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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Blind Date
Eingestellt am 12. 10. 2003 12:19


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kleinerprinz
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Oct 2003

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Sie f├╝llte das Glas mit Wein. Ihre Hand zitterte als sie die Flasche vom Glasrand nahm. Ein Tropfen lief den Flaschenrand entlang, doch bevor er die frischgewaschene Tischdecke erreicht hatte, stoppte sie ihn mit ihrem rotlackierten Zeigefinger. Sie stellte die Flasche auf den Tisch und strich aus der Bewegung heraus mit der Hand ├╝ber die dunkelrote Tischdecke, um sie einerseits zu gl├Ątten, aber auch um einzelne Kr├╝mel vom Tisch zu wischen. Sie r├╝ckte die zu ihrem neugekauften Kleid passenden Servierten zurecht. Die Servierten hatten die Form einer Rose und es hatte den Anschein, dass sie gleich aufgehen w├╝rden. Sie holte tief Luft und genoss die Sch├Ânheit des Tisches, dabei stieg ihr der Geruch des Blumenkohls, der in der K├╝che kochte, in die Nase, der sich nach und nach mit dem des Nagellacks vermischte. Konzentriert legte sie das Besteck auf den Tisch und bewunderte das Gl├Ąnzen der Gl├Ąser im Kerzenschein. Es war perfekt.
Lange starrte sie auf die Kerzen und tr├Ąumte davon, was sich in den n├Ąchsten Stunden um diesen Tisch abspielen w├╝rde. Das monotone Piepen des Herdes holte sie aus ihren Tr├Ąumen und verk├╝ndete ihr, dass der Braten fertig war. Sie ging in die K├╝che und schaltete den Herd aus. In dem Moment, als sie den Knopf ber├╝hrte, klingelte es an der T├╝r. Erfreut sah sie zur Eingangst├╝r und warf ihr langes braunes Haar ├╝ber die rechte Schulter. Als sie den Herd ├Âffnete kam ihr eine Dampfwolke entgegen, die den Blumenkohlgeruch aus der K├╝che verdr├Ąngte und den Geruch des Bratens im Raum verteilte. Nachdem sie den Braten herausgenommen hatte, stellte sie ihn auf die marmorierte Arbeitsplatte und ging in den Flur. Dort blieb sie stehen und drehte sich zum Spiegel, der an der Wand hing. Sie l├Ąchelte. Mit der rechten Hand fuhr sie durch ihr langes Haar und strich sich die Bluse glatt. Sie war angespannt und unsicher. Ihre Nervosit├Ąt rief ein Zucken der Wange hervor. Um ihre Angst zu verstecken, nahm sie ihr Parfum, das auf der Kommode stand und gab ein wenig davon auf ihren Hals. Wieder sah sie in den Spiegel und l├Ąchelte, doch diesmal fiel es ihr schwerer. Sie holte nochmals tief Luft und ein Gemisch von Nagellack, Parfum, Blumenkohl und Braten blieb in ihrer Nase h├Ąngen und rief leichte Kopfschmerzen hervor. Sie musste Niesen und das erneute Klingeln an der T├╝r dr├Âhnte in ihrem Kopf. Der Druck auf sie stieg. Sie musste handeln. Sie wollte handeln. Sie wandte sich zur T├╝r. Die Klinke hielt sie in der rechten Hand. Ihr Herz schlug wild. Ihre Wange zuckte. Ungewissheit machte sie breit. Sie hatte Angst. Sie musste sich ├╝berwinden die Klinke herunter zu dr├╝cken, doch die Vorfreude auf den bevorstehenden Abend gaben ihr die Kraft. Es w├╝rde perfekt werden.
Mit viel Schwung ├Âffnete sie die T├╝r und ein Mann mit Blumen in der Hand stand wartend davor. Es waren rote Rosen. Der Anblick der Rosen erinnerte sie an die perfekt hergerichteten Servierten auf dem Tisch und gaben ihr langsam ihre Fassung zur├╝ck. >>Kommen Sie herein<<, sagte sie. Ihre Wange zuckte. Er ging einen Schritt in die Wohnung und blieb stehen. Unsicher streckte er ihr die Blumen entgegen und f├╝gte ein >>F├╝r Sie<< hinzu. Beide standen sich gegen├╝ber und sie schaute ihm in die Augen. Sie musterte sein Gesicht und l├Ąchelte, denn er war so, wie er sich beschrieben hatte. Dann nahm sie die Blumen, gab ihm einen Kuss auf die Wange und ging in die K├╝che. W├Ąhrend sie Wasser in eine Vase laufen lie├č, entfernte sie das Papier der Blumen und ├╝berlegte, ob sie alle vorbereitet hatte. Zufrieden steckte sie die Rosen in die Vase und stellte sie zwischen die Kerzen auf den Tisch. >>F├╝hlen Sie sich wie zu Hause<<, rief sie ihm l├Ąchelnd zu, als sie ein weiteres Mal die Servierten zurecht r├╝ckte. Der Mann stand orientierungslos im Flur. Pl├Âtzlich erschrak sie und drehte sich zu ihm um. Ihre Wange zuckte und sie entschuldigte sich beim ihm. Nachdem sie ihm aus dem Mantel geholfen hatte, f├╝hrte sie ihn an den Tisch. Sie ├Ąrgerte sich ├╝ber ihre Tollpatschigkeit. Um sie aufzumuntern, versuchte er ein Gespr├Ąch zu beginnen und lobte ihre Fingern├Ągel und ihr Parfum. Verlegen begann sie an den Fingern zu knabbern. Er erz├Ąhlte ihr, dass er sehr unsicher und nerv├Âs sei. Er bewunderte sie, f├╝r ihre Gelassenheit, ihr sicheres Auftreten und ihre offene Art. Ihre Wange begann wieder zu zucken und sie wies ihn auf seinen Platz. Sie sa├čen beide am Tisch und sie sah ihn nerv├Âs an. Mit der rechten Hand strich sie ├╝ber die Tischdecke, w├Ąhrend er vertr├Ąumt in ihre Richtung sah. Er roch den Blumenkohl und den Braten und freute sich auf das Essen. Nach und nach verlor er seine Nervosit├Ąt und erz├Ąhlte, dass er durch seine Blindheit Probleme habe, Frauen kennen zulernen. Sie war die erste, die ihn seit vielen Jahren zu sich eingeladen hatte. Er bewunderte sie. Er erz├Ąhlte ihr, dass sie anders sei, als die anderen Frauen. Sie entschuldigte sich f├╝r einen Moment und ging in den Flur. Ihre Wange zuckte, als sie erneut Parfum auf ihren Hals gab. Als sie an den Tisch zur├╝ck kehrte, stie├č sie ein Glas um und der Wein lief ├╝ber die Tischdecke. Das Glas war leer.

