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Leselupe.de > Kurzprosa
Bild und Betrachter
Eingestellt am 20. 07. 2004 22:23


Autor
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balsam
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jul 2004

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Rahmenlos
hing ein Bild an der Wand.
Vom Betrachter betrachtet, trachtete es nicht nach überzeugter Meinung eines
gedankenverschlossenen Geistes.
Nein , es dürstete nach freier Eigenständigkeit und um freie Wahrnehmung zu erfahren, fern jeglicher kontrollierbarer Meinungsfestlegungen, welche den Punkt nicht fanden
um zurückzukehren zu dem Wesen des Bildes an der Wand.
Betrachter welche sich zu ernst nahmen und Ihre Meinungen herausließen,
anstelle den Geist und das Wesen des Bildes zu erfahren.
Diskutierend standen Sie davor, und ließen es nicht herein, ließen es nicht teilhaben
an Ihnen und am Rest der Welt.
Dem Betrachter hingegen, scheint es gegenwärtig zu gefallen, anderen zu gefallen,
mit Meinungen um sich schlagend, vernichtend oder lobend auszuteilen, welch großartiger
Mensch er doch sei.
Doch sein Verlangen währt nicht lange, nur solange, solange sich vermehrt, ähnelnde Gesellen, in einsamer Runde verteilt, zusammentun und feilschend Ihre Meinungen prahlend präsentierend verkünden wie eine täglich neu geschriebene Bibel.
Am Austausch sich ergötzend erfolgt die Abwägung der Auseinandersetzung mit, in Schachteln und Schubladen aufgehobenen, vorgedachten Meinungen. Neues kommt zum Vorschein und wird erfolgreich in frischen Schubladen zum festen Sein gezwängt und gut verstaut. Erstarrt in eiskalter Umgebung in einem kleinen Teil des Gehirn, hängt es fest, und das ehemals neu Gedachte wird zum Alten. Aufgehängt in tropfsteinartigen Gedankenhöhlen, wartet es auf Verschmelzung mit dem See in den es hineinzutropfen droht, um einmal wieder lebendig und frei zu Sein.
Der Betrachter hingegen lebt weiterhin als Sammler verschiedenster Gedankengänge, zum Schein für sein eigenes Sein, welches, nicht vereint mit dieser Welt, abhanden kam zur frühesten Stund seines Daseins in Ihr.
Und das Bild
bleibt zurück.
Rahmenlos
und allein.

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cle 20/7/04









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