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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Blind Date
Eingestellt am 22. 08. 2003 21:29


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ThomasW
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Sep 2002

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Blind Date

Der blinde Kellner hatte die hintere TĂŒr in der Lichtschleuse geschlossen und die vordere geöffnet, doch sie blieb wie erstarrt stehen vor der rabenschwarzen Finsternis. Ihre Augen versuchten, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen, konnten aber nicht die geringste Einzelheit erkennen, so angestrengt sie auch in den lichtlosen Raum vor ihr starrten. Der Kellner fasste ihr Handgelenk, und sie folgte ihm in blindem Vertrauen. Stimmen und Tellergeklapper waren die einzigen Hinweise, dass sie sich in einem Restaurant befand. Was fĂŒr eine verrĂŒckte Idee. HĂ€tte man sich nicht einfach auf einer Parkbank treffen können?
„Tisch zehn, bitte sehr.“
Sie tastete sich an ihren Stuhl und setzte sich behutsam. War ihre Verabredung schon da? Sie war ganz Auge und Ohr, konnte sich aber kein Bild davon machen, ob ihr jemand gegenĂŒber saß. Mit der Hand herĂŒberzutasten schien ihr taktlos.
„Guten Abend“ richtete sie ihre Stimme, etwas zaghaft, ins Nichts.
„Guten Abend, ich hatte schon Sorge, Sie kĂ€men nicht mehr.“
UnwillkĂŒrlich versuchte sie, auf ihre Armbanduhr zu schauen. Wie albern. Wo man die Hand nicht vor Augen sehen konnte.
Bin ich zu spĂ€t? Ohne Licht gibt es auch keine Zeit.“
„Die Zeit ist die Dimension des Klanges. Die Zeit entzieht sich unseren Blicken, doch wir vermögen sie zu hören.“
Die Stimme ihres GegenĂŒbers gefiel ihr, war sehr wohlklingend, tief, mĂ€nnlich, er klang fast so wie - wie jemand, der ihr partout nicht einfallen wollte. Die Stimme setzte wieder an.
„Mein Großvater hatte nach seiner Pensionierung begonnen, Uhren zu reparieren. Erst nur fĂŒr die Nachbarschaft, spĂ€ter fĂŒr die halbe Stadt. Viele davon durfte er behalten, sein Haus war schließlich bis unters Dach mit Uhren vollgestopft. Auch in dem Zimmer, wo ich schlief, wenn ich zu Besuch war, tickte es aus allen Ecken. Um Mitternacht gaben die Standuhren ein großes Konzert. Ich weiß nicht, was ich mehr gefĂŒrchtet habe: die Dunkelheit des fremden Zimmers oder die Gesellschaft der Uhren.“
„Ich hatte noch nie Angst vor der Dunkelheit. Aber dieses undurchdringliche Nichts hier nimmt mir die Luft. Es kriecht an die Seele.“
„Dann mĂŒssen wir sofort etwas essen. Wir Menschen fĂŒhlen uns um so wohler, je mehr Sinne angesprochen sind. Lesen, Musik hören, dabei sich noch am Geruch und Geschmack eines Weines erfreuen. Wir mĂŒssen immerzu etwas sehen, etwas hören. Man klagt zwar ĂŒber den LĂ€rm, aber sind wir ehrlich, fĂŒrchten wir nichts mehr als völlige Stille. Nehmen wir beide das TagesmenĂŒ?“
