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Leselupe.de > Kurzprosa
Bilder und Briefe
Eingestellt am 02. 12. 2004 16:57


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sirprise
Festzeitungsschreiber
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Briefe und Bilder

Vorher die Worte im Geist geformt, geordnet und sortiert. Vielleicht sogar noch ein wenig gefiltert, weicher gemacht und ihnen die m├Âglichen Spitzen genommen. Die Sch├Ąrfe wahrscheinlich gemildert, sitzt man dann wieder vor der wei├čen Seite und wei├č doch nicht recht, wie soll man anfangen, mit dem Schreiben.
Es ist wie beim Zeichnen. Z├Âgerlich, fast zaghaft f├Ąngt man an, setzt den Stift aufs Papier, hat nur eine vage Vorstellung, eine ungef├Ąhre Richtung vor dem inneren Auge, was es werden soll.
Dann ist der Moment da, wo der Stift anf├Ąngt einen Strich zu ziehen, sanft, leicht und fast z├Ąrtlich. Nur schemenhaftes Schwarz auf dem Wei├č hinterlassend, fl├╝chtig, kaum wahrnehmbar, dann gezielter, weiter und weiter zeichnend.
Zuerst die Konturen, die Umrisse abtastend, ob die Proportionen stimmen, im Gesamtverh├Ąltnis dann, kleine Feinheiten werden jetzt schon festgelegt. Schatten anlegend und Lichtfelder herausarbeitend geht es weiter, Strich um Strich. Dann und wann den Radierer ansetzend, um kleine Ungenauigkeiten auszumerzen.
Bald schon ist mehr zu erkennen. Wie aus dem Nebel auftauchend nimmt das Bild Gestalt an, aus dem weichen unwirklichen schemenhaften Grau herausgemei├čelt, finden Formen zueinander, verschmelzen und gehen aus dem eben Verschmolzenen hervor. Lassen das Bild langsam und z├Âgerlich zu einem Ganzen werden. Nun schon bald kann man mehr und mehr erkennen, kann man ahnen was das Ende zeigen wird.
Und dennoch sind da noch so viele kleine Dinge, die noch fehlen, die noch nicht sichtbar sind. Eher nur angedeutet liegen sie noch nicht herausgearbeitet brach. Wartend darauf, vollendet zu werden
Unterbrochen wird dieser ganze Prozess der Findung von Fragen, die blitzschnell im Kopf umhergehen. Antworten die nicht gegeben werden, lassen das Bild an der einen und anderen Stelle noch unbearbeitet, nur das Grunds├Ątzliche festhaltend. Neue und wieder neue Fragen lassen die Zeichnung ins Stocken geraten.
Und dennoch geht es voran. Langsam, z├Âgerlich, hin und her gerissen, den Stift immer wieder neu aufs Papier setzend, um an einer anderen Stelle weitere Feinheiten aufzuzeigen. Gedanken, Gef├╝hle und erlebtes lassen innehalten, aufhorchen und die so gewonnenen Eindr├╝cke in das Bild mit einflie├čen.
Und dennoch erkennen, dass das Bild nie fertig gestellt wird. Nie beendet, nie vollkommen, nie das sein wird, was dem Zeichner urspr├╝nglich dereinst vorschwebte.
Man sagt, der Meister kennt die Schw├Ąchen seines Werkes und dennoch ist die wirkliche Kunst die, mit dem Geschaffenem eine ann├Ąhernde Zufriedenheit zu erhalten. Selbstkritisch das Werk zu betrachten, nah herangehen, schauen und ├╝ber Feinheiten nachdenken, wieder zur├╝cktreten und den Gesamteindruck in sich aufnehmen. Aber nie wirkliche, hundertprozentige Zufriedenheit versp├╝ren. Weiterzeichnen, an dem einen Bild.

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Walter Walehn
One-Hit-Wonder-Autor
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Hallo sirprise,

da ist dir dein erstes LL-Werk aber sehr gut gelungen. Du hast etwas so bildhaft beschrieben, was wohl alle hier kennen. Der Vergleich mit dem Maler passt wie der ber├╝hmte Deckel auf dem Topf. Es ist einfach so. Jedes Mal wenn ich etwas von mir lese, m├Âchte ich es wieder ├Ąndern, soviel f├Ąllt mir dazu ein oder auf. Und dem Maler wird es nicht anders ergehen...

Was mir besonders an deinem Text gef├Ąllt, ist dieser weiche, schwebende Ton, von dem dein Text begleitet wird. Man sieht den Stift, wie er ├╝ber das wei├če Blatt getragen wird. Toll!

LG
Walter

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sirprise
Festzeitungsschreiber
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hallo walter,

danke f├╝r dein lob!

liebe gr├╝├če aus krefeld

S.

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heike von glockenklang
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hallo sirprise ,

du scheinst ganz neu in der lupe. erstmal herzlich willkommen. habe dein werk gleich zwei mal gelesen. bin begeistert von der dichte, in der du die entstehung eines werkes schilderst. aber manchmal, gerade dann wenn der sog zu lesen mich so richtig gepackt hat, geschieht was im text was die spannung rausnimmt und mich in einen luftleeren raum katapultiert. insgesamt ist eine gute wellenbewegung in deinem werk. du k├Ânntest aber, glaube ich, die ekstase,dein werk verschlingen zu wollen steigern in dem du s├Ątze, die den wind aus den segeln nehmen, etwas umformulierst.

vorschl├Ąge folgenden.





