konnte schon mal ein HĂ€ufchen auf dem Tisch landen. Sie tranken Schwarzbier, biĂšre bruine, es war lecker. Sie nahmen mehrere. Das Lokal fĂŒllte sich. Eine rote Zora heulte ihren Freundinnen was vor und mehrere TaschentĂŒcher voll. Ein toller Gigolo drehte seine eleganten Runden mit einem weiß-blau-gestreiften MG-Cabrio. Der Mieter vom ersten Stock ging mit seinem altersschwachen Pudel Gassi, der konnte sein Pipi nur bis zu den Tischen halten. Sein Herrchen trug eine hochmodische, schwarze Dreiviertel-Hose. Darunter hervor lugte ein Bachstelzengleiches StĂŒckchen Wade, aber nur bis zum Ansatz der weißen Tennissocken. Ein Bonvivant von gestern erschien in einem langen schwarzen Wollmantel bis zu den Knöcheln, Oberkörper nackt, Tarnkappen-Shorts, der Rest wieder nackt. Seine Mine so finster wie seine FĂŒĂŸe schwarz.

Eine Dame erschien. Der ausgemergelte Körper eines Alt-Models im hauteng Getupften. Nicht zu ĂŒberhören das Klimpern ihrer ArmbĂ€nder. HĂ€nde beladen mit Steinen, so groß wie halb Frankreich. Augenumrahmung die ihrem Blick wohl den Charme einer Sirene verleihen sollte aber eher an einen Zombie erinnerte . Der Rest des Gesicht ein mobilitierter Madensack unter fleckiger Schminke. Sie vermittelte den Eindruck als hĂ€tte sie stĂ€ndig eine Axt hinter ihrem RĂŒcken versteckt.

Mehrere Rubensweiber schlÀngelten sich bauchfrei, nicht nabelfrei, denn den konnte man in den Speckfalten nicht mehr sehen, an ihnen vorbei. Auch die geschickteste Schneiderin konnte aus dem Ohr einer Sau kein seidenes Westchen nÀhen.
Sie hatten sich jedenfalls alle MĂŒhe gegeben ordentlich in ihre Cellulitis-Rollen hinein zu wachsen.

„Nach dem nĂ€chsten Krieg“, warf Doris ein, „sind die Dicken dĂŒnn und die DĂŒnnen tot. Sucht’s euch aus!“
Dann zÀhlte sie zufrieden die vielen Citroen, die vorbeifuhren.

« Quarte biĂšre bruine, s’il vous plait, Madame! »

Ein aufrechtgehendes Zotteltier mit leicht gebeugtem RĂŒcken kĂŒsste sich durch alle anwesenden Teenies. Ein Dreizentner-Mann, dessen Moped-Sattel zwischen seinen Backen nicht mehr auszumachen war knatterte vorbei. Sein Kinn traf ohne Komplikationen seine Nase.
„Wenn der mit dem Kinn gegen eine Hauswand brummt, “ sagte Manfred, „dann haut’s mit absoluter Sicherheit nen Hohlblock raus.“
Auf den Schreck nahmen sie noch ne Runde. To Bier or not to Bier!
Jeder zweite Gast hatte ein Handy am Ohr. Aber das machte nichts, bei dem Krach rundherum konnte man sich eh nicht unterhalten.
Margreth schmunzelte, sie hatte ihrer Leber einen Duckungs-Befehl geschickt.

„Was die Leute nur daran finden auf der Straße zu sitzen und mitten in dem Krach und Gestank zu trinken oder gar zu essen, “ mokierte sich Manfred.

Ja, was wohl?




__________________
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Marius Speermann
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Ich versuche mal zu beschreiben, warum ich dieses StĂŒck nicht lustig finde, und wie man es verbessern kann:

Zuerst mal: an sich ist das Thema nicht schlecht, es bietet einige Stellen an Humor (jeder der schon mal in einem Café sass, und sich gern die vorbeischlendernden Passanten ansieht, wird diese Erfahrung gemacht haben). Immerhin treten einige Charaktere mit interessanten Eigenschaften auf. Die Ausschlachtung dieser Eigenschaftung und Deckung mit den eigenen Vorurteilen ist schon mal ein erster Start.

Allerdings ist es nicht damit getan, einfach nur abfĂ€llig ĂŒber die Passanten zu sprechen. Das macht das ganze nicht humoristisch und wirkt einfach nur arrogant und macht den ErzĂ€hler beim Leser nicht sympathisch. Besser wĂ€re es, wenn der Humor auf den ErzĂ€hler zurĂŒckfĂ€llt, sprich wenn die so sehr abfĂ€llig/angewidert/ausgelachten und bei den anderen beobachteten Eigenschaften und CharakterzĂŒge beim ErzĂ€hler und seinen Freunden in noch stĂ€rkerer Form ausgeprĂ€gt sind. Wenn Du Dich ĂŒber Aberglauben bei anderen lustig machst, dann mach den ErzĂ€hler noch aberglĂ€ubischer. Wenn die anderen fett/versoffen/lautstark im CafĂ© sind, dann zeig, dass die Hauptperson/ErzĂ€hler noch schlimmer darin ist, oder in der Jugend noch wilder auf dem Moped herumgesprescht ist, und in der Jugenderinnerung darin schwelgt, aber hier nicht toleriert.

Nochmal zum Beginn: Die Beschreibung der Anfangsszene ist zu klischeehaft. Wenn Du das alles einfĂŒgen musst, um die Szene zu beschreiben, dann stimmt was nicht. Die Szene muss sich von alleine beschreiben können und den Leser gleich von Beginn an interessieren/fesseln.
Beginn z.B. mit einem Dialog zwischen den im Café sitzenden Hauptpersonen und beschreibe auf diese Weise langsam die Szene.

Auch der Schluss sieht mir dann zu banal und vorhersehbar aus.

Marius

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flammarion
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hm,

das beste an diesem werk ist der titel.
lg
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Old Icke

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Beluga
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Hallo flammarion und Marius,
erst mal danke, dass ihr die Geschichte gelesen habt. Mit der niederschmetternden Kritik kÀmpfe ich ein bisschen.
Was hab ich gemacht?
Ich habe eine Szene erzĂ€hlt, wie sie Manfred,Doris und ihren Freunden genau so passiert ist. Sie saßen auf der Straße und haben die anderen GĂ€ste angeschaut. Es sollten eigentlich keine abfĂ€lligen Kommentare, sondern eher bissige werden. Diese Rubrik heißt ja auch >Satire<.
Anscheinend ist mir das nicht gut gelungen.
Sorry
Doris
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flammarion
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siehste,

das habe ich mir gedacht. die geschichte ist authentisch. aber leider auch sehr trivial. als tagebucheintrag durchaus witzig, fĂŒr diese rubrik aber zu schwach. sorry.
lg
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Old Icke

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Beluga
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OK, flammarion,
damit kann ich leben.
Danke
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