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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Bizarre Gedanken
Eingestellt am 16. 09. 2001 11:44


Autor
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Lady Darkover
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jun 2001

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Ich schlendere langsam zum Strand. Es ist ein sonniger Tag gewesen und die Sonne dr├Ąngt sich schon in Richtung Horizont, um die wohlverdiente Nachtruhe anzutreten. An der Strandtreppe mache ich halt und schaue auf die Promenade, sie ist menschenleer. Dies beruhigt mich ein wenig, denn ich k├Ânnte es nicht ertragen, gerade jetzt, Gespr├Ąche f├╝hren zu m├╝ssen. Alles ist genau durchdacht und so mache ich mich auf den Weg, auf den Weg ins Ungewisse.
Mit festen Schritten steige ich die Strandtreppe hinab, es ist so still, nur das Klappern meiner Abs├Ątze und das leise Rauschen des Meeres ist zu h├Âren. Die Luft ist lau und die Brise, die vom Wasser her├╝bergetragen wird, streichelt durch mein offenens Haar, sp├╝rbar wie eine z├Ątliche Ber├╝hrung von dir. Ich schlie├če meine Augen und genie├če den kurzen Augenblick des Friedens.
Am Treppenende angekommen, entschlie├če ich mich meiner Schuhe zu entledigen. Ich stelle sie fein s├Ąuberlich neben dem Treppenabsatz ab und laufe mit einem L├Ącheln zu meinem Lieblingsplatz, in die kleine Bucht, die gesch├╝tzt ist, vor den Blicken anderer. Hier habe ich als M├Ądchen oft nach Muscheln gesucht. Ich wei├č noch als w├Ąre es gestern gewesen. Dort lag sie, wundersch├Ân anzusehen. Sie hatte eine Maserung, wie keine andere und leuchtete im Sonnenschein. Vorsichtig nahm ich sie in meine H├Ąnde und lauschte der Melodie des Meeres, welche ich h├Ârte, als ich sie an mein Ohr hielt.
Ich ziehe meine Jacke aus und lege sie auf den noch warmen Sand, um mich darauf niederzulassen. Mit angezogenen Beinen und ruhendem Kopf, durchdenke ich nochmals meinen Plan, habe ich auch an alles gedacht, nichts wichtiges vergessen.
Mit der rechten Hand greife ich in die Hosentasche und bef├Ârdere eine kleine Dose in die eingesetzte Dunkelheit. Au├čerdem habe ich mir eine Flasche Waser mitgebracht, damit es mir leichter f├Ąllt.
Es gibt keine Entschuldigung f├╝r das, was ich jetzt vorhabe, doch der Kelch des Lebens ist bereits an mir vor├╝ber gezogen. Entschlossen ├Âffne ich die Dose, entnehme einige Pillen schlucke alle auf einmal und sp├╝le mein Versagen mit dem Wasser herunter. Langsam lasse ich mich mit ausgebreiteten Gliedern zur├╝ckfallen und betrachte den Nachthimmel. Er ist so klar, wie an keinem Abend zu vor.
Ich werde schon ein wenig schl├Ąfrig und das Rauschen des Meeres, l├Ądt mich ein, verbunden mit ihm zu sein. Wie von unsichtbarer Hand gef├╝hrt, laufe ich trunken ins Wasser, ich merke nicht einmal wie die k├╝hlenden H├Ąnde nach mir greifen und ich von der Brandung abgetrieben werde. Kraftlos versinke ich in die Tiefe. Mit einem letzten Gedanken verabschiede ich mich von dir und es wird finster.
Langsam l├Âse ich mich von meinem K├Ârper und schaue auf die sterbliche H├╝lle. Die Zeit scheint still zu stehen.
Gef├╝hrt vom fahlen Mondlicht, entdecke ich eine Treppe, die zu den Sternen hinauf ragt. Vorsichtig betrete ich sie und finde am Ende ein Portal, welches hell erleuchtet ist. Ich schreite hindurch und.....
Ich hatte dich verloren, doch nur f├╝r kurze Zeit. Wiedergeboren an einem anderen Ort zu einer anderen Zeit, auf`s neue mit dir verbunden, um abermals deine Seele zu ber├╝hren, das w├╝nsche ich mir.

(c)2001 by Martina
__________________
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flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

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die

geschichte hat was. ein wenig k├Ânnte am text gefeilt werden, habe 11 fehler und 4 ungl├╝ckliche formulierungen gesehen. wenn du wert drauf legst, zieh ich mir den text auf die festplatte und schick dir meine vorschl├Ąge. eine recht interessante sicht auf dieses thema hast du geschrieben, liest man nicht alle tage. ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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Lady Darkover
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jun 2001

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Hallo flammarion,

vielen Dank f├╝r deinen Vorschlag, ich bin nat├╝rlich daf├╝r zu haben und dankbar wenn konstruktive Kritik ge├╝bt wird. Ich habe sonst nur Mario zum Korekturlesen und ist offen und ehrlich, was meinen Stil angeht.

Bis dann
Liebe Gr├╝├če Martina
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couchmonster
Hobbydichter
Registriert: Oct 2001

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bizarre gedanken

wow !!!!!!
bin nagelneu hier und habe so einiges angeklickt um etwas mehr die schreibstile zu studieren.
aber bei deiner geschichte habe ich das vergessen und habe jetzt noch g├Ąnsehaut. bow, geht das nahe!!!
die geschichte ist echt der wahnsinn!!!!
sowas auf "papier" zu bringen und den leser so zum mitf├╝hlen zu bringen ist schon bewundernswert. konnte das wasser riechen und den sand f├╝hlen.
alle achtung!!!

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Lady Darkover
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jun 2001

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Hallo couchmonster,

na dann mal herzlich Willkommen im Reigen. Vielen Dank f├╝r die netten Worte. Es freut mich, wenn ich dich in meiner kleinen Erz├Ąhlung gefangen halten konnte. Freue mich schon auf deine Beitr├Ąge, denn es ist interessant, wie viele Schreibstile es hier gibt, jeder individuell auf seine Art und es gibt immer wieder ├ťberraschungen.

Liebe Gr├╝├če Lady Darkover
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