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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Blitzableiter
Eingestellt am 07. 08. 2012 14:23


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Label
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Ich fühle mich leer. Und weil ich mich so fühle, versuche ich diesem Zustand auf die Schliche zukommen.
Bin ich etwa ungefüllt? So einfach hohl? Das Wörtchen hohl lässt mich erschaudern, wer ist schon gerne hohl! Bedenklich betrachte ich die Liste mit Hohlköpfen, hohlen Früchten, hohlen Zähnen und kann nur despektierliches darin erblicken. Das muss also eine ganz andere Leere sein.

Z. B. die Leertaste, niemand würde sagen die Leertaste ist hohl, nur weil sie " Leer " ist. Sie ist die Leere schlechthin. Eine substanzielle Leere, sozusagen. Und ist nicht gerade diese Leere unabdingbar notwendig, um den Rest, die Fülle um das Loch herum, erst verständlich zu machen?
Auch wenn wir Deutsche von unseren anderssprachigen Nachbarn milde belächelt werden, wegen unserer " mega-langen " Worte, so würden selbst wir Schwierigkeiten bekommen, mit einem Wort das mehrere Seiten füllt.
Nein! Nein! Die recht gesetzte Leere gibt uns Struktur und bewahrt uns unter anderem vor fingerdeutendem Buchstabieren.
Während ich meine persönliche Leere des Langen und des Breiten vermesse (als ob ich das könnte, so ganz ohne Meßband mit staatlich anerkannter Skala) bemerke ich, dass die Leere so absolut nicht ist. Damit meine ich nicht die biologische Füllung, (Muskeln, Knochen, Blut sowie diverse Organe) die wie ich annehme, sich in mir in der üblichen Menge und Verteilung befindet, sondern die mikroskopisch nicht darstellbaren Partikel der Inspiration.

Nachdem ich somit festgestellt habe, dass die Leere keine ist, habe ich nicht die Absicht, über den Mangel an Fülle zu sinnieren.
__________________
sie lasen soeben die buchstabenfolge, zensiert nur von eigener meinung

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dann
will ich
nach meiner Zeit
als Asche
in einem Böller
zum Himmel schnellen
mich ein letztes Mal
dehnend
im Winde wiegen
und
auf weißeWesten
rieseln
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Ich habe es einfach mitgenommen. Vielleicht, nein – bestimmt, werde ich mich erkundigen, wem es gehört. Morgen.
Könnte ja sein, dass es tatsächlich vermisst wird. Obwohl ich es nicht glaube. Es sieht so mitgenommen aus. Habe ich auch!
Jetzt habe ich es erst einmal auf die Fensterbank mitten ins Basilikum gelegt und es schaut mich durchdringend an.
Diesen Anblick kann ich wahrscheinlich ohnehin nicht länger aushalten.
Beim Wasserrad habe ich es gefunden. Es war heute so ein warmer Tag und die stiebenden Spritzer legen sich wie ein feiner, erfrischender Film auf Einen. Deshalb bin ich hin und habe mich wohl ein wenig genüßlich gedreht, um ringsum besprüht zu werden.
Dabei muß ich mit dem Fuß dagegen gestoßen sein. Es klackerte zwischen dem Kopfsteinpflaster, stieß gegen den Brückenpfosten und hüpfte über die Steine direkt zu meinem Fuß zurück.
Eine Murmel dachte ich und hob sie auf.
Es war ein Glasauge. Blau mit leicht grünen Einsprenklungen. Fast ließ ich es erschrocken fallen. Onkel Aloys. Der hatte auch ein Glasauge .
Nicht mit so vielen Schrammen, aber die gleiche Augenfarbe.
Onkel Aloys hatte zwei Glasaugen. Das Eine hatte die gleiche Farbe wie sein Funktionierendes. Das Andere hatte auch die gleiche Farbe, aber es war im Augenweiß zusätzlich blutunterlaufen.
Das trug er selten. Ach ja, Onkel Aloys hatte schon seine Marotten. Eigentlich trug er es nur, wenn er zum Saufen ging.
Dann sagte er zur Tante, "ich gehe Freunde zählen und komme erst wieder, wenn das Eine zum Anderen passt".

