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Leselupe.de > Kurzprosa
Blauer Nebel
Eingestellt am 03. 03. 2003 00:00


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Schubie
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Mar 2003

Werke: 3
Kommentare: 2
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Gift fĂŒr die Seele und den Verstand ist der Zweifel. Zweifel an sich selbst. Man versinkt in einen tiefen, dunklen Wald. In der einen Hand die Axt, in der Anderen ein Taschentuch. Schweiß perlt die Stirn hinab. Das Tuch wischt ihn ab. Jeder einzelne Baum gleicht einer Synapse meines Hirns. Ein leichter Windhauch streift die Wipfel meines Verstandes. Den nĂ€chsten Baum suche ich mir wahllos aus. Der, neben dem ich in diesem Augenblick stehe, scheint mir der richtige zu sein. Die Axt erhebt sich wie von Geisterhand, schnellt nach vorn, einmal, zweimal, immer öfter. Die Vernunft sagt nein, doch die Hand ist nicht mehr meine. Sie ist mir fremd geworden, hört sie doch nicht mehr auf mich. Und sie hackt immer noch unentwegt auf den nĂ€chsten Nervenstrang ein. Der Baum weint. Harz rinnt langsam hinab. Holzsplitter fliegen durch die Luft, erst ganz kleine, dann immer grĂ¶ĂŸere. Der Blick schweift umher, die LĂŒcken im Wald scheinen sich zu ganzen Lichtungen auszubreiten, geschaffen durch meine mir fremde Hand.
Klock, Klock hallt es durch die Luft. Der Stamm gibt nach, er fĂ€llt. Ich sah nicht hin und nun ist es zu spĂ€t, kein entrinnen mehr. Springen wollte ich, doch der durchschlagene Hirnstrang lĂ€hmte die Beine. Kein Krachen, kein Knirschen, völlig gerĂ€uschlos wird mein Körper begraben. Ein letzter Hauch. Blauer Nebel steigt auf, mein Atem. Alles wird schwarz, nur der blaue Dunst ist noch zu erhaschen. Langsam und kraftlos streckt sich mein Arm empor, dem blauen Etwas entgegen. Mein Leben, dort schwebt es ĂŒber mir. Es bewegt sich weg von mir, langsam aber unaufhaltsam.
Halten will ich es, aber hast du schon mal versucht, den Nebel einzufangen?
__________________
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Zefira
???
Registriert: Jan 2001

Werke: 14
Kommentare: 1113
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Hallo Schubie,

herzlich willkommen in der Leselupe

Dein Text ist durch die Verschiebung ins Prosaforum leider ein wenig verrutscht; ich hoffe, es werden auch noch andere auf ihn aufmerksam. Er liefert ein sehr eingÀngiges Bild, eine bildhafte Darstellung der Selbstvernichtung. Der Vergleich mit dem BaumfÀllen gefÀllt mir.

Ein wenig ausbauen könntest Du noch. Das "wahllose" Aussuchen des Baumes (wenn auch nicht bekannt, nach welchen Kriterien) spricht fĂŒr ein planvolles Handeln, das auch schon eine Weile andauert (Lichtungen im Wald). Das Ich des Textes hackt schon eine ganze Weile, um im Bild zu bleiben. Ich kann mir das sehr gut vorstellen, bin aber im Zweifel, ob dieses Bild auf die innere Situation des "Selbstzweifels" paßt. DafĂŒr scheint mir der Vorgang zu planvoll. Vielleicht ist es eher ein Abtöten der inneren Stimme, die Entfremdung vom eigenen Ich...?

Hm... vielleicht weiß noch jemand was dazu?

liebe GrĂŒĂŸe einstweilen,
Zefira



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Arno1808
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Schubie,

auch ich heiße Dich herzlich willkommen im Kreise der Lupianer.

Du erzÀhlst wirklich in eindrucksvollen und tiefsinnigen Bildern. Das finde ich sehr ansprechend.

Nur an den ersten beiden SÀtzen stört mich irgendetwas, ohne dass ich Dir genau beschreiben könnte, was es eigentlich ist.

quote:
Gift fĂŒr die Seele und den Verstand ist der Zweifel. Zweifel an sich selbst.


Es ist nur ein GefĂŒhl.
Vielleicht auf einen Satz reduzieren und den 'Zweifel' weiter nach vorne schieben? Etwa:

Der Zweifel an sich selbst ist ein Gift, das die Gedanken der Seele verabreichen.

Ich wĂŒnsche Dir viel Spaß mit der 'Lupe'!

Gruß

Arno

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Schubie
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Mar 2003

Werke: 3
Kommentare: 2
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ich danke euch erstmal fĂŒr eure mich weiterfĂŒhrenden kommentare.
fĂŒr mich ist das alles noch neuland.

daher bin ich fĂŒr jedwede kritik immer dankbar.
__________________
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