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Mara K.
Guest
Registriert: Not Yet

hallo kleinerprinz,

ich habe die geschichte gelesen und immer auf etwas spannendes gewartet, irgendwie ... sie ist sehr langatmig
geschrieben, finde ich. es ist ja ganz gut und sch├Ân, wie sie den tisch deckt und den blumenkohl kocht, ihren lieblingsduft gegen den bratenduft hetzt, aber viel hat man von dem Blind Date eigentlich nicht mitbekommen, au├čer
die begr├╝├čung und ein stummes gegen├╝bersitzen.
vielleicht solltest du das geschehen etwas straffen und mehr auf die beiden personen eingehen, welche sich treffen.
ist nur meine kleine meinung dazu und muss nichts hei├čen.
im eigentlichen sinne hat man nur die vorbereitung des Bland Date erlebt...
einen wundersch├Ânen herbstsonntag w├╝nscht herzlich Mara K.

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flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

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zu

erst einmal herzlich willkommen auf der lupe.
leider ist deine kleine geschichte wirklich nicht berauschend, eher ein stilles bild.
ich w├╝rde den empfehlungen noch hinzuf├╝gen, den text st├Ąrker zu gliedern.
und es hei├čt Servietten.
lg
__________________
Old Icke

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Stephanie Seelig
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Oct 2001

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Hallo Kleinerprinz

Hallo,

Ich fand die Geschichte nun ├╝berhaupt nicht langweilig, aber gut h├Ątte ich es gefunden, wenn sie beide blind gewesen w├Ąren und man es wirklich ganz am Schluss erfahren h├Ątte. Dann h├Ątte es einen Kick *g nur mal so meine Meinung.

Lieben Gru├č Stephanie
__________________
Gespr├Ąche sind Leitplanken

Gez├Ąhmte Lippen

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kleinerprinz
Wird mal Schriftsteller
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Re: Hallo Kleinerprinz

ja ... gerade darum geht es ... es ist eine kurzgeschichte .. und kein roman ... es soll nicht das blind date beschrieben werden, das war gar nicht meine absicht und das will ich auch gar nicht ... zudem hat eine kurzgeschichte ein offenes ende ... warum soll ich den faden also weiterspinnen ... das ist eure aufgabe!!! ... ich geb nur die denkanst├Â├če ... hab aber das gef├╝hl, dass ich zu doll sto├če und viele dabei umfallen ... klar ... vielleicht ... nein ... sicher ist es nicht brillant ... aber es geht um die dinge dazwischen ... um das warum und das wie ... und nicht um das was ... das was ist nur mittel zum zweck ... der weg, der zu gehen ist, zeigt sich erst, wenn man das ziel kennt ...

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Mara K.
Guest
Registriert: Not Yet

Re: Re: hallo kleinerprinz

nun, wenn's um die dinge dazwischen geht dann gib dem blind date 'ne andere ├╝berschrift so in der Richtung wie
"Spannungsgeladene Nervosit├Ąt einer Dame" ...
so toll gesto├čen ist das ├╝brigens gar nicht , man kommt schon mit, so zwischen den zeilen und man ist auch in der lage zu ende zu denken, glaub's ...
wie sagte kleinerprinz..... nette gedanken
w├╝nscht Mara K.

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