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Leselupe.de > Gereimtes
Bitte.....
Eingestellt am 09. 03. 2003 01:41


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OmaOnline
AutorenanwÀrter
Registriert: Mar 2003

Werke: 50
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Nimm mir meine Hoffnung, meine Liebe
Aber nimm mir nicht meine TrÀnen
VertrÀumte Gedanken, dass alles so bliebe
Blindheit lÀsst sich schwer bezÀhmen

Nur noch Leere, Unwirklichkeit
Zaghafte Schritte, doch wohin ?
Ja, meine Wunden heilt die Zeit
Stumme Frage nach dem Sinn

In Scherben liegt meine Zuversicht
Es tut weh, unendlich weh
Kann nicht verstehen, siehst du es nicht ?
Mein Herz ist noch da, auch wenn ich geh

Du hast mich lÀngst verlassen
Einsam steh ich da und blicke zurĂŒck
Viel zu verletzt, um mich zu fassen
War es zuviel ? Ich wollte doch nur dein GlĂŒck

Bitte, lass mich endlich gehen.....


__________________

Du hast meine Seele berĂŒhrt.....

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Waldemar Hammel
HĂ€ufig gelesener Autor
Registriert: Dec 2002

Werke: 8
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Ich kommentiere nur den Text!

Der Text schildert larmoyant und ziemlich klischeehaft, also mit einigen bekannten Phrasen aus der Konservendose, den Trennungsschmerz einer bis zur Selbstaufgabe noch immer "verliebten" Protagonistin oder des mĂ€nnlichen Äquivalents.
Es besteht eine UnfÀhigkeit zur Abnabelung, jedenfalls dem Text nach.

Meine Idee dazu: Wenn man so scheinbar altruistisch liebt
"...ich wollte doch nur DEIN GlĂŒck", besitzt man keinen eigenen Kern, man ist gar nicht da, kann vom GegenĂŒber nicht gefĂŒhlt werden und folglich auch nicht wirklich zurĂŒckgeliebt. Die scheinbare Selbstvergessenheit ist ein Mangel an eigener Substanz, an Charakter, an Wesen.

Wirkliche Liebe hat ganz starke egoistische Elemente, ist alles andere als verheult, rĂŒhrselig und schwach. Da ist Saft drin, Feuer, Dynamit, da fliegen schonmal die Fetzen und anderes. Und, wenn eine solche Liebe erkaltet, dann bleiben keine "och-wie-weh-das-tut-TrĂ€nen" sondern blanker, kompromissloser Hass, der aber als GefĂŒhl noch weit echter und ehrlicher ist, als ein rĂŒhrseliges und nicht endenwollendes Beweinen!

zum Text selbst:

"Nimm mir meine Hoffnung, meine Liebe
Aber nimm mir nicht meine TrÀnen
VertrÀumte Gedanken, dass alles so bliebe
Blindheit lÀsst sich schwer bezÀhmen"

Das Ende einer Liebe ist nicht das Ende DER LiebesfÀhigkeit, ebenso mit "Hoffnung"
"Daß alles so bliebe..." ist der Wunsch nach Hypostasierung, Liebe aber lebt, wandelt sich, hĂ€utet sich, muß jeden Tag neu etabliert werden, ist nie stabil oder statisch.
"Blindheit" + "bezÀhmen" passt nicht.

"Nur noch Leere, Unwirklichkeit
Zaghafte Schritte, doch wohin ?
Ja, meine Wunden heilt die Zeit
Stumme Frage nach dem Sinn"

Welche Leere? Jedes Sterben von etwas erzeugt sofort und zwangslĂ€ufig Neues/ die "zaghaften Schritte, wohin?" deuten auf die oben erwĂ€hnte UnselbstĂ€ndigkeit der/des Verliebten, der nicht aus Feuer sondern aus Angst also sich gebunden hat. Hier wird- auf den Punkt gebracht- fĂŒr Liebe gehalten, was eigentlich LebensunfĂ€higkeit ist.

"In Scherben liegt meine Zuversicht
Es tut weh, unendlich weh
Kann nicht verstehen, siehst du es nicht ?
Mein Herz ist noch da, auch wenn ich geh"

Gibt Liebe beschauliche Zuversicht? Wie weit muß man von einem Feuer wegsein, um sich die FĂŒĂŸe gemĂŒtlich daran zu wĂ€rmen statt zu verbrennen?
"Kann nicht verstehen..." ist nur der Fall, wenn man die Zweisamkeit derart fĂŒr selbstverstĂ€ndliche Gewohnheit hielt, daß man selbst fĂŒr ihre Weiterentwicklung und ihre Dynamik (aus Bequemlichkeit?) blind war.

"Du hast mich lÀngst verlassen
Einsam steh ich da und blicke zurĂŒck
Viel zu verletzt, um mich zu fassen
War es zuviel ? Ich wollte doch nur dein GlĂŒck"

Im Nachhinein fÀllt's dann doch auf "du hast mich ja schon lÀngst verlassen..." Plötzlich ist man sehr "einsam": Partner/in weg, und selbst keine eigene Substanz auf den geistigen Knochen.
Und dann kommt verbal fast eine UnverschĂ€mtheit: "ich wollte doch nur DEIN GlĂŒck". Ja, wer ist denn hier am Heulen und ZĂ€hneklappern? Der/die bereits Weggegangene doch nicht!
Auf den/die bereits abhanden Gekommene/n wird zuletzt noch diejenige Ignoranz projiziert, mit welcher der larmoyante Teil die Sache gegen die Wand gefahren hat.
In diesem letzten Satz, der symbolisch wie ein Fluch dem bereits Weggegangenen hinterhergeschleudert wird, steckt bei aller Ă€ußerlich freundlichen Formulierung eine erhebliche Portion Wut.

"Bitte, lass mich endlich gehen....."

Das wirkt nach Obigem nun an sich völlig unglaubhaft, es sei denn, es ist eine Machtfrage, wer geht (was ja in Liebschaften oft genauso erlebt wird, da es i.A. leichter ist selbst zu gehen, als verlassen zu werden)

(Sollte es hier um eine Kinder-Eltern Ablösung gehen und nicht um eine Liebschaft, wÀre der Text allerdings sehr missverstÀndlich formuliert!)

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Parsifal
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Waldemar,

Du hast mit Deiner Kritik tausendmal recht! Aber manchmal finde ich Texte in der LL, vor allem „Gedichte“, gerade durch ihre Hilf- und Sprachlosigkeit, die sich ins Klischee retten muß, besonders rĂŒhrend. In diesem Fall habe ich mich vielleicht durch den Nick „OmaOnline“ in die falsche Richtung fĂŒhren lassen, aber als ich das Gedicht las, fiel mir ein Lied aus Schumanns „Frauenliebe und -leben“ ein.

Nun hast du mir den ersten Schmerz getan,
Der aber traf.
Du schlÀfst, du harter, unbarmherz'ger Mann,
Der Todesschlaf.

Es blicket die Verlaßne vor sich hin,
Die Welt ist leer.
Geliebet hab ich und gelebt, ich bin
Nicht lebend mehr.

Ich zieh mich in mein Innres still zurĂŒck,
Der Schleier fÀllt,
Da hab ich dich und mein verlornes GlĂŒck,
Du meine Welt!

Vielleicht kann man auch das herauslesen.
________________________________

Und wenn der Mensch in seiner Qual verstummt.
Gab mir ein Gott zu sagen, was ich leide.

VG
Parsifal

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