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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Blind Date
Eingestellt am 05. 07. 2002 22:25


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
embe
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jul 2002

Werke: 3
Kommentare: 1
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Es waren ihre Lippen, die in einem seltsamen Kontrast zu dem ├╝brigen Gesicht standen. Sie lie├čen ihn z├Âgern und hielten ihn f├╝r Sekundenbruchteile in Zeitlupe gefangen. Erst als sich sein ├ärmel in der T├╝r verfing, wurden er und seine Gedanken wieder ruckartig zusammengef├╝hrt.
Sie war nicht so gro├č, wie er erwartet hatte und wirkte irgendwie gedrungen. Als w├Ąre sie unter der letzten Dusche ein klein wenig eingelaufen. Ihr Alter war schwer zu sch├Ątzen, entsprach jedoch sicherlich der Vorgabe. Sie sah etwas m├╝de aus, als erhole sie sich gerade von einer Grippe. Kein Zweifel, auf den ersten Blick handelte es sich hier eher um eine unauff├Ąllige Erscheinung. Um eine, die samstags im ├╝berf├╝llten Supermarkt nur auffiel, weil sie in der Schlange grunds├Ątzlich den richtigen Abstand hielt und einem eben nicht st├Ąndig mit dem Einkaufswagen in die Fersen fuhr. Ihre Augen, die ihn gerade kurz streiften, wirkten dagegen wach und lebendig.
Nein, sie war nicht die Frau seiner Tr├Ąume. Aber die merkw├╝rdigen Widerspr├╝chlichkeiten in ihrem Gesicht lie├čen Neugier aufkommen. Ihre Kleidung mochte er nicht - zu unentschlossen unkonventionell, schr├Ąg, ohne eigene Note. Aber er hatte Schlimmeres bef├╝rchtet. Sie fragte ihn, ob sie die Schuhe anbehalten k├Ânne, dabei sah sie ihm das erste Mal direkt in die Augen. Was trieb sie wohl in diese Situation, die so offensichtlich gar nicht ihr Ding war? Wo kam sie her?
Heimlich glitt ein L├Ącheln ├╝ber sein Gesicht. Er sandte seinem Freund, der ihn am Telefon vom Kochen abgehalten hatte, ein stilles Dankesch├Ân. Das gemeinsame Schnippeln in der K├╝che w├╝rde die Situation entkrampfen. Und komme was wolle, er w├╝rde sich heute Abend nicht langweilen. Nicht einmal mit dieser kleinen eisernen Lady, die ihn gerade, da war er sicher, mit allen f├╝nf Sinnen auf Altlasten und Abgr├╝nde abtastete.
Er ├Âffnete die T├╝r zu K├╝che, nahm auf dem Weg zum Herd die leere Milchpackung vom Tisch und warf sie in den M├╝ll. Es konnte losgehen...

__________________
Herzlichst
embe

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Guest
Registriert: Not Yet

Hallo embe,

ich finde Deine Story gut gelungen, da Du hier hervorragend eine Personenbeschreibung abgeliefert hast. Ohne Klischees halt, super der Vergleich mit der Frau im Supermarkt!

Gru├č,
GUIDO

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embe
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jul 2002

Werke: 3
Kommentare: 1
Die besten Werke
 
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Danke, Guido, f├╝r Dein Feedback.

Es ist meine erste "ver├Âffentlichte" Geschichte. Ich fand es ganz interessant, dass ich die Story, als sie dann im Netz hing, mit ganz anderen Augen gelesen habe.
Ich pers├Ânlich mag Geschichten, die mir nicht alles vorkauen, die mir Spielraum f├╝r eigene Gedanken geben. Bei "Blind date" bin ich unsicher, ob nicht zu viel ungesagt geblieben ist. Die Sache mit der Dichte eben...

Ich freu mich ├╝ber Dein Lob.

embe

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