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Leselupe.de > Horror und Psycho
Biss
Eingestellt am 29. 04. 2003 20:43


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MelP
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Biss

Ich gestand es mir nur ungern ein, aber ich hatte mich endg├╝ltig verlaufen. Unsicher blickte ich linkerhand die Abzweigung der Weggabelung herunter. Sah irgendwie alles gleich aus. Ein Blick zum Himmel und ein anschlie├čender Blick auf meine Armbanduhr sagte mir, dass ich nicht mehr viel Zeit bis zum Dunkelwerden hatte. Am Waldboden entstanden bereits kleine Nebelfetzen, die ein weiteres Indiz f├╝r die beginnende D├Ąmmerung waren.

Innerlich schimpfte ich ├╝ber mich selbst. W├Ąre ich doch nur disziplinierter! Dann h├Ątte ich n├Ąmlich an der Yoga-Stunde im Wellness-Hotel teilgenommen, in dem ich mich f├╝r ein (s├╝ndhaft teures) Wochenende eingebucht hatte. Aber der Sinn stand mir nicht nach Yoga. Stattdessen hatte ich mir nur schnell meine Jacke ├╝bergeworfen und war losmarschiert. Ein Waldspaziergang ist ja irgendwie auch Wellness, oder?

Nach einer halben Stunde z├╝gigem Fu├čweg begannen allerdings meine F├╝├če zu schmerzen. Die Schuhe waren wohl zu neu f├╝r einen l├Ąngeren Spaziergang und meine F├╝├če waren auch nicht wirklich an l├Ąngere Wege als von der Wohnung zum Auto gew├Âhnt. Als ich also umkehrte und mich innerlich schon auf eine hei├če Schokolade mit extra viel Sahne freute, bemerkte ich, dass ich wohl auf dem Hinweg einige Weggabelungen passiert hatte, ohne es bewusst zu registrieren. Ich beschloss, mich auf meinen Instinkt zu verlassen und w├Ąhlte jeweils die Richtung, die ich aus dem Bauch heraus f├╝r richtig hielt.

Das war dann wohl auch der Fehler gewesen. Inzwischen war ich mir sicher, dass ich auf dem Hinweg niemals diese Weggabelung passiert hatte, auf der ich jetzt stand. Ich musste jetzt handeln, denn im Dunkeln w├╝rde ich erst recht nicht zur├╝ck ins Hotel finden. Und vermissen w├╝rde mich dort erst mal auch niemand. Fr├╝hestens morgen zum gebuchten Ayurveda-Stirn├Âlgu├č-Termin w├╝rde auffallen, dass ich nicht da bin. Bei diesem Gedankengang, kroch ein leicht panisches Gef├╝hl in meinem Hals bis zu Kehle hinauf und schn├╝rte mir kurzfristig den Atem ab.

Ich sch├╝ttelte den Gedanken ab und z├Ąhlte leise nach einem Kinderreim die Wege durch, straffte die Schultern und marschierte den ausgew├Ąhlten Weg entlang. Der Nebel begann ├╝ber den Lichtungen am Wegesrand etwas dichter zu werden, so dass ich meine Schritte -so gut es eben ging- noch beschleunigte. Immer wieder blickte ich an den Baumst├Ąmmen hinauf, in der Hoffnung ein Hinweisschild oder einen Wegweiser zu entdecken. Aber nichts dergleichen geschah. Dann sah ich von weitem eine H├╝tte im Nebel erscheinen. Ich ging noch ein wenig schneller, rannte fast auf die H├╝tte zu. Als ich n├Ąher kam bemerkte ich, dass das wohl eine Waldarbeiterh├╝tte oder so etwas war. Jedenfalls waren die Fenster mit Fensterl├Ąden verschlossen und die T├╝r mit einem Vorh├Ąngeschloss verriegelt.

Ich ging einmal um die H├╝tte herum, konnte aber au├čer einer Menge S├Ągesp├Ąnen und Baumrinde nichts entdecken. Ich seufzte laut und setzte meinen Weg fort. Der Nebel zog jetzt in fetten Schwaden zwischen den B├Ąumen hervor und ich begann angesichts der feuchten K├Ąlte zu fr├Âsteln. Ich ├╝berlegte, ob ich vielleicht laut um Hilfe rufen sollte, entschied mich aber vorerst dagegen. Ganz so panisch war ich noch nicht, allerdings war ja aufgeschoben nicht aufgehoben. Dann fiel mir auf, dass im immer dichter werdenden Nebel inzwischen s├Ąmtliche Ger├Ąusche erstorben waren. Ich blieb stehen und lauschte. Nichts. Kein Vogel, kein Rauschen vom Wind, kein Knacken von B├Ąumen.

Langsam wurde mir meine Situation immer unheimlicher und ich hatte Angst, die ganze Nacht im nebligen Wald verbringen zu m├╝ssen. Was sollte ich blo├č tun? W├Ąhrend ich ├╝berlegte, ob ich zur├╝ck zur H├╝tte gehen sollte und versuchen sie irgendwie aufzubrechen, blickte ich ├╝ber meine linke Schulter zur├╝ck. Genau in diesem Moment h├Ârte ich vor mir im Nebel ein Ger├Ąusch. Ich drehte meinen Kopf nach vorn und sah auf Knieh├Âhe einen schwarzen Schatten auf mich zurasen. Ich riss die Arme in die H├Âhe und begann hysterisch zu schreien.