„Eigentlich hĂ€tte ich noch gerne die Speisekarte studiert ...“
„Gut.“ Das Wort kam lang und gedehnt und hatte einen Anflug von Heiterkeit. Unbemerkt hatte er den Kellner herangeholt und bestellte fĂŒr beide. Die Finsternis nahm ihr die SchĂŒchternheit, sie lĂ€chelte zu ihrem Visavis, diesem Mann, der
SÀtze aus mehr als drei Wörtern zu bilden wusste und eine Stimme hatte wie -
„Nehmen wir einen Weißwein dazu?“
Sie nickte. Ohne ihre hörbare Zustimmung abzuwarten, bestellte er eine Flasche Sancerre. Ein Mann, der nicht lang zögerte. Sie zupfte am Nackenhaar, das sich im TrÀger ihres schulterfreien Sommerkleides verfangen hatte.
Gleich nach der Vorsuppe brachte der Kellner das Hauptgericht.
„Was essen wir jetzt eigentlich? Ob sie es in der KĂŒche noch appetitlich anrichten? Eigentlich brauchten sie es ja nur so auf den Teller zu klatschen. Das Auge isst hier ja nicht mit.“
„Sie sind wirklich ein unverbesserlicher Augenmensch.“ Seine Stimme klang belustigt und interessiert.
„Durch Messer und Gabel haben wir schon ganz verlernt, unsere Nahrung zu erfĂŒhlen. Fragen Sie nicht mich, fragen Sie ihre Fingerspitzen. Patschen Sie nach Herzenslust ins Essen, es sieht sie ja keiner, darum ist es auch nicht unanstĂ€ndig.“
Mit den ihr verbliebenen Sinnen begann sie, das RĂ€tsel auf dem Teller vor ihr zu lösen. Ein glibberiges Etwas, sie schnupperte an den Fingerspitzen, wahrscheinlich Scampi. Danach ertastete sie Kartoffeln und ein in der Mitte zusammengebundenes BĂŒndel schlabberiger Stangen. Sie fĂŒhrte eine zum Mund und biss hinein. Ihre Vermutung bestĂ€tigte sich: Spargel.
Neben sich hörte sie ein Plöp, der Ober schenkte ein.
„Zum Wohle.“
Sie suchte mit fettigen Fingern nach ihrem Glas.
„Ich glaube, wir verzichten darauf, mit den GlĂ€sern anzustoßen. Das gestaltet sich hier etwas schwierig. Und es gilt ja als unhöflich, sich zuzuprosten und dabei nicht anzublicken.“
„Außerdem gibt das sieben Jahre schlechten Sex.“
Er ließ ein warmes Lachen hören.
„Ach, in der Finsternis, da drĂŒckt die Liebesgöttin schon mal ein Auge zu. Mögen Sie den Sancerre? Kennen Sie das Loiretal?“
„Ich liebe die Loire. Frankreich und Deutschland, das ist wie Licht und Schatten. Die Sprache, das Essen, die Farbe der Landschaft!“
Und die Franzosen, die einfach besser aussehen als ihre Landsleute. Aber das behielt sie fĂŒr sich. Die Stimme. Mit einem Mal wusste sie es.
„Ihre Stimme, sie klingen wie Jean Reno.“
„Jean Reno, der Schauspieler?“ raspelte es zurĂŒck. „Ein sehr guter Schauspieler. In welchem Film mochten Sie ihn besonders?“
„Weiß ich nicht. In allen Filmen. Jean Reno ist einfach geil.“
Es war ihr so herausgerutscht. Egal. Im Dunkeln konnte sie rot werden, ohne sich zu schÀmen.