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Das hätte ich schon längst machen sollen. Endlich ist mir eingefallen, wie ich die unreifen und wurmstichigen Äpfel sammeln kann, ohne mich für jeden einzelnen bücken zu müssen.
Eisen 9 und Pitching Wedge sind gut für die kleinen harten Äpfel und sogar für die unreifen Zwetschgen. Für die größeren Äpfel und Birnen ist es mehr das Lob Wedge.
Und falls ich nicht sauber treffe, umso besser, dann brauche ich sie nicht mehr für das Wild zu teilen.
Ich war so in meine Sammelaktion vertieft, dass ich die Trauerprozession erst zu spät sah. Da waren sie schon halb am Garten vorbei. Habe ich die Schellen überhört?
Am liebsten bin ich im Haus, wenn ein Zug vorbeikommt. Immer habe ich das Gefühl ich müßte irgendein Zeichen von mir geben, um Respekt zu erweisen. Ich weiß aber nicht was.
Männer haben es einfacher. Falls sie Hut tragen.
Hut ab und der Form ist Rechnung getragen.
Diesesmal kam ich nicht rechtzeitig weg.
Ich peilte gerade die Distanz zwischen Eimer und Apfel, als ich hochsah und geradewegs zum von seinen Ministranten eingerahmten Pfarrer. Drei auf jeder Seite und einer vorneweg mit einem großen Holzkreuz. Danach die Trauergemeinde.
Alle sahen neugierig zu mir her. Hätte ich freundlich mit dem Schläger gewunken, hätte das die unbehagliche Situation gewiss nicht verbessert.
Also stützte ich mich auf meinen Schläger auf, wartete unbeweglich bis alle vorbei waren. Ich kam mir ein bißchen so vor, als ob ich eine Truppenparade abnähme.
Augen rechts!
Irgendwie war meine Begeisterung dann gedämpft. Da kam aber schon ein Nachbar, der wohl alles von irgendeinem Schlupfwinkel aus beobachtet hatte.
Er lehnte sich auf den Zaun, lachte freundlich über das ganze Gesicht und meinte nur „gute Ernte“.
So eine freundliche Seele! Meine gute Stimmung war wieder da.
„Sie spielen wohl Golf?“ fragte er. „Ja, Apfelgolf!“ lachte ich.



manchmal
da habe ich
ein heimatloses Gefühl

als trüge der Wind
Löwenzahnsamen

so schön
so lange

durchs Leben
in den Zufall

zu lange
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Eigentlich wollte ich heute den Garten aufräumen, die Spielsachen und die Gartengeräte verstauen. Aber ich habe mich auf die Schaukel am Apfelbaum gesetzt und habe der Schwerkraft ein Schnippchen geschlagen. Der Ast hat geächzt, unter mir und den Äpfeln.
Es hat Äpfel geregnet, die sind mit plopp plopp im Gras gelandet und wie Billardkugeln davongerollt.
Als die ersten Äpfel fielen, hüpften die Katzen und haben sich unter dem Buchsbaum versteckt.
Ich habe mich hochgeschaukelt, den Wind in den Haaren genossen und die Heiterkeit, die durch die Geschwindigkeit entsteht. Wie kleine Blitze tauchten in mir Warnbilder auf, gebrochener Ast und Steißbein, Schmerz statt Freude.
Er riß mich mit sich, der Sog der Leichtigkeit und ich schaukelte hoch, bis zu dem Moment bei dem dem Schwung der Schwung ausgeht und die Schwerkraft noch nicht wieder zugepackt hat.
Dann gab es einen Ruck im Seil und im Wohlgefühl.
Dagegen hilft nur noch mehr Schwung, für die Jungen oder Risikobereiten. Der Schwung, der das gefährliche Unten so schnell vorbeiziehn läßt. Gleich ist man wieder oben. Schwerelos.
Und wer einem sicheren Halt traut, wagt sich auch an den Überschlag.
Bekommt man danach überhaupt noch die Beine auf den Boden, wenn sich das Seil um den Ast gewickelt hat?
Wenn ich das versucht hätte, ich hinge im Baum.
Weniger Schwung für mich.
Sonne im Gesicht, Wind im Haar und heile Knochen.

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Die Schnüre der Verbundenheit
straff hieltst du sie in deiner Hand
sie gruben sich im Lauf der Zeit
tief in mein Fleisch

Die Schnüre der Verbundenheit
so lange sind sie schon gekappt
und in der Tiefe spür ich noch
Phantomschmerz schrei'n

Die Narben der Verbundenheit
vertiefte mir so manche Furcht
doch Zeit sie lindert und sie lehrt
jetzt ist es gut
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