ÔÇ×Buddy! Aus!ÔÇť rief eine tiefe Stimme aus dem Nebel. Erleichtert erkannte ich den schwarzen Schatten als Hund, der freudig an mir hochhopste und vor Vergn├╝gen kleine Quietschger├Ąusche von sich gab. ÔÇ×Buddy, komm sofort hierher!ÔÇť rief wieder die Stimme aus dem Dunst. Dann erschien ein Schatten und kurze Zeit sp├Ąter stand ein ungemein attraktiver Mann mit langem dunklem Haar vor mir und blickte mich entschuldigend an. Nachdem er den sich immer noch wie verr├╝ckt freuenden Buddy noch einmal ermahnte zu gehorchen, setzte dieser sich immer noch schwanzwedelnd neben mir auf sein Hinterteil.

ÔÇ×Tut mir leid, dass er sie erschreckt hat, aber er ist wirklich v├Âllig harmlos.ÔÇť sagte der Fremde und blickte mich aus unendlich gr├╝nen Augen ernsthaft an. Ich wollte gerade etwas erwidern, als er nachfragte, was ich denn zu dieser Zeit im Nebel in diesem verlassenen Waldst├╝ck tun w├╝rde. Ich erkl├Ąrte ihm von meinem Malheur mit dem missgl├╝ckten Spaziergang und erkl├Ąrte, wie erleichtert ich sei, dass ich ihn und Buddy getroffen hatte. W├Ąhrend ich Buddy den gro├čen schwarzen Kopf streichelte, konnte ich meine Blicke nicht von den Augen des Mannes wenden. Wie hypnotisiert klebte ich regelrecht an seinen Pupillen, die mir wie ein unendlich tiefer, schwarzer See vorkamen.

Mein Gegen├╝ber legte leicht seinen Kopf schief und sah mich einen Augenblick lang an ohne zu sprechen, dann erz├Ąhlte er mir, dass ich wirklich sehr weit weg vom Hotel und dem n├Ąchsten Ort war. H├Ątte ich ihn nicht getroffen, w├Ąre ich wahrscheinlich tats├Ąchlich gezwungen gewesen, die Nacht im Wald zu verbringen. Bei dem Gedanken fr├Âstelte ich und musste mich fast unmerklich sch├╝tteln. ÔÇ×Oh, sie frieren ja. Wir sollten machen, dass wir hier wegkommen. Mein Wagen steht ein St├╝ck den Weg herunter. Bud und ich fahren immer mit dem Jeep hier heraus, um ungest├Ârt spazieren zu gehen. Es verlaufen sich nicht viele in diesen Teil des Waldes.ÔÇť Bei dieser ├äu├čerung blickte er mich von der Seite eindringlich und mit festem Blick an.

Ich wusste nicht recht, was ich antworten sollte und l├Ąchelte ihn schulterzuckend an. Er l├Ąchelte jedoch nicht zur├╝ck und lie├č seinen Blick kurz bis zu meinen F├╝├čen und wieder hoch bis zum langen roten Haar schweifen. Nach einigen hundert Metern schweigendem Fu├čmarsch hatten wir seinen Wagen erreicht. Ein schicker BMW-Gel├Ąndewagen. Buddy h├╝pfte schwanzwedelnd um das Auto herum, als ob er mir zeigen wollte, dass es seins sei. Sein Herrchen bet├Ątigte von einigen Metern Entfernung die Funkfernbedienung und die Warnblinker des Jeeps flackerten durch den Nebel. Im Innenraum ging das Licht an und der Fremde huschte vor mir zur Beifahrert├╝r und hielt sie mir ganz gentlemanlike auf. Ich kletterte auf den Sitz und bemerkte, wie sehr meine F├╝├če wehtaten, als ich sie im Sitzen entlastete. Sie brannten h├Âllisch und ich h├Ątte einiges gegeben, wenn ich meine Schuhe h├Ątte ausziehen k├Ânnen.

Der Mann ├Âffnete die Heckklappe und Buddy h├╝pfte herein, anschlie├čend sprang er selbst katzengleich mit einer geschmeidigen Bewegung auf den Fahrersitz und startete den Wagen, der ein angenehm sonores Brummen von sich gab. F├╝r einen Moment hatte ich den Eindruck, dass es in dem Wagen eigenartig roch, schob es aber auf den Geruch des Hundes, der ja schlie├člich beim Spaziergang feucht geworden war. Dann merkte ich, dass der Fremde mich von der Seite anblickte. Pl├Âtzlich hatte ich Angst, den Kopf zu drehen und ihn anzusehen; so als ob ich dort etwas schreckliches erblicken k├Ânnte. Als ich dennoch den Kopf zu ihm drehte, blickte er mich einfach nur an. Was auch sonst? Meine Phantasie spielte wohl kleine Spielchen mit mir.