„Selbst wenn ich so klĂ€nge - leider bin ich weder Geheimagent noch Kriminalkommissar. Mir ist das hier Abenteuer genug.“
„Dieses Restaurant ist sicherlich ungewöhnlich, aber bestehen wir hier ein Abenteuer?“
„Meines begann, als Sie sich mir gegenĂŒber setzten.“
Sie rutschte auf dem Stuhl zurĂŒck und schob die HĂ€nde unter ihre Oberschenkel. WĂ€hrend sie sich fĂŒr eine Weile anschwiegen, hibbelte sie unruhig mit den Knien.
„Wie kann ich hier etwas finden, obwohl ich nichts sehen kann?“
„Dies ist hier kein Ort der Ziele. Wir sind gefangen, zum GesprĂ€ch, an diesem Ort.“
„Ich muss aber auf einen stillen Ort!“
Sie horchte verlegen auf seine Reaktion, aber es kam nichts. Plötzlich war wie von Geisterhand die Bedienung am Tisch, er flĂŒsterte dem Ober etwas UnverstĂ€ndliches zu, es klang amĂŒsiert. Der Kellner fasste sie wieder am Handgelenk, sie folgte ihm ohne Aufsehen durch die Tischreihen, bis er ihre Hand an einer TĂŒrklinke entließ.
Auf dem Klo war etwas Licht, rote LeuchtbĂ€nder am Fußboden. Die TĂŒr schloss sie erst ab, als sie schon auf der Brille hockte. Danach war es stockfinster. Sie fingerte in ihrer Handtasche herum und wĂŒhlte nach einer neuen Slipeinlage. Und ihrem Lippenstift. Im spĂ€rlich erleuchteten Spiegel ĂŒber dem Handwaschbecken konnte sie sich nur schemenhaft erkennen. Sie schminkte sich nach, mehr aus Gewohnheit. Ob der Kellner draußen auf sie wartete? Sie zögerte, dann riss sie die TĂŒr auf.
Gleißend helles Licht schlug ihr entgegen, weiß, kalt, unbarmherzig. Sie blinzelte in den hell erleuchteten Raum, geblendet, auch die Stimmen schienen ihr lauter als vorhin. Die Dark Hour war vorĂŒber. Andere GĂ€ste schauten zu ihr hin, mal beilĂ€ufig, mal musternd, sie senkte die Augen und zupfte am Brustsaum ihres roten Kleides.
Nachdem sie tief Luft geholt hatte, schaute sie wieder auf, um ihren Tisch zu finden. Etwa dreißig Leute saßen im Speiseraum, meist PĂ€rchen. Links war einer allein, ein hagerer Endvierziger mit schĂŒtterem Haar und HĂ€ngeschultern. Nein, sie hatte doch rechts gesessen.
Dort, an dem Ecktisch, war ein leerer Stuhl, davor ein gutaussehender Schwarzhaariger. Bei Licht betrachtet, konnte er ein Neffe von Jean Reno sein. Sie steuerte auf den Tisch zu, baute sich vor ihm auf und strahlte ihn an. Er schaute zurĂŒck, neigte seinen Kopf zur Seite, als wollte er sie etwas fragen. Reglos, sprachlos standen sie sich eine kleine Ewigkeit gegenĂŒber, musterten sich mit Blicken.
„Kann ich da mal durch?“
Sie spĂŒrte den Körper einer jungen Frau, die sich an ihr vorbei drĂŒckte und auf dem Stuhl Platz nahm. Der Mann neigte sich zu seiner Tischnachbarin herĂŒber und flĂŒsterte ihr etwas ins Ohr. Sie flĂŒsterte zurĂŒck, beide schauten sich um, mit gespitzten Lippen, als mĂŒssten sie sich das Lachen verbeißen.

