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Leselupe.de > Ungereimtes
Bipolar
Eingestellt am 29. 01. 2006 22:23


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BikeXdream
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Aus dem Tagebuch eines "Schwerm├╝tigen"

Bipolar

Ein Pfropfen im Kopf will mich zersprengen.
Ohnmacht dr├╝ckt mich in das Nichts.
Nicht gesagte Worte morden meinen Willen,
und doch ist alles schon erw├Ąhnt.
Das Leben tobt um mich herum,
und doch bin ich einsam.
Ich sp├╝re die Pranken der Verzweiflung in meinem Nacken.
Bipolare St├Ârungen sabotieren mein Leben
und schleudern mich vom Hoch ins Tief,
vom Tief ins Hoch und immer tiefer.
Ich habe alles und doch nichts.
Der Suizid zerfrisst mein Gehirn
w├Ąhrend die Kinder fr├Âhlich lachen.
Verzeiht all das Unheil das ich ├╝ber euch zerstreue.
Verzeiht meine Gleichg├╝ltigkeit und M├╝digkeit,
das hin und her, das auf und ab, das rein und raus.
Bald rei├č┬┤ ich wieder B├Ąume aus,
alle auf die ihr fl├╝chten wollt,
wenn ich euch rastlos treibe
in erneuter Manie.
Nur eine Hand die meine Seele ber├╝hren kann.
Einmal nur will ich sie sp├╝ren.
Ich schreie um Hilfe, klanglos und still.

__________________
Auf der Suche nach Dir gehe ich seltsame Wege - und Tr├Ąnen fallen auf die kahlen feuchten Fl├Ąchen - wo die Steine lagen. >BikeXdream<

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NewDawnK
???
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Hallo BikeXdream,

ein eindrucksvoller Text, der mich nachdenklich stimmt.

"Nur eine Hand die meine Seele ber├╝hren kann."
Erfahrungsgem├Ą├č gibt es doch viele helfende H├Ąnde in solchen Lebenssituationen - und sie ├Ąndern wenig am Erleben einer solchen Erkrankung. Das Sich-nicht-verstanden-F├╝hlen scheint das zentrale Thema zu sein. Mit noch so gut gemeinten Worten erreicht man die Betroffenen (meiner Erfahrung nach) aber nicht.
Wie k├Ânnte diese "Hand" aussehen, die eine Seele ber├╝hrt? Reicht das tiefe Verst├Ąndnis eines Menschen, der ├ähnliches erlebt hat, aus? Kann man als Au├čenstehender die Seele eines Depressiven ├╝berhaupt erreichen?

Sch├Âne Gr├╝├če, NDK

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BikeXdream
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Hallo NDK,

Ich freue mich, NDK, dass du dich hier zu dem Text in dieser Form gemeldet hast!


Ja, aus der Sicht der Therapeuten gibt es wohl verschiedene M├Âglichkeiten eine Behandlung durchzuf├╝hren, also "zu helfen". Ob durch Medikamente die vielleicht gewisse Botenstoffe im Gehirn verst├Ąrken (kenne mich da aber auch nicht besonders aus) oder durch Psychotherapie.
Dies mag wohl auch, sollte es denn richtig durchgef├╝hrt werden, auch zu einer Verbesserung f├╝hren.

Au├čenstehende k├Ânnen nicht helfen, auch wenn sie es manchmal zu glauben scheinen, denn sie k├Ânnen die Seele des Depressiven nicht erreichen, wie du so sch├Ân formuliertest.
Oft verschlimmern sie die Situation sogar.

Aber diese "Zeilen" sind aus der Sicht eines Menschen in genau diesem zutiefst depressiven Zustand geschrieben worden.
In dieser Situation sieht der betroffene (fast immer) keine M├Âglichkeit der Hilfe von au├čen.

Meistens bleiben diese Zust├Ąnde den gew├Âhnlichen Au├čenstehenden sogar ganz verborgen, d.h. sie bemerken es gar nicht, denn der "Depressive" versucht in der Regel seinen
Zustand nicht offen zu zeigen und zieht sich zur├╝ck.
Lediglich den engsten Vertrauten kann er sich evtl. offenbaren.
Vielleicht kann er sich auch irgendwann ├╝berwinden, sich einem Therapeuten anzuvertrauen,
doch bis dahin, wenn ├╝berhaupt, ist es ein leidvoller Weg f├╝r den Betroffenen, als auch f├╝r seine engsten Lebensgef├Ąhrten (Familie), die seine Zust├Ąnde ertragen, verstehen und akzeptieren sollten/m├╝ssen/d├╝rfen.