ÔÇ×Ich hei├če ├╝brigens Luca. Luca Giani. Ich hatte vergessen mich vorzustellen. Sorry.ÔÇť Wieder an seinem eigenartigen Blick festklebend stellte ich mich als Johanna Kahrmann vor. ÔÇ×Ich bringe sie jetzt in ihr Hotel zur├╝ck. Die Fahrt wird nicht lange dauern, etwa ein Viertelstunde.ÔÇť sagte Luca und wendete rasant den Wagen und rauschte ziemlich schnell den Waldweg entlang. Nach kurzer Fahrt erreichten wir eine Landstra├če, auf die er in linker Fahrrichtung einbog. Der Motor heulte auf, als er Gas gab und der Wagen flog regelrecht los, so dass die Fliehkraft mich in den Sitz presste. Luca blickte so konzentriert auf die Stra├če, dass sein Gesicht einen fast w├╝tenden Ausdruck annahm. Heimlich beobachtete ich ihn von der Seite. Er hatte ein klassisches Profil, eine gerade lange Nase, sinnliche Lippen und eine ziemlich helle Gesichtsfarbe. Blass eigentlich. In Kombination mit den magisch gr├╝nen Augen sah er f├╝r meinen Geschmack extrem attraktiv aus. Geheimnisvoll irgendwie und ein bisschen unheimlich.

W├Ąhrend ich ihn so in Gedanken versunken anblickte, bremste er den Wagen pl├Âtzlich extrem herunter, das Heck begann leicht zu schlingern und Buddy im Kofferraum begann zu bellen. Als ich nach vorn blickte, hielt ich die Luft an und krallte mich seitlich im Sitz des Jeeps fest. Direkt vor uns auf der Stra├če zuckten im Nebel orangefarbene und blaue Blinklichter, schemenhaft war eine Ansammlung von Fahrzeugen mitten auf der Stra├če erkennbar. Wir rasten mit immer noch immenser Geschwindigkeit auf die Fahrzeuge zu. Das erste Fahrzeug, dass ich im Nebel genauer erkennen konnte, war ein Polizeiwagen, der quer auf der Stra├če stand und das Blaulicht zur Warnung eingeschaltet hatte. Ein Polizist mit Warnweste sah uns heranrasen und sprang auf den Seitenstreifen der Stra├če, um sich in Sicherheit zu bringen. Der Polizeiwagen kam n├Ąher und n├Ąher und ich konnte schon fast den Aufprall h├Âren, als Luca den Wagen mit quietschenden Reifen einige Zentimeter vor dem gr├╝n-wei├čen Pkw zum Stehen brachte.

Ich atmete tief aus und bemerkte, wie meine Knie zitterten. Mein Adrenalinspiegel war sicherlich auf einen selten dagewesenen Pegel angestiegen. Als ich zu Luca her├╝bersah wirkte dieser v├Âllig ruhig und entspannt, so als ob er gerade routinem├Ą├čig an einer roten Ampel gestoppt h├Ątte. ÔÇ×Alles in Ordnung bei Ihnen?ÔÇť fragte er ohne eine Miene zu verziehen. ÔÇ×├ähm,...ja...geht schon.ÔÇť stammelte ich. Der zur Seite gesprungene Polizist kam mit w├╝tendem Gesichtsausdruck auf die Fahrerseite des Wagens zugest├╝rmt. Luca lie├č die Scheibe herunter und blickte dem Ordnungsh├╝ter gelassen entgegen.

Am Wagen angelangt, begann dieser auch gleich in aufgebrachtem Tonfall ├╝ber die viel zu hohe Geschwindigkeit bei den gegebenen Witterungsverh├Ąltnissen zu dozieren und meinte dann, dass er eigentlich ein Bu├čgeld h├Ątte verh├Ąngen m├╝ssen. Daf├╝r sei nun aber keine Zeit, der Unfall vorn an der Br├╝cke h├Ątte zur Zeit Priorit├Ąt. Dort hatte sich ein gro├čer Lkw unter einer Br├╝cke festgefahren, so dass er nicht mehr vor bzw. zur├╝ck kam. Die Durchfahrt war demzufolge von beiden Seiten komplett versperrt. Er bat uns umzudrehen und die Fahrt in ANGEMESSENEM Tempo fortzusetzen. Es w├╝rde noch einige Stunden dauern, bis die Br├╝ckendurchfahrt wieder freigegeben w├╝rde. Dann entfernte er sich, um weitere Sicherheitsvorkehrungen zu treffen.

ÔÇ×Mist!ÔÇť schimpfte Luca vor sich hin. Er blickte mich an und sagte: ÔÇ×Das ist der einzige Weg zum Hotel. Einen anderen gibt es leider nicht. Nicht mal einen passablen Waldweg, der breit genug w├Ąre. Sie k├Ânnen also momentan nicht zum Hotel.ÔÇť ÔÇ×Oh..ÔÇť erwiderte ich geistreich. In meinen Kopf ratterte ich die M├Âglichkeiten durch, was ich nun tun k├Ânnte. Die Entscheidung nahm Luca mir ab. ÔÇ×Sie kommen mit zu mir. Da k├Ânnen Sie sich erst mal ein wenig ausruhen und aufw├Ąrmen. Wir versuchen dann sp├Ąter noch einmal zum Hotel durchzukommen.ÔÇť Das war eine Feststellung, kein Angebot. ÔÇ×Danke, das ist wirklich sehr nett von Ihnen, ich w├╝sste auf die Schnelle auch nicht, was ich jetzt tun k├Ânnte. Zumal mein Auto ja auch nicht erreichbar ist, weil es vor dem Hotel steht. Und Geld habe ich auch keines bei mir. Ich wollte ja nur einen kleinen Spaziergang machen.ÔÇť bedankte ich mich.