Wie von einem Windstoss umgewirbelt drehte sie sich ab, flĂŒchtete, den Blicken der anderen GĂ€ste ausweichend, aus dem Lokal und lief hastig ĂŒber den BĂŒrgersteig durch das Halbdunkel der AbenddĂ€mmerung davon. Unter jeder Straßenlaterne schaute sie sich um, doch niemand verfolgte sie, niemand wĂŒrde sie wiederfinden in der riesigen Stadt. War sie jetzt eine Zechprellerin? Der Wind trieb Plastikbecher und leere Schachteln ĂŒber die Straße. Im Fast Food Restaurant saßen hĂ€ssliche Menschen bei Neon-Licht, aßen schweigend aus ihrem PlastikmĂŒll. Der MĂŒll wird gesammelt, sie pressen ParkbĂ€nke daraus. Wo war nur eine Parkbank, auf die sie sich jetzt setzen könnte, um zu heulen.



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Zefira
???
Registriert: Jan 2001

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Oje, lieber Thomas, das geht unter die Haut.

Verstehe ich es richtig, daß der GesprĂ€chspartner blind ist?
Dann dĂŒrfte er sie nicht in der Schlußszene "mit Blicken mustern".

Etwas unklar die Stelle
>>Reglos, sprachlos standen sie sich eine kleine Ewigkeit gegenĂŒber, musterten sich mit Blicken, bis die Tischnachbarin sich zu dem jungen Mann herĂŒber neigte und ihm etwas ins Ohr flĂŒsterte.<<
Wer ist die Tischnachbarin? Doch wohl eher eine Dame am Nebentisch, oder? "Tischnachbarin" klingt, als sĂ€ĂŸe sie mit am Tisch.
Hier ist ein Fehlerchen:
>>Sie zupfte an Nackenhaaren, das sich im TrÀger ihres schulterfreien Sommerkleides verfangen hatte<<
... mĂŒĂŸte "an einem Nackenhaar" heißen.
Und "Scampis" ist m.W. doppeltgemoppelt, "Scampi" ist schon Mehrzahl.
Sind nur Kleinigkeiten.

Schön, Dir hier mal wieder zu begegnen ...

innige GrĂŒĂŸe
Zefira


__________________
schmollfisch

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ThomasW
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Sep 2002

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Liebe Zefi,

vielen Dank fĂŒr die Anmerkungen, ich habe es ĂŒberarbeitet.

Nein, der junge Mann ist der Falsche, er ist auch nicht blind, sondern vergeben. Ich habe das jetzt deutlicher gemacht. Und wer war ihr 'Blind Date'? Und war er blind? Tja, die 'sie' ist einfach rausgerannt, sie wird es wohl nie erfahren :-(.

All die lieben GrĂŒĂŸe zurĂŒck

Thomas

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Willibald
???
Registriert: Jul 2002

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Dark Hour

Dear Thomas,

konsequente Er-ErzÀhlung, die sich ganz auf die Perspektive der Protagonistin einlÀsst.

Besonderheit, dass dieser "Blind Date" zivlisatorische Normen zurĂŒckdrĂ€ngt oder aufweicht. Das beginnt bei dem "Essenpatschen", geht weiter mit der akzeptierten FĂŒhrungsrolle des Mannes und dem Satz vom Sex und mit dem Attribut "geil".

Interessant ist die leicht mysteriöse Unterströmung: Man/der Leser akzeptiert den "blinden Kellner" in der Exposition, man akzeptiert, dass ein TagesmenĂŒ geordert wird, ohne dass die Frau Genaueres weiß. Auch den Gang auf die Toilette an der Hand eines Kellners. Gleichzeitig ist das alles etwas sonderbar. So ein bisschen wie "Eyes wide shut", so dass man nie genau weiß, ob man sich nicht doch nur in der Psyche einer lasziver werdenden Akteurin befindet. Oder ob hier in der Außenwelt die Alltagsgesetze per (ErzĂ€hl-) Arrangement aufgeweicht werden. Ein bisschen
Erinnerung an Stanley Ellin und seine Restaurantgeschichte vom "Lamm Ämirstan" und Sbirro, dem Restaurantbesitzer.

Eine Tagtraumwelt eben. Keine genaueren ErklĂ€rungen bringend ĂŒber den Ablauf solcher "Dark Hours and Blind DAtes". Und damit Leerstellen fĂŒr die AktivitĂ€t des Lesers und schöne DeutungsspielrĂ€ume eröffnend: Man kann vermuten, dass der hĂ€ngeschultrige Endvierziger ebendoch der Date ist. Und dass er all die sinnlichen QualitĂ€ten wirklich hat, die man bei seinem Äußeren nicht vermuten wĂŒrde, so dass die Dunkelheit etwas Wahres aufscheinen ließ, das die Normalsicht dann spĂ€ter verlieren lĂ€sst. Der in der Geschichte herbeigefĂŒhrte Kontrollverlust der Frau und das Freisetzen erotischer Phantasien, die man normalerweise bei "Licht besehen" erst einmal zensiert, hier aber ihr Recht bekommen. Die Identifzierung von Zeit mit Klang und Sensorik, die Zuordnung des Mannes zu den Uhren. Der wunderschöne Schluss: der flĂŒchtenden Frau begegnet "ordinary people" im fast food restaurant jenseits von sinnlichem Genuss. Die damit zusmmenhĂ€ngende Notwendigkeit, sich - die Sinne fassend - zu setzen. Und die Vorstellung, dass eine solche Bank aus dem Plastikmaterial gepresst ist, dass der Welt jenseits des Genusses entstammt, also nicht das Fundament bietet, welches der Restaurantbesuch und die Beziehung zu dem Dark Man vielleicht gewesen wĂ€re.