__________________
Wenn das Leben dir einen Kinnhaken gibt, k├╝hle dein Kinn und lass dich auf deinem Weg nicht beirren.
H Keuper-g /13.07.06

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heike von glockenklang
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Vorher die Worte im Geist geformt, geordnet und sortiert. Vielleicht sogar noch ein wenig gefiltert, weicher gemacht und ihnen die m├Âglichen Spitzen genommen. Die Sch├Ąrfe wahrscheinlich gemildert, sitzt man dann wieder vor der wei├čen Seite und wei├č doch nicht recht, wie soll man anfangen, mit dem Schreiben.
Es ist wie beim Zeichnen. Z├Âgerlich, fast zaghaft f├Ąngt man an, setzt den Stift aufs Papier, hat nur eine vage Vorstellung, (eine ungef├Ąhre Richtung das z. b.ist zuviel) vor dem inneren Auge, eine ungef├Ąhre Ahnung von dem, was es werden soll.
Dann ist der Moment da, wo der Stift anf├Ąngt einen Strich zu ziehen, sanft, leicht und fast z├Ąrtlich( wunderbar). Nur schemenhaftes Schwarz auf dem Wei├č hinterlassend, fl├╝chtig, kaum wahrnehmbar, dann immer gezielter, weiter und weiter zeichnend.
Zuerst die Konturen, die Umrisse abtastend ( konturren und umrisse ist das gleich es nimmt sich gegenseitig die dynamik raus), ob die Proportionen stimmen, im Gesamtverh├Ąltnis dann( auch hier eine indirektere verdoppelung), kleine Feinheiten (werden jetzt schon festgelegt ohne weiter erkl├Ąrung)jetzt schon festlegend, da sie sonst nicht mehr zu sehen w├Ąren oder gar das Bild am Ende verderben lassen w├╝rden, weil sie fehlen. Schatten anlegend und Lichtfelder herausarbeitend geht es weiter, Strich um Strich. Dann und wann den Radierer ansetzend, um kleine Ungenauigkeiten auszumerzen.
Bald schon ist mehr zu erkennen. Wie aus dem Nebel auftauchend nimmt das Bild Gestalt an, aus dem weichen unwirklichen schemenhaften Grau herausgemei├čelt, finden Formen zueinander, verschmelzen und gehen aus dem eben Verschmolzenen hervor. Lassen das Bild langsam und z├Âgerlich zu einem Ganzen werden. Nun schon bald kann man mehr und mehr erkennen, kann man ahnen was das Ende zeigen wird.
Und dennoch sind da noch so viele kleine Dinge, die noch fehlen, die noch nicht sichtbar sind. Eher nur angedeutet liegen sie noch nicht herausgearbeitet brach. Wartend darauf, vollendet zu werden
Unterbrochen wird dieser ganze Prozess der Findung von Fragen, die blitzschnell im Kopf umhergehen. Antworten die nicht gegeben werden, lassen das Bild an der einen und anderen Stelle noch unbearbeitet, nur das Grunds├Ątzliche festhaltend. Neue und wieder neue Fragen lassen die Zeichnung ins Stocken geraten.
Und dennoch geht es voran. Langsam, z├Âgerlich, hin und her gerissen, den Stift immer wieder neu aufs Papier setzend, um an einer anderen Stelle weitere Feinheiten aufzuzeigen. Gedanken, Gef├╝hle und erlebtes lassen innehalten, aufhorchen und die so gewonnenen Eindr├╝cke in das Bild mit einflie├čen.
Und dennoch erkennen, dass das Bild nie fertig gestellt wird. Nie beendet, nie vollkommen, nie das sein wird, was dem Zeichner urspr├╝nglich dereinst vorschwebte.
Man sagt, der Meister kennt die Schw├Ąchen seines Werkes und dennoch ist die wirkliche Kunst die, mit dem Geschaffenem eine ann├Ąhernde Zufriedenheit zu erhalten. Selbstkritisch das Werk zu betrachten, nah herangehen, schauen und ├╝ber Feinheiten nachdenken, wieder zur├╝cktreten und den Gesamteindruck in sich aufnehmen. Aber nie wirkliche, hundertprozentige Zufriedenheit versp├╝ren. Weiterzeichnen, an dem einen Bild.
hier h├Âre ichauf dennich merke das ich in einen anderen stil rutsche den du sicher nicht gewollt hast aber vielleicht kannic dir hiermit ein paar impulse geben.
z. b. nochmal:
festlegend--klingt wie vergangenheit = inaktiv

wurden festgelegt = inaktiv und aktiv zugleich

werden festgelegt = gegenwart zukunft, planung = ist aktiv

Lieben gru├č heike


__________________
Wenn das Leben dir einen Kinnhaken gibt, k├╝hle dein Kinn und lass dich auf deinem Weg nicht beirren.
H Keuper-g /13.07.06

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sirprise
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anregungen

hallo heike,

danke f├╝r deine anregungen !
ich habe sie zum teil ├╝bernommen, nach dem ich nun einige tage dar├╝ber nachdachte.
zum teil nur deshalb, weil ich f├╝r mich eine entwicklung sehen m├Âchte, dann eines tages vielleicht einmal. ich denke, wenn man soweit ist einen seiner texte hier einzustellen, dann hat man schon gewisse korrekturen und ├╝berarbeitungen vorgenommen...manchmal.
deine anregungen, ich bin dankbar daf├╝r, werde ich in zuk├╝nftigen texten ber├╝cksichtigen.

gr├╝├če aus krefeld

S.

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