Er nickte knapp und wendete auf der Landstra├če. Inzwischen war es drau├čen v├Âllig dunkel geworden. Durch den immer noch dichten Nebel tendierte die Sicht gegen null. Luca fuhr zwar nicht ganz so schnell wie vorhin, meines Erachtens aber immer noch deutlich ZU schnell.

Nach etwa zehnmin├╝tiger Fahrt bogen wir von der Landstra├če in einen Waldweg ab. Der Wagen schlingerte um die Kurve und durch die fehlende Stra├čenbeleuchtung konnte ich nun drau├čen gar nichts mehr erkennen. Luca schien das nicht so zu gehen, in rasantem Tempo setze er die Fahrt fort. Nach einer Wegbiegung lag auf einmal eine Art Lichtung vor uns, soweit ich erkennen konnte. Luca stoppte den Wagen neben einem schwarzen Alpha Spider, der dort geparkt war. Ich konnte nicht so recht einordnen, was wir hier taten. ÔÇ×So, da sind wir.ÔÇť meinte Luca und stieg aus. Buddy begann zu jammern, damit ihn auch ja niemand verga├č. Ich stieg aus, Luca lie├č den Hund heraus und deutete mit der Hand einladend den Weg herunter. Ich konnte noch immer nichts erkennen und blickte ihn fragend an. Buddy war bereits im dichten Nebel verschwunden.

Als wir ein paar Schritte gegangen waren, erschien schemenhaft ein Haus in der Finsternis. Es war sp├Ąrlich mit ein paar Solarlampen beleuchtet. Das Haus schien beim N├Ąherkommen immer gr├Â├čer zu werden, zuletzt meinte ich, so etwas wie ein herrschaftliches Landhaus vor mir zu haben. Es wirkte allerdings nicht besonders gut erhalten und ein wenig d├╝ster. Luca glitt zur T├╝r und schloss auf, Buddy dr├Ąngelte sich an uns vorbei und verschwand als erster in der Haust├╝r. Luca deutete noch einmal einladend mit der Hand auf das Haus und lie├č mich vor sich eintreten. Inzwischen kam ich mir merkw├╝rdig vor. Irgendwie fehl am Platz. Ich betrat schlie├člich gerade das Haus eines wildfremden Menschen! Noch dazu wusste niemand, wo ich bin. Ich sch├╝ttelte den Gedanken ab und trat ein.

Ich hatte gerade einen Fu├č ├╝ber die Schwelle gesetzt, als innen wie von Geisterhand das Licht anging. Erschrocken blickte ich mich um. ÔÇ×Bewegungsmelder.ÔÇť erw├Ąhnte Luca knapp. Er nahm mir meine Jacke ab und verschwand damit um die n├Ąchste Ecke, wohl um sie aufzuh├Ąngen. Ich blickte mich um. Wow. Das Haus war sehr modern eingerichtet. Auf dem Fu├čboden war Parkett verlegt und in der Decke waren hunderte kleiner L├Ąmpchen eingelassen, die ein angenehmes Licht verstrahlten. Rechter Hand f├╝hrte eine breite, geschwungene Treppe in das erste Stockwerk. Der Treppenaufgang war mit gro├čen, d├╝ster wirkenden ├ľlgem├Ąlden an den W├Ąnden versehen. Pl├Âtzlich nahm ich wieder diesen eigenartigen Geruch wie vorhin im Auto wahr. Merkw├╝rdig. Es roch irgendwie modrig und alt. Und ein wenig metallisch.

W├Ąhrend ich noch ├╝berlegte, was das f├╝r ein Geruch sein k├Ânnte, erschien Luca. ÔÇ×Kommen Sie mit in die K├╝che.ÔÇť Er glitt vor mir den Flur entlang. Ich folgte ihm und trat hinter Luca ein. Er begann am K├╝hlschrank zu werkeln. ÔÇ×Nehmen Sie ruhig Platz.ÔÇť sagte er und deutete auf drei Barhocker, die vor einer Theke standen, die die halbe K├╝che einrahmte. Ich nahm Platz und blickte mich um. Die K├╝che wirkte modern, aber irgendwie unbenutzt und steril.