Ein paar Kleinigkeiten:

Wunderschön - ich wiederhole mich - ist die ErzĂ€hltechnik, ganz schnelle Schwenks mit der Kamera, szenische GesprĂ€che, Außenweltkamera und dann Psychokamara bei der Frau mit konmsequenter Aussparung des Mannes und seiner Psyche.

Stilistika und Orthographie:

unbemerklich: unbemerkt, unmerklich
die GlĂ€ser anzustoßen: mit den GlĂ€sern anzustoßen
und sich anzublicken
hinĂŒber: herber
Sei - Sie
etwas UnverstÀndliches
aus Geisterhand - wie von Geisterhand
"eines Blickes wĂŒrdigen" passt vielleicht nicht ganz, weil die Grundbedeutung der Wendung noch hineinspielt: Die Frau hĂ€lt aber eher die Augen niedergeschlagen, vermeidet also Blickkontakt, weil sie sich in der Öffentlichkeit des Raumes leicht blamiert hat.


Danke fĂŒr den Lesegenuss. Wiederbegegnung im LC?



__________________
aes (auf! eulen schwingen)

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Zefira
???
Registriert: Jan 2001

Werke: 14
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Hm. Ja, jetzt verstehe ich es. Unter normalen UmstĂ€nden endet die Blindheit des "blind date" in dem Moment, wenn man sich trifft - hier geht sie weiter und gibt Raum, Phantasien weiterzutreiben - und um so grĂ¶ĂŸer die Scham, als die Frau der Erkenntnis des Ă€ußeren Anscheins nicht gewachsen ist. Das leuchtet mir ein.

Trotzdem schien mir alles im Verhalten des Mannes anfangs darauf hinzuweisen, daß er daran gewöhnt ist, nichts zu "sehen". Diese eindeutige Überlegenheit, diese SouverĂ€nitĂ€t in einer Umgebung, die die meisten sehenden Menschen ĂŒberfordern dĂŒrfte ... wie wĂ€re es, möglichst frĂŒhzeitig in das GesprĂ€ch einen Hinweis einzuflicken, daß er das Lokal öfter besucht o.Ă€.? Ich fĂŒhle mich ein wenig auf eine falsche FĂ€hrte gesetzt ...

lieben Gruß,
Zefira
__________________
schmollfisch

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ThomasW
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Sep 2002

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Lieber Eulen-Schwingender-William,
vielen Dank fĂŒr die sehr ausfĂŒhrlichen Kommentare. Es ist sehr interessant zu sehen, wie die Geschichte auf dich gewirkt hat. Ich habe mir das alles zwar nicht gedacht, als die Geschichte schrieb, aber du hast nur Dinge geschrieben, die ich auch gerne denken wĂŒrde *lach.
Wer ist Stanley Ellin?, werde gleich mal googeln. Vielen Dank auch fĂŒr die stilistischen Hinweise, habe sie eingebaut. Und natĂŒrlich hat mich dein Lob sehr aufgerichtet, denn ich bin immer extrem unzufrieden mir.

Liebe Zefira, ich habe dich nicht absichtlich auf die falsche FĂ€hrte gefĂŒhrt, so ein Schluss, dass der Blind Date blind ist, hat die ‚sie‘ abgelehnt, war ihr zu banal. Es ist dann eben anders gekommen.

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