Die Hand, welche die Seele des Betroffenen ber├╝hren kann, existiert in diesem Fall als Illusion seiner Phantasie. Ein Wunschdenken das tr├╝gerisch sein kann. Seine Seele sehnt ich nach Ruhe und Geborgenheit die er mit einer Person teilen m├Âchte.
Doch diese Person gibt es nicht, so dass der Betroffene sich in sein eigenes Seelenleben zur├╝ckzieht und ÔÇ×trauertÔÇť, denn das was er eigentlich sucht, das findet er nicht in "dieser Welt".

Diese Beschreibung muss und wird nat├╝rlich nicht f├╝r alle Betroffenen so zutreffen, sie kann variieren. Aber ich denke dass sich auch viele, die solche Probleme haben, damit irgendwie identifizieren k├Ânnen.

Vielleicht diskutieren wir hier noch ein wenig ├╝ber das Thema, um in das ÔÇ×Forum LupanumÔÇť verschoben zu werden, weil wir nicht ├╝ber den Text an sich sprechen.
Aber eigentlich war es auch mein Anliegen dieses Thema in die Diskussion zu stellen.

Aber um auch ein wenig beim Text zu bleiben:
Ich w├╝rde mich ├╝ber Eindr├╝cke von ÔÇ×BetroffenenÔÇť freuen, um diese ÔÇ×Psychische St├ÂrungÔÇť lyrisch genauer und dichter beschreiben zu k├Ânnen.


LG
Bike

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Auf der Suche nach Dir gehe ich seltsame Wege - und Tr├Ąnen fallen auf die kahlen feuchten Fl├Ąchen - wo die Steine lagen. >BikeXdream<

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Melusine
Guest
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Hallo Bike,
dein Text beeindruckt mich.
Ich wei├č wenig ├╝ber "bipolare St├Ârung", aber ich denke du hast das gut beschrieben. Gut genug jedenfalls, dass ich es mir vorstellen kann und glaube, es nachempfinden zu k├Ânnen.
Ich wage zu vermuten, dass ein Gro├čteil der Schreibenden sich mit psychischen Problemen herumschl├Ągt. F├╝r mich ist Schreiben nicht zuletzt auch zu einem Gutteil eine Art Selbsttherapie, um mit seelischen Verletzungen klarzukommen. Depressionen sind mir nicht fremd. Das ist etwas anderes, ich wei├č. Vielleicht kannst du mit meiner Antwort dennoch etwas anfangen.

Liebe Gr├╝├če,
Mel

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BikeXdream
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Hallo Melusine,
Danke f├╝r deine Zeilen!

Ich glaube dass du recht hast und viele (auch hier) psychische Probleme haben. Die wenigsten werden das aber offen zugeben. Ja, das Schreiben kann f├╝r viele Betroffene eine Art Selbsttherapie sein. Ein Ventil, um die Probleme irgendwohin zu ÔÇ×bugsierenÔÇť! Ich habe diesen Text geschrieben, um vielleicht auch einen ÔÇ×EinstiegÔÇť in das Thema ÔÇ×psychische ProblemeÔÇť zu finden.
Ich denke es ist ein sehr interessantes, aber auch heikles Thema.
Ob ich diese spezielle Art ÔÇ×bipolare St├ÂrungÔÇť bzw. "manisch-depressive Erkrankung" einigerma├čen gut beschrieben habe, wei├č ich nicht. Vielleicht kann mir ein Betroffener mal was dazu sagen.
Mit deiner Antwort kann ich was anfangen, danke nochmals daf├╝r!

LG
Bike
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NewDawnK
???
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Hallo BikeXdream,

Du schreibst "Ich schreie um Hilfe, klanglos und still.".
Im Gegensatz zu einer leichteren depressiven Verstimmung ist bei einer Depression im Sinne der ├╝blichen medizinischen Definition doch gerade das Nicht-f├╝hlen-K├Ânnen ein wichtiger Aspekt. Mir pers├Ânlich kommt es so vor, als ob sich die Seele in diesen F├Ąllen eine Art Auszeit nimmt. Eine manische Phase d├╝rfte m.E. so ungef├Ąhr dem Hochgef├╝hl von Frischverliebten entsprechen, die ja manchmal auch v├Âllig neben der Spur sind.
K├Ânnte der Leidensdruck nicht schlicht daraus resultieren, dass der Betroffene f├╝r eine Weile nicht mehr in das von der Gesellschaft bzw. seiner sozialen Umgebung vorgegebenen Schema passt und nicht mehr so "funktioniert", wie es von ihm erwartet wird bzw. wie er es selbst von sich erwartet?

Sch├Âne Gr├╝├če, NDK

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