Die nun eintretende Stille war mir unangenehm und ich versuchte, ein wenig zu plaudern. ÔÇ×Sehr sch├Ân haben Sie es hier. Ziemlich abgelegen, oder?ÔÇť Ich fragte mich, ob er hier wohl allein lebte. Luca drehte sich zu mir um und sah mich merkw├╝rdig eindringlich an. ÔÇ×Ich mag es so.ÔÇť erwiderte er kurz, ging mit einer Tasse mit dampfendem Inhalt an mir vorbei zu einer Schiebet├╝r aus Milchglas. ÔÇ×Kommen Sie.ÔÇť meinte er und ├Âffnete mit einer Hand die T├╝r, die v├Âllig lautlos zur Seite glitt. Ich trat hinter ihm in den Wohnbereich. Es war ein riesiger Raum, dessen Au├čenw├Ąnde fast v├Âllig aus Glas bestanden. Dahinter erstreckte sich wohl der Garten, der durch den Nebel momentan nur zu erahnen war.

Der Wohnraum war spartanisch eingerichtet. Mitten in dem riesigen Zimmer stand ein gewaltiges schwarzes Ledersofa und an einer Wand ein B├╝cherregal, das bis unter die Decke reichte und anscheinend ziemlich alte B├╝cher mit golden beschrifteten Einb├Ąnden enthielt.

Buddy war weit und breit nicht zu sehen. Auch in diesem Raum roch es wieder so merkw├╝rdig. Da der Hund nicht hier war, konnte der Geruch wohl auch nicht von ihm stammen. Als ich mich neben Luca auf das Sofa setzte, kam mir der Geruch noch intensiver vor, fast so, als w├╝rde er von ihm ausstr├Âmen. Er hielt mir die dampfende Tasse hin und blickte mich an. Mir war jetzt immer unwohler zumute. Ich kam mir mit jeder Minute in diesem Haus mehr fehl am Platz vor. Wie gern w├╝rde ich jetzt in meinem gem├╝tlichen Hotel sein und in Ruhe ein Buch lesen!

Ich nippte an der Tasse. Schokolade mit irgendeiner Sorte Alkohol. Mmmhh, tat das gut. Hei├č und s├╝├č. Ich merkte genau den Weg, auf dem die hei├če Fl├╝ssigkeit durch meinen K├Ârper rann. Ich schloss die Augen und genoss diesen Moment. Der Alkohol brannte ein wenig im Hals, aber das war nicht unangenehm. Wieder stieg mir der modrige Geruch in die Nase, nur diesmal kam er mir noch intensiver vor. Als ich zur Seite blickte, bemerkte ich, dass Luca mich unverwandt anstarrte. Ich wusste nicht, ob ich den Blick erwidern sollte oder wegsehen oder ob ich etwas sagen sollte. Ich wandte mich schnell meiner Tasse zu und trank hastig noch ein paar Schlucke von der Schokolade. Ich wagte nicht, noch einmal zu Luca her├╝berzusehen. Der Alkohol in meinem Getr├Ąnk ging mir sofort in die Blutbahn und ich hatte das Gef├╝hl ganz aus Watte zu bestehen. In meinen Ohren begann es zu rauschen und mir wurde ein wenig schwindelig.

Vorsichtig, fast ein bisschen ├Ąngstlich drehte ich meinen Kopf wieder zu Luca. Er blickte mich immer noch genauso eindringlich an, war aber n├Ąher herangekommen. Als ich versuchte, meinen Blick wieder abzuwenden, gelang es mir nicht mehr. Ich war regelrecht in seinem Blick gefangen, das Gr├╝n seiner Augen schien kurz triumphierend aufzuleuchten. Luca schien ohne eine Bewegung auszuf├╝hren, n├Ąher an mich heranzugleiten. Der Modergeruch wurde noch intensiver. Ich versuchte mich zu bewegen, aber s├Ąmtliche Muskeln und Nerven schienen mir den sonst so selbstverst├Ąndlichen Dienst zu versagen. Luca kam n├Ąher und n├Ąher, sein Gesicht befand sich einige Zentimeter vor meinem. Der Modergeruch war jetzt fast ├╝berw├Ąltigend stark.

Ich fragte mich noch, ob er mich jetzt wohl k├╝ssen wollte, als er sich pl├Âtzlich mit einer blitzschnellen Bewegung in meinem Hals verbiss. Wie in Zeitlupe und v├Âllig ohne Panik registrierte ich, was geschah. Ich bemerkte, wie warm das Leben aus meinem K├Ârper in seinen gesaugt wurde. Stetig aber ohne Eile. Genussvoll und s├╝├č f├╝hlte sich sein Saugen an. Seine H├Ąnde hatten sich in meinen R├╝cken gekrallt und ich sank langsam nach hinten ├╝ber. Der Druck seiner H├Ąnde und sein K├Ârpergewicht schienen noch zuzunehmen, ich hatte aber gleichzeitig das Gef├╝hl immer leichter zu werden. Noch immer str├Âmte sanft das Blut aus meinem K├Ârper und es kam mir so selbstverst├Ąndlich und richtig vor, dass ich mich nicht einmal wunderte, was dort mit mir geschah. Nach einem weiteren Moment fing alles um mich herum an sich zu drehen und meine Sinne begannen zu schwinden. Ich glitt langsam und leicht wie eine Feder in die Bewusstlosigkeit hin├╝ber.


