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Leselupe.de > Kurzprosa
Blau gemacht
Eingestellt am 04. 05. 2005 23:20


Autor
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Casalia
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Apr 2005

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„Ich wu√üte gar nicht, dass dein Teamleiter auch hier ist.“ Dabei ist mir heute wirklich nicht zum Spa√ü zumute. Ich √§rgere mich, wieder mal auf einen der trockenen Scherze meiner Freundin Jana hereingefallen zu sein. Offiziell haben wir beide einen Krankenschein – theoretisch. Praktisch gehen wir brunchen in unserem spanischen Lieblingscaf√©, wieder einmal ein Ausweg aus dem t√§glichen B√ľrostress. „Blau gemacht“, die ehrgeizige Marketingexpertin Jana mit Super-Studium und ich, die Kundenmanagerin mit der vom Tellerw√§scherin-zur-Million√§rin-Karriere – na ja, fast. Vor 10 Jahren noch war ich Sekret√§rin. Mein Teamleiter, Thomas Berger, bald Gesch√§ftsf√ľhrer unserer Firma, sch√§tzt mein Engagement und hat mir so eine Bef√∂rderung nach der anderen verschafft. So bin ich unfreiwilliges Mitglied einer Erfolgsspirale, die ich manchmal liebe, meistens aber verabscheue, besonders heute. Burn-Out-Syndrom nennen das moderne Wissenschaftler.

Erfolg hat auch Folgen. So kommt es, dass mich viele f√ľr die Mutter oder - mit ganz viel Gl√ľck - f√ľr die viel √§ltere Schwester meiner Freundin Jana halten. Wegen der Falten – Stressfalten. In diesem Moment kommen mindestens f√ľnf Stressfalten hinzu. Der zusammengesunkene Mann am Ecktisch am Fenster mit der verwaschenen Jeans, dem ungeb√ľgelten Cordhemd – Gesicht unrasiert – ist mein Chef. Also dieses Mal kein Jana-Scherz. Was will er hier? Ist das peinlich, habe ich doch einen Krankenschein – theoretisch. Ein Entkommen ist nicht mehr m√∂glich. Schon winkt Thomas Berger uns an seinen Tisch. „Ich lade Sie ein!“. Eine Bestimmung, der wir nicht widersprechen k√∂nnen, auch nicht wollen, wenn da nur nicht der Krankenschein w√§re. Lange und mit starrer Miene sieht mich der Fast-Gesch√§ftsf√ľhrer an. Gedankensalat in meinem Kopf. Abmahnung?! K√ľndigung?! Job als Putzfrau?! Panik erfa√üt mich. Nichts kann ich seinem Gesichtsausdruck entlocken. „Ich werde das Unternehmen verlassen. Ich kann nicht mehr! Mein Herz macht den Stress nicht mehr mit. Geniessen Sie Ihr Leben.“ Ich weiss nicht, was mich in diesem Moment fassungsloser macht: Mein schlechtes Gewissen? Der pl√∂tzliche Sinneswandel von Thomas Berger? Ein Erfolgsmensch, der aufgibt?

Er hat nicht nur blau gemacht, er macht kurzen Prozeß.

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Zarathustra
Routinierter Autor
Registriert: Apr 2003

Werke: 108
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ja Casalia

... trotz aller stilistisch noch abzuschleifender Ecken und Kanten, trotz der ein wenig "breiten" Prosa (f√ľr meinen Geschmack); - eine sehr gelungene Geschichte.

Täglich spielt sie sich ab.

Du hast gut beobachtet.
Oder du bef√ľrchtest etwas, was bald Realit√§t werden kann.

L. G. Hans

__________________
Was sind das f√ľr Zeiten, wo ein Gespr√§ch √ľber B√§ume fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen √ľber so viele Untaten einschlie√üt! (Bertold Brecht)

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San Martin
Häufig gelesener Autor
Registriert: Feb 2005

Werke: 20
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Klingt mehr wie ein Tagebucheintrag. F√ľr Kurzprosa ist es dennoch ein bisschen leer, wie zuwenig Butter auf einem Brot verstrichen (verzeiht die Referenz). Bevor die Geschichte richtig los geht, ist sie auch schon vorbei. Sie hat etwas fragmentarisches.
__________________
"I still can remember the way that you smiled on the fifth day of May in the drizzling rain."

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