Als ich am folgenden Tag im Krankenhaus erwachte, f├╝hlte ich mich matt und m├╝de. Die ├ärzte erkl├Ąrten mir, dass ich an einer bisher nicht erkl├Ąrlichen Blutarmut litt. Als ich sp├Ąter eingehend meinen Hals im Spiegel betrachtete, konnte ich keine Verletzungen feststellen. Mein behandelnder Arzt entlie├č mich mit ein paar Medikamenten und Hinweisen nach Hause. Als ich ihn fragte, wie ich denn ins Krankenhaus gekommen sei, runzelte er die Stirn und bl├Ątterte in den Krankenunterlagen hin und her. ÔÇ×Mh, hier ist leider vers├Ąumt worden, eine entsprechende Eintragung vorzunehmen. Tut mir leid, die Frage kann ich Ihnen so nicht beantworten. Aber fragen Sie doch einfach unten in der Aufnahme noch einmal nach.ÔÇť Er sch├╝ttelte gedankenverloren den Kopf und murmelte im Hinausgehen noch eine Verabschiedung.

Als ich auf der Fahrt mit dem Taxi zum Hotel den Fahrer nach dem Unfall an der Br├╝cke vom gestrigen Tag und der Sperrung fragte, blickte er mich im R├╝ckspiegel fragend und fast ein bisschen mitleidig an. ÔÇ×Was f├╝r eine Sperrung? Ich bin gestern Nachmittag ein paar Mal von der Ortschaft ins Hotel gependelt, aber einen Unfall hab ich nicht gesehen.ÔÇť meinte er kopfsch├╝ttelnd.

Im Hotel angekommen verl├Ąngerte ich meinen Aufenthalt spontan um zwei Tage, um mich noch auszuruhen. Ich f├╝hlte mich noch schlapp und meine Gedanken kreisten nur um das gestern Geschehene. Ich versp├╝rte allerdings keine Angst. Ich erinnerte mich genau an jeden einzelnen Moment des gestrigen Tages, allerdings ein bisschen wie durch den Nebel, der durch den Wald gezogen war. Ich konnte mich genau an Lucas Aussehen und den modrigen Geruch erinnern. Und nat├╝rlich an den bitters├╝├čen Moment des Bisses...

Den Rest des Tages hing ich meinen Gedanken nach, lie├č mir das Essen aufs Zimmer bringen und blickte stumpf aus dem Fenster. In der Nacht tr├Ąumte ich unruhig und erwachte von meinem eigenen St├Âhnen. Nach dem Aufwachen hatte ich das Gef├╝hl, dass gerade jemand aus dem Zimmer gegangen sei.
Morgens f├╝hlte ich mich dann aber ausgeruhter, obwohl mir der Blick in den Spiegel etwas anderes sagte. Ich sah aus wie ein Gespenst. Blass war ich und unter meinen Augen hatten sich gro├če dunkle Ringe gebildet. Ich musste jetzt etwas tun. Ich musste herausfinden, was mit mir geschehen war. Ich wusste nicht genau, ob ich Luca finden wollte oder nicht. Angst versp├╝rte ich keine, eher ein flaues Unbehagen. Au├čerdem machte mich die Ungewissheit nerv├Âs.

Nach dem Fr├╝hst├╝ck schwang ich mich in mein Cabrio und d├╝ste los. Ich fuhr die Landstra├če entlang, die vom Hotel zu der Br├╝cke f├╝hrte, an der der LKW-Unfall passiert war. Als ich langsam unter der Br├╝cke hindurchfuhr, konnte ich keinerlei Anzeichen eines Unfalles entdecken. Ich folgte der Stra├če langsam weiter und beobachtete aufmerksam die Umgebung. Nach einer Weile m├╝ndete ein Waldweg auf die Landstra├če. Das war die Abzweigung zu Lucas Haus! Ich war mir ganz sicher. Ich blinkte und bog ab. Mein Wagen rumpelte ├╝ber den Weg, der jetzt bei Tageslicht viel breiter und freundlicher wirkte, als noch vorgestern.

Als ich die Wegbiegung passiert hatte, hinter der eigentlich der kleine Parkplatz und das Haus h├Ątten auftauchen m├╝ssen, erschreckte ich mich so sehr, dass ich den Wagen abw├╝rgte. Ich sah vor mir auf der Lichtung im Sonnenschein eine Ruine. Es war das gleiche Haus wie vorgestern, aber es war mehr als bauf├Ąllig. Die Fensterscheiben waren eingeschlagen, eine Haust├╝r war gar nicht vorhanden und der Dachstuhl war eingest├╝rzt. Das ganze Geb├Ąude war von Efeu und anderen Klettergew├Ąchsen zugewuchert und das, was einmal der Garten war sah nicht anders aus, als der Wald, der das Haus umgab.

Ich stieg aus und ging ein paar Schritte auf das Haus zu. Ich rieb mir die Augen und sch├╝ttelte mich, aber das Bild vor mir ├Ąnderte sich nicht. Das konnte doch alles nicht wahr sein! Ich ging auf das Haus zu. Von den Solarlampen und der Eingangst├╝r war weit und breit nichts zu sehen. Als ich ├╝ber die Schwelle schritt, stieg mir sofort der altbekannte Modergeruch in die Nase. Erschrocken blickte ich mich um, konnte aber niemanden entdecken. Ein Windzug fegte durch die Ruine und lie├č mich fr├Âsteln. Dann war mir kurz so, als ob jemand ganz leise meinen Namen gerufen h├Ątte. Ich schritt weiter durch das zerfallene Haus. Von der High-Tech-K├╝che und dem in Glas gefassten Wohnraum war keine Spur mehr zu entdecken. Als ich in den hinteren Garten hinaustrat, sah ich aus dem Augenwinkel eine Bewegung. Ich drehte mich und sah noch fl├╝chtig einen schwarzen Schatten hinter einem Busch verschwinden. War das etwa Buddy? Ich rannte los, um zu sehen, ob er das gewesen sein konnte und wohin er gelaufen war. Hinter dem Busch standen in weitem Abstand alte Buchen. Ich blickte mich um und wieder sah ich nur den schwarzen Schatten um einen Baumstamm herumflitzen. Erneut rannte ich hinterher. Atemlos erreichte ich eine kleine Lichtung. Mitten auf der Lichtung stand ein kleiner verwitterter Grabstein. Ich trat n├Ąher, obwohl ich im Grunde fast wusste, was mich erwartete. Auf dem por├Âsen Stein, der schon reichlich mit Moos bewuchert war, stand der Name LUCA GIANI. Darunter war ein kleines Kreuzchen eingemei├čelt, dahinter das Datum 20.10.1898.

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bluesnote
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Punkt f├╝r Punkt zum Ende gef├╝hrt. Aber zu lang.

Hallo MeIP

Man merkt, du hast in diesem Text mit viel M├╝he Stimmungen etabliert und Szenen aufgebaut.
Darf ich kurz den Grundgedanken deiner Story anrei├čen:

1. Da ist Johanna, die sich im Wald verirrt.
2. Sie trifft auf einen Mann, der vorgibt, sie zum Hotel bringen zu wollen. ( Konflikt Nr.1 Der Leser ahnt es.)
3. Ein Unfall. (Der wird gebraucht f├╝r die Aufl├Âsung der Geschichte)
4. Der Bi├č (Action)
5. Der Taxifahrer kl├Ąrt auf. (der Unfall war gestellt. Von narrativen Haken kann man jetzt – glaube ich, nicht mehr sprechen, es geht zur Aufl├Âsung hin.)
6. Die Aufl├Âsung: Der Grabstein mit der Inschrift.

Diese 6 Punkte bilden das Grundger├╝st deiner Geschichte, wie ich meine.

Und nun kommt’s, weswegen ich obiges notiert habe. Alles dazwischen ist zu lang ausgeschm├╝ckt. Du erz├Ąhlst gerne, so wie ich und verlierst dich meiner Meinung nach zu sehr in Details; weichst ab von der direkten Linie zum n├Ąchsten Punkt.

Ein Beispiel:

W├Ąhrend ich noch ├╝berlegte, was das f├╝r ein Geruch sein k├Ânnte, erschien Luca mit einem hei├čen Getr├Ąnk. „Kommen Sie, wir machen Ihnen erst mal etwas Hei├čes zu trinken.“ Er glitt vor mir den Flur entlang. Ich folgte ihm und stand nach ein paar Schritten unmittelbar vor der K├╝che. Ich trat hinter Luca ein. Er begann am K├╝hlschrank zu werkeln. „Nehmen Sie ruhig Platz.“ sagte er und deutete auf drei Barhocker, die vor einer Theke standen, die die halbe K├╝che einrahmte. Nachdem ich mich gesetzt hatte, blickte ich mich um. Auch die K├╝che war sehr modern eingerichtet. Viel Chrom und Metall und eine Menge Maschinen und Ger├Ąte. Aber sie wirkte irgendwie so unbenutzt. Ich konnte nirgendwo Lebensmittel oder Gew├╝rze oder ├Ąhnliches entdecken. Nur die kahlen Schr├Ąnke. Auf der rechten Seite schien die K├╝che direkt in den Wohnbereich ├╝berzugehen. Dieser war jedoch mit einer riesigen Milchglasschiebet├╝r abgetrennt.

W├Ąhrend ich ├╝berlegte, was das f├╝r ein Geruch sein k├Ânnte, erschien Luca mit einem hei├čen Getr├Ąnk. Wir gingen durch den Flur in die K├╝che. Ich setzte mich, die K├╝che wirkte unbenutzt, nirgendwo standen Gew├╝rze oder Lebensmittel

Dein Text ist voll von solchen Beispielen, du k├Ânntest einiges raffen.

Du und ich, wir brauchen diese Ausschm├╝ckungen. Das macht f├╝r uns eine Geschichte erst richtig gut. Doch in der heutigen, schnellen Zeit m├╝ssen auch Geschichten immer rasanter zu lesen sein. Das hab ich in dem Jahr, seit dem ich in der Leselupe bin, festgestellt.

Hier noch etwas: lass den Leser mitdenken, er wartet drauf.

W├Ąhrend ich ├╝berlegte, was das f├╝r ein Geruch sein k├Ânnte, erschien Luca mit einem hei├čen Getr├Ąnk.

OK, genaugenommen erscheint Luca ja jetzt nur mit dem Getr├Ąnk. Der Leser wird aber darauf schliessen - Johanna ist Gast, also wird er ihr etwas zu trinken anbieten. Man braucht den Leser also in so einer Szene nicht unbedingt an die Hand zu nehmen.

Gut gemacht finde ich die gleichm├Ąssigen Abs├Ątze, auch die Idee und das Ger├╝st der Story gef├Ąllt mir.

Ich bin kein Literaturwissenschaftler, kann nur laienhaft erkl├Ąren. Ich hoffe, ich konnte dir ein paar Anregungen geben.

Viele Gr├╝sse und einen sch├Ânen ersten Mai.

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kuschelmuschel
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo MelP,

Die Geschichte gef├Ąllt mir, wenn ich auch noch einige Anmerkungen habe.

Das mit dem Schatten der auf dich zurast, ganz richtig scheint es mir nicht zu sein, da er, wenn er direkt vor deinen F├╝├čen ist, eigentlich schon nicht mehr auf dich zurast, sondern schon da ist.
Hieraus k├Ânntest du mehr machen. Mehr Spannung. Mehr Emotionen. Es kommt doch sehr distanziert r├╝ber. Nicht so wie selbst erlebt. Und es ist f├╝r meinen Geschmack zu kurz. Zumindest im Vergleich zu den Erz├Ąhlungsteilen.

Das scheint mir auch das Problem der Geschichte zu sein. Die spannenden Stellen handelst du sehr kurz ab, w├Ąhrend die erz├Ąhlerischen Stellen sehr detailfreudig geschildert sind. Das Gleichgewicht stimmt irgendwie nicht.


/Wie hypnotisiert klebte ich regelrecht an seinen Pupillen, die den Eindruck vermittelten, tief in eine geheimnisvolle Welt sehen zu k├Ânnen./

Was f├╝r eine Welt meinst du?
Ich w├╝rde das mit der geheimnisvollen Welt weglassen.


/dann verdeutlichte er mir, dass ich wirklich sehr weit weg vom Hotel und dem n├Ąchsten Ort war. /
Wieso, kann er nicht sprechen?


Was mir sehr gut gefallen hat, ist der logische Aufbau.

Also, wenn du noch ein bisschen an der Dramatik feilen k├Ânntest, f├Ąnde ich die Geschichte wirklich klasse.

Viele Gr├╝├če

Michael

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MelP
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Kritik

Hall├Âle,

vielen Dank Ihr beiden f├╝r Eure Kritik! Das mit dem Ausschm├╝cken ist sicher absolut richtig, ich liebe lebendige Details in Geschichten, die den Eindruck vermitteln, dass man alles sehen kann. Aber da meine ich es wohl oft zu gut!
Auch der Tipp mit der Dramatik in den entscheidenden Momenten ist richtig, da war ich ein bisschen zu kurz im Beschreiben.
Ich werde Eure Anregungen beherzigen und versuch bei Gelegenheit, sie einzubauen (auch das mit dem Hund).
Vielen vielen Dank, hab mich sehr ├╝ber Eure Beitr├Ąge gefreut!
Liebe Gr├╝├če

Mel

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MelP
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├ťberarbeitete Version

So, hier noch einmal mit Ber├╝cksichtigung Eurer Anregungen. Mehr ├ändern ging nicht, das f├Ąllt mir irgendwie im Nachhinein sehr schwer. Aber ich werde die Ratschl├Ąge auf jeden Fall f├╝r die folgenden Geschichten beherzigen. Nochmals Danke und Gr├╝├če
Mel

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bluesnote
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Ganz sch├Ân flott.

Hallo MeIP

Ich finde, die Story ist jetzt fl├╝ssiger zu lesen.
Gut gemacht finde ich auch die Beschreibung der Heldin durch die Augen Lucas. Die schnelle Fahrt l├Ą├čt den Leser ahnen, was f├╝r einen Durst Luca hat. Denn es war mir klar, das Luca nur ein Vampir sein kann. Ein gut aussehender Mann in einem einsamen Wald. Zeigen, nicht behaupten finde ich, hast du hier sehr sch├Ân praktiziert.
Und du hast Ahnung von der Vampirerei.
Er wird sie immer wieder aufsuchen so wie das Verlangen, Geschichten zu erz├Ąhlen uns aufsucht.
Ich bin froh, das du in diesem Forum bist, MeIP.

Hier fiel mir noch etwas ein, aus Fritz Gesing / Kreativ schreiben.

Ich zitiere:

Die letzte Szene ist die Summe des Bisherigen, Ausklang nach der Entscheidung, sie zieht einen endg├╝ltigen Schlu├čstrich ( Inschrift im Grabstein = Aufl├Âsung).
Kein loser Plot wird begonnen, nirgendwo lose Endst├╝cke oder ├ťberraschungen ( Der Hund f├╝hrt die Heldin hervorragend zum Ende). Der Leser schlie├čt das Buch mit einem klaren, zufriedenen Gef├╝hl.

Ich glaube, du hast nach folgendem Grundsatz gehandelt: Der Autor arbeitet vom Ende her, w├Ąhrend der Leser auf ein Ende hin denkt.

Viele Gr├